20 Dinge, die unserem One-Night-Stand im Weg stehen
Text: penni-dreyer
Das mit dir und mir und dem Sex war bis vor ein paar Minuten noch im Bereich des Möglichen. Und dann ist es irgendwie doch anders gelaufen. Irgendeine Idee, wie es dazu kommen konnte? Nicht?
1. Seit zwei Stunden quasselst du ohne Punkt und Komma von deinem Australien-Aufenthalt von vor drei Jahren. Work&Travel, Schafe, Winter im Sommer, SUPERnette Leute, bla, bla, bla. Und jetzt wirst du auch noch sauer, weil ich die Jenny und die Jaynie nach zwei Stunden immer noch nicht auseinanderhalten kann.
2. Egal, ob in der Kneipe oder in der Bar: wer auf getrennten Rechnungen besteht, kriegt getrennte Betten. Bitte nicht falsch verstehen: Ich erwarte nicht, dass du mich auf Schnaps, Kaviar und Hummerschnittchen einlädst. Ich zahle auch sehr gerne für dich mit. Aber Geiz ist kein besonders antörnender Charakterzug.
3. Hast du jetzt tatsächlich gerade in mein Ohr den „Dein Vater muss ein Dieb gewesen sein…“-Spruch gesabbert? Entschuldige, wenn ich mal kurz aufs Klo gehen dürfte, ich muss mir die Ohren auswaschen.
4. Nichts gegen originelle Konversationsversuche. Aber du versuchst seit Stunden, unkonventionelle Dinge zu sagen, die kein bisschen in den Zusammenhang passen. Und das ist so ähnlich, wie in den ganz schlechten deutschen Indie-Liedern, nur ohne Musik.
5. Du bist zu alt für diese Bar und zu alt für mich. Trotzdem bist du wahnsinnig interessiert an mir. Das hat mir erst mal geschmeichelt. Aber schön langsam kommt mir der Verdacht, dass du hier nur abhängst, weil dich gleichaltrige Frauen durchschauen und für affig halten.
6. Seit einer halben Stunde redest du an mich hin und schön langsam glaube ich, es entweder mit einem schizophrenen Chauvi zu tun zu haben, oder einem sehr netten Kerl, der sich vorgenommen hat, heute mal einen auf hart zu machen. Du verwirrst mich und das macht mich überhaupt gar nicht wuschig.
7. Ich bin nicht deine beste Freundin, ich kenne dich nicht einmal. Trotzdem bist du schon bei der dritten schlechten Erfahrung, die du in deinem Leben mit „den Frauen“ gemacht hast. Nur eine Frage: was erwartest du von mir? Einen Mitleidsfick? Einen Fick, mit dem ich alles wieder gutmache, was dir bisher von anderen Frauen angetan wurde? Eine Watschn? Über letzteres könnten wir diskutieren, den Rest kannst du dir bis auf weiteres abschminken..
8. Frauen mögen es – entgegen anderslautender Gerüchte aus der professionellen Anmach-Branche – überhaupt nicht, wenn man sie erst klein macht, um dann durch die Hintertür ein Kompliment nachzuschieben. Wenn du also glaubst, mit einem Spruch, wie: „Für ne Blondine bist du ja gar nicht soooo doof.“ durch die psychologische Hintertür direktemang in mein Herz oder meine Hose zu spazieren, dann muss ich dich leider enttäuschen.
Erstens kenne ich diese Tricks aus dem ehemaligen Musikfernsehen und zweitens funktioniert das vielleicht bei Mäusen und Laborratten, nicht aber bei echten Menschen.
9. Die Idee klang eigentlich total nett. Lass uns mal was anderes machen, hast du gesagt. Nicht immer in die Clubs und Bars strawanzen, hast du gesagt. Und jetzt sitzen wir hier auf der Minigolfbahn in einem Vorort und versuchen, uns in romantische Stimmung hineinzudenken. Stattdessen aber denke ich die ganze Zeit an den S-Bahn-Fahrplan und daran, ob ich heute noch nach Hause komme.
10. Folgende überlieferte Konversation während eines ersten Date in New York:
Mann: „What do you think about anal sex?“
Frau: “…”
Mann: “Well – I LIKE it!!!”