"Es gibt kein Patentrezept"
Am Samstag vor einer Woche schlugen zwei Jugendliche in München einen 50-Jährigen tot. Laurent Lafleur ist Staatsanwalt in München und hat es dort vor allem mit jugendlichen Gewalttätern zu tun. Mit jetzt.de spricht er über den Fall von Solln und das Jugendstrafrecht
Die U-Bahnschläger im Dezember 2007, die einen Rentner verprügeln, im Juli drei Schweizer Schüler auf Klassenfahrt, die „Leute wegklatschen wollen“ und einen Familienvater bewusstlos prügeln und jetzt die Tat von Solln. Passieren in München tatsächlich exorbitant viele Gewalttaten oder täuscht die Wahrnehmung? Laurent Lafleur: Die Staatsanwaltschaft selber führt keine Statistiken darüber. Deshalb kann ich diese Frage so nicht beantworten. Unsere Aufgabe ist es, uns mit den Einzelfällen zu beschäftigen – nicht mehr und nicht weniger. Haben Sie eine Erklärung dafür? Warum gerade hier? Solche Gewalttaten erwartet man eher in Berlin-Neukölln, in sozialen Brennpunkten… Lafleur: Natürlich macht man sich als Mensch darüber Gedanken und sucht nach Erklärungen. Doch die sind rein persönlich und haben nichts mit meiner Arbeit als Staatsanwalt zu tun.
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Für den "relativ heftigen Raubüberfall" (was auch immer das war) hat der Täter im März/April also vier Wochen U-Haft (also keinen "echten" Knast) und danach sowas wie einen "Bewährungshelfer" bekommen, mit dem er sich ab und zu treffen mußte. Er hatte zu dem Zeitpunkt bereits mehrere andere Vorstrafen (jedoch keine "gravierenden"). Unmittelbar vor der Tat von Solln hat er einen Rentner wegen Geld bedroht, wurde von der Polizei aber laufengelassen. Da kommen bei mir schon Zweifel auf, ob ihm tatsächlich ein ausreichend starkes Signal gegeben wurde, daß sein Lebensstil nicht akzeptabel ist (also das Stichwort "Erziehung" des Staatsanwalts).
("Wegen schwerer räuberischer Erpressung war er zu einem Monat Dauerarrest verurteilt worden, die Strafe wurde angerechnet auf die vierwöchige U-Haft.").
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/179/...
("Zwei der drei Münchner S-Bahn-Schläger hatten wenige Tage vor dem tödlichen Angriff bereits einen Rentner bedroht. Einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung bestätigte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger. [...] Die Polizei habe ermittelt, jedoch habe es keine Handhabe für einen Haftbefehl gegeben, da die beiden von sich aus von dem Rentner abließen.")
http://www.br-online.de/aktuell/toedlich...
Seminarleiter an der Uni. Der Mann ist ein sehr guter
Jurist und absolut fair. Seit er in München bei der StA
ist, geht's da irgendwie rund mit den Jugendlichen.
Das Interview ist halt 0815. Nichts Neues.
@five: Jugendliche müssen im Gegensatz zu Erwachsenen in der U-Haft "aus erzieherischen Gründen" arbeiten








3
20.09.2009 - 19:08 Uhr
afrirali
aber als interviewpartner taugt er nicht so viel, vielleicht auch, weil er als guter staatsanwalt keine "politischen" aussagen treffen will und sich da eben massiv zurückhält.