So hatte ich mir das vorgestellt
Wenn du im Trüben fischen willst, dann geh doch zum Wasser, an dem ich gebaut bin und streichel da die Krebse, und lies Kleist, der hat heute Geburtstag ob er will oder nicht. Krebine und ich sind schon mal mit dem Fahrrad voraus, du kannst nachkommen, oder auch nicht. Zwischen den Feldern, mit dem kniehohen Gras, also den ehemaligen, und verbrauchten Feldern, die jetzt gar keine mehr sind, geht der Schotterweg, mit zwei Rillen. Krebine fährt links und ich fahr rechts und in der Mitte ist das Gras so gelb wie Butter, das liegt an meinen Augen, oder auch nicht. Vorne am Rad hab ich einen Korb mit vierzehn roten Äpfeln, und dreißig grünen Birnen, und sieben Maltäser-Schnitten für den der sie mag. Und wenn du fertig gelesen hast, dann kommst du nach über den buttergelben Weg, und ich hab ja noch ungefähr zweitausend Synästhetiker geladen, die können uns was erzählen, und Krebine wird in ihrem Anorak dastehen wie ein Geigerzähler, da verdrücken wir uns, hinten wo die ehemaligen Felder enden, steht die verlassene Tankstelle, da habe ich mal versucht, eine Flasche Schnaps zu kaufen, aber ich war zu jung, da. Ich möchte gerne mit dir über Umweiteinflüsse, Traumata, Unfälle, Einflüsse vor der Geburt oder psychische Erlebnisse reden, über alles eben. Was uns eint ist was uns trennt. Weißt du was ein Wolf ist? Das ist, wenn ich heule, weil du mich nicht liebst. So habe ich mir das vorgestellt, ich kauf dir ein Eis, dazu muss ich hier diese Plastikscheibe über der Eistruhe in einer Richtung schieben, und dann haben wir in einer Hand ein Eis. In der anderen hätten wir dann, theoretisch, uns.
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18.10.2009 - 18:52 Uhr
irrgaertnerin