ist aber auch schwierig zu entscheiden, wo zieht man die Grenze? Und zu sagen, dass das nur geringe beträge sind, und deshalb lächerlich sei, ist auch nich ganz einfach. Ich wollte zum Beispiel auch keine Putzfrau, die sich an meinem Kühlschrank bedient oder nen rumliegenden Euro mitnähme, obwohl mir das rein materiell nicht weh täte. Schwierig, schwierig, der Autor hat die Problematik ziemlich gut getroffen.
Ich finde da nichts schwer zu entscheiden, sondern die genannten Kündigungsfälle einfach himmelschreiend ungerechten Irrsinn. Schon mal 10 Minuten länger gearbeitet als bezahlt wurde? Und? Vors Arbeitsgericht gegangen? Um Vertrauen geht es da doch überhaupt nicht. Das sieht man doch schon daran, dass eng begristete, gering bezahlte Stellen immer mehr zunehmen und unbefristete, vernünftig bezahlte Beschäftigungsverhältnisse verdrängen. Und Supermärkte z.B. lieber jede Woche nen anderen Studenten an die Kasse setzen, als langjährige Kassierer ordentlich zu bezahlen.
Besuch sagte:
Ich finde da nichts schwer zu entscheiden, sondern die genannten Kündigungsfälle einfach himmelschreiend ungerechten Irrsinn. Schon mal 10 Minuten länger gearbeitet als bezahlt wurde? Und? Vors Arbeitsgericht gegangen? Um Vertrauen geht es da doch überhaupt nicht.
Schon mal in einem Dt. Supermarkt kurz vor Schluss eingekauft? Das angemault werden "Wir wollen fei auch heim" wenn man um 20:02 noch eine Tuete Milch aus dem Regal greift legt nicht nahe dass es in die andere Richtung anders ist. Ich kenne viele Arbeitnehmer die - gerade in grossen Institutionen - "Dienst nach Vorschrift" machen.
Und ich finde es einen Unterschied ob mal ein Stift in der Hemdtasche bleibt oder ob jemand, dessen Job es ist etwas sorgfaeltig zu behandeln (z.B. eine Kassierin das Geld ihres Arbeitgebers) genau dieses durch einen Trick entwendet und anschliessend wild andere Kollegen mit Schmutz bewirft.
Ich hatte das zweifelhafte Vergnuegen an einer Uni im Lehrstuhls fuer Computer und das Computerkaufe zustaendig zu sein. Und ich hatte hart zu kaempfen, dass "private Rechnernuetzung wird geduldet" nicht zu "aber ich brauche ein DVD-Laufwerk und einen DVD-Brenner" oder "aber im Test steht dieser Monitor ist besser fuer Photobearbeitung" gefuehrt hat. Das Problem ist: Sobald jemand etwas privat benuetzen darf (auch nur "Reste"), was er bestellt, weckt das Begehrlichkeiten (ich war damals baff wie schnell das ging). Insofern kann ich die Sache in der Grosskueche verstehen. Warum nicht einfach morgen etwas mehr bestellen, wenn das Personal "sich nur von den Resten" bedienen darf. Wird am Ende vielleicht sogar gezaehlt und automatisch mehr bestellt?
An eine Stelle wo es nicht um Rechner geht (teuer, kann man draufschauen), sondern an der man taeglich den Angestellten wegen Eurobetraegen hinterherputzen muesste (was nicht geht), kann ich verstehen dass man null Toleranz faehrt.
Arbeitsrechtlich mögen alle Kündigungen einwandfrei sein, trotzdem kommt man nicht an der Tatsache vorbei, dass fast alle geschilderten Fälle (zumindest das was man so am Rande in den Medien mitbekommen hat) eine Gemeinsamkeit aufweisen: alles Mitarbeiter, die längere Zeit dort beschäftigit waren und älteren Semesters sind, was natürlich eine "normale" Kündigung erschwert und deutlich teuerer machen würde-
Ich behaupte mal die meisten Chefs führen gedanklich Listen, mit Mitarbeitern die sie schätzen (egal aus welchen Gründen) und mit Mitarbeitern ,die ihnen eher lästig sind- wenn sie nun jemanden loswerden wollen, nutzen sie solch eine Gelegenheit zur Kündigung, bei anderen würden sie vll nur eine Abmahnung aussprechen oder bei dem ein oder anderen Fall sogar gänzlich drüber wegsehen.....
drolli sagte:
Und ich finde es einen Unterschied ob mal ein Stift in der Hemdtasche bleibt oder ob jemand, dessen Job es ist etwas sorgfaeltig zu behandeln (z.B. eine Kassierin das Geld ihres Arbeitgebers) genau dieses durch einen Trick entwendet
Bei dem Stift könnte der Arbeitgeber exakt genauso argumentieren " Diebstahl von Firmeneigentum, Vertrauensverhältnis zerrüttet.....etc ", dass ist ja das perverse daran....- und warum diese Pfandbons automatisch an den Arbeitgeber gehen, obwohl ja anscheinend ein Kunde diese im Laden verloren hat, muss mir auch mal jemand erklären..., gehört dann alles was ich so im Supermarkt verliere automatisch dem Filialleiter?
drolli sagte:
Und ich finde es einen Unterschied ob mal ein Stift in der Hemdtasche bleibt oder ob jemand, dessen Job es ist etwas sorgfaeltig zu behandeln (z.B. eine Kassierin das Geld ihres Arbeitgebers) genau dieses durch einen Trick entwendet
Bei dem Stift könnte der Arbeitgeber exakt genauso argumentieren " Diebstahl von Firmeneigentum, Vertrauensverhältnis zerrüttet.....etc ", dass ist ja das perverse daran....
Nicht ganz. Ehrlichkeit steht bei Kassierern meist explizit in der Stellenbeschreibung. Ausserdem wird auch - so wie ich das sehe - oft ein Fuehrungszeugniss verlangt.
- und warum diese Pfandbons automatisch an den Arbeitgeber gehen, obwohl ja anscheinend ein Kunde diese im Laden verloren hat, muss mir auch mal jemand erklären..., gehört dann alles was ich so im Supermarkt verliere automatisch dem Filialleiter?
Ich denke der Filialleiter wird aehnlichen Konsequenzen ausgesetzt sein.
das problem bei diesen kündigungen ist, dass sie das arbeitsrecht massiv aushebeln. ein punkt, den der autor nicht erwähnt. wer hat denn noch nie einen kuli/ eine briefmarke / einen dienstwagen / das telefon ... privat genutzt? wenn man solche kündigungen für rechtens erachtet, kann man 90% der arbeiter und angestellten fristlos rausschmeißen.
und je höher man auf der karriereleiter wandert, desto schneller sammeln sich solche kleinen beträge an. die frau vom filialleiter ist krank? na dann fährt er die kinder im dienstwagen zur schule. und in den oberen teilen der hierarchie sind es auch keine maultaschen mehr, sondern lachsbrötchen.
@drolli: es sind auch die leitenden angestellten, die darüber entscheiden, was in welcher menge bestellt wird. und da ist es alltag, dass sich der filialleiter etwas besseres rauslässt als das, was er den angestellten hinstellt. beispiel "chefsessel". der sitzt da auch nicht länger drin als seine untergebenen, aber es muss eben ne nummer größer sein.
littlejohn sagte:
und warum diese Pfandbons automatisch an den Arbeitgeber gehen, obwohl ja anscheinend ein Kunde diese im Laden verloren hat, muss mir auch mal jemand erklären..., gehört dann alles was ich so im Supermarkt verliere automatisch dem Filialleiter?
es gehört ihm nicht, aber es findet ein wechsel des gewahrsams statt, und zwar vom kunden, der die pfandbons verloren hat, auf den filialleiter. und damit bist du wieder beim diebstahl angelangt.
Hab mich schon gefragt, wer hier einen so guten, übersichtlich argumentierten und ausgewogenen Artikel schreibt...
Aber wenns der Dr.Dr Rainer Erlinger war, dann klärt das einiges !
Ich dachte immer, wer in einem Büro arbeitet und zu Hause Büromaterial kauft, ist selber schuld :-)
Das ist übrigens in den allermeisten Büros heute noch gang und gebe.
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