Ex-Welten….second life wenn das first life zusammenbricht
Text: shirin80
Heißt Beziehung = zerfetztes Innenleben?
Wo man auch hinschaut und hinhört – überall brechen Herzen. Im Minutentakt. Manche augenränderstark und stillschweigend, manche mit der Zurückhaltung eines Presslufthammers. International.
Kürzlich lernte ich die Freundin einer sehr guten Freundin kennen. Gemütlicher Kinoabend – der in einer Bar und in Lichtgeschwindigkeit bei dem Thema endete, das die Welt vereint: gebrochene Herzen und die chronische Suche nach jemandem, der nicht auf Scherben steht. „Ich habe eine sehr traumatische Trennung hinter mir und bin deshalb in Therapie. Aber ansonsten bin ich ganz normal!“
Sind wir alle noch normal? Gehört es zum guten Ton mindestens einmal im Leben die international arbeitende Herzcrushmaschine kennen gelernt zu haben? Film und Fernsehen versorgen die, die bisher glücklich genug waren, dem Herzbrei zu entgehen, mit Bildern über das, was passiert, wenn’s passiert. Die zusammenbrechende Carrie im Sex-and-the-City-Der-Film als Mr.ach-so-Wonderful seinen angeblich so knackigen Allerwertesten nicht aus der Limo Richtung Traualtar bewegen kann, muss selbst beim Champion der Sex-in-the-City- Hasser akuten Fremd-Herzbruch auslösen. Allein im Freundeskreis schreibt das (Liebes)Leben Geschichten, die ganze Bücherregale füllen würden. Fremdgeher, Ex-Welten, zu denen man keinen Zutritt mehr hat, egal, wie lange man nach einer Tür sucht, verschmähte Liebhaber, die plötzlich akute Stalkertendenzen zeigen, Menschen, die einfach aus dem Leben aber niemals ganz aus dem Herzen verschwinden, Glückshormone, die sich plötzlich nicht mehr orten lassen, die sinnlose Suche nach schonenden Worten für etwas, das man nicht schonend machen kann oder den verzweifelten und sinnlosen Versuch die Schwerkraft einer zerbrechenden Liebe auszuheben.
Und dennoch – was wir suchen ist jemand, dem wir unser Herz schenken können. Behalten will es aus welchen Gründen auch immer irgendwie niemand. Und so angelt man sich von Ast zu Ast, Kandidat zu Kandidat, das Arschlochmagnet immer im Einsatz und der Absturz immer präsent. Brauchen wir das? Wohl ja. Wie Völkerball in der Grundschule. Es gibt nur wenige, die das Spiel lieben. Meist die, die gut fangen und noch besser werfen können. Die, die vom steinharten Ball getroffen werden, bleiben verletzt zurück, beginnen das Spiel zu verabscheuen und stehen kurze Zeit gezwungener Maßen wieder im Spiel. Aber ein Satz ist wahr (ausgesprochen von einer Lehrerin Jahre später): „Wer nie verletzt wurde ist entweder sehr glücklich - oder verdammt einsam.“
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03.10.2009 - 13:39 Uhr
riotsk
Ansonsten finde ich Deinen Text sehr schön, allerdings solltest Du mit geratenen 29 Jahren nicht so schwarz sehen. Es ist nicht immer Völkerball!