30.09.2009 - 18:30 Uhr

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Mirjam Weichselbraun: "Da ist mehr als nur das blonde Fernseh-Püppi"

Text: andreas-glas - Foto: Inge Prader

Welche Schlüsselqualifikationen sind wirklich wichtig? Heute: Moderatorin Mirjam Weichselbraun über Schönheit als Erfolgsfaktor im Beruf.

Nervt es dich, auf dein Aussehen angesprochen zu werden? Ich werde da eigentlich gar nicht so oft drauf angesprochen. Du wurdest 2006 zur erotischsten Österreicherin gewählt und wenn die FHM ihre Sexiest Women wählen lässt, bist du immer vorne mit dabei. Da wirst du doch drauf angesprochen, oder? Klar, meine Freunde sprechen mich da natürlich drauf an. Da bin ich dann das Witzobjekt schlechthin, weil meine Freunde mit meiner Person alles andere verbinden als Erotik. Diese ganzen Listen sind sowieso eine seltsame Sache. Das sind alles Frauen, die irgendwann mal im Fernsehen aufgetreten sind und die werden dann untereinander auf eine Liste geschrieben. Ganz so willkürlich ist es ja nicht. Immerhin wird die FHM-Liste von ihren Lesern gewählt. Trotzdem: Ich bin in Österreich zu einer Zeit zur erotischsten Frau gewählt worden, als ich durch eine Freitagabend-Show stark präsent war. Das reicht dann schon, um vorne zu landen. Außerdem stelle ich als Frau fest, dass auch die schönsten Männer meistens extrem glatt und langweilig sind. Für mich persönlich entscheiden eher Blicke und Humor, ob ich eine Person interessant oder sexy finde.
Mirjam Weichselbraun am Set des Films "Hangtime - Kein leichtes Spiel", der am 15. Oktober in die Kinos kommt. Glaubst du, dass bei Männern andere Kriterien gelten? Ganz bestimmt sogar. Warum finden denn Frauen Günther Jauch so attraktiv? Nicht weil er ein Model ist, sondern weil man ihm Humor und Intelligenz nachsagt. Derzeit gibst du in den Kammerspielen der Wiener Josefstadt dein Theaterdebüt. Ist dieses Engagement ein Zeichen dafür, dass die Menschen mehr in dir sehen als nur deine Schönheit? Ich bin jedenfalls froh, wenn mir jemand die Chance gibt, mich zu beweisen. Es freut mich, dass man mir eine solche Rolle zutraut. Ich gehe schon allein deshalb so gerne zum Vorsprechen ans Theater, weil es mir großen Spaß macht, wenn ich beweisen kann, dass da mehr ist als das blonde Püppi aus dem Fernsehen. Wobei deine derzeitige Rolle ja auch einer Person nachempfunden ist, die ohne ihr Äußeres kaum so erfolgreich gewesen wäre: Du spielst Marylin Monroe. Genau genommen spiele ich ja nicht Marylin Monroe selbst, sondern die Rolle der Sugar Kane, die eben Marilyn Monroe in "Manche mögen's heiß" gespielt hat. Außerdem war das Schönheitsideal damals ganz anders als heute. Die Monroe war eine Vollfrau, sehr weiblich und sinnlich. Wenn man sich ihre Filme anschaut, sieht man sofort, dass sie die Menschen nicht nur durch ihre Schönheit, sondern auch durch ihr Schauspiel verzaubert hat. Drehen wir den Spieß mal um: Schüchtert es dich manchmal ein, wenn du selbst einem schönen Menschen für ein TV-Interview gegenüber sitzt? Ehrfurcht spüre ich erst, wenn derjenige neben seinem guten Aussehen noch etwas anderes hat, das ich interessant finde. Als ich beispielweise Beyonce Knowles interviewt habe, saß ich die ganze Zeit nur da und dachte mir: Diese Frau ist so unglaublich schön! Das lag aber auch daran, dass sie eine tolle Stimme hat und sehr interessante Dinge erzählt hat. Für "Wetten, Dass?" hast du auch Hugh Jackman interviewt. Ich weiß, du hältst nichts von solchen Listen, aber: Er wurde letztes Jahr zum Sexiest Man Alive gekürt. Hat dich sein Aussehen in irgendeiner Form beeindruckt? Bevor ich Hugh Jackman interviewt habe, fand ich ihn gar nicht so toll - im Gegensatz zu den meisten Frauen, die ihn ja unfassbar sexy finden. Beim Interview war er dann total witzig, hat einfach toll mitgemacht und plötzlich fand ich ihn auch sexy. Wie die meisten interessanten Männer geht auch Hugh Jackman total selbstverständlich mit seinem guten Aussehen um. Und diese Selbstverständlichkeit ist es, die einen Mann so anziehend macht. Jetzt haben wir so lange über Schönheit im Beruf geredet. Was aber ist das eigentliche Geheimnis, um im Job Erfolg zu haben? Leidenschaft. Wenn man für den Job nicht mehr brennt und nur noch aus dem Kopf heraus entscheidet, dann leidet die Arbeit darunter - und auch der Spaß daran. Schlimm ist es, wenn man satt und dauerhaft zufrieden ist. Wenn man im Beruf weiterkommen will, kann ein bisschen Unzufriedenheit nämlich gar nicht schlecht sein. *** Alle bisher veröffentlichten Folgen der Jobkolumne findest du hier.
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