20.09.2009 - 18:30 Uhr

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Liebespaare: Steffi, Jörn und ein langer Atem

Text: wlada-kolosowa - Illustration: Katharina König

Was wir von der Liebe wissen, wissen wir aus eigenen Erfahrungen und aus den Geschichten anderer. In Folge 13 erzählen Jörn und Steffi von ihrem Kennenlernen auf jetzt.de und dem Zusammenkommen in echt.

Jörn, 26, (alias themagnificentone) wohnt in Solingen und studiert Germanistik und Philosophie auf Lehramt: Ich war nicht darauf vorbereitet, über das Internet mit einer wunderbaren Frau in Kontakt zu kommen. Singlebörsen haben für mich nach wie vor die Attraktivität von Kakteenzüchterforen und ich habe mich auch nicht bei jetzt.de angemeldet, um die Frauen dieser Welt zu beglücken. Ich war zufällig auf die Seite gestoßen und las mich fest. Hier gab es gute, unkonventionelle Texte. So lernte ich Steffi über ihre Beiträge kennen. In ihrem Profil stolperte ich über unseren gemeinsamen Heimatort. Im lokalpatriotischen Taumel und auch etwas unter dem Einfluss von kölschem Bier schrieb ich ihr dann ein kleines, sommerliches Gedicht unter einen ihrer Texte. Es entstand spontan und landete ohne amouröse Hintergedanken bei ihr. Und überhaupt: Seit wann kann man mit Gedichten Frauen beeindrucken? Ich muss jedoch gestehen, dass ihr Profilbild, gelinde gesagt, recht ansprechend war. Mein nächster Eintrag war der Karnevalsschlachtruf Solig lott jon (Solingen los geht’s). Solingen ist bestimmt keine Karnevalshochburg und ich bin noch viel weniger Karnevalist. Es muss mir wohl irgendwie um den konspirativen Geist in diesen Worten gegangen sein. Sie antwortete mir und bald tippten wir uns einen Monat lang die Finger wund und „trafen“ uns im Virtuellen. Aber aus der lange geplanten Radtour – einer ersten Begnung „in echt“ – wurde unerklärlicherweise nichts. An meiner Planung konnte es jedenfalls nicht gelegen haben. Wir mussten uns dann doch auf die traditionelle Art kennenlernen. Ohne es zu wissen, hatten wir eine gemeinsame Bekannte und plötzlich stand Steffi vor mir. Es war seltsam, sie dreidimensional zu sehen. Nachdem wir uns lange und ganz unverkrampft unterhalten hatten, ergriff sie die Initiative und schlug ein Wiedersehen für den nächsten Tag vor. Bald entwickelte sich eine sehr, sehr schöne Freundschaft. Aus Freundschaft wurde Liebe und daraus wurde, für mich, Herzeleid. Im Rückblick ist es eine kurze Episode, aber damals war es eine endlose Hölle. Dann erbarmte sich meine Liebste und mein verkohltes Herz erwachte zu neuem Leben. Ich hatte nur ein Jahr lang Ausdauer beweisen müssen. Nun, rund drei Jahre nach unserem Kennenlernen, weiß ich nicht, wem ich mein Glück mehr verdanke: dem Schicksal oder meinem Durchhaltevermögen. Steffi gehört zum Besten, was mir in meinem Leben begegnet ist. Wie Steffi das Kennenlernen und alles weitere erlebte - lies weiter auf der nächsten Seite.
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ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.