Klettersteig Isidor |und warum Werbung keine Grenzen kennt|
27.09.2009:Manchmal ist das schöne Wetter auch ein Fluch. Perfekt war es allemal, doch sollte man sich wirklich gut überlegen wo man an solchen Tagen hinfährt. Ich bildete mir unbedingt ein, den neu eröffneten Isidor-Klettersteig zu gehen, nachdem man ihn freitags zuvor in der Zeitung vorgestellt hatte. Die Leichtvariante auch für Anfänger geeignet, verläuft parallel zur schweren Variante. Beide waren heillos überfüllt und da mich eine nette Freundin meiner Schwester begleitete, entschieden wir uns für die Leichtvariante. Auch deshalb, weil sie noch nie einen Klettersteig gegangen war.

So mussten wir auch nicht großartig vor schwierigen Stellen warten, bis so völlig bekloppte Knallköpfe endlich ihre Angst überwunden hatten, um die „überhängende“ Stelle zu bewältigen. Ich frag mich immer wieder, warum sich manche Menschen immer wieder maßlos überschätzen, nur um später mit einem Brustton der Überzeugung sagen zu können, sie hätten etwas unglaublich Außergewöhnliches gemacht, obwohl sie in der Situation selbst nie Herr ihrer eigenen Sinne und durchgehend auf die Hilfe anderer angewiesen waren.
Bleibt wohl ein Fall von Hybris!



Die kurze „überhängende“ Wand. Gesichert mit Stahlstifttreppen. Mit bisschen Kraft und Schwindelfreiheit für Jedermann machbar, der Nerven hat. Alle anderen bitte Finger davon lassen!!!
Jedenfalls führt eine Hängebrücke die beiden Varianten nach ungefähr 50 bis 70 Höhenmeter wieder zusammen. Und auch für „Nicht-Überhang-Geher“ lohnt sich ein Gang über diese nette Brücke



Der weitere Weg ist relativ unproblematisch, schön luftig und führt vorbei an so manch ausgesetzter Stelle, die jedes Mal mit einem hübschen Hochglanztäfelchen vorangekündigt wird. Ganz ohne Eigenwerbung versteht sich...



...ich musste mich wirklich fragen, was dieser Blödsinn soll. Schwierige Stellen jemandem zu widmen, oder sie nach etwas zu benennen, finde ich grundsätzlich absolut in Ordnung. Aber diese Eigenwerbung in dermaßen aufdringlicher Art ging mir schon tierisch auf den Senkel. Sind wir in den Bergen, oder in Downtown Manhattan. Fehlen nur noch die bunt blickenden Werbereklamlichter, damit man in der Dunkelheit auch noch von Weitem sieht, dass Metzger-, Maler- und Metallmeister von Sonstewo hier ihr Geld verbaut haben.





Die schöne Aussicht und die sehr angenehme Begleitung ließen allerdings über diese Gruseligkeiten hinwegsehen...



...und ein Tipp für die, die’s gern nachgehen wollen: entweder sehr früh am morgen, oder spät am Nachmittag. Dann ist der Großteil der Masse schon weg und kann den Weg mehr oder weniger für sich allein genießen und fast hätt ich’s vergessen...das kleine Pfauenauge kreuzte auch heute kurz meinen Weg und ließ sich kurz auf dem Helm meines Vordermannes nieder. Hatte vom Spitzstein doch einen recht weiten Weg hierher zum Königssee:)

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bei mir scheiterts ja meist an der zeit oder an mitkletterern. schade eigentlich, man müsste öfter in die berge.
warum nicht einfach am einstieg oder oben dann eine tafel mit "all diese haben diese tour möglich gemacht." und dann die liste. andererseits haben die stiegbauer wohl einzelne teile "verkauft" und deswegen jetzt die einzeltafeln. naja. hübsch ist anders, aber ok.
Dieses Sponsoring entspricht halt der Zeit, genauso wie der Klettersteighype der letzten Jahre. Ich möchte nicht wissen wieviele unerfahrene Flachländer beim Schild nach rechts gehen, dann verzweifelt wie müde Maikäfer im Fels hängen und sich und andere gefährden.
wär mal was ganz neues.
Schöner Blick zum Watzmann,und Königsee,
das war mal Urlaubsland,alle Berge bestiegen.
Schöner Bericht!
aber warum um alles in der welt klettert man da rum..
grusel!
das ist verrückt!*
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05.10.2009 - 13:41 Uhr
virgina
prägnant, witzig, unterhaltsam, ernsthaft.
und die bilder erst!
das wird hoffentlich ein buch!