Elisabeth von Thurn und Taxis: "Mir ist es peinlich, eine Prinzessin zu sein"
Welche Schlüsselqualifikationen sind im Beruf wirklich wichtig? Heute: Prinzessin Elisabeth von Thurn und Taxis über Moral.
In Stellenanzeigen wird von Bewerbern einiges verlangt: Teamfähig sollen sie sein, flexibel und zuverlässig. Doch wie wichtig sind Schlüsselqualifikationen im Job wirklich? Wir fragen bekannte Persönlichkeiten. Folge 23: Prinzessin Elisabeth von Thurn und Taxis über Moral. jetzt.de: An der Uni lernt man, dass man Moral erst definieren sollte, bevor man darüber spricht. Wie lautet deine ganz persönliche Definition von Moral? Elisabeth von Thurn und Taxis: Für mich bedeutet Moral, dass man aufrichtig ist, seinen Mitmenschen kein Unrecht tut und versucht, mit sich und seinem Umfeld im Reinen zu sein. Theoretisch klingt das gut. In der Praxis ist es in vielen Berufen aber schwierig, gleichzeitig aufrichtig und erfolgreich zu sein. Ich glaube nicht, dass man das kategorisch so sagen kann. Welche Berufe meinst du denn überhaupt? Naja, ich hatte zum Beispiel kürzlich Besuch von einem Versicherungsvertreter. Man kann auch in diesem Beruf aufrichtig sein. Ich würde sogar behaupten, dass man damit am Ende weiter kommt als ohne Aufrichtigkeit. Natürlich ist es für einen Versicherungsvertreter manchmal schwierig, moralisch richtig zu handeln. Aber wenn jemand selbst an das Produkt glaubt, das er verkauft, dann ist er auch nicht gezwungen, zu lügen. Du hast ein Buch geschrieben, in dem du dein frommes, vom christlichen Glauben geprägtes Leben schilderst. Was kann man vom Katholizismus für das Berufsleben lernen? Man kann lernen, dass die irdischen Genüsse nur kurzlebig sind. Natürlich ist es schön, erfolgreich zu sein und Geld zu verdienen - das widerspricht auch nicht dem katholischen Glauben - aber es ist eben vergänglich. Deshalb ist alles, das man sich ermogelt und mit Ellbogen erkämpft, am Ende doch nur Ballast.
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Außerdem habe ich erfahren, dass manche Cremes unserer Werbekunden versprechen, Falten zu glätten, obwohl das gar nicht stimmt, das hat mich empört. Da ich aber grundsätzlich für Life bin, und auch für Style, bin ich mit mir im Reinen und arbeite weiterhin gerne bei dem Magazin.
Sie so: Was nehmen Sie denn für eine Pflege?
Ich so: ...
Sie so: Also, Sie müssen wissen, die Frauen da in der Werbung, die benutzen das in Wirklichkeit gar nicht.
Meine Welt ist seither nicht mehr dieselbe.
"Für mich bedeutet Moral, dass man aufrichtig ist, seinen Mitmenschen kein Unrecht tut und versucht, mit sich und seinem Umfeld im Reinen zu sein."
Geile Definition.
24.10.2009 - 00:21 Uhr
Besuch
Und wofür hat sich die Gute entschieden: ein Life-Style-Luxus-Magazin!
Um Himmels Willen, wenn ich das Geld nicht brauche würde, würde ich doch keine Lebenszeit für solchen Dünnpfiff verschwenden!
24.10.2009 - 00:37 Uhr
ca_va
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23.10.2009 - 22:30 Uhr
fraeuleiningeborg
Wenn die Lehrer so gedacht haben wie einige der Kommentatoren hier, würde es mich nicht wundern, wenn das stimmt.