Life is (not) 42
Text: Honesty
Ich geh im T-Shirt raus um zu frieren und sauge Regen mit jeder Pore meines Körpers auf. Ich sehne mich nach dem Gefühl der Verzweifelung, weil jede Emotion besser ist als gar keine. Es gibt derzeit nur Kontrolle. Ich habe mein Leben so sehr in den Griff bekommen, dass ich es nicht mehr los lassen kann.
„Loooooooooos“ schreit eine Stimme in meinem Kopf, die ich zum Schweigen bringe. Ich leide nicht darunter, das habe ich hinter mir gelassen. Ich konzentriere mich, ich beherrsche mich und dann fehlt mir die Wildheit, das Unberechenbare. Der Alkohol zieht mich an, aus dem einzigen Grund dass er mir die Beherrschung entzieht, und etwas Unvorhergesehenes passieren könnte.
Wo ist der Rebell in mir, der alles hinschmeißen kann?
Wo ist der Verzweifelte, der wegen Kleinigkeiten weint?
Wo ist der Romantiker, der Liebeserklärungen macht?
Ich HASSE es (-nein, nichteinmal das), meine eigen aufgebaute Perfektion der Welt zu präsentieren. Ich fühle mich zu kalt, zu heile, zu sinnvoll für den Moment. Ich gehe durch die Welt, ohne Verlangen, ohne Abscheu. Das einzige was ich fast fühle ist Verlust.
Wenn Emotionen ihre Macht verlieren, geht die Menschlichkeit verloren.
Ich habe mich bemüht, so sehr bemüht, jeden Schatten von mir zu nehmen, dass ich das Gefühl habe, keinen mehr zu werfen. Und wo kein Schatten ist, ist auch kein Licht, ist nichts.
Alleinsein stört mich nicht, Einsamkeit kenne ich nicht, Gesellschaft nervt mich nicht und die Masse interessiert mich nicht. Schmerz empfinde ich nicht und Sehnsucht fühle ich nicht. Hass ist verraucht und Liebe verpufft. Ich existiere, mehr lasse ich nicht zu, und verachte mich selbst dafür nicht.
Ich glaube nicht dass ich damit allein bin, das zu glauben, dass wäre naiv.
Und Naivität, das ist doch unperfekt.
Die Schreie der Menschen, die Träume und Gedanken strömen durch mich hindurch und hinterlassen leere Worte, Ziele und Erinnerungen.
Fast freue ich mich auf den Moment, an dem diese Fassade zerbricht – aber Freude, dass ist doch unrational, oder?
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