14.10.2009 - 18:30 Uhr

1 22 Über Twitter weiterempfehlen

20 wichtige Erfahrungen eines Bloggers

Text: eva-schulz - Illustration: Katharina Bitzl

Welche Sätze man vermeiden, welche Stimmungen man erwarten und welche Realitäten man nicht aus den Augen verlieren sollte, wenn man sich entschließt, ein eigenes Blog zu beginnen.

11. Um eben dieses Themenloch zu umgehen, neigt mancher Blogger dazu, mit dem „Blogblick“ durch die Welt zu laufen: Egal ob beim Kochen, im Kino, in der Kirche oder auf dem Klo, immer hat er die gleiche Frage im Hinterkopf: „Könnte ich das vielleicht bloggen?“ Das ist genauso schrecklich, wie den ganzen Urlaub bloß durch den Sucher der Fotokamera zu sehen. 12. Du solltest aufpassen, wenn auf deiner Einkaufsliste plötzlich „Collegeblog, kariert“ steht. 13. Sollte dein Weblog natürlich „Collegeblog“ heißen (oder „Zementblog“, „Abgeblogt“, „New Kid From The Blog“), dann ist das zwar blöd – ändern solltest du es trotzdem nicht mehr. Blogger, die, weil sie keine Besucher haben oder ihr Layout nicht mehr mögen, hinschmeißen und noch mal neu anfangen, machen alles nur noch schlimmer. 14. Überleg dir gut, ob du dich und dein kleines liebes Weblog wirklich in die große grausame PR-Welt stürzen willst. Inzwischen gibt es jede Menge Agenturen, die dich bestimmte Angebote testen lassen, dir dolle Sachen umsonst schicken oder Rabatte geben, solange du nur darüber bloggst. Der Leser reagiert darauf aber mitunter verstimmt. Die bekannte Cartoon-Bloggerin Ute Hamelmann hat die Kritik an ihrem Auftritt in einer Vodafone-Kampagne so genervt, dass sie ihr Blog nun nicht mehr aktualisiert. 15. Die guten alten Tageszeitungen werden dich als Blogger wahrscheinlich nicht ernst nehmen. Auch nicht, wenn du sie verlinkst. 16. Sowieso hilft es, wenn man sich selbst als Blogger nicht allzu ernst nimmt. Sonst besteht die Gefahr, dass man so ein Punkt 7-Blogger wird. Oder haltet ihr das für Quatsch? 17. Werde nicht zu privat. Blogge nichts, was du nicht auch dem Busfahrer oder der netten Arzthelferin erzählen würdest. Sonst weiß bald jeder potentielle Stalker, wo du wohnst, jeder Dieb, wann du außer Haus bist, und das Finanzamt, wie viel du wirklich verdienst. 18. Dieses blöde Gefühl, ja, diese Wut, die sich damals im Kunstunterricht einstellte, wenn der Sitznachbar ganz dreist abmalte – die gibt’s beim Bloggen auch noch. Die nette und unproblematische Version sind Verlinkungen und Trackbacks. Solange die auch in dem fremden Eintrag stehen, hast du keinen Grund, wütend zu sein. Die fiese Version sind Texte, Fotos, Illustrationen von dir, die irgendein blöder Bloggenosse als die seinen ausgibt. Dann darfst du auf jeden Fall wütend sein, brüllende E-Mails schreiben und mit einer Klage drohen. Der Blödmann! 19. Nur, weil du nicht weißt, wofür die Abkürzung RSS steht, solltest du das nicht als unnötig abtun. Ein Blog ohne RSS-Feed, also ohne Abo-Möglichkeit, wird heutzutage niemals eine richtige Stammleserschaft bekommen. 20. Das Internet vergisst nichts. Was du heute bloggst, liest in einem Jahr dein neuer Schwarm, in fünf Jahren irgendein Personaler und in fünfzehn Jahren dein Kind. Und das fragt dich dann, was das Geblogge eigentlich soll. Hoffentlich antwortest du ihm, dass es trotz allem einfach unheimlich Spaß macht. Die Autorin betreibt unter anderem das Hurra!-Blog
Zurück Seite 1 2


Neue Magazin-Texte:

Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem dienstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!

Textoptionen
Mehr Texte von
eva-schulz
Mehr Texte zum Label
20Dinge
Text Freunden empfehlen Text drucken Text melden
Der Text gefällt Dir?
Lesenswertpunkt schenken
Fehler gefunden?
Report an Error
Hier bei jetzt.de anmelden,
Texte schreiben und kommentieren.
Kommentar

speichern

Jetzt-Mitglied

eva-schulz offline

eva-schulz

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.

Eva Schulz