05.10.2009 - 18:30 Uhr

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Ungereimtes auf Papier

Text: nadja-schlueter

Tobias und David haben ein Poesielabel gegründet, mit dem sie jungen Dichtern in der Stadt wieder eine Plattform bieten möchten. Ihr Konzept wirkt dabei wie eine Art Reise in die Vergangenheit – weitab von Online-Lyrik und modernen Literaturtrends wie Poetry Slams, soll es bei Perplex vor allem um die Sprache und ihr Gefühl gehen.

Als das erste Mal die selbstkomponierten Beats abgespielt werden sollen, streikt die Technik. Das macht aber nichts, denn die beiden Künstler des Abends haben hilfsbereite Freunde, die den Getränkeverkauf kurzerhand von der improvisierten Theke in den Veranstaltungsraum verlegen und damit die Zeit überbrücken. Und als dann endlich wieder alles klappt und die Musik verklungen ist, tragen die jungen Dichter im Wechsel ihre Werke vor. Tobias Heitzer (22) und David Vajda (20) geben hier, im Kellerraum einer Münchner Synchronisationsfirma, die Debüt-Lesung ihres Poesielabels Perplex. Noch sind sie nur zu zweit, doch sie wollen, dass Perplex zu einer Plattform für junge Poeten heranwächst. „Wir wünschen uns, dass sich Leute bei uns melden, mit denen wir an Poesieprojekten arbeiten können“, erläutert Tobias den Plan. „Wir möchten Lesungen organisieren und eventuell eine Zeitschrift herausbringen, die sich auf Lyrik konzentriert.“ Denn die Lyrik, sagen sie, sei heutzutage fast in Vergessenheit geraten, vorbei die Zeiten in denen es regelmäßige Publikationen mit Gedichte gab. „Heute spielt sich das alles im Internet ab – das wollen wir nicht, wir wollen etwas Gedrucktes, etwas, das man in der Hand halten kann“, sagt David.
Tobias und David, die zwei von der Poesie. Zurückkehren zu althergebrachten Modellen, das ist ihr Ziel – sie seien eben „nostalgisch“. Auch ihre Vortragsabende wollen sie klassisch gestalten, anders als Lesebühnen und Poetry Slams, die sich bewusst von der sogenannten Wasserglaslesung distanzieren. „Auf Poetry Slams geht es um die Performance und darum, die Leute zu unterhalten, es ähnelt oft dem Kabarett. Bei uns stehen Sprache und Gefühl im Vordergrund“, erklärt David. Tobias studiert Neuere Deutsche Literatur, Psychologie und Italienisch an der LMU, David wird in Kürze ein Französisch- und Philosophie-Studium in London beginnen. Doch dem jungen Label und München will er trotzdem treu bleiben, denn er glaubt, dass es gerade hier an neuen Ideen im Literaturbereich fehlt. Tobias sieht das genauso: „In Berlin gibt es schon viele ausgefallene Poesieprojekte, da kann man sich zum Beispiel in einem Café für sieben Euro Kaffee, Kuchen und ein vorgelesenes Gedicht bestellen. So was ist hier viel schwieriger – aber ich habe den Glauben an München noch nicht verloren.“ Während der Lesung sitzen die beiden in grünem Licht an einem Tisch. Ohne Mikrofon lesen sie ihre Gedichte den etwa 50 Zuschauern vor. Es sind ungereimte Gedichte und es geht oft um Sex oder Liebe oder die Atmosphäre einer bestimmten Stadt – Themen, die man von jungen Dichtern erwartet. Es steckt sehr viel Emotion, sehr viel Künstlertum in dem, was sie tun, sogar das abwechselnde Ein- und Ausschalten ihrer beiden Leselampen wirkt leidenschaftlich. Von dem verpönten Prinzip der Performance können sie sich daher aber auch nicht ganz freisprechen. Aber das, was sie machen, machen sie gut, weil sie sich nicht völlig in kryptischen Formulierungen verlieren, weil man versteht, was sie sagen wollen, und weil es hin und wieder eine angenehme, leise Pointe gibt. Nach der Lesung bleiben Dichter und Gäste zur Party. Es gibt Absinth und gute Musik. „Wir wollen die Poesie ja schließlich feiern“, sagt David. Dazu haben sie auch Grund, denn mit ihrem Debüt sind die beiden zufrieden und hoffen nun auf Zulauf für ihr Label.


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miaaa
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Mag ich Mag ich nicht

0

06.10.2009 - 09:37 Uhr
miaaa

super!

lousal
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Mag ich Mag ich nicht

2

06.10.2009 - 11:23 Uhr
lousal

das sie keine homepage haben passt ja sehr zu dem, was sie da anbieten wollen...

lilluvya
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Mag ich Mag ich nicht

0

06.10.2009 - 12:15 Uhr
lilluvya

PaartanzJetzt sagte:
und wie kann man den kontakt zu den beiden herstellen?mehr Infos bitte!


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riesenherz
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Mag ich Mag ich nicht

0

06.10.2009 - 15:10 Uhr
riesenherz

*

douchebag
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Mag ich Mag ich nicht

1

06.10.2009 - 15:57 Uhr
douchebag

die wollen doch nur die jungen dinger flachlegen.

noplacespecial
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Mag ich Mag ich nicht

0

06.10.2009 - 16:32 Uhr
noplacespecial

hört sich erstmal so nicht schlecht an. ohne live-beurteilung allerdings kein urteil möglich.

klinsmaus
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Mag ich Mag ich nicht

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06.10.2009 - 18:27 Uhr
klinsmaus

Generell eine gute Idee, nur das Alter der beiden macht mich etwas skeptisch.

johnz
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Mag ich Mag ich nicht

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06.10.2009 - 22:08 Uhr
johnz

endlich mal wieder ein paar Idealisten in der Stadt

schatzerl
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Mag ich Mag ich nicht

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21.10.2009 - 18:33 Uhr
schatzerl

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nadja-schlueter

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.