Und wenn ich gar nicht weg will?
Ein Auslandssemester gehört angeblich zum guten Ton im studentischen Lebenslauf. Aber unsere Autorin nervt es, dass der Aufenthalt in einem anderen Land für viele so etwas wie ein Prestigeobjekt ist.
Wo er schon überall gewesen sei, erzählt er, und wie lange und dass er sie immer wieder brauche, diese Reisen, sonst werde er verrückt. Ich höre mir das an, nicke ein bisschen und mache ein bisschen „Mmmh“, stelle aber keine Nachfragen. Als mein Gesprächspartner aufsteht, um Biere zu holen, regt sich sein Freund, der bisher geschwiegen hat. Er sagt, dass er gerne ausländisches Bier trinke, er möchte mal jedes Bier der Welt probiert haben, sagt er – um anschließend darauf zu sprechen zu kommen, dass er Asien ja so sehr liebe und vor allem Vietnam und Thailand und Kambodscha. Ich sitze nur da und spüre ein Brodeln in mir, einen aufwallenden Ärger, weil hier jemand unübersehbar eine Überleitung konstruiert hat, um zu erzählen, wie oft er schon im Ausland war. Als hätte es ihn in seinem Stolz verletzt, dass sein Kumpel davon erzählt hat, ohne dabei auf ihn zu verweisen. Als könne ich ihn deswegen weniger interessant finden. Er prahlt damit wie andere Männer mit ihrem Auto oder ihrer Frau. Denn er ist Student, und für Studenten ist der Auslandsaufenthalt ein Mercedes oder eine Freundin mit Spitzenmaßen, ein Statussymbol, das sie herzeigen, indem sie möglichst viel davon sprechen.
- Abschied vom Wachtturm: Drei Frauen und ihre Leben nach den Zeugen Jehovas 20.05.2012
- Was vom Macchiato-Meeting übrig bleibt 13.05.2012
- Zwei Pfund Nostalgie, bitte 13.05.2012
- Im Zeugungsstand 06.05.2012
- Hooligans - Es geht nicht darum, andere ernsthaft zu verletzen 06.05.2012
Diese Selbstverständlichkeit eines Auflandaufenthalts beim Studium gehört mir auch gehörig gegen den Strich. Es soll nämlich Leute geben, für die das mehr oder weniger unmgöglich ist. Und zu denen würde ich mich dazu zählen. Zumal es genug Gründe dagegen gibt:
- Mittem im Studium einfach so, ein zwei Semester woanders studieren, würde mein Studium um diese Zeit verlängern, da ich nicht davon ausgehen kann, dass meine Hochschule alle abgeschlossenen Module der ausländischen Hochschule anerkennt
- Zudem bauen an meiner HS viele Module mehr oder weniger aufeinander auf, so dass ein, zwei Semester fehlen auch nicht positiv wäre
- Ich hätte garkein Geld dafür. Und was ist mit meiner Wohnung? Kündigen ist doof, weiterzahlen auch. Zumal ich in meinem Zimmer keine fremden Leute wohnen lassen wollen würde. Und wenn ich meine Wohnung auflöse? Die ganzen Möbel etc. müssen auch wohin und Self Storage ist nicht umsonst
- Am ehesten ließe sich noch das obligatorische Praktikum im Ausland absolvieren, aber nur wegen 12 Wochen so einen Stress? Zumal danach die Bachelorarbeit geschrieben werden muss
Achja: Ich habe garnicht vor, mal außerhalb Deutschlands zu arbeiten. Also wozu das alles?
-------------------------------------
"ich weiß auch nicht, der stellenmarkt gibt echt nichts her momentan!"
"dann geh doch ne weile ins ausland!"
"und was mach ich da konkret???"
" ... "
Aber Hauptsache mal machen! Schnell!
Man kann auch ins Ausland reisen, ohne bereichert zu werden. Selbst hier in England kenne ich viele Deutsche, die sich nicht auf die hiesige Kultur (damit meine ich nicht das Trinken) einlassen, und immernoch 'Daheim geblieben' sind. Und das ist sehr schade.
wie kommst darauf, dass es nur um DICH geht? es kommt dir nicht in den sinn, dass jemand viel darüber spricht, weil für diese person die auslandsaufenthalte eine wichtige rolle im leben spielen? was bedeuten?
11.10.2009 - 18:54 Uhr
diedrossel
Stellt ihr auch eine in letzter Zeit immer häufiger zu beobachtende Heimatverbundenheit (in welcher Form auch immer) fest? Ich glaube ja, dass all diese internationale Mobilität ja auch zu immer größerer Haltlosigkeit führt. Denn der eine oder andere mag sich im Ausland ja selbst finden, aber was ist mit den vielen anderen denen das nicht gelingt? Die schweben im luftleeren Raum.
Und nach einem Jahr fremd fühlen sitzt die Lederhosn doch wieder nicht schlecht.
diedrossel sagte:
... dass jemand viel darüber spricht, weil für diese person die auslandsaufenthalte eine wichtige rolle im leben spielen? was bedeuten?
ja natürlich gibt es das, sogar oft!
aber genauso oft gibt es die leute, die davon erzählen, weil man meint davon erzählen zu müssen, und alle die den hype nicht mitmachen sind "uncool". darum geht's in dem artikel.
persönlich kenne ich zum glück mehr von der ersteren sorte, und ich freue mich wenn sie mich an ihren erfahrungen teilhaben lassen, ihre geschichten erzählen und ihre fotos zeigen.
aber die im artikel beschriebene fraktion, die trifft man leider auch überall, und die ist anstrengend.
ist eure generation wirklich soooo beeinflussbar und unselbststaendig, dass ihr jeden scheiss macht, von dem jemand behauptet, es sei unabdingbar?
diedrossel sagte:
grauenhafter artikel. voller engstirniger vorurteile, plattitüden.
ganz meine meinung. ich habe eine freundin aus armen verhältnissen, die glücklich über ein erasmus stipendium einen auslandsaufenthalt in england verbringen darf. für ihr studium ist das sehr sinnvoll, sie studiert europastudien, und der auslandsaufenthalt bringt ihr dafür genau die erfahrungen, die sie sich gewünscht hat. sie ist bestimmt keine die mit einem mercedes angibt. mag ja sein, das vieles an dem artikel wahr und richtig ist. allerdings ist das ganze in eine form gepackt, die eher an ressentiments derjenigen erinnert die sich von ihren lederhosen nicht trennen können. mit meiner freundin hat das jedenfalls nichts zu tun.
kaffeekeks sagte:
..., und alle die den hype nicht mitmachen sind "uncool".
Eben, das ist der Knackpunkt. Es ist ein Unterschied, ob man mit seinem Auslandsaufenthalt angibt, oder ob man eine schoene Zeit hatte, und anderen davon erzaehlt um sie an der Freude teilhaben zu lassen. Die nur zum Angeben ins Ausland gehen, nehmen meistens von dort auch keine Inspiration mit.
Natuerlich ist Deutschland auch eine ziemliche Neidgesellschaft, deshalb interpretieren viele Letzteres wie Ersteres. In sofern ist es eine Gratwanderung, wer gerade zuhoert.
aber vielleicht geh ich auch einfach nur nicht auf die gleichen parties wie die autorin. oder es sind die x jahre altersunterschied. ich weiß es nicht, aber ich finde den artikel ganz ganz fürchterlich.
eines von zwei grund warum beziehungen das erasmusjahr nicht ueberleben.
vor allem die gleichsetzung ausland = auslandserfahrung = erfahrung ist unzulässig. in vielen fällen wird dann ein erasmusjahr (das nicht zu unrecht klischeebeladen ist) zur prägenden erfahrung hochgejazzt, weil man es geschafft hat, sich mit seinem spanischen vermieter zu verständigen, die taxe de séjour pünktlich zu zahlen oder unfallfrei die richtigen kurse an einer estnischen uni zu finden und zu belegen.
im zweifel, wenn es schon - wie immer - um den lebenslauf geht, ist ein zielstrebig absolviertes studium ohne auslandsaufenthalt schlüssiger, als irgendwelche selbstfindungstrips als "wertvolle erfahrung" zu verkaufen.
madguitar sagte:
@nordzucker: und was ist der andere grund?
die distanz? :)
11.10.2009 - 19:22 Uhr
nordzucker
Marcologne sagte:
Vor allem lohnt sich das für einige Studiengänge doch gar nicht. Aber selbst bei uns Lehrämtlern kommt das immer häufiger. Dabei wird je nach Land nix anerkannt (2 Semester länger studieren, yay!) und es gibt im Lebenslauf eines Lehrers nichts unwichtigeres als ein Auslandsaufenthalt.
Hä? Fast jeder Lehrämtler macht doch irgendeine Sprache. Was kann es da Sinnvolleres geben als einen Auslandsaufenthalt?
am meisten kotzen mich die leute an, die ihr ganzes erasmusjahr lang nur auf partys rumhängen, außer saufen keinerlei beschäftigung nachgehen, sich nur mit menschen ihrer eigenen nationalität umgeben, das land in dem sie sind null kennenlernen, und dann auch noch meinen, sie hätten soooo tolle erfahrungen gemacht.
kachel sagte:
Marcologne sagte:
Vor allem lohnt sich das für einige Studiengänge doch gar nicht. Aber selbst bei uns Lehrämtlern kommt das immer häufiger. Dabei wird je nach Land nix anerkannt (2 Semester länger studieren, yay!) und es gibt im Lebenslauf eines Lehrers nichts unwichtigeres als ein Auslandsaufenthalt.
Ja, ich mach Deutsch. Wahnsinn, wa? ;) Und die Frage ist halt, was mir ein Auslandsaufenthalt als Nicht-Fremdsprachenlehrer bringt.
Ganz schlimm ist's ja bei uns Sonderpädagogen. Da ist ein Auslandssemester quasi verschenkt. Außer, man musste kein Zivi machen/ist weiblich und kommt direkt vom Abi. Dann hat man ja noch genug Zeit...
Hä? Fast jeder Lehrämtler macht doch irgendeine Sprache. Was kann es da Sinnvolleres geben als einen Auslandsaufenthalt?
aus meiner erfahrung heraus kann ich nur sagen: traumland aussuchen und LOS!
diedrossel sagte:
grauenhafter artikel. voller engstirniger vorurteile, plattitüden.
Ja, man koennte fast meinen, die Autorin ist aus Ihrem Heimatdorf nie herhausgekommen.
und generell. ich komme sicher nicht aus einer über-wohlhabenden familie. aber hej, reisen (urlaub) konnte ich auch immer ohne viel geld als student. halt nicht südasien, sondern quer durch europa trampen, billigflieger, zelt im rucksack und nem guten kumpel oder ner freundin. mal 3 wochen griechenland hier, ne woche irland da (mit billigflug und allen kosten (essen, 3 hostelnächte) hatten wir am ende pro person 150€ bezahlt, da die freundin total pleite war).
was ich sagen will: klar kostet das alles. aber mir macht es ungeheuer spaß neues kennenzulernen, und dafür schränke ich meine bequemlichkeit dabei ein bißchen ein. und eben weil ich davon begeistert bin, erzähl ich auch gern wie ein polizeihubschrauber im baskenland neben unsrem zelt landete, wie wir durch athos, den griechischen mönchsstaat wanderten, wie lecker melonen in rumänien sind oder wie in den irischen sümpfen ein schafhirte uns die ganze nacht mit tee abgefüllt hat. und ich bin froh, daß ich das machen konnte alles, auch ohne viel geld. jetzt arbeite ich und hab welches, also mal sehn, vielleicht werden die reisen auch weiter weg gehen. auch wenn ich das gefühl hab so vieles nahes gutes noch nicht gesehen zu haben...
soll halt jeder machen wie er will. wer keine lust auf reisen hat, dem mach ich keine vorwürfe. ich würde nur was verpassen, aber jeder ist halt anders... und ner leidenschaft nachgehen hat nichts mit stautssymbol zu tun (auch wenn es sicher auch solche leute gibt...)
a) DAAD-Kurzzeitstipendium (ziemlich gut, man muss ich aber bewerben)
b) man weiss was man da will
c) Man kennt die Gruppe zu der man geht.
Die ewigen Berichte von Leuten, die ueber ein Jahr Erasmus-Party erzaehlt haben fand ich immer witzlos. Wenn ich in Spanien feiern moechte, mache ich da zwei Monate Urlaub oder Sprachkurs und gut is. Ein oder zwei Semester rausblasen ist total irreal.
Ach so ja: jetzt lebe ich nachdem mein Leben vom Kindergaren bis zur Promotion auf 3kmx3km stattgefunden hat, schon 3J in Japan und ich hatte keine groesseren Schwierigkeiten mich zurechtzufinden. Dauerhaften Schaden hat das nicht durchgefeierte Jahr im Ausland also nicht hinterlassen.
Wer irgendwas mit Sprachen/Länder/Ausland studiert oder später ins Ausland gehen möchte, soll bitte wenn es irgendwie geht die Chance nutzen, da auch im Studium schon was mitzunehmen. Alle anderen dürfen gerne daheim bleiben und ihr Studium durchziehen (wer mag, darf auch trödeln). Und bitte, egal welches Modell man wählt, da keine Ideologie draus machen, beide sind ok.
Erfahrungsgemäß wird im Berufsleben gern Fremdsprachen und interkulturelle Fähigkeiten und alles mögliche erwartet, brauchen tut man die aber dann doch nur selten, wenn man nicht klaren Auslandsbezug hat.
Wenn jemand dies nicht mitmachen will, - Ausland oder Statussymbole - dann soll ers halt lassen und sich (s)eine Nische suchen. Nur druber verbittert jammern gilt nicht.
querspieler sagte:
Da versteh ich die Diskussion jetzt wirklich nicht...
Wer irgendwas mit Sprachen/Länder/Ausland studiert oder später ins Ausland gehen möchte, soll bitte wenn es irgendwie geht die Chance nutzen, da auch im Studium schon was mitzunehmen. Alle anderen dürfen gerne daheim bleiben und ihr Studium durchziehen (wer mag, darf auch trödeln).
Als Ingenieur fand ich es auch wichtig, mal weggewesen zu sein. Ok, hatte wahrscheinlich Glück tolle Studienbedingungen an der Gastuni zu haben. Aber sowohl für meinen jetzigen Job (ne chinesische Firma) als auch die, die ich im Januar anfange (kleine Firma, die für Firmen in ganz Europa entwickelt) ganz nützlich, mal weggewesen zu sein. Als Ingenieur arbeitet man halt nicht nur im stillen Kämmerchen vor sich hin...
Nichtsdestotrotz kann man das natürlich auch ohne Auslandsaufenthalt alles machen, einigermaßen vernünftiges englisch mal vorrausgesetzt. Und am Ende hab ich mein Erasmus ja auch nicht für den Lebenslauf gemacht, sondern weil ich verdammt viel Lust drauf hatte...
Dieser Text gehört zum besten, was ich hier je gelesen habe.
Einiges wird darin angesprochen, das ich mir selbst auch immer wieder gedacht habe. Ich glaubte schon, die absolut einzige zu sein, die so denkt, und habe die Klappe gehalten, wann immer irgend jemand aus meinem sozialen Umfeld von seiner letzten Rucksackreise durch Argentinien oder dem Erasmusjahr in Valencia erzählt hat.
Ich selbst war nicht im Ausland. Warum nicht? Weil ich KEINE LUST darauf hatte. Ja, tatsächlich, das gibt es wirklich. Ich habe das Gefühl, in der Generation der heute 20 bis 30jährigen ist es fast schon ein Tabu, wenn man nicht abenteuerlustig, nicht reisefreudig ist.
Cate81 sagte:
Ich bin SO dankbar für diesen Text.
Dieser Text gehört zum besten, was ich hier je gelesen habe.
Einiges wird darin angesprochen, das ich mir selbst auch immer wieder gedacht habe. Ich glaubte schon, die absolut einzige zu sein, die so denkt, und habe die Klappe gehalten, wann immer irgend jemand aus meinem sozialen Umfeld von seiner letzten Rucksackreise durch Argentinien oder dem Erasmusjahr in Valencia erzählt hat.
Ich selbst war nicht im Ausland. Warum nicht? Weil ich KEINE LUST darauf hatte. Ja, tatsächlich, das gibt es wirklich. Ich habe das Gefühl, in der Generation der heute 20 bis 30jährigen ist es fast schon ein Tabu, wenn man nicht abenteuerlustig, nicht reisefreudig ist.
du bist doch nuuuuur neidisch, das ist soooo deutsch :p
ich kenn nur leute die echt begeistert sind von ihrem auslandsaufenthalt. und wenns nur saufen und feiern ist, ich lass da alles gelten. nur nicht den ausdruck verschenkte zeit. da halt ichs doch mit fanta: spaß ist, was ihr draus macht.
zum thema geld: auslandsbafög. ca. 500 euros im monat + studiengebühren + nix zurückzahlen...
man vermutet einen angriff, also verteidigt man sich schon mal vehement drauflos... tzzz.
11.10.2009 - 20:13 Uhr
ein_oxymoron
Cate81 sagte:
Ich habe das Gefühl, in der Generation der heute 20 bis 30jährigen ist es fast schon ein Tabu, wenn man nicht abenteuerlustig, nicht reisefreudig ist.
noe, das ist voellig in ordnung. was nicht in ordnung ist, ist dieses unterschwellig komplexbeladene "die halten sich doch fuer was besseres, nur weil sie..." - ob es jetzt um fleischkonsum, geld, status, iq oder eben auslandsaufenthalte geht.
Klar bin ich manchmal neidisch. Und? Du sicher auch.
Aber ganz unabhängig von Neidgefühlen kann ich auch faktisch genervt sein von Trendgehechel und Mitläufertum und Angeberei.
alcofribas sagte:
dito, danke für den artikel.
vor allem die gleichsetzung ausland = auslandserfahrung = erfahrung ist unzulässig. in vielen fällen wird dann ein erasmusjahr (das nicht zu unrecht klischeebeladen ist) zur prägenden erfahrung hochgejazzt, weil man es geschafft hat, sich mit seinem spanischen vermieter zu verständigen, die taxe de séjour pünktlich zu zahlen oder unfallfrei die richtigen kurse an einer estnischen uni zu finden und zu belegen.
alco, das is ja schon fortgeschritten.
meist ist es doch aber sogar so dass erasmus studenten halt im studentenwohnheim unterkommen, sich um kaum was kümmern müssen und am ende auch so gut wie keinen in dem land, in dem sie die zeit verbracht haben, überhaupt kennen gelernt haben, sondern eben nur die anderen erasmus-studenten.
es wird natürlich trotzdem zurückgekehrt und alles total hochgejazzt und "ich kann gar nciht mehr richtig deutsch" gesagt. Top.
Auslandsaufenthalt ist definitiv nicht gleich Auslandsaufenthalt.
Und so wie nicht jeder gleich als Poser rüberkommt der vom Ausland erzählt, gibt es aber auch verdammt viele die eben so rüberkommen, und ich hasse sowas auch.
Weshalb ich sowohl die Drossel verstehen kann als auch die Autorin des Textes.
11.10.2009 - 20:20 Uhr
ShesSoHigh
Da war es echt so.
Gilt natürlich nicht für alle, will das nicht pauschalisieren.
Ich glaube immer noch ganz naiv dran, dass man auch heute noch ein glückliches, ja sogar erfolgreiches Leben führen kann ohne jemals in Neuseeland Kiwis gepflückt zu haben.
Auslandserfahrung kann wertvoll sein, muss aber nicht. Ich bereu immer noch nicht, nach dem Abi keine ach-so-individuelle-horizonterweiternde Backpackerauszeit genommen zu haben. Is für viele bestimmt eine super Sache, aber mich hätt's nich weitergebracht...
Liebe Grüße aus Istanbul übrigens...ja mich hat's auch ins Ausland gezogen, aber ganz freiwillig und nur minimal von meinem Institutsleiter beeinflusst ;)
Im Ernst: Fühlt sich richtig an hier zu sein, vor zwei Jahren hätt's das aber noch nich => Also nich in Auslandsaufenthalte reinquatschen lassen, sondern machen oder lassen wie man das selbst gut findet! ;)
ShesSoHigh sagte:
...
ich wollte nicht gleich auf die wohnheimasylanten einprügeln. :)
die ausländischen erasmisten bei uns sind selten woanders gewesen als im wohnheim, "an der uni" oder im wohnheimpartykeller.
(wenn man neuschwanstein, heidelberg und börlinn abzieht)
nadja-schlueter fragte:
Und wenn ich gar nicht weg will?
na dann lass es doch bitte einfach.
alcofribas sagte:
ShesSoHigh sagte:
...
ich wollte nicht gleich auf die wohnheimasylanten einprügeln. :)
siehste ich bin da völlig skrupellos ;-)
ZimtZucker sagte:
Ich bereu immer noch nicht, nach dem Abi keine ach-so-individuelle-horizonterweiternde Backpackerauszeit genommen zu haben. Is für viele bestimmt eine super Sache, aber mich hätt's nich weitergebracht...
geht/ging mir genauso, und spaeter hat es dann eben gepasst und mich unheimlich weitergebracht. fuer manche ist es vielleicht nie was, das muss eben jeder fuer sich selbst entscheiden. aus dem alter, in dem man sich durch (empfundenen) gruppenzwang zu etwas draengen laesst, sollte man zu uni/job-zeiten doch sowieso langsam raus sein..?
(mir scheint ich bin zu alt)
Ich selbst habe quasi mein komplettes Grundstudium mit Länderrecherchen und vagen Planungen für einen Auslandsaufenthalt verbracht. Allerdings nahm das Ganze nie wirklich Gestalt an. Erst machte ich mir Vorwürfe, weil ich nicht zu Potte kam, und dann merkte ich allmählich, dass ich eigentlich gar nicht weg will. Das zu merken, dauerte eine Weile. Auch, weil ich in meinem Bekanntekreis scheinbar die einzige war, die so dachte.
Es war praktisch eine Befreiung, später Leute kennenzulernen, die eine ähnliche Haltung dazu hatten.
Na ja, meine Eltern sind wohl immer noch ein bisschen enttäuscht, dass ich es nicht gemacht habe. Aber mei.
ShesSoHigh sagte:
naja. man hat das gefühl keinen job zu kriegen nach dem studium.
ach das gefühl haben viele auch trotz auslandsaufenthalt.
aber auslandsaufenthalt is halt eine dieser zusatzqualifikationen.
aus dem gleichen grund machen leute auch 20 praktika schätze ich.
diese art "gruppenzwang" kann man natürlich scheiße finden, aber ganz entziehen kann man sich der sache ja nicht, dass es ohne zusatzqualifikationen in vielen studiengängen eben schwer is, danach was zu finden.
chocolatecat sagte:
ShesSoHigh sagte:
naja. man hat das gefühl keinen job zu kriegen nach dem studium.
ach das gefühl haben viele auch trotz auslandsaufenthalt.
cheers! gata chocolata!
sonst ist man ja so mainstream. *gähn
Es ist eben schon gut mal was ganz neues gesehen zu haben, manchmal merkt man erst dann dass das Land gar nicht so übel ist wie man die lange zeit dachte (ging mir mit Frankreich so)
Ich bin der Meinung das man im Leben soviel wie möglich mitnehmen sollte, auch wenn es einem nicht gefallen hat ist man später um genau diese Erfahrung reicher! und im besten Falle wird man positiv überrascht!
Sowas sollte man sich nich davon kaputt machen das es anscheinend gerade "in" ist eine Zeit im ausland zu sein! Wenn ich jemanden so dumm rumproleten höre denke ich mir einfach: gott sei dank habe ich das nicht nötig und fertig!
melancholie sagte:
ich sehe es ähnlich...und hauptsache GANZ "extravagante" ziele aussuchen bitte.
sonst ist man ja so mainstream. *gähn
auf die idee, dass diese "extravaganten" ziele diejenigen einfach interessieren, bist du noch nicht gekommen? ich habe mich damals entschieden, statt nach spanien, england usw. in ein land zu gehen, ueber das ich ausser der ungefaehren lage und dem namen der hauptstadt rein gar nichts wusste - weil ich neugierig darauf war, wie es da so ist. wie es sich ganz woanders lebt.
und auch bei mir war es so wie bei yabadabadooo - ich habe mich in meinem alltagsleben stark eingeschraenkt, um mir all meine reisen finanzieren zu koennen. inzwischen hat sich das wieder etwas gelegt und mein damaliger lebensstil waere mir zu unbequem, aber moeglich ist es, alles nur eine frage der prioritaeten.
mich hat's aber beim lesen des artikels genervt, dass ich das gefühl hatte, ich muss mich jetzt gleich hier dafür rechtfertigen, was und warum und von welchem geld ich bisher so gemacht hab, um zu zeigen, dass ich keiner von diesen affigen idioten bin.
11.10.2009 - 21:07 Uhr
chocolatecat
ich verstehe nicht, warum manche leute irgendwas davon als affront und teilweise provokatioon sehen. die daheimgeblieben machen sich über die raus-geher lustig, weil die ja nur dem gesellschaftlichen druck nachgeben und ergo schwach sind/den lebenslauf polieren, die mit den exotischen zielen spotten über die erasmus-wohnheim-hocker etc. und auch, wenn man mit verallgemeinerung vorwerfen kann, nicht zuletzt die diskussion hier zeigt, dass es durchaus ein phänomen ist.
auf die gefahr hin, aufgrund der zusammenfassenden kürze pathos zu versprühen: leben und leben lassen. es gibt heute so viele möglichkeiten wie nie, aber ein nicht unerheblicher teil der menschen beschäftigt sich damit, es den anderen madig zu machen. ob es nun um auslanderfahrungen oder andere lebensentscheidunge geht.
Meine eigene Auslandserfahrung hat für mich vor allem zu einer Erkenntnis geführt: dass es doch bei uns in Deutschland sehr schön ist und wir froh und stolz sein können, hier zu leben und nicht anderswo.
Das bedenken die ganzen Backpacker-Studis nämlich nicht, wenn sie davon träumen, auszuwandern: dass in einem Land leben ganz anders ist, als nur mal kurz als Tourist oder eben Student vorbeizuschauen.
ein_oxymoron sagte:
Cate81 sagte:
Ich habe das Gefühl, in der Generation der heute 20 bis 30jährigen ist es fast schon ein Tabu, wenn man nicht abenteuerlustig, nicht reisefreudig ist.
noe, das ist voellig in ordnung. was nicht in ordnung ist, ist dieses unterschwellig komplexbeladene "die halten sich doch fuer was besseres, nur weil sie..." - ob es jetzt um fleischkonsum, geld, status, iq oder eben auslandsaufenthalte geht.
danke. für mich ist das eine wie das andere eine reine neiddebatte. leute machen was, weil sie es können (und, verdammt, ja: auch mit anderer leute geld), wollen und spaß dran haben. und andere, die es nicht können, wollen oder keinen spaß dran haben, machen es nicht. und drehen den ersten nen strick draus. das ist (leider wirklich, alco) typisch deutsch.
dass angeber nerven, gilt hingegen natürlich immer und überall.
Wenn mich das von 19jährigen Küken stört, bei denen Mama und Papa das alles bezahlen, hat das meines Erachtens nicht zwingend etwas mit Neid zu tun, ich komm einfach nicht auf deren Welle. Wenn sie da selber drauf gespart haben und sich das selbst vorgenommen haben, bin ich der letzte, der da neidisch wäre, sondern wünsche ihnen eine tolle Zeit !
lestef sagte:
Meine eigene Auslandserfahrung hat für mich vor allem zu einer Erkenntnis geführt: dass es doch bei uns in Deutschland sehr schön ist und wir froh und stolz sein können, hier zu leben und nicht anderswo.
froh: ja. aber stolz? das werde ich wohl auch nie begreifen. stolz kann ich nur auf meine eigenen leistungen sein. darauf, dass mich meine eltern in dieses oder jenes land hineingeboren haben, kann ich doch nicht stolz sein?
11.10.2009 - 21:36 Uhr
ein_oxymoron
Charlotte94 sagte:
Wenn mich das von 19jährigen Küken stört, bei denen Mama und Papa das alles bezahlen, hat das meines Erachtens nicht zwingend etwas mit Neid zu tun, ich komm einfach nicht auf deren Welle. Wenn sie da selber drauf gespart haben und sich das selbst vorgenommen haben, bin ich der letzte, der da neidisch wäre, sondern wünsche ihnen eine tolle Zeit !
und da würde mich eben interessieren, WAS dich daran stört, wenn es nicht neid ist. hat man denn die moralische pflicht, sich von niemand anderem die ausbildung finanzieren zu lassen?
Darum: es kann auch offene und intelligente Menschen geben, die nicht im Ausland studiert haben oder eine Weltreise gemacht haben. Viele Backpacker hingegen, im Grund nicht besser als Touristen oder eben doch bloße Touristen, erweisen sich als geradezu intolerant gegenüber den weniger weit gereisten.
andererseits hab ich zum beispiel bei meinem langem auslandsaufenthalt so viel verdient, dass ich mir davon ein schönes polster angespart hab. es geht also auch so herum.
chocolatecat sagte:
was halt nervt ist, wenn leute das nicht blicken, dass es halt auch leute gibt, die nicht das glück haben, sich das leisten zu können, und dann so tun als wäre man der letzte depp, weil man es halt nicht macht. genau wie so leute die sagen "ey ich kann echt nciht verstehn wie du es noch daheim aushältst, cih wär ja schon lang ausgezogen!", aber halt in der wohnung sitzen, die ihnen ihre eltern finanzieren. aber so idioten, mei, die nerven, aber die leute bei denen es einem wichtig ist, die schnallen sowas ja.
ok, das seh ich ein. da ist das problem dann nicht die fremdfinanzierung, sondern die ignoranz. und das ist in ter tat schlimm.
11.10.2009 - 21:45 Uhr
LarsLarsen
weil ich nicht "begreife" , dass man heute mit 22 ein studium in abgeschlossen habe kann.
da hat man sonst natuerlich auch nicht viel zu berichten
Ich gebe allen hier recht, dass es nicht darauf ankommt, wer´s finanziert.
Aber es ist eben so, wie mit dem Kind, welches schon als sechsjähriges zu Ostern Geschenke wie nix bekommt ... das hilft nicht gerade, die Geschenke zu würdigen.
Wenn jemand das Auslandssemester wirklich will, sich da gedanklich mit auseinandergesetzt hat und es schätzen weiß dann hab ich niemals was dagegen wenn die Eltern das bezahlen !
Die Wahrscheinlichkeit, dass der/diejenige es zu schätzen weiß, ist nur einfach meines Erachtens höher, wenn es selbst finanziert wird.
Das ist wie mit dem Musikunterricht, statistisch gesehen hat mensch da auch mehr verve, wenn er/sie es selber zahlt.
Trotzdem würde ich niemals jemanden der es machen will was schlechtes nachsagen weil jemand anders es zahlt.
ein_oxymoron sagte:
ich unterschreibe mal pauschal im voraus alles, was choc sagt, und geh schlafen, ist ja schon spaeter hier im ausland! ;)
hehehehe
Charlotte94 sagte:
@lars : ich schrieb nicht STÖRT, sondern ich kann damit nichts anfangen. Das ist ein Riesenunterschied !
schriebst du doch. aber ich glaub, ich hab dich verstanden. (korinthenkacker: ich).
ich schrieb erst STÖRT und dann "ich komm nicht auf ihre welle"
Aber wenn wir uns jetzt verstanden haben ... ;-)
Trotzdem verstehe ich, dass es nicht jedermanns Sache sein muss. Ich bin z.B. auch kein großer Reiser, ich könnte nie Backpacken gehen, obwohl "man" das ja jetzt so macht.
Was ich hingegen nicht verstehen kann, ist dieses Rumgejammere. Ich werde nie mit dem Rucksack durch den Urwald rennen. Na und? Juckt es mich, ob andere das machen? Ich denke nein. Wenn andere von ihren Reisen erzählen, höre ich entweder zu oder, wenn sie rumnerven, ich unterhalte mich halt mit anderen Leuten. Mein Gott, wo ist das Problem?
ein_oxymoron sagte:
melancholie sagte: ich sehe es ähnlich...und hauptsache GANZ "extravagante" ziele aussuchen bitte.sonst ist man ja so mainstream. *gähnauf die idee, dass diese "extravaganten" ziele diejenigen einfach interessieren, bist du noch nicht gekommen? ich habe mich damals entschieden, statt nach spanien, england usw. in ein land zu gehen, ueber das ich ausser der ungefaehren lage und dem namen der hauptstadt rein gar nichts wusste - weil ich neugierig darauf war, wie es da so ist. wie es sich ganz woanders lebt.und auch bei mir war es so wie bei yabadabadooo - ich habe mich in meinem alltagsleben stark eingeschraenkt, um mir all meine reisen finanzieren zu koennen. inzwischen hat sich das wieder etwas gelegt und mein damaliger lebensstil waere mir zu unbequem, aber moeglich ist es, alles nur eine frage der prioritaeten.
doch, bin ich. erstaunlich, was? :D
man merkts...resp. ich merke, es an der attitüde der auslandsaufenthaltsmenschen.
und nu fühl dich nicht gleich angesprochen, nur weil dein ziel "extravagant" war.
ich kann da durchaus differenzieren und merke den unterschied.
Mein Studium ist schon eine ganze Weile her, aber ich kann mich noch gut erinnern, dass ich damals genug damit zu tun hatte, den Stoff zu verstehen, Scheine zu machen, Prüfungen abzulegen ... Da wäre mir nicht in den Sinn gekommen, ein Auslandssemester einzubauen. Hätte nur gestört. Ist das heute soviel einfacher im Studium? Kann ich mir gar nicht vorstellen.
Später hat sich bei mir immer mehr der Wunsch entwickelt, mal eine Zeitlang ins Ausland zu gehen, und zwar vor allem durch Kontakt mit ausländischen Kollegen in Deutschland. Die haben nämlich meine Neugier geweckt, und darauf kam es an. Das habe ich dann auch durchgezogen, und zwar um dort zu arbeiten und das Land kennenzulernen, ohne Scheine und Prüfungen und den ganzen Formalkram. Das hat dann auch richtig Spaß gemacht und gleichzeitig beruflich was gebracht. Unter Zwang wäre das aber nichts für mich gewesen.
Was ja schon gesagt wurde: Wichtig ist bei allem was man tut und was man später mal bei einer Bewerbung anbringt, dass man authntisch rüberkommt. Wenn ihr also nur unter Zwang ein Auslandssemester machen würdet, dann lasst es besser. Nutzt die Zeit lieber für andere Dinge, die euch weiterbringen. Da hat doch jeder seine Präferenzen. Unter Umständen hebt man sich am Ende bei der Berwerbung dadurch ab, dass man erklärt, warum man lieber was anderes als das Standard-Erasmus-Auslands-Programm gemacht hat. Ausland kann man nachholen.
JoergAuch sagte:
Interessantes Thema. Ist es tatsächlich so, dass ein Auslandsaufenthalt heute sozusagen zum guten Ton gehört?
irgendwie hab ich es auch nie so wargenommen. ich hab 2002 angefangen zu studieren und war vor 2 jahren fertig (freunde die mit mir anfingen sind es in nem halben jahr oder so, aber auch ok), einen ingenieursstudiengang. bei uns sind vielleicht 10-15% ins erasmus gegangen, sicher noch einige auslandspraktika und sowas, aber nie im leben alle. also merkte man keinen druck.. von meinen freunden sind viele mal ins ausland, aber die hatten halt ähnliche interessen wie ich, aber auch von denen ist nicht jeder weg.
hat sich das so sehr geändert in den letzten 2-3 jahren? oder ist das in anderen fachrichtungen völlig anders?
bei den freunden meiner etwas jüngeren freundin sehe ich allerdings ne ganze menge, die nen jahr nach dem abi durch südamerika oder so reisen. das gab es bei uns nur sehr sehr selten...
cathie sagte:
ach, erasmus ist doch die beste zeit des lebens. das sollte man sich nicht entgehen lassen. ich mag es auch von reisen erzählt zu bekommen - aber klar kommt immer drauf an, wer erzählt.
Ich leb ja im Ausland und bekomme mit, wie viel oder wie wenig die Erasmusstudenten hier vom Land mitbekommen: Am Campus leben, den Sommer aufgrund des akademischen Jahreskalenders verpassen, ein paar organisierte Tripps auf denen wieder Erasmusstudenten.....
Dieses institutionalisierte Erasmuswesen kann man natuerlich schon kritisieren, wird in dem Artikel aber (leider) nicht gemacht, sondern voellig unnoetig auf eine Stayssymbolebene gehoben.
- man muss einen Einstellungstest in Java (vorherrschende Programmiersprache) bestehen bzw. im Gespräch darüber Kompetenz beweisen
- wir müssen den Eindruck haben, der Bewerber ist kommunikativ und kann nach kurzer Eingewöhnung auch selbst mit den Kunden sprechen
- wir müssen den Eindruck gewinnen, das der Bewerber kein Eigenbrötler ist, sondern im team arbeiten und das selbige auch kreativ voranbringen kann (hier hilft ein bisschen Menschenkenntnis)
- bei älteren, d.h. schon erfahreneren Bewerbern erwarten wir ein gewisses standing, d.h. so viel Selbstsicherheit, dass wir ihn sofort zum Kunden schicken könnten
Hautfarbe, Geschlecht, Glaubensrichtung, Musikgeschmack oder auch ein Auslandssemester sind dagegen vollkommen irrelevant. Wir fragen nicht einmal danach. Da ist schon eher die Diplomnote interessant (jedenfalls ich schau schon mal darauf) - aber auch nicht ausschlaggebend.
yabadabaduuu sagte:
bei den freunden meiner etwas jüngeren freundin sehe ich allerdings ne ganze menge, die nen jahr nach dem abi durch südamerika oder so reisen. das gab es bei uns nur sehr sehr selten...
Mal ne Umfrage: Ist das was maedchenspezifisches, waehrend die Jungs Bund/Zivi machen, ein Jahr durch Suedamerika / Asien / Australien zu reisen (eins davon)?
JoergAuch sagte:
@yaba: Ich denke, das hängt sicher sehr vom Studiengang ab. Bei einem Ingenieur sehe ich erstmal auch nicht den Vorteil, den ein Auslandssemester bringen soll.
wie gesagt (paar seiten vorher): ich seh den vorteil... ingenieure arbeiten (egal ob in nem großkonzern oder in ner 5-leute firma) heute international... hab da meine regelmäßigen telefonkonferenzen mit china und amerika, ab und zu mal hin...
aber sag ja nicht das jeder ins ausland muß...
ich denke ein bwler muß weniger ins ausland als ein ingenieur. sprachwissenschaftler sollten natürlich mal dorthin worüber sie studieren...
11.10.2009 - 22:41 Uhr
yabadabaduuu
DagnyTaggart sagte:
yabadabaduuu sagte:
bei den freunden meiner etwas jüngeren freundin sehe ich allerdings ne ganze menge, die nen jahr nach dem abi durch südamerika oder so reisen. das gab es bei uns nur sehr sehr selten...
Mal ne Umfrage: Ist das was maedchenspezifisches, waehrend die Jungs Bund/Zivi machen, ein Jahr durch Suedamerika / Asien / Australien zu reisen (eins davon)?
kann schon sein, ist mir bloß aufgefallen bei freunden von ihr. aber wenn ich jetzt drüber nachdenke, sind es schon eher mädchen. wobei jetzt inzwischen gar nicht mehr so viele kerle eingezogen werden, hab ich gehört.
als ich meinen zivi gemacht hab, haben die meisten mädchen die ich so kannte und nicht gleich studiert haben eher ein fsj oder föj irgendwo in der nähe gemacht. also scheint sich das schon etwas geändert zu haben? keine ahnung...
drolli sagte:
Jupp. Ich bin erst als Doktorand kurz ins ausland (habe aber in Dt. promoviert) ein Institut besuchen die an was aehnlichem geforscht haben. hat folgende vorteile
a) DAAD-Kurzzeitstipendium (ziemlich gut, man muss ich aber bewerben)
b) man weiss was man da will
c) Man kennt die Gruppe zu der man geht.
Die ewigen Berichte von Leuten, die ueber ein Jahr Erasmus-Party erzaehlt haben fand ich immer witzlos. Wenn ich in Spanien feiern moechte, mache ich da zwei Monate Urlaub oder Sprachkurs und gut is. Ein oder zwei Semester rausblasen ist total irreal.
Ach so ja: jetzt lebe ich nachdem mein Leben vom Kindergaren bis zur Promotion auf 3kmx3km stattgefunden hat, schon 3J in Japan und ich hatte keine groesseren Schwierigkeiten mich zurechtzufinden. Dauerhaften Schaden hat das nicht durchgefeierte Jahr im Ausland also nicht hinterlassen.
So hat jeder seine Weisheit. Ich war im Studium im Ausland, hab da viel gesoffen etc. aber auch Kontakte geknüpft. Dann Geschlossen in D promoviert (schnell, deswegen quasi-legal auf den "Jugendseiten") und bin jetzt mit Humbold-Postdoc. Später nach D zurück, dann hoffentlich auf einen Lehrstuhl oder Juniorprof. Hat folgende Vorteile:
a) Genug Geld zum Leben.
b) Man weiss wirklich was man will.
c) Die Gruppe in die man geht kennt einen.
Ist mein Spass-Semester, in dem ich neu für mein Studium motiviert habe, Sprache gelernt habe wasauchimmer jetzt schlecht?
yabadabaduuu sagte:
wie gesagt (paar seiten vorher): ich seh den vorteil... ingenieure arbeiten (egal ob in nem großkonzern oder in ner 5-leute firma) heute international... hab da meine regelmäßigen telefonkonferenzen mit china und amerika, ab und zu mal hin...
Ja klar, geht mir ja auch so. Aber um da hinzufliegen, muss man ja nicht schon im Studium ein Auslandssemester hingelegt haben. Und für jemanden, der eigentlich nicht ins Ausland will, wäre dein Job vielleicht auch nicht der richtige.
11.10.2009 - 22:47 Uhr
JoergAuch
Schwanenherz sagte:
Hier mal die andere Seite vom Schreibtisch: als Teamleiter bei
...
... Auslandssemester sind dagegen vollkommen irrelevant. Wir fragen nicht einmal danach.
Man muss den Nutzen vielleicht eher indirekt sehen: Wer im Ausland war, musste sich mal in ungewohnter Umgebung durchbeißen und hat dabei an den indirekt an den wichtigen Punkten gearbeitet, z. B. Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit.
JoergAuch sagte:
Ja klar, geht mir ja auch so. Aber um da hinzufliegen, muss man ja nicht schon im Studium ein Auslandssemester hingelegt haben. Und für jemanden, der eigentlich nicht ins Ausland will, wäre dein Job vielleicht auch nicht der richtige.
ja, klar. sag ich ja, weder muß man ins ausland noch sich als ingenieur ne stelle suchen, wo das ab und zu dazugehört. wollte nur damit sagen, daß man als ingenieur oft internationaler arbeitet als viele geisteswissenschaftler oder wirtschaftler...
Einen Auslandsaufenthalt hatte ich selber und ich war mächtig stolz darauf - es war ein Stipendium, das ich mir hart erkämpft hatte, und danach hatte ich das Gefühl, etwas "geschafft" zu haben. Die Zeit, die ich in England verbrachte, betrachte ich nach all den Jahren immer noch als die wertvollste und prägendste meines Lebens. Hier lernt man, mal über den Tellerrand zu schauen und nicht nur alles aus der Sicht eines im eigenen Saft schmorenden deutschen Studenten zu betrachten. Man lernt Menschen kennen, die man sonst nie treffen könnte - Menschen, deren Freundschaft einen unendlich bereichert. Ich wünsche jedem, dass er einmal die Erfahrung eines längeren Auslandsaufenthalts machen kann, es muss ja nicht unbedingt im Rahmen eines Studiums sein. In jedem Fall ist es persönlichkeitsbildend und eine unglaublich wertvolle Erfahrung, die den Horizont deutlich erweitert.
JoergAuch sagte:
Man muss den Nutzen vielleicht eher indirekt sehen: Wer im Ausland war, musste sich mal in ungewohnter Umgebung durchbeißen und hat dabei an den indirekt an den wichtigen Punkten gearbeitet, z. B. Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit.
und wenn man nicht ganz ignorant ist, lernt man auch, dass das eigene lebensumfeld und die werte der eigenen umgebung nicht universal gültig sind.
diedrossel sagte:
und wenn man nicht ganz ignorant ist, lernt man auch, dass das eigene lebensumfeld und die werte der eigenen umgebung nicht universal gültig sind.
Richtig. Wobei dafür schon ein Trip von West nach Ost oder umgekehrt innerhalb der Landesgrenzen reichen kann.
Oder nach Bayern und zurück. :-D
JoergAuch sagte:
Schwanenherz sagte:
Hier mal die andere Seite vom Schreibtisch: als Teamleiter bei
...
... Auslandssemester sind dagegen vollkommen irrelevant. Wir fragen nicht einmal danach.
Man muss den Nutzen vielleicht eher indirekt sehen: Wer im Ausland war, musste sich mal in ungewohnter Umgebung durchbeißen und hat dabei an den indirekt an den wichtigen Punkten gearbeitet, z. B. Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit.
Genau das hab ich auch mal vermutet, als ich nach dem Vordiplom über ein Jahr USA nachgedacht hatte. Ich habe es dann wegen der hohen Kosten und dem Abraten der höheren Semester sein gelassen. Heute kommen gute Leute zu uns, auch direkte Absolventen, die sich durchaus durchzubeissen wissen, ohne je ein Auslandssemester gemacht zu haben.
Mein Rat ist: wer die nötige Kohle hat und einfach Lust auf Ausland hat, sollte es machen, denn ein Nachteil im Lebenslauf ist das Auslandsjahr auch nicht. Wer es aber nur der besseren Chancen wegen erwägt, kann sich den Aufwand sparen. Jedenfalls ist mir nie ein Zusammenhang zwischen Qualifikation und Auslandsjahr aufgefallen. Sinnvoller ist da eher, wenn man hierzuland während seines Studiums gejobbt hat (idealerweise nah der Fachrichtung), statt mit Papas Kohle schnellstmöglich das Diplom zu holen. Im letzteren Fall kann der erste Job ein Sprung ins sehr kalte Wasser sein, ein bisschen Übung im Geldverdienen kann nicht schaden.
es gibt sicher ein paar ausnahmen. aber für die allermeisten menschen dürfte es kaum was schöneres geben als reisen.
Schwanenherz sagte:
Genau das hab ich auch mal vermutet, als ich nach dem Vordiplom über ein Jahr USA nachgedacht hatte. Ich habe es dann wegen der hohen Kosten und dem Abraten der höheren Semester sein gelassen. Heute kommen gute Leute zu uns, auch direkte Absolventen, die sich durchaus durchzubeissen wissen, ohne je ein Auslandssemester gemacht zu haben.
Viele Wege führen nach Rom. Manche lernen mehr Nützliches beim Jobben neben dem Studium, manche lernen bei Erasmus, sich durchzubeißen, wieder andere lernen bei Erasmus offenbar mehr, sich durchzusaufen. Wie oben gesagt, finde ich die Zeit während des Studiums eigentlich zu früh für's Ausland, es sei denn man beschäftigt sich explizit mit entsprechenden Themen, also z. B. Sprachen, Geografie, ...
Das Wichtigste überhaupt: Man sollte wissen, warum man etwas macht. Das geht bei der Wahl des Studiums los und endet noch lange nicht bei studienbegleitenden Tätigkeiten oder AUslandsaufenthalten.
1. Viele glaubten nach einem halben Jahr Neuseeland ein Land entdeckt zu haben, dass eher ihrer "Mentalität" entsprach als die ihrer Heimat. Diese neue Mentalität drückte sich in erster Linie dadurch aus, dass man nun auf Parties viel offener war und besser small talk führen konnte als zuvor. Das Gefühl hielt genau einen Monat lang, dann wurde wieder Maggi gekauft.
2. Auf die Frage wie es so war wurde üblicherweise mit etwas geantwortet wie: "Die Parties waren der absolute Hammer. Ich hab ein sehr offenes Pärchen kennengelernt, dass blablalbalblalblablalblalbla."
----------------------------------------------------------------------------
Ins Ausland zu reisen ist eine schöne Sache. Ich reise gerne. Ich mag die Art wie die Luft sich verändert und ich mag das neue Essen.
Ich vergesse aber auch nie, dass meine eigene Unverbindlichkeit, die Gewissheit, dass ich nach kurzer Zeit wieder weg bin und einen sicheren Hafen habe, mein Handeln verändert und auch meine Wahrnehmung verändert. Ich kann jeden anlabern, weil es keine Konsequenz auf Dauer haben wird. Ich werde fort sein wenn ich in den Flieger steige. Ich werde eine Erinnerung sein und mich nicht schämen müssen für ungeschicktes Handeln.
Und das liegt nicht am Land meiner Wahl. Es liegt einzig allein an mir.
(Oder mit Max Goldt: "genau so war's, genau so war's.")
Ich habe mich schon mit einigen "Personalern" über das Thema unterhalten und manche nehmen aus Prinzip keine Bewerber die mal im Ausland waren. "Die saufen da nur ein paar Monate und machen Party, aber das bringt für die Ausbildung eigentlich nichts" so oder so ähnlich ist die Begründung dafür. Hart, ja, aber sicher auch ein Beleg dafür, dass es aus beruflichen Gründen nur in Ausnahmefällen sinnvoll ist längere Zeit im Ausland zu leben.
Naja, und die daheimgebliebenen haben ja immer noch genügend anderes, um sich snobistisch abzugrenzen. Immer wieder beliebt als Kriterium: der Musikgeschmack! Den ganzen obigen Artikel könnte man statt über Auslandsaufenthalte genauso schreiben über die Lächerlichkeit von Leuten, die sich über ihren Musikgeschmack von anderen abheben wollen.
12.10.2009 - 00:35 Uhr
Douzitou
endlich_wieder_jung sagte:
Vielen Dank für den Artikel. Ich habe mich schon mit einigen "Personalern" über das Thema unterhalten und manche nehmen aus Prinzip keine Bewerber die mal im Ausland waren. "Die saufen da nur ein paar Monate und machen Party, aber das bringt für die Ausbildung eigentlich nichts" so oder so ähnlich ist die Begründung dafür. Hart, ja, aber sicher auch ein Beleg dafür, dass es aus beruflichen Gründen nur in Ausnahmefällen sinnvoll ist längere Zeit im Ausland zu leben.
Tja, das hat man auch schon mal über mich gesagt wegen der Auslandsaufenthalte, ohne dass die Betreffenden irgendeine Ahnung gehabt hätten. Wie wäre es denn, wenn man einfach mal ohne simplen Pauschalisierungen an die Sache geht und beide (Leute mit und ohne Auslandserfahrung) unvoreingenommen betrachtet?
Ich halte jeden Personalchef auch für kompetent genug, das zu tun. Aber ich kann mir vorstellen, dass die von eben jener Selbstdarstellung genau so angeekelt sind, wie die Autorin dieses Artikel und ich selbst.
Mittlerweile hab ichs mit der auslandserfahrung aber übertrieben. Mich tät in D eh keiner mehr anstellen, weil nach so langer zeit würde ich mich nicht mehr an die deutschen eigenheiten im arbeitsumfeld anpassen können ("du lebst um zu arbeiten"). Und damit haben sie verdammt recht, neben nicht können vor allem: nicht wollen. Mist, voll den lebenslauf versaut! Obs wurscht is?
Hatte mich zwischenzeitlich auch mal wieder auf dem deutschen arbeitsmarkt umgeschaut. In den wenigsten jobs werden wirklich sprachkenntnisse oder gar auslandserfahrung gebraucht weil die firmen eh keine ausländischen kunden haben (voll langweilig also).
Aber einen nachteil hat das mit dem ausland schon: wer über den tellerrand schaut, sieht wieviele ignoranten es überall gibt, die ebendies nicht tun und nichtmal wollen. Und die leben alle so glücklich in ihrer ignoranz!!! Also tut euch das mit dem ausland bloss nicht an!
12.10.2009 - 00:46 Uhr
PacoGonzalez
Rideronthestorm sagte:
@Douzitou:
Ich halte jeden Personalchef auch für kompetent genug, das zu tun.
Hahahaha, der war gut!!!! (auch wenn es unter den personalchefs sicher auch ein paar kompetente gibt. Wie sehr sie auf blender reinfallen, sieht man ja dann wenn man mit solchen in einem team arbeiten muss - und die wurden da bestimmt nicht reingeboren)
Rideronthestorm sagte:
@Douzitou:Ich halte jeden Personalchef auch für kompetent genug, das zu tun. Aber ich kann mir vorstellen, dass die von eben jener Selbstdarstellung genau so angeekelt sind, wie die Autorin dieses Artikel und ich selbst.
Ich hab selber in Personalabteilungen gearbeitet, wenn auch "nur" als Praktikant. Nur so viel: Ich habe eine andere Meinung von Personalabteilungen als Du. (Auch ganz unabhängig von der Auslands-Thematik).
Es deckt sich einfach mit meiner Erfahrung, dass 1. Auslandsaufenthalte in 80% der Fälle verlängerte Urlaube für Kinder besserverdienender sind und 2. Personalchefs auch mal jung waren und genau diesen Umstand häufig zu berücksichtigen wissen.
Dass Blender bei Personalchefs aus welchen Gründen auch immer ihre Chance bekommen und punkten könnten ist natürlich trotzdem richtig und entzieht sich meinem Verständnis.
endlich_wieder_jung sagte:
Ich habe mich schon mit einigen "Personalern" über das Thema unterhalten und manche nehmen aus Prinzip keine Bewerber die mal im Ausland waren. "Die saufen da nur ein paar Monate und machen Party, aber das bringt für die Ausbildung eigentlich nichts" so oder so ähnlich ist die Begründung dafür.
Nix gegen ein partysemester im ausland, es gibt ja genug ernste dinge im leben. Kommt halt drauf an als was für eine überragende leistung man sein erasmus-semester in granada verkauft, wenn dieses dann wirklich nur party war.
Seitens der personaler wäre ein wenig mehr voreingenommenheit nicht schlecht, und das betrifft nicht nur die auslandssemester.
Rideronthestorm sagte:
Gut, vielleicht kann man das nicht so generell beantworten. Dann differenziere ich, dass ich das in meiner Brache so sehe. Es deckt sich einfach mit meiner Erfahrung, dass 1. Auslandsaufenthalte in 80% der Fälle verlängerte Urlaube für Kinder besserverdienender sind und 2. Personalchefs auch mal jung waren und genau diesen Umstand häufig zu berücksichtigen wissen. Dass Blender bei Personalchefs aus welchen Gründen auch immer ihre Chance bekommen und punkten könnten ist natürlich trotzdem richtig und entzieht sich meinem Verständnis.
So, und wenn nun jemand beispielsweise in Oxford einen Master gemacht hat, war das dann auch verlängerter Urlaub?
Oder, anders gefragt: warum behält man nicht einfach einen unvoreingenommenen Blick und hakt im Zweifel durch präzise Fragen nach (meinetwegen am Telefon, wenn man nicht so viele einladen will)? Warum immer dieses Schubladendenken, GERADE in Personalabteilungen?
Da bin ich wohl lieber still.
okkasionalsozialist sagte:
neidische fürchten meist nichts mehr als ihre enttarnung als neidende. darum sind ihre angriffe auf den wert dessen, was beneidete vorweisen können, oft so verworren. jegliches argument, und sei es noch so absurd, das vom verdacht des neides ablenkt, ist willkommen.
musste den satz dreimal lesen so gut ist der.
es gibt sicher ein paar ausnahmen. aber für die allermeisten menschen dürfte es kaum was schöneres geben als reisen.
*
Rideronthestorm sagte:
Oje, ihr scheint echt eher von "Personalern" gebeutelt worden zu sein als ich. Da bin ich wohl lieber still.
Nein, ganz im Gegenteil. Ich freu mich für jeden, der irgendeinen Stress nicht hatte!oder irgendwas Gutes hatte, was ich nicht hatte.
Genau wie die eigentliche Bedeutung des chinesischen Wortes für Neid ("xian mu"): gut finden und auch haben wollen. ...:-)
Rideronthestorm sagte:
Es deckt sich einfach mit meiner Erfahrung, dass 1. Auslandsaufenthalte in 80% der Fälle verlängerte Urlaube für Kinder besserverdienender sind ...
Dass Blender bei Personalchefs aus welchen Gründen auch immer ihre Chance bekommen und punkten könnten ist natürlich trotzdem richtig und entzieht sich meinem Verständnis.
Aha. Ich lege Wert darauf, dass ich mir meinen Auslandsaufenthalt selbst erarbeitet habe und ich es als WASCHLAPPENMÄSSIG empfunden hätte, meine Eltern dafür um Unterstützung zu bitten!!!!
Mit deiner Erfahrung kann es nicht weit her sein, ich denke, du redest einfach nur so daher, was du irgendwie so nebenher mal gehört hast. Ob belegt oder nicht, scheiß drauf.
Und schon wären wir bei den Blendern, die die Jobs bekommen: Es gibt viel zu viele Leute, die unreflektiert ihren Senf zu Dingen abgeben, von denen sie keine Ahnung haben.
Andererseits könnte man ein "Ich habe in Oxford meinen Master gemacht" als genau das besagte Blendwerk einstufen, das in obigen Kommentaren kritisiert wird.
Es gibt eine Reihe Branchen, in denen Auslandserfahrung eine conditio sine qua non ist. Wer das nicht gemacht hat, wird (als Uni-Absolvent ohne weitere besondere Qualifikation) nicht beruecksichtigt.
Aber unabhaengig von dem Gerede den Lebenslauf optimieren zu wollen: Es macht einfach Spass woanders eine Weile zu sein. Und im Studium geht das auch recht einfach.
Rideronthestorm sagte:
Andererseits könnte man ein "Ich habe in Oxford meinen Master gemacht" als genau das besagte Blendwerk einstufen, das in obigen Kommentaren kritisiert wird.
Du bist unerträglich.
Rideronthestorm sagte:
Oje, ihr scheint echt eher von "Personalern" gebeutelt worden zu sein als ich.
Da bin ich wohl lieber still.
Die firma in der ich arbeite (150 angestellte) leistet sich keinen personaler. Die abteilungs- und teamchefs suchen sich ihre leute selbst und die folge ist dass ich das glück habe, ausschliesslich mit vernünftigen, arbeitswilligen und kompetenten leuten zusammenzuarbeiten. (jaja, in spanien machen alle hauptsächlich siesta)
Rideronthestorm sagte:
Ich finde, wenn jemand in Oxford seinen Master gemacht hat, ist das eine komplett andere Sachlage, die nicht wirklich in die Thematik passt und an sich durchaus zu begrüßen ist. Der Sachverhalt hat nämlich wenig mit einem durchfeierten Auslandssemester zu tun.Andererseits könnte man ein "Ich habe in Oxford meinen Master gemacht" als genau das besagte Blendwerk einstufen, das in obigen Kommentaren kritisiert wird.
Also am besten doch daheim bleiben, dann gilt man weder als Partyhengst, noch als Blender.
Ich persönlich kenne keinen einzigen Studenten der vom Auslandssemester nicht begeistert war. Natürlich muss man um ein Auslandssemester machen zu können zuerst einmal seinen eigenen Arsch bewegen. Von selbst wirds nichts.
Dass nur Reiche und Papa Kinder sich das leisten können stimmt so auch nicht. Man muss halt alle Förderungen ausschöpfen und wenn das Geld knapper ist, geht man halt nach Zentraleuropa. Dort gibt es erstaunlich viel Englisch sprachiges Angebot und die Uni reißen sich um Erasmus Studenten. Es sollle möglich sein, dort ein Auslandsstudium zu absolvieren, dass abzüglich der Förderungen kaum teurer kommt als daheim zu bleiben.
A propos Lehramt. Ein Freund von mir studiert auf Lehramt und war auf Auslandsreise und war begeistert.
Zuletzt möchte ich aber schon noch einen Punkt ansprechen. Die meisten die im Ausland waren können mich vielleicht verstehen wenn ich sage, dass die daheimgebliebenen (ohne das auch nur irgendwie abwertent zu meinen) einem oft nicht richtig verstehen wenn man vom Auslandsaufenthalt spricht. Es gibt da oft die Gefahr von Missverständnissen, viele Freunde reagieren auch gereizt weil da jemand nur mehr den ganzen Tag von irgendeinem anderen Land spricht. Das ist keine arrogante Absicht, es ist schlicht so, dass man speziell wenn man heimkommt, noch halb fort ist. Man findet bald heraus, dass die alten Freunde daheim einfach nichts anfangen können mit dem was man in der Ferne erlebt hat. Es ein bisschen so, dass man so irrsinnig viele Erlebnisse teilen möchte mit anderen, aber keinen interessierts. Das kann zu Frustrationen auf beiden Seiten führen.
gamine sagte:
zum thema geld: auslandsbafög. ca. 500 euros im monat + studiengebühren + nix zurückzahlen...
joah, und wie finanzier ich mir damit die miete im studentenwohnheim an der gastuni, sowie meine grundbedürfnisse wie essen und trinken? soviel zum thema "es geht mittlerweile auch ohne eltern, die das finanziell fördern". geht es nämlich eben nicht. was sind in england oder skandinavien (oder von mir aus auch in österreich) 500 euro?
12.10.2009 - 01:28 Uhr
NovocaineAsylum
NovocaineAsylum sagte:
Ansonsten wüsste ich gern mal das land, in dem man mit 500 euro im monat auch ohne großen komfort über die runden kommt.
China. Zum Beispiel.
12.10.2009 - 01:32 Uhr
Douzitou
NovocaineAsylum sagte:
gamine sagte:
zum thema geld: auslandsbafög. ca. 500 euros im monat + studiengebühren + nix zurückzahlen...
joah, und wie finanzier ich mir damit die miete im studentenwohnheim an der gastuni, sowie meine grundbedürfnisse wie essen und trinken? soviel zum thema "es geht mittlerweile auch ohne eltern, die das finanziell fördern". geht es nämlich eben nicht. was sind in england oder skandinavien (oder von mir aus auch in österreich) 500 euro?
Man merkt wieder: Meckern, bevor man sich informiert hat. Und warten, bis man alles auf dem Silbertablett serviert bekommt. Die einfachste Methode, zu einem Auslandsaufenthalt zu kommen: sich mal selber gründlich über Förderprogramme informieren, den eigenen Arsch hochkriegen, sich um Stipendien bemühen und evtl. auch im Ausland ein bisschen jobben. Ein Freund von mir hat z. B. einige Zeit in einem Pub nebenher gearbeitet - das hat seinem Englisch weiß Gott nicht schlecht getan ...
Gargoyle sagte:
Man merkt wieder: Meckern, bevor man sich informiert hat. Und warten, bis man alles auf dem Silbertablett serviert bekommt. Die einfachste Methode, zu einem Auslandsaufenthalt zu kommen: sich mal selber gründlich über Förderprogramme informieren, den eigenen Arsch hochkriegen, sich um Stipendien bemühen und evtl. auch im Ausland ein bisschen jobben. Ein Freund von mir hat z. B. einige Zeit in einem Pub nebenher gearbeitet - das hat seinem Englisch weiß Gott nicht schlecht getan ...
erwähnte ich mit irgendeinem satz, dass es dabei um mich ging? und, ach ja "ein freund von mir". geht klar.
würdest du dich mal informieren, und das schimmert sogar durch deinen polemisch-provokanten ton hindurch,würde auch dir klarwerden, dass ich gar nicht soviel förderprogramme anfordern kann wie ich brauchte, um im ausland irgendwie über die runden zu kommen. wer einfach mal hinfährt (oder wie du es nennst "den arsch hochkriegt"), frei nach dem motto" vielleicht hab ich ja glück und finde irgendwo nen studijob, damit ich da überhaupt was zu fressen hab", handelt meiner meinung nach naiv und unüberlegt. naja, hauptsache der arsch ist hoch. fdp-wähler?
Das einzige was Schade ist, dass die besten Wörter die den Aufenthalt beschreiben nur wie Platitüden klingen. Sie sind aber ernst gemeint. Ja es ist eine Erfahrung die dich fürs Leben prägen. Ist nun mal so. Es erweitert deinen Horizont. Ja wirklich. Man ist nachher stolz es auf eigenes Bestreben hin geschafft zu haben, ja viele werden irrsinnig Schiss gehabt haben, speziell am Anfang, wo man sich nicht auskennt und alles chaotisch ist, die Sprache ist fremd und keiner kann dir wirklich helfen. Umso besser ist aber dann das Gefühl wenn man die Situationen erfolgreich meistert. Daheim auf der Uni, kommt man noch eher mit hinter anderen herlaufen durch, zumindest bei meinem Studium, im Ausland bedurfte es aber deutlich mehr Eigenitiative sowohl auf der Uni als auch Privat.
"Generation Erasmus" ist nicht nur ein Begriff. Es ist womöglich auch die Zukunft Europas. Nichts eignet sich besser um überkommene Vorurteile abzubauen als ein halbes Jahr "Europa" zu erleben. Wer sich da nicht hineinversetzen kann aber von der Provinz aus in eine Stadt zum studieren ging, der versteht vielleicht wenn ich sage, dass es ist als ob man von der Provinz in die große Stadt geht und dan wieder in die Provinz heimkommt und keiner versteht einen mehr. Das gleich muss man sich nur eine Stufe darüber vorstellen. Manche wollen sich mit der Provinz dann nicht mehr zufrieden geben, andere tun dies schon, aber die große Stadt wird immer ein gewisser Teil von ihnen bleiben.
NovocaineAsylum sagte:
Gargoyle sagte: Man merkt wieder: Meckern, bevor man sich informiert hat. Und warten, bis man alles auf dem Silbertablett serviert bekommt. Die einfachste Methode, zu einem Auslandsaufenthalt zu kommen: sich mal selber gründlich über Förderprogramme informieren, den eigenen Arsch hochkriegen, sich um Stipendien bemühen und evtl. auch im Ausland ein bisschen jobben. Ein Freund von mir hat z. B. einige Zeit in einem Pub nebenher gearbeitet - das hat seinem Englisch weiß Gott nicht schlecht getan ...erwähnte ich mit irgendeinem satz, dass es dabei um mich ging? und, ach ja "ein freund von mir". geht klar. würdest du dich mal informieren, und das schimmert sogar durch deinen polemisch-provokanten ton hindurch,würde auch dir klarwerden, dass ich gar nicht soviel förderprogramme anfordern kann wie ich brauchte, um im ausland irgendwie über die runden zu kommen. wer einfach mal hinfährt (oder wie du es nennst "den arsch hochkriegt"), frei nach dem motto" vielleicht hab ich ja glück und finde irgendwo nen studijob, damit ich da überhaupt was zu fressen hab", handelt meiner meinung nach naiv und unüberlegt. naja, hauptsache der arsch ist hoch. fdp-wähler?
Wenn es einem wichtig ist, kriegt man es irgendwie hin, und sei es durch verschärftes Jobben in den Semesterferien davor und eingeschränktem Konsum.
Wenn es einem nicht wichtig ist, kann man es wirklich auch gerne sein lassen und trotzdem ein guter Mensch sein. Es gibt auch so schon genug Deutsche im Ausland...
Meiner Meinung nach gibt es bei weitem nicht genug Deutsche im Ausland. Es wäre für die Gesellschaft als Ganzes ein riesen Gewinn würden Leute mit Auslandserfahrung einen nennenswerten Prozentsatz der Bevölkerung ausmachen. Und das meine ich weit über wirtschaftliche oder Lebenslauf Kriterien hinweg. Der Lebenslauf war für mich nie die Motivation, zumindest nicht die eine Zeile im Lebenslauf, sondern es wirklich selbst zu erleben.
user1234 sagte:
@DouzitouMeiner Meinung nach gibt es bei weitem nicht genug Deutsche im Ausland. Es wäre für die Gesellschaft als Ganzes ein riesen Gewinn würden Leute mit Auslandserfahrung einen nennenswerten Prozentsatz der Bevölkerung ausmachen. Und das meine ich weit über wirtschaftliche oder Lebenslauf Kriterien hinweg. Der Lebenslauf war für mich nie die Motivation, zumindest nicht die eine Zeile im Lebenslauf, sondern es wirklich selbst zu erleben.
Ausland ist nicht jedermanns Sache. Wer sich trotzdem hinzwingt (meist ja aus Karriere- oder Gruppenzwang-Gründen), trägt oft einen Riesenpanzer an Vorurteilen mit sich rum, der alles nur noch schlimmer macht. Wenn ich zum Beispiel Amis oder Chinesen doof finden will (was sehr viele Deutsche bekanntlich tun), finde ich in USA bzw China natürlich noch viel mehr Gründe als hier in D. Daher: Wenn der innere Antrieb fehlt- besser sein lassen.
12.10.2009 - 01:59 Uhr
Douzitou
Douzitou sagte:
user1234 sagte: @DouzitouMeiner Meinung nach gibt es bei weitem nicht genug Deutsche im Ausland. Es wäre für die Gesellschaft als Ganzes ein riesen Gewinn würden Leute mit Auslandserfahrung einen nennenswerten Prozentsatz der Bevölkerung ausmachen. Und das meine ich weit über wirtschaftliche oder Lebenslauf Kriterien hinweg. Der Lebenslauf war für mich nie die Motivation, zumindest nicht die eine Zeile im Lebenslauf, sondern es wirklich selbst zu erleben.Ausland ist nicht jedermanns Sache. Wer sich trotzdem hinzwingt (meist ja aus Karriere- oder Gruppenzwang-Gründen), trägt oft einen Riesenpanzer an Vorurteilen mit sich rum, der alles nur noch schlimmer macht. Wenn ich zum Beispiel Amis oder Chinesen doof finden will (was sehr viele Deutsche bekanntlich tun), finde ich in USA bzw China natürlich noch viel mehr Gründe als hier in D. Daher: Wenn der innere Antrieb fehlt- besser sein lassen.
Und wie gesagt: Man ist ja kein schlechter Mensch, wenn man hier bleibt. Und unterschiedliche Kulturen kann ich auch kennen lernen, wenn ich beispielsweise bei einem Maschinenbauer arbeite und mich mit unterschiedlichsten Leuten verstehen muss, der Führungskraft, dem Techniker, dem Monteur... Auch das bildet und erweitert Horizonte, vielleicht mehr, als das Auslandsjahr in der Expat-Blase in Shanghai
12.10.2009 - 02:11 Uhr
Douzitou
okkasionalsozialist sagte:
es gibt sicher ein paar ausnahmen. aber für die allermeisten menschen dürfte es kaum was schöneres geben als reisen.
Glaubst Du.
Und dann triffst Du auf der Party Nadja Schlüter und versuchst ihr deine differenzierte Meinung zum Thema "Reisen findet jeder toll, mei hatt ich Spass im Erasmus" zu kommunizieren. Und Du kannst nicht nachvollziehen, dass man von solchen Aussagen mit Absolutheitsanspruch dann möglicherweise genervt ist?
Die Expat-Blase ist natürlich eine reale Gefahr. Kein Zweifel. Solange man aber zumindest nicht nur mit Landsgenossen sondern zumindest einer halbwegs bunten europäischen Mischung beisammen ist ist schon ein großer Nutzen da. Sollte man dies tun, kann man allerdings gleich irgendwo in Europa bleiben. Wenn schon raus aus Europa, dann sollte schon echter Einsatz dahinter stecken, inkl. lokalen Sprachkenntnissen. (Die sind auch innerhalb Europas nicht schlecht)
Ja wer gar nicht ins Ausland will und nur geht weil er "muss", der soll lieber daheim bleiben. Ich kenne diesen Druck nicht daher kann ich das nicht beurteilen. Bei mir war das immer ein selbst auferlegter Druck, angeschafft hat mir das niemand und es haben sicherlich genug in meinem Studium keinen Auslandsaufenthalt gemacht (obwohl, viele schon).
Aus eigener Erfahrung weiß ich aber auch, dass sich viele eben nur nicht trauen (anfänglich) und es dann aber ganz toll finden. Viele sind auch einfach zu faul selbst den Arsch einmal zu bewegen. Ich hätte schon fast zu letzterer Gruppe gehört und bin so unendlich froh, dass ich es in letzter Sekunde doch noch gemacht habe. Ehrlich, ich hatte mir sogar schon meine Ausreden zurecht gelegt, warum es eigentlich eh total egal ist ob man ins Ausland geht oder nicht.
12.10.2009 - 02:15 Uhr
user1234
Gerade, bei Politikern ist es eine halbe Katastrophe wenn sie keine Auslandserfahrung hatten. Das merkt man dann schon auch in der Politik die sie machen. Nicht immer, besonders wenn sie es nachgeholt haben, aber oft.
user1234 sagte:
PS:Gerade, bei Politikern ist es eine halbe Katastrophe wenn sie keine Auslandserfahrung hatten. Das merkt man dann schon auch in der Politik die sie machen. Nicht immer, besonders wenn sie es nachgeholt haben, aber oft.
Die Deutschen scheinen sich aber bestens von ihnen vertreten zu fühlen.
Außerdem ist unser ppolitisches System so geartet, dass längere Auslandsaufenthalte der politischen Karriere schaden.
In Österreich können schon kürzere Aufenthalte im Ausland womöglich schaden. Da ist man schnell einmal ein Verräter oder gar Vernaderer. Als Österreichischer Politiker sollte man daher gute Kontakte ins Ausland strengstens geheim halten, im eigenen Interesse.
Traurig eigentlich.
Darüber hinaus meinte er, dass die Juden irgendwie für ihre Diskriminierungen auch ein bisschen selbst schuld seien und nannte als Belege judenfeindliche literarische Werke im Laufe der Jahrhunderte.
Auch das hat meinen Horizont erweitert, in gewisser Weise...
12.10.2009 - 02:36 Uhr
Douzitou
user1234 sagte:
In Österreich können schon kürzere Aufenthalte im Ausland womöglich schaden. Da ist man schnell einmal ein Verräter oder gar Vernaderer. Als Österreichischer Politiker sollte man daher gute Kontakte ins Ausland strengstens geheim halten, im eigenen Interesse.
Traurig eigentlich.
Im Grunde ist es hier im Kosmos nicht anders - man braucht nur den Artikel anzuschauen, der diese Diskussion hier ausgelöst hat. Dabei wäre es so einfach: Wer ins Ausland will, woll die Möglichkeit haben, wer nicht, soll sich diese Erfahrung eben entgehen lassen.
Was mich aufregt: Dass Leute am liebsten nur noch um sich selber kreisen und dass es da schon "Bäh" ist, wenn man mal über seinen eigenen Dunstkreis hinausblicken will. Sich einen Eindruck verschaffen, wie es in anderen Kulturen läuft, Menschen mit anderen Mentalitäten kennen lernen. Das alles wird - wie hier ja auch deutlich wird - nur noch unter dem Gesichtspunkt gesehen, "Was nützt es mir für den Job?" Ich finde diese Einstellung so unsäglich ignorant und kurzsichtig, dass ich schreien möchte. Wir sind ein Volk von Arbeitsdrohnen geworden, Persönlichkeiten hingegen muss man mit der Lupe suchen.
Traurig eigentlich.
Der Text aber klingt vielmehr nach ein wenig von der Ängstlichkeit die man hier in Deutschland noch zu genüge spürt. Eine Angst das wohlbehütete Nest zu verlassen um mal ins kalte Wasser zu springen. Scheine der Uni? Na und, Bachelor hin Bachelor her, studiert man halt ein Semester länger. Kein Geld? Arbeiten, Kredit, Stipendien. Ich sage nicht dass man unbedingt ins Ausland muss, jeder soll das machen worauf er Lust hat, aber dann bitte dies auch sagen, statt ausreden zu finden und alle anderen schlecht zu reden.
darf das "ärztehassebuch" zitieren, in dem sich der autor darüber mokiert, dass im ärzte-milieu IAG (in Amerika gewesen) auch sowas wie´n visitenkärtchen mit gold-gravur ist. auch, wenn der medizinmann dort nur den boden des labors geschrubbt hätte. tja.
warum in aller welt, sollte man in einem anderen land mehr lernen, als hier!?
sagen wir es so...wer hier was lernt, der lernt auch woanders was. wer hier nix lernt und blind durch die gegend läuft, der lernt auch woanders nix.
von daher hast du recht: gnadenlos überschätzt und ohne jede aussagekraft, so ein auslandsaufenthalt.
12.10.2009 - 06:23 Uhr
Dosenknall_mit_Uebers…
(du hast vergessen: diese herren wedeln mit der geldklammer, während sie dem weibchen im selben atemzug die weltpolitische lage erläutern, um es zu beeindrucken :-)
denke, ein interessierter (!) gesprächspartner hört auch mal zu und stellt fragen, anstatt nur von sich selbst zu erzählen....alles blender ;)
1. Wird es in einer gesellschaft IMMER Statussymbole geben, die fuer manche erstrebenswert scheinen (das koennen wie angesprochen Autos, oder Klamotten, oder sytlische Handys mit Apfel drauf sein), es findet sich immer etwas, um sich von der Masse abzuheben. Wenn jemand viel gereist ist, wird er es gerade NICHT deswegen getan haben, um sich abzuheben, sondern um seinen Horizont zu erweitern, aus Interesse, was in anderen Teilen der Welt zu sehen ist, und wird unter Umstaenden gerade dadurch sehen, dass diese Statussymbole wenig erstrebenswert sind und gut darauf verzichten koennen, weil er durch seine/ihre Reisen zu einer Art innerer Ruhe findet, wie man sie auch durch Sport etc erreichen kann.
2. Keine Ahnung wie die Autorin ihre Reisen gestaltet, aber meiner Erfahrung nach reist es sich in Laender die nicht im Speckguertel der Industrienationen liegen mit ca 800 Euro fuer 6 Wochen ganz gut. Somit kann man also keinen preisguenstigeren Urlaub machen (mal von Balkonien abgesehen). Das "Papa zahlt" Argument kann man also mal ganz getrost in den Bereich der Hirngespinste schieben. Andere fahren fuer 900 Euro Pauschal in die Karibik fuer 2 Wochen zum saufen, ob das jetzt guenstiger ist oder einem mehr bringt, sei jedem selbst ueberlassen.
3. Niemand wird zum Reisen oder einem Auslandssemester gezwungen. Wenn jemand meint er muesse das tun, um seine Position innerhalb seines Freundeskreises aufzupolieren, sollte er es lieber lassen und sich Gedanken ueber sein Selbstwertgefuehl machen. Das sind naemlich die Menschen, die zur Befriedigung des eigenen Selbstwertgefuehls Statussymbole ueberhaupt erst zu dem machen, was sie sind und nicht sein muessten, wenn sie von Profilneurotikern nicht dazu missbraucht wuerden.
Umgekeht finde ich es ziemlich bedenklich, Auslandsaufenthalte in dieser Art zu verurteilen. Wir leben heute nicht mehr in einer Welt, in der jeder sein Leben lang nur mit dem Nachbarn aus dem naechsten Dorf zu tun haben wird, auch als Lehrer kann man schliesslich mal an eine internationale Schule geraten, und was man aus anderen Laendern und Kulturen so mitnimmt, kann einem durchaus helfen, viele Dinge (in seinem eigenen Leben, seiner Einstellung dazu, seinem Beruf spaeter einmal, zur Politik, oder einfach nur der Tatsache, wie wichtig Geld und Statussymbole einem sein werden) aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Reisen bildet, das ist nicht erst seit Erfindung des I Phone so, und wird auch nicht damit enden, dass es Menschen gibt, die eben einfach keine Lust auf Reisen haben und daher jetzt meinen, das ganze als snobbisch abzutun, die gab es auch schon immer und wird es immer geben. Niemand muss sich andere Teile Welt anschauen, aber heutzutage kann fast jeder, und es ist jedem zu empfehlen es zu tun solange man nicht Verpflichtungen hat, die einen wirklich davon abhalten...
Sorry fuer die deutlichen Worte, aber der Artikel ist meiner Meinung nach mehr als nur schlecht und voellig verfehlt.
Allerdings wird ein bestimmter Aspekt nicht beleuchtet: Ich MUSSTE ins Ausland (und wollte es auch). Weiterhin bezahlen mir das auch keine reichen Eltern sondern früheres Arbeiten gehen sowie hoffentlich späteres Arbeiten gehen (um den Bildungskredit abzubezahlen und ein kleiner monatlicher Scheck der Praktikumsstelle - und obwohl das ganze als "Prestigeobjekt" hingestellt wird finde ich das die meisten durchaus auch stolz sein können sowas zu absolvieren. Wenn man das ganze wirklich will (oder laut Studienordnung muss, wie's bezahlt wird fragt dich eh kein Prof) sollte man alles daran setzten das Ticket zu lösen - denn nur dann macht es auch Spass & Sinn. Allerdings nur zum Prahlen (und so toll ist Asien nun wirklich nicht) macht es herzlich wenig Sinn und ist verschenktes Geld (selbst wenns die Eltern bezahlen).
die Menschen, die ich kenne oder auf Reisen kennengelernt habe, die wirklich schon eine Menge gesehen haben, und das vielleicht auch nicht immer auf die einfachste Tour entlang des Banana Pancake Trails, die neigen nicht dazu, mit so etwas zu prahlen, haben das auch nicht noetig, und lassen sich auch sehr wenig von anderen Statussymbolen beeindrucken, die fuer viele andere den Lebensinhalt darzustellen scheinen. Ob der Mini oder die Uhr dann Sponsored by Daddy ist oder nicht weiss man da allerdings nie...
user1234 sagte:
Das mag ich nicht zu beurteilen, ich komme aus Österreich. Da fühlen sich erschreckend viele Leute irrsinnig gut von HC Strache und seiner Burschenschafter FPÖ vertreten. Die einzige "Auslands"-Erfahrung die manche FPÖ Politiker haben mag wohl bei den volksdeutschen Genossen gewesen sein.
Österreich ist da natürlich ein ganz spezieller Fall ... Da fällt mir ein, dass es schon wieder ein Jahr her ist, dass sich dem Kärtner
12.10.2009 - 08:11 Uhr
JoergAuch
NovocaineAsylum sagte:
Gargoyle sagte:
Man merkt wieder: Meckern, bevor man sich informiert hat. Und warten, bis man alles auf dem Silbertablett serviert bekommt. Die einfachste Methode, zu einem Auslandsaufenthalt zu kommen: sich mal selber gründlich über Förderprogramme informieren, den eigenen Arsch hochkriegen, sich um Stipendien bemühen und evtl. auch im Ausland ein bisschen jobben. Ein Freund von mir hat z. B. einige Zeit in einem Pub nebenher gearbeitet - das hat seinem Englisch weiß Gott nicht schlecht getan ...
erwähnte ich mit irgendeinem satz, dass es dabei um mich ging? und, ach ja "ein freund von mir". geht klar.
würdest du dich mal informieren, und das schimmert sogar durch deinen polemisch-provokanten ton hindurch,würde auch dir klarwerden, dass ich gar nicht soviel förderprogramme anfordern kann wie ich brauchte, um im ausland irgendwie über die runden zu kommen. wer einfach mal hinfährt (oder wie du es nennst "den arsch hochkriegt"), frei nach dem motto" vielleicht hab ich ja glück und finde irgendwo nen studijob, damit ich da überhaupt was zu fressen hab", handelt meiner meinung nach naiv und unüberlegt. naja, hauptsache der arsch ist hoch. fdp-wähler?
So einer wie du sollte wohl besser nicht ins Ausland gehen ...
Wer bspw. einmal den NHS in Uk erlebt hat, wird sich über das volle Wartezimmer in Deutschland kaum mehr aufregen.
Wer einmal die Bürokratie in Schweden, das Temperament der Dänen, die Oberflächlichkeit der Amerikaner, die fehlende Infrastruktur in... hautnah verspüren durfte, sieht die eigene kleine Welt mit anderen Augen.
Selbstredend lassen sich auch Lösungen für manche Probleme in einer anderen Kultur finden. Dabei ist es gar nicht wichtig, ob ich backpacke, ein Erasmus-Lotterjahr hinlege oder an einer Wer-weiß-wie-tollen-Uni studiere. Letztlich kommt es darauf an, ob ich die Kulturdifferenzen wahrnehmen will, ob ich sie zwecks Vergleich suche, mich ihnen aussetze.
Und wtf gibt ein damned Wort auf irgendwelche Blender?
Und setzt sich bei der bewußt geplanten nächsten Reise möglicherweise etwas anderem aus. Die Erfahrung einer kulturellen Differenz mag sogar manche psychologischen Erkenntnisse über einen selbst befördern.
Ichhabe mal versucht, das Projekt eines ökologischen Hausbaus in Schweden umzusetzen. Das hat mir unendlich viel über die schwedische Kultur vermittelt, aber letztlich auch über meine Vorstellungen vom idyllischen Leben u.ä.
war erschuettert darueber wie es moeglich ist das eine riesige grosse gruppe "europaer" dermassen ignorant durch einen landstrich reisen kann. das hat jetzt erst mal wenig mit ersasmus oder praktikum zu tun.
aber genau das habe ich getroffen:
und es war unglaublich schwierig von dieser eingetretenen lonely planet autobahn wegzukommen. nicht das sowas nicht auch manchmal spass gemacht haette.
es ist mittlerweise moeglich, so durch viele "entwicklungslaender" zu reisen und 24h pro tag/ 365 tage im jahr
Wenn ein potentieller Arbeitgeber mir sagt, Auslandserfahrung sei wichtig, ohne begründen zu können, warum das grade für seinen Geschäftszweig der Fall sein sollte und wie er wissen will, ob der Auslandsaufenthalt tatsächlich das erwartete vermitteln konnte, spricht das für mich jedenfalls eher gegen den Arbeitgeber. Und zumindest bei denen, für die Auslandsaufenthalte ein Thema sind, ist es ja auch nicht immer so, dass sie jedes Angebot von jedem noch so verbohrtem Arbeitgeber annehmen müssen.
12.10.2009 - 08:51 Uhr
scribbles
Wenn ein potentieller Arbeitgeber mir sagt, Auslandserfahrung sei wichtig, ohne begründen zu können, warum das grade für seinen Geschäftszweig der Fall sein sollte und wie er wissen will, ob der Auslandsaufenthalt tatsächlich das erwartete vermitteln konnte, spricht das für mich jedenfalls eher gegen den Arbeitgeber. Und zumindest bei denen, für die Auslandsaufenthalte ein Thema sind, ist es ja auch nicht immer so, dass sie jedes Angebot von jedem noch so verbohrtem Arbeitgeber annehmen müssen.
Was bin ich froh, daß mein Sohn ein freundlicher LARPer und WoW-Freak ist.
Und: niemals dorthin reisen, wo es warm ist. Die Kulturdifferenz besteht dort meistens aus dem Kulturschock, die eigene Kultur außer Rand und Band zu sehen.
nordzucker sagte:
ich war vor kurzen mal "ausversehen" in s.o. asien.
war erschuettert darueber wie es moeglich ist das eine riesige grosse gruppe "europaer" dermassen ignorant durch einen landstrich reisen kann. das hat jetzt erst mal wenig mit erasmus oder praktikum zu tun.
Nach dem, was man so hört, fahren die ja auch nicht wegen Erasmus nach Südostasien sondern wegen Orgasmus.
JoergAuch sagte:
Nach dem, was man so hört, fahren die ja auch nicht wegen Erasmus nach Südostasien sondern wegen Orgasmus.
gut, es ist ja noch früh.
nordzucker sagte:
@riesenherz: ich finde es immer wieder erschreckend, wie schnell man dann aber doch wieder in den alten trott findet!
Sicher wird einen so eine Auslandserfahrung nicht zu einem komplett neuen, abgeklärten Menschen machen. Auch wenn man sich dann wieder in seinen "alten Trott" einfügt, arbeitet das im Kopf weiter und beeinflusst trotzdem immer wieder Denken und Handeln.
Eine wichtige Erfahrung, die man machen kann: Man lernt unter Umständen, dass man viele materiellen Dinge gar nicht braucht, um glücklich zu sein, dass z. B. ein Apfeltelefon eigentlich völlig unbedeutend ist. Man lernt unter Umständen Landstriche kennen, in denen Menschen noch funktionierende Familienstrukturen haben, in denen man sich noch gegenseitig hilft, wenn Not am Mann ist. Man lernt vielleicht, dass man am meisten erreicht, wenn man gemeinsam an einem Strang zieht, statt die Ego-Sau raushängen zu lassen. Man lernt, dass in Deutschland doch nicht alles so toll ist, wie man uns gerne weismachen will - aber man erkennt auch, dass man nicht alles hinnehmen muss, sondern auch Dinge zum Besseren verändern kann. Und vor allem lernt man andere Menschen mit anderen Mentalitäten verstehen, die einem vorher völlig fremd waren. Allein dann hat es sich schon gelohnt.
ungeheuer nette einwohner. viel zu sehen und zu riechen und zu erleben.
ich glaube nur, das eine weltreise vor 15 jahren in keiner weise mehr mit einer weltreise heute vergleichbar sein MUSS. vielleicht ist das auch auf das heutige erasmus bzw. das gesamte studium zu uebertragen.
und: das Tolle an längeren Auslandserfahrunge ist ja, daß diese ganz anders nachwirken, als man sich das mitunter vorstellt. Aber sie wirken.
@nordzucker: Ich seh das auch so, daß sich da sehr viel verändert hat. Die Möglichkeiten heute, nach einem Bachelor mit einem englsichsprachigen Master im Ausland dem eigenen Berufsprofil eine ganz andere Wendugn zu geben, hätte es schon längst geben sollen.
riesenherz sagte:
@gargoyle: ich mußte dch jetzt echt überlegen, welchen Trend aus Südostasien ich da verpaßt hatte mit dem "Apfeltelefon". Zu meiner Entschuldigung: ich hab gar kein Mobiltelefon.
Ich hab das Apfeltelefon hier eigentlich sinnbildlich für all die Statussymbole gemeint, denen wir hier bei uns (nicht in asien) ständig hinterherrennen und von denen uns eingebleut wird, sie wären irgendwie wichtig für unser persönliches Lebensglück. ;-)
Ich habe im Ausland studiert und wusste immer, dass mir das für meinen Lebenslauf nichts bringen würde - ich wollte schlicht eine neue Sprache und eine neue Kultur kennenlernen und ein bisschen Abstand zum Leben daheim kriegen. Den meisten Leuten, die ich getroffen habe, ging es genauso.
Und ich verreise gerne und viel und das auch um zu verreisen und nicht, um hinterher davon zu erzählen. Was nicht heißt, dass ich hinterher nicht ab und zu davon erzähle und stell dir vor, es gibt tatsächlich Leute, die interessieren sich auch dafür. Und vieles, was ich gesehen habe, hat mich natürlich geprägt und erweitert den Horizont mehr als ein Urlaub in Niederbayern. Und das ganz unesoterisch. Und was die Geldthematik angeht, das höre ich ja dauernd. Dabei kostet ein Monat in Asien, Afrika oder Lateinamerika inklusive Flug minimal mehr als ein Monat in München, wenn man seine Wohnung untervermietet.
Und was ist mit den immateriellen Kosten?
scribbles sagte:
Internationale kontakte lassen sich in Zeiten des Internets auch von zu Hause aus und im Rahmen von Urlaubsreisen Pflegen, einschließlich der damit verbundenen Erweiterung des eigenen Horizonts.
Auweia. Du wirst doch nicht glauben, dass ein bisschen Internet am häuslichen Rechner die Erfahrung eines längeren Auslandsaufenthalts ersetzen kann???? Kontakte pflegen kann man so sicher, aber sonst? Das Argument ist ja genauso wie: "Ich hab mir in Wikipedia einen Artikel über Schweinebraten durchgelesen und mit Google entsprechende Bilder gefunden, jetzt weiß ich, wie er schmeckt und muss ihn nicht mehr probieren - das Kochen ist doch eh Zeitverschwendung."
Ach ja, noch vergessen: Um auf die Überschrift einzugehen: Wenn du gar nicht weg willst, dann bleibst du eben daheim. Auch ok. Aber noch lang kein Grund, Leuten Vorwürfe zu machen, die eben nicht daheim bleiben wollen.
Noch schlimmer sind nur die Leute, die irgendwelche völlig unbekannte meist ziemlich miese Indie-Bands als ihre Lieblingsbands ausgeben und einen dann mit einem "Was die kennst du nicht?!" mitleidig anschauen...
Dabei scheinen gerade die Skeptiker jene zu sein, die den Auslandsaufenthalt aufs rein kapitalistisch verwertbare reduzieren wollen. Grässlich.
Wer glaubt, dass Internetkontakte ins Ausland oder ein paar internationale Freunde einen Auslandsaufenthalt überflüssig machen könnten, ja der war eben noch nie im Ausland oder hat eben jenen Aufenthalt verschwendet in dem er sich nicht für die Erfahrung geöffnet hat. Es ist halt schon ein Unterschied ob sich alles im Kastl abspielt (sorry, aber Cyber kochen wird auch nur selten als Ersatz fürs echte Kocherlebnis gesehen) und ob der andere der Exot ist, oder ob es im echten Leben stattfindet und man selber der "Exot" ist. Das ist wie Tag und Nach.
12.10.2009 - 10:24 Uhr
user1234
Bzgl. Haider. Der hatte halt immer die Ansicht, dass er über allen Gesetzen steht, womit er ja auch gar nicht so unrecht hatte im Großen und Ganzen. Leider waren die Gesetze der Physik anderer Meinung.
Auslandsaufenthalte könnten eventuell in der "Integrationsdebatte" auch von Nutzen sein. Die Perspektive ändert sich halt einfach, wenn man selbst einmal ansatzweise erfahren hat, was es heißt Immigrant zu sein und wenn es nur auf Zeit war. Zumindest mir ist es so gegangen.
sehr gut.
demnach empfindet dann nur der diesen irrsinnigen sozialen druck, der sich sonst doch IMMER richtig eingegliedert hat.
ob er wegeht oder nicht.
Das mag für echte Idealisten vielleicht eine noch bessere Option sein. Ich steh dem nicht im Weg. Aber es soll ja eine breite Masse geben, die weder zu 100% von kapitalistischen Anforderungen diktiert werden will aber trotzdem jetzt nicht zum kompromissfreien Idealisten deswegen mutiert. Außerdem habe ich gerade die Erfahrung einer akademischen Welt außerhalb der gewohnten Bahnen als reizvoll empfunden, gerade das wird man bei solchen idealistischen Optionen nicht erfahren (dafür anderes, und wenn man das mehr schätzt, will ich da auch überhaupt nicht werten)
MrHL sagte:
drolli sagte:
Jupp. Ich bin erst als Doktorand kurz ins ausland (habe aber in Dt. promoviert) ein Institut besuchen die an was aehnlichem geforscht haben. hat folgende vorteile
a) DAAD-Kurzzeitstipendium (ziemlich gut, man muss ich aber bewerben)
b) man weiss was man da will
c) Man kennt die Gruppe zu der man geht.
Die ewigen Berichte von Leuten, die ueber ein Jahr Erasmus-Party erzaehlt haben fand ich immer witzlos. Wenn ich in Spanien feiern moechte, mache ich da zwei Monate Urlaub oder Sprachkurs und gut is. Ein oder zwei Semester rausblasen ist total irreal.
Ach so ja: jetzt lebe ich nachdem mein Leben vom Kindergaren bis zur Promotion auf 3kmx3km stattgefunden hat, schon 3J in Japan und ich hatte keine groesseren Schwierigkeiten mich zurechtzufinden. Dauerhaften Schaden hat das nicht durchgefeierte Jahr im Ausland also nicht hinterlassen.
So hat jeder seine Weisheit. Ich war im Studium im Ausland, hab da viel gesoffen etc. aber auch Kontakte geknüpft. Dann Geschlossen in D promoviert (schnell, deswegen quasi-legal auf den "Jugendseiten")
Ich kenne ein paar Leute die es geschafft haben sogar eine Studien oder Diplomarbeit im Ausland bezahlt zu bekommen, das ist natuerlich ideal.
Was mich vom Auslandsaufenthalt waehrend des Studiums abgehalten hat, war dass der an einer Stelle kam, an der ich mir nicht klar war ob ich das Fach weitermache und and der auch wirklich keiner den Ueberblick hatte, wo es sich lohnt kontakte zu knuepfen. In der Fakultae war es ueblich das direkt nach dem Vordiplom zu machen (was explizit gefoerdert wurde) und spaeter war es schwer das unterzubringen (fuer spezielle "Sonderwunsche", wie z.B. im 8.Semester ein Auslanssemester einzulegen waren die Praktikumsleiter und auch die Theorieprofs nicht zugaenglich).
Meiner Erfahrung nach ist auch die Streubreite bei Promotionszeiten aber so hoch, dass auch ein Aufenthaltaufenthalt nicht viel aendert (mein AUfenthalt war inklusive Sprachkurs 3 Monate), im Idealfall sogar Dinge beschleunigt (ich habe ein paar Dinge gelernt die mir vielleicht 2 Monate rumprobieren erspart haben).
und bin jetzt mit Humbold-Postdoc. Später nach D zurück, dann hoffentlich auf einen Lehrstuhl oder Juniorprof.
Wenn Du Humbold-Postdoc bist bietet sich natuerlich auch der Juniorprof an, wobei ich Dir mal ehrlich wuensche dass es gleich auf einen Lehrstuhl oder einen ordentlichen Prof. geht.
Hat folgende Vorteile:
a) Genug Geld zum Leben.
b) Man weiss wirklich was man will.
c) Die Gruppe in die man geht kennt einen.
Ist mein Spass-Semester, in dem ich neu für mein Studium motiviert habe, Sprache gelernt habe wasauchimmer jetzt schlecht?
Nein. Aber nur wenn Du es auch klar so siehst. Das betrifft in der Klarheit aber auch eher Leute, die in ihrem Studium fachlich wenig Probleme haben.
user1234 sagte:
Bzgl. Haider. Der hatte halt immer die Ansicht, dass er über allen Gesetzen steht, womit er ja auch gar nicht so unrecht hatte im Großen und Ganzen. Leider waren die Gesetze der Physik anderer Meinung.
Auf die Physik kann man sich zum Glück auch dann verlassen, wenn die Juristerei an ihre Grenzen stößt.
1)
Viele Leute gehen ins Ausland, weil sie Lust darauf haben. Manche tun es aus anderen Gründen.
2)
Nicht jeder, der ins Ausland geht, ist ein verwöhntes Kind reicher Eltern. Viele arbeiten / sparen dafür (oder währenddessen) oder kümmern sich um Fördermöglichkeiten.
3)
Man sollte über seinen Auslandsaufenthalt reden dürfen, ohne gleich als Angeber abgestempelt zu werden.
4)
Niemandem sollte seine durch den Auslandsaufenthalt erlebte Horizonterweiterung / Weiterentwicklung abgesprochen werden - egal, ob er 5 Monate in Lissabon gefeiert oder ein Jahr lang Waisenkinder in Peru betreut oder in Oxford promoviert hat.
5)
Es besteht keinerlei Veranlassung, jemanden, der nicht im Ausland war, automatisch in die Schublade "engstirniger, ignoranter Provinzler" zu werfen.
6)
Wer keine Lust auf Ausland hat, muss sich nicht dafür rechtfertigen.
So weit, so banal.
Das geht höchstens in Bayern oder Österreich als Auslandserfahrung durch ;)
Gesellschaftlicher Druck kann uns auch dazu zwingen etwas zu erleben. Solange man sich dessen bewusst ist und an den richtigen Stellen auch mal "NEIN" sagen kann ist es glaube ich kein Problem.
Also: Überlegt euch vorher, ob ihr in einem Land leben könnt, in dem eine andere Sprache gesprochen wird, es zum Frühstück rohen Fisch gibt und in dem man in Hängematten schläft. Und wenn ihr meint, dass ihr es könnt, dann greift eurem Mut ruhig mit etwas gesellschaftlichem Druck unter den Arm.
Mir hat das immer geholfen :)
Die ganz Extremen erzählen sofort im Bekanntenkreis rum, dass das Auslandssemester in der Mongolei schon so gut wie fertig geplant ist ... dann gibt es kein Zurück mehr :D
jonidas sagte:
... und am Ende auf dem Heimweg mit dem WG-Mitbewohner nackt durch die Ubahn-Station läuft?
ach du warst das.
Douzitou sagte:
Die meisten Politiker haben auch keine Auslandserfahrung: Kohl, Schröder, Fischer, Westerwelle...
Wobei letzterer ja nicht mal Englisch kann...und bei den anderen bin ich mir auch nicht so sicher...
Re Kosten des Auslandsstudiums: Das kostet in vielen Ländern pro Monat exakt genauso viel wie die Lebenshaltung in Deutschland, je nach Land auch mit höherem Lebensstandard (ich sag nur: "Taxi!" + Restaurant), die Kosten für den Flug kommen meist obendrauf, aber mit kreativem Ticketing, flexiblem Datum und zur Not 24h Bus fahren obendrauf geht das auch oft...und das eigene Zimmer in D. wird eben zwischenvermietet, das hat den Vorteil das man weiß wohin man zurückkehrt und wohin mit dem Möbeln weil die kann man ja mitvermieten...
Allerdings wird es langweilig von dieser Zeit zu erzählen wenn das sowieso ALLE machen...in meinem Studiengang war die Mehrheit nicht nur auf Schüleraustausch sondern auch irgendwo ganz exotisch im Ausland, nicht nur ein- sondern mehrmals weil Praktikum + Studium + Ferien etc. So richtig exotisch war derjenige de im Ort nebenan ein Praktikum gemacht hat, nicht derjenige der irgendwo im südamerikanischen Dschungel war.
soylentyellow sagte:
Kohl, Schröder, Fischer, Westerwelle...
Wobei letzterer ja nicht mal Englisch kann...und bei den anderen bin ich mir auch nicht so sicher...
Ersterer definitiv auch nicht. Der hat ja sogar mit Deutsch so seine Probleme ...
JoergAuch sagte:
soylentyellow sagte:
Kohl, Schröder, Fischer, Westerwelle...
Wobei letzterer ja nicht mal Englisch kann...und bei den anderen bin ich mir auch nicht so sicher...
Ersterer definitiv auch nicht. Der hat ja sogar mit Deutsch so seine Probleme ...
Das muss die "GeCHichte" erst noch zeigen! ;-)
Gargoyle sagte:
Das muss die "GeCHichte" erst noch zeigen! ;-)
Hehe! :->
12.10.2009 - 12:26 Uhr
JoergAuch
"You can call me Maggie!"
worauf Kohl antwortete:
"You can say you to me , too."
ich (armer, *heul*) habe keine reichen eltern
und war trotzdem im ausland (ohne stipendium, *nochmehr heul*),
selbstfinanziert,
und direkt hat es mir zwar nichts gebracht, rein monetär betrachtet,
aber persönlich möchte ich das nicht missen.
ich habe dadurch eine neue perspektive auf unser land hier bekommen und erfahren, wie wichtig für mich 'meine' sprache ist und dass viele dinge hier garnicht soo scheisse sind, wie uns die ralisekte hier ständig predigt.
und obwohl ich mir das selbst gegönnt habe, halte ich es für vollkommen legitim, das auf anderer leute kosten, bzw. eltern oder stipendium, zu machen, bzw. es wäre für unser land ein gewinn,
wenn alle die es wollen, unbürokratisch für ein jahr, mit einem bedingungslosen grundgehalt ins eu-ausland könnten.
meine konkrete meinung:
2 pflichtsemester für alle, zumindest im eu-(aus)land, bezahlt und ermöglicht vom steuerzahler, auch für die söhnchen und töchterchen unser armen reichen, damit sie nicht immer papi dankbar sein müssen, dass sie mal weg durften.
ausserdem keine studiengebühr für alle
und bedingungsloses bafög ebenso.
dafür die (reichen-)steuern hochsetzen und eu-agrarsubventionen in der jetzigen form abschaffen, da diese nur die agrargrossindustrie subventioniert und die kleinen höfe ausblutet.
bio, kostenloses studium und auslandssemester für alle!
fördert euer arbeiterkind!
12.10.2009 - 12:34 Uhr
Arbeiterkind
12.10.2009 - 12:36 Uhr
Arbeiterkind
und war trotzdem im ausland (ohne stipendium,
*nochmehr heul*),
selbstfinanziert,
und direkt hat es mir zwar nichts gebracht, rein
monetär betrachtet,
aber persönlich möchte ich das nicht missen.
ich habe dadurch eine neue perspektive auf unser land hier bekommen und erfahren, wie wichtig für mich 'meine'
sprache ist und dass viele dinge hier garnicht soo
scheisse sind, wie uns die ralisekte hier ständig predigt.
und obwohl ich mir das selbst gegönnt habe, halte ich es für vollkommen legitim, das auf anderer leute kosten, bzw.
eltern oder stipendium, zu machen, bzw. es wäre für
unser land ein gewinn,
wenn alle die es wollen, unbürokratisch für ein jahr,
mit einem bedingungslosen grundgehalt ins eu-ausland könnten.
meine konkrete meinung:
2 pflichtsemester für alle, zumindest im eu-(aus)land,
bezahlt und ermöglicht vom steuerzahler, auch für
die söhnchen und töchterchen unser armen reichen,
damit sie nicht immer papi dankbar sein müssen,
dass sie mal weg durften.
ausserdem keine studiengebühr für alle
und bedingungsloses bafög ebenso.
dafür die (reichen-)steuern hochsetzen und
eu-agrarsubventionen in der jetzigen form abschaffen,
da diese nur die agrargrossindustrie subventioniert
und die kleinen höfe ausblutet.
bio, kostenloses studium und auslandssemester für alle!
fordert euer arbeiterkind!
12.10.2009 - 12:38 Uhr
Arbeiterkind
Arbeiterkind sagte:
scheiss umbruchsystem, das hier!
Ja klar, erstmal auf's System schimpfen ...
12.10.2009 - 12:49 Uhr
JoergAuch
Arbeiterkind sagte:
bio, kostenloses studium und auslandssemester für alle!
Aber wenn dann alle Bio studieren ....
vermiete ein zimmer in meiner wohnung unter, immer wechselnde leute und so leid es mit tut; die erasmus studentin aus frankreich die ich beherbergte konnten nach 2 semestern immer noch keinen einzigen deutschen satz ohne fiesen fehlern sprechen, was aber eventuell auch daran lag, dass sie ausser für die 3 pflichtveranstaltungen oder fürs weggehen mit anderen franzosen ihr zimmer nie verlassen hat.
die hatte soviel damit zu tun per skype und facebook mit ihren freunden bzw kommolitonen in kontakt zu bleiben, dass der gesamte aufenthalt eigentlich ausschließlich davon zerrte.
traurig, weils damit leider in die besagte erasmus-prestige kerbe haut.
andere, die NACH ihrem studium nach deutschland kamen und klare
vorstellungen von ihren zielen hatten (praktikum, job...), kamen ersten super klar und wirkten irgendwie stark bereichert als sie wieder gingen. so.
mindfuck sagte:
die erasmus studentin aus frankreich die ich beherbergte konnten nach 2 semestern immer noch keinen einzigen deutschen satz ohne fiesen fehlern sprechen, ...
Danke für dieses Kleinod. :-D
mindfuck sagte:
kleine persönliche erfahrung;
vermiete ein zimmer in meiner wohnung unter, immer wechselnde leute und so leid es mit tut; die erasmus studentin aus frankreich die ich beherbergte konnten nach 2 semestern immer noch keinen einzigen deutschen satz ohne fiesen fehlern sprechen, was aber eventuell auch daran lag, dass sie ausser für die 3 pflichtveranstaltungen oder fürs weggehen mit anderen franzosen ihr zimmer nie verlassen hat.
die hatte soviel damit zu tun per skype und facebook mit ihren freunden bzw kommolitonen in kontakt zu bleiben, dass der gesamte aufenthalt eigentlich ausschließlich davon zerrte.
traurig, weils damit leider in die besagte erasmus-prestige kerbe haut.
andere, die NACH ihrem studium nach deutschland kamen und klare
vorstellungen von ihren zielen hatten (praktikum, job...), kamen ersten super klar und wirkten irgendwie stark bereichert als sie wieder gingen. so.
Warum immer alle über einen Kamm scheren? Das ist so, wie wenn man sagt, alle Hartz-IV-Empfänger sind faule Sozialschmarotzer.
Gargoyle sagte:
Warum immer alle über einen Kamm scheren? Das ist so, wie wenn man sagt, alle Hartz-IV-Empfänger sind faule Sozialschmarotzer.
sollte kein über-ein-kamm-gescherre sein. lediglich die anmerkung mit ziel ist es wohl sinnvoller.
JoergAuch sagte:
Danke für dieses Kleinod. :-D
bitte, ist dir gewidmet.
ich dachte hier gehts ums rumgesenfe...
mindfuck sagte:
sollte kein über-ein-kamm-gescherre sein. lediglich die anmerkung mit ziel ist es wohl sinnvoller.
OK. Wie der Herr, so das Gescherr. ;-)
Als junger Absolvent wurde ich von meinem damaligen Arbeitgeber ins Ausland geschickt, und seitdem ist das für mich Business as usual. Auch andere Kollegen, die über real existierende Auslandserfahrung verfügen, reden nicht groß darüber - man merkt nur nach einigen Stunden oder Tagen, daß sie von dieser Erfahrung positiv geprägt wurden. Von anderen Kollegen hört man dann, ja, er war 2 Jahre lang X-Leiter in Y-Land. Dagegen gibt es im Beruf andere Personen (Labbermäuler), die in endloser Selbstpräsentation von international und intercultural Management reden - es ist aber nur nachvollziehbar, daß sie vor 20 Jahren als Azubis in den Betrieb gekommen sind, und seitdem in diesem Betrieb hinter einem Schreibtisch aufquellen - diese Schauspieler gehen mir gegen den Strich, und Du hast das aus Deiner Sicht gut formuliert! Anton (50 Jahre)
welchen artikel hast du denn gelesen?
nach einem halben jahr amerika / england kommen sie dann zurück und sagen dinge, wie: "oh mein gott, das ist ja sowas von AWESOME!"
Es macht schon fast den Eindruck, als ob das Studium - und besonders das Auslandssemester - weniger dazu dient, sich konzentriert weiterzubilden, sondern vielmehr zum langjährigen Selbstverwirklichungstrip wird.
Ich weiß auch nicht, welchen Stellenwert ein Auslandssemester noch hat, wenn es lediglich unter dem Deckmantel der Pflicht absolviert wird, oder im Nachhinein gerechtfertigt wird mit dem Satz "Das wird jetzt von fast allen Arbeitgebern verlangt." .
Bashira sagte:
hihi, das erinnert mich an einige meiner bekannten ...
nach einem halben jahr amerika / england kommen sie dann zurück und sagen dinge, wie: "oh mein gott, das ist ja sowas von AWESOME!"
Das,Bashira, ist wirklich awful;)
Ok, ich hör schon wieder auf. Was einer meiner größten Motivationen war ins Ausland zu gehen? Ich wollte Bekanntschaften und Freunde aus verschiedenen europäischen Ländern haben, mein Englisch auf eine vernünftiges Alltagsniveau bringen damit es nicht mehr solch eine Qual ist es zu verwenden sondern von selbst geht. Ich wollte die akademische Kultur in einem anderen Land kennen lernen und nicht zuletzt wollte ich das ganze so gestalten, dass es von den Vorlesungen vernünftig in meinen Studienplan passt. Hat eigentlich alles zu meiner Zufriedenheit funktioniert.
Ich werde mich dafür dass ich dies gewagt habe nie bei jemanden entschuldigen. "Pflicht" ist es in meinem Studium ohnehin nie gewesen.
12.10.2009 - 15:34 Uhr
user1234
Bin ich jetzt ein schräger Selbstverwirklicher, ein verrückter Ideologe oder ein engstirniger Karieremensch?
ist das euer ernst?
Natürlich sollte niemand ausschließlich aus karrieristischer motivation ins ausland gehen, da ist die enttäuschung vorprogrammiert. Aber hier wird so getan, als seien die meisten auslandsstudenten und -praktikanten opfer sozialen drucks, und gleichzeitig karrieregeile konformistische Idioten? Das ist meiner erfahrung diametral entgegengesetzt!
Es ist doch höchst erfreulich, dass es heute so einfach wie nie ist, erfahrungen im ausland zu sammeln. das als klima des sozialen zwangs zu interpretieren finde ich höchst abstrus!
Wer nicht ins ausland will, muss nicht, aber bitte tut hier nicht so als sei das zu hause bleiben eine rebellische tat!
12.10.2009 - 15:42 Uhr
philleicht
ist das euer ernst?
Natürlich sollte niemand ausschließlich aus karrieristischer motivation ins ausland gehen, da ist die enttäuschung vorprogrammiert. Aber hier wird so getan, als seien die meisten auslandsstudenten und -praktikanten opfer sozialen drucks, und gleichzeitig karrieregeile konformistische idioten? Das ist meiner erfahrung diametral entgegengesetzt!
Es ist doch höchst erfreulich, dass es heute so einfach wie nie ist, erfahrungen im ausland zu sammeln. das als klima des sozialen zwangs zu interpretieren finde ich höchst abstrus!
Wer nicht ins ausland will, muss nicht, aber bitte tut hier nicht so als sei das zu hause bleiben eine rebellische tat!
user1234 sagte:
man ... sagt inflationär "sorry", wenn auch nur ein selbst verursachter Windhauch jemanden gegenüber berührt hat.
Na ja, es gibt Winde, bei denen ist das angebracht, auch wenn sie nur gehaucht daherkommen. :->
muss ja nicht gleich jedes mal vor neid erblassen wenn jemand einem von seiner südamerika-rucksackreise erzählt, und eher überlegen warum man mit sich davon so verunsichern lässt.
ist doch ein luxus unserer zeit das man für 450 euro nach china kommt, das die grenzen in europa offen sind und man mit hilfe des internets trotzdem jeden tag gratis mit mutti telefonieren kann. reisen ist so einfach wie nie, ist doch dufte.
sicherlich wird das auch überbewertet, über sich und seine grenzen kann man genausoviel rausfinden wenn man z.b. drei mal die woche kellnern geht. da lernt man dann auch mal andere leute kennen als auf langweilligen studentenpartys.
ehrlich gesagt find ich die leute viel schlimmer die krampfhaft versuchen mit 24 ihren master zu haben und ihre zeit nicht mit "unnützen" dingen vertrödeln wollen. wer nur für seinen lebenslauf lebt entwickelt sich auch nicht weiter, ob ausland oder nicht.
12.10.2009 - 16:00 Uhr
Sibelius
muss ja nicht gleich jedes mal vor neid erblassen wenn jemand einem von seiner südamerika-rucksackreise erzählt, und eher überlegen warum man mit sich davon so verunsichern lässt.
ist doch ein luxus unserer zeit das man für 450 euro nach china kommt, das die grenzen in europa offen sind und man mit hilfe des internets trotzdem jeden tag gratis mit mutti telefonieren kann. reisen ist so einfach wie nie, ist doch dufte.
sicherlich wird das auch überbewertet, über sich und seine grenzen kann man genausoviel rausfinden wenn man z.b. drei mal die woche kellnern geht. da lernt man dann auch mal andere leute kennen als auf langweilligen studentenpartys.
ehrlich gesagt find ich die leute viel schlimmer die krampfhaft versuchen mit 24 ihren master zu haben und ihre zeit nicht mit "unnützen" dingen vertrödeln wollen. wer nur für seinen lebenslauf lebt entwickelt sich auch nicht weiter, ob ausland oder nicht.
12.10.2009 - 16:01 Uhr
Sibelius
ein paar studienkollegen sind auch gerade dort. eine partneruni unserer universität. das ende vom lied ist, dass dort die deutschen wieder unter sich sind.
ich spar mir das auslandssemester, ich hab frau, kind und ausbildung. dafür werde ich fertig, wenn andere das dritte mal die firma wechseln.
lolita sagte:
Im übrigen finde ich es echt schlimm, inhaltliche Kritik an etwas zu üben, dass man selbst nie ausprobiert hat. Denn möglicherweise stimmen die ach so esoterischen Kommentare über Auslandsaufenthalte ja doch. Und nicht zuletzt gilt auch in Bezug auf die Studiengestatung: jedem das Seine - es wird schließlich niemand gezwungen ins Ausland zu gehen (und die Statistiken belegen, dass die Daheimbleiber zahlreicher sind als die Imauslandaufhalter).
Nein, das Geschmarri von irgendwelchen - ich gehe dahin weil es so im Karriereratgeber steht den Mami mir geschenkt hat und jetzt bin ich ja sooo cool - Typenm zu bewerten muss man das nicht probiert haben. Wirklich nicht.
drolli sagte:
lolita sagte:
Im übrigen finde ich es echt schlimm, inhaltliche Kritik an etwas zu üben, dass man selbst nie ausprobiert hat. Denn möglicherweise stimmen die ach so esoterischen Kommentare über Auslandsaufenthalte ja doch. Und nicht zuletzt gilt auch in Bezug auf die Studiengestatung: jedem das Seine - es wird schließlich niemand gezwungen ins Ausland zu gehen (und die Statistiken belegen, dass die Daheimbleiber zahlreicher sind als die Imauslandaufhalter).
Nein, das Geschmarri von irgendwelchen - ich gehe dahin weil es so im Karriereratgeber steht den Mami mir geschenkt hat und jetzt bin ich ja sooo cool - Typenm zu bewerten muss man das nicht probiert haben. Wirklich nicht.
Ich sage ja gar nicht, aus welcher Motivation heraus man ins Ausland gehen soll. Ich sage nur, dass es jedem frei steht.
12.10.2009 - 16:48 Uhr
lolita
drolli sagte:
lolita sagte:
Im übrigen finde ich es echt schlimm, inhaltliche Kritik an etwas zu üben, dass man selbst nie ausprobiert hat. Denn möglicherweise stimmen die ach so esoterischen Kommentare über Auslandsaufenthalte ja doch. Und nicht zuletzt gilt auch in Bezug auf die Studiengestatung: jedem das Seine - es wird schließlich niemand gezwungen ins Ausland zu gehen (und die Statistiken belegen, dass die Daheimbleiber zahlreicher sind als die Imauslandaufhalter).
Nein, das Geschmarri von irgendwelchen - ich gehe dahin weil es so im Karriereratgeber steht den Mami mir geschenkt hat und jetzt bin ich ja sooo cool - Typenm zu bewerten muss man das nicht probiert haben. Wirklich nicht.
Ich sage ja gar nicht, aus welcher Motivation heraus man ins Ausland gehen soll. Ich sage nur, dass jeder das für sich entscheiden sollte. Und wenn Du wegen der Karriereratgeber lieber zu Hause bleibst, dann kannst Du das ja machen.
Ich fürchtete bereits geraume Zeit, dass ich mit dieser Auffassung alleine dastünde.
Wie schön für alle Leute, die sich dafür erwärmen können, eine längere Zeit ohne Freunde und Familie auszukommen und die Welt kennenzulernen. Tatsächlich! Das meine ich ohne jeden Zynismus.
Dennoch: Es macht mich nicht zu einem Menschen mittleren Bildungsstatus oder unterdurchschnittlicher Lebenserfahrung, wenn ich gezielt und bewusst von diesem "Zwang" Abstand nehme.
Auch wenn man heute vielfach auf die Aussage: "Nein, ich war nicht im Ausland" nur Schulterzucken und hochgezogene Augenbrauen als Reaktion erwarten darf.
Beruflich macht es für mich auch als Akademiker keinen Unterschied, ob ich die 3-6 Semester Sauf- und Partytour durch Spanien, Finnland oder Südafrika mitgemacht habe oder nicht.
Schade nur, dass es bei manchen Personalern nicht dazu reicht, echte Qualifikation zu bewerten, sondern eben diese "Prestige-Kenntnisse" den Ausschlag geben.
ich stimme aber trotzdem der autorin zu: auslandsaufenthalte sollten nicht pflicht sein. nur wer dazu den aufrichten wunsch verspürt, sollte das machen. niemand sollte gezwungen werden.
aber finanziell sollte es für jeden möglich sein... ich finde das unfair... nur, wer wirklich den wunsch verspürt ins ausland zu gehen, findet da auch wege. das ist der authentische weg
12.10.2009 - 18:05 Uhr
melancholieunduebermut
philleicht sagte:
Genau, find ich auch, lieber zu hause einkuscheln und gemütliche mauern vor den horizont bauen... wehren wir uns heldenhaft gegen den übermächtigen mainstream der zwischen heimat und ausland fliesst...
ist das euer ernst?
Ich glaub ja, es ist genau diese Sorte Polemik, die man als Sesshafter öfters zu hören bekommt, die Reaktionen wie den obigen Artikel provoziert.
In deiner Aussage steckt eindeutig ne negative Wertung drin, die du dir aber für deine gegenteilige Entscheidung natürlich verbittest.
Wenn man dann das Gefühl hat, so eine Position ist der Standard in der eigenen Umwelt - ist es auch in Ordnung, dass man mal ein Gegenmanifest verfasst.
Stimme dir vollkommen zu.
Das muss keineswegs in Form eines Auslandssemesters geschehen. Nur ist das halt eine sehr naheliegende und einfache Gelegenheit dazu. Wenn man das auslässt und dafür später im Berufsleben ins Ausland geht ist es genauso gut.
Es ist nun mal so, es verändert sich für gewöhnlich doch die Perspektive etwas mit solch einer Erfahrung. Es werden Dinge plötzlich hinterfragt die man nie zuvor hinterfragt hat. Nur um ein Beispiel zu nennen. Natürlich kann man einen Auslandsaufenthalt auch vergeuden ohne arg viele neue Erfahrungen zu machen, man kann alles vergeuden wenn man will. Das ist doch ein Totschlagargument. Aber ich wage zu behaupten, dass unsere Gesellschaft eine andere wäre würde hätten mehr Leute sich einmal für eine gewisse Zeit ins Ausland begeben ob jetzt um zu studieren, zu arbeiten oder Weltverbesserer zu spielen und es wäre sicherlich keine schlechtere.
In diesem Sinne ist es eben nicht egal, ob man sich so etwas einmal gestellt/ausgesetzt/ergeben... hat oder nicht.
user1234 sagte:
Das muss keineswegs in Form eines Auslandssemesters geschehen. Nur ist das halt eine sehr naheliegende und einfache Gelegenheit dazu. Wenn man das auslässt und dafür später im Berufsleben ins Ausland geht ist es genauso gut.
Als Nichtstudent fällt die eine Möglichkeit sowieso weg und die andere sehr wahrscheinlich auch, da bleibt nur das "gewöhnliche" Reisen oder wie du es auch so schön nennst Urlaubstrott........
littlejohn sagte:
Als Nichtstudent fällt die eine Möglichkeit sowieso weg und die andere sehr wahrscheinlich auch, da bleibt nur das "gewöhnliche" Reisen oder wie du es auch so schön nennst Urlaubstrott........
ist doch quatsch. ein freund von mir hat "nicht mal" abi, dafuer aber plaene, seinen job in norwegen fortzufuehren. und reisen tut er auch nicht "gewoehnlich", sondern mit hospitalityclub (d.h. umsonst unterkommen bei einheimischen bzw. vor ort lebenden, siehe auch nochmal die behauptung, man muesste fuer ausland ein kind reicher eltern sein) - so habe ich ihn auch kennengelernt :)
man kann uebrigens auch zivi und freiwilliges oekologisches/soziales jahr im ausland machen. von work camps und dergleichen will ich mal gar nicht erst anfangen, aber es gibt SO viele moeglichkeiten, wenn man nur will.
im Nachhinein würde ich meinen Zivi wohl auch im Ausland machen, aber mit 19 kam das damals für mich zumindest zu früh.......
littlejohn sagte:
arbeiten im Ausland ( und das ist nun mal einfach als Nichtakademiker deutlich schwerer)
stimmt so pauschal nunmal einfach nicht. in bereichen, fuer die man keine besondere ausbildung braucht (stichwort gastro, hotels) ist es wahrscheinlich sogar einfacher, was zu finden. ansonsten sollte es, solange man die sprache ausreichend beherrscht, zumindest innerhalb europas auch gut moeglich sein. eine gute anlaufstelle ist da z.b. EURES.
ueber diese ganzen weltreisenden 19-jaehrigen wundere ich mich auch, aber nunja. mir wollte man damals nach dem abi erzaehlen, dass ich jetzt unbedingt weg und "meine freiheit geniessen muss" und "diese chance kommt nie wieder" - das ist natuerlich auch quatsch, was ich zum glueck damals schon erkannte und mich nicht davon beeindrucken liess.
user1234 sagte:
Es ist nun mal so, es verändert sich für gewöhnlich doch die Perspektive etwas mit solch einer Erfahrung. Es werden Dinge plötzlich hinterfragt die man nie zuvor hinterfragt hat. Nur um ein Beispiel zu nennen. Natürlich kann man einen Auslandsaufenthalt auch vergeuden ohne arg viele neue Erfahrungen zu machen, man kann alles vergeuden wenn man will. Das ist doch ein Totschlagargument.
Kein Totschlagargument, im Gegenteil. Wenn Du deine Meinung, was es "gewöhnlich" tut, mit der Gegenmeinung kombinierst - erhälst Du so etwas ähnliches wie eine differenzierte Sichtweise.
Das aber nur so nebenbei.
ich dachte das wort heißt alltagstrott.
Statt dessen hab ich den einen oder anderen Urlaub allein in der Fremde verbracht, das geht zwar auch, aber ich hatte nie das Gefühl, dass mich das weitergebracht hätte. Ich mag das einfach nicht.
Ich muss da jetzt schon etwas klarstellen. Als ich Urlaubstrott gesagt habe, habe ich das auch gemeint. Das heißt, wenn du eine Art kenns ins Ausland zu gehen ohne dort zu studieren oder dort (im klassischen Sinne) zu arbeiten dann ist das noch lange nicht zwingend "Urlaubstrott". Es kommt auch sehr auf die Art des Urlaubs an, aber für eine Auslandserfahrung die ich meine ist ein Aufenthalt von nur sehr wenigen Wochen einfach zu kurz, selbst wenn da gar kein "Trott" beim Urlaub dabei ist. (Hey, ich bin kein Gegner von Urlaubsreisen, nur ist das halt eine andere Kategorie)
@dem_osten_so_nah: Sich hinter dem Finanzierungsargument zu verstecken, ist schon lange nicht mehr haltbar. Erkundige Dich doch bitte erstmal was es alles für Möglichkeiten der Finanzierung gibt, bevor Du hier für Verunsicherung sorgst (Stichwort: Erasmus, Auslands-Bafög, DAAD-Stipendien, Stipendien der Uni, Eramus-Praktikum Programm, Aiesec etc.)
@Marcologne: Ich studiere auch auf Lehramt und es kommt ja wohl vollkommen auf die Fächerkombi an! Für FremdsprachenlehrerInnen (Englisch, Französisch, Spanisch etc.) ist es meiner Meinung nach fast verantwortungslos, KEINE Auslandserfahrung zu haben. Man vermittelt in diesen Fächern schließlich mehr als Sprachkenntnisse...
Letzendlich: Es sollte jedem freigestellt sein, ob er/sie ins Ausland möchte oder nicht, aber man kann nicht wegdiskutieren, dass ein Auslandsaufenthalt eine wahnsinnige persönliche Bereicherung ist -unabhängig davon, ob man nun positive oder negative Erfahrungen gemacht hat. Denn man lernt sich selbst ganz neu kennen und erlebt einen Perspektivenwechsel, der einen manchmal an die (zunächst scheinbaren) eigenen Grenzen zu bringen vermag und an dieser Erfahrung wächst man. Und genau das ist, was Unternehmen vielleicht auch an Bewerbern mit Auslandserfahrungen schätzen: Offenheit, Belastbarkeit, Aufgeschlossenheit, Flexibilität und persönliche Reife.
Ich sage nicht, dass man diese Dinge sich nicht auch anders aneignen kann, aber es dauert sicherlich länger und ist mühsamer.
Achja: für einen Auslandsaufenthalt nimmt jeder Arbeitgeber ein 1-2 Semester längeres Studium gerne hin. Denn der Gewinn ist einfach enorm.
linda_lou sagte
Letzendlich: Es sollte jedem freigestellt sein, ob er/sie ins Ausland möchte oder nicht, aber man kann nicht wegdiskutieren, dass ein Auslandsaufenthalt eine wahnsinnige persönliche Bereicherung ist -unabhängig davon, ob man nun positive oder negative Erfahrungen gemacht hat. Denn man lernt sich selbst ganz neu kennen und erlebt einen Perspektivenwechsel, der einen manchmal an die (zunächst scheinbaren) eigenen Grenzen zu bringen vermag und an dieser Erfahrung wächst man.
Als enstirniger Kleinbürger würde ich scherzen:
zB an der Erfahrung Alkoholvergiftung :D








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11.10.2009 - 18:36 Uhr
clou