"Es muss ein bisschen wehtun"
Zum zweiten Mal veranstaltete die freie Künstlerin Alexandra Müller, 27, einen „Intimflohmarkt“ in Berlin. Hier wird nicht mit Geld, sondern mit persönlichen Geschichten bezahlt – über Kindheitserlebnisse, Mordfantasien und das erste Mal.
jetzt.de: Alexandra, wie kommt man darauf, die Leute mit Geheimnissen anstatt mit Geld bezahlen zu lassen? Alexandra Müller: Das Thema Datenschutz beschäftigt mich einfach sehr. Paybackkarten finde ich zum Beispiel ganz schrecklich, und auch im Internet ist das ja ein großes Thema. Man gibt ständig Daten von sich her, ohne darüber nachzudenken. Darauf wollte ich die Leute aufmerksam machen. Die Performance sollte aber auch einfach mal nicht mich, sondern die anderen in den Mittelpunkt stellen und sie so aus ihrem Alltag herausreißen. Beschreib doch mal, wie so ein Intimflohmarkt aussieht. Er dauert immer drei oder vier Wochen und findet in einer Galerie oder einem Kulturzentrum statt. Da präsentiere ich dann alle Produkte wie in einem normalen Geschäft. Die meisten wurden von Freunden und Bekannten extra für mein Projekt gespendet. Es sind vor allem Kleider, aber auch Bücher und typischer Trödel. Auf kleinen Schildern stehen die Preise.
- Der Panda in mir 25.05.2012
- „Es muss eine klare Zuordnung geben“ 25.05.2012
- "Ich würde ihr keinen Rassismus bescheinigen" 24.05.2012
- "Seit Aristoteles wird geklagt, die Jugend sei nicht leistungsfähig" 22.05.2012
- „Ein bisschen geil“ 20.05.2012
Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem dienstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!
Alle Kommentare anzeigen
Da muß ich mal drüber nachdenken, ob das Geplapper, Chuzpe oder die konsequente Veranschaulichung des Themas Informationsgesellschaft ist.
Mir persönlich läge mehr daran, den Menschen aufzuzeigen, daß ihre biographischen Geschichten einen hohen immateriellen Wert haben. Keine Währung sind, man sich nicht etwas Materielles dafür kaufen kann. Dass es höchstpersönliche schützenswerte Identitäts-Partikel sind.
Hier wird lediglich, etwas überzogen aufgezeigt wie sich der Moderne Mensch sowieso schon verhält. Nur bekommt er in der Regel nicht direkt etwas dafür.
"Ich glaube ich würde lieber bezahlen.."
Man bezahlt immer mit Geld und legt solche Informationen gratis dazu, oder bekommt ein bissen payback. Nur auf eine Weise die dem Verbraucher noch nicht so bewusst ist.
Es soll aufrütteln. Das man sich Gedanken macht was mit den eigenen Daten passiert. Ein gut das man immer noch nicht als "wertvoll" erkannt hat.
"Keine Währung sind, man sich nicht etwas Materielles dafür kaufen kann."
Für einen USB-Stick voll Anschriften bekommt man schon einiges. Für Informationen über den Sozialstatus und Gesundheitszustand auch. Und die erlebten Geschichten helfen dabei Persönlichkeitsprofile auszuschmücken die man beim Sozial Engineering verwenden kann. ;)
ThomasCrown sagte:
hatte neulich schon etwas drüber gelesen und fand es interessant. wobei ich weniger payback-karten und datensammler, sondern beichte als assoziation hatte.
nur: die gespräche wurden aufgenommen und werden demnächst als hörspiel im radio ausgestrahlt? und das war wirklich allen so bewußt? warum gehen sie dann nicht gleich zu domian?
Eine kleine persönliche Geschichte ist wie ein Schatz.
Das wäre an Domian eher verschwendet.
Hier wird auch kein Seelenheil gefordert.
PaartanzJetzt sagte:
Eine kleine persönliche Geschichte ist wie ein Schatz.
Oh ja!
Alle Kommentare anzeigen








4
29.09.2009 - 09:24 Uhr
rotfront
weils bei domian keine jacke gibt