Staatsfeind Nr.1? Wie Hans-Martin zu Hass-Martin wurde
Der Apotheken-Praktikant Hans-Martin Schulze hat es am Wochenende geschafft, innerhalb von wenigen Stunden zum Buhmann der Nation zu werden. Als Kandidat der Pro-Sieben-Show „Schlag den Raab“ verdarb es sich der 24-jährige Oldenburger nicht nur mit dem Studiopublikum. Sein übermäßiger Ehrgeiz und eine deutliche Siegesgewissheit sicherten ihm auch die Abneigung der fernsehenden Internet-Gemeinde, die ihn umgehend in „Hass-Martin“ umbenannte. Noch während Hans-Martin sich die 500. 000 Euro Preisgeld erkämpfte, formierte sich im Netz eine Front gegen ihn. Jetzt.de sprach deswegen mit Christian Schlender, der auf der Homepage www.hassmartin.de dokumentiert, wie leicht die sozialen Netzwerke zu Pöbel-Plattformen werden.
Warum wurde aus dem Raab-Kandidaten Hans-Martin das ideale Feindbild „Hass-Martin“? Es hat ja schon begonnen, als Hans-Martin vom Publikum auserwählt wurde gegen Raab anzutreten. Da hat er schon großspurig von seinem Intelligenzquotienten von 143 erzählt und war sehr siegessicher. Er war einfach nicht der klassische Kandidat, den man sonst so aus dieser Sendung kennt. Der ambitionierte Underdog gegen den überheblichen Raab. So sind die Rollen eigentlich klar verteilt. Doch Hans-Martin hat für die Zuschauer wohl viele Eigenschaften in sich vereint, die ihn so unbeliebt gemacht haben. Hast du die Sendung dann auch parallel bei Twitter verfolgt? Nein, ich habe mir die Sendung komplett angesehen, aber schnell gemerkt, dass das sicher ein Thema im Internet wird. Gerade als das Publikum nach der fünften Wettkampf-Runde schon komplett hinter Raab stand wusste ich, dass sich da sicher etwas tun wird. Nach der Sendung hab ich gesehen, welche enorme Resonanz das alles hinterlassen hat.


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15.09.2009 - 21:24 Uhr
MorbusBahlsen
ich hab die sendung schon teils gesehn hab aber echt nichst mitgekriegt, geschweige denn geahnt dass da noch so ein Nachbeben kommen könnte.
krass, womit man alles geld machen und viel unruhe um nichts stiften kann.
Mir ist unbegreiflich, wie ein Typ aus dem Fernsehn derartige Hassgefühle bei anderen hervorrufen kann. Mir ist unbegreiflich, wie Leute zu TAUSENDEN so primitiv sein können, derartigen Hassgefühle schön anonym im Internet Ausdruck zu verleihen.
Und mir ist auch unbegreiflich, wieso TAUSENDE absolut nichts besseres zu tun haben.
kikuju sagte:
alco, mir geht raab echt absolut auf den zünder, aber der typ hat sich dermaßen aufgeführt, dass er es wirklich geschafft hat, raab sympathisch dastehen zu lassen. und das ist echt mal eine leistung!
leider gibts auf youtube nichts mehr zu sehen. insofern kann ich nur sagen, was ich gerechtfertigt sagen würde, hätte ich es gesehen. was hat er denn so schlimmes gemacht? war schlau und hats gesagt? hat kohle gewonnen und es geil gefunden?
15.09.2009 - 21:39 Uhr
alcofribas
15.09.2009 - 21:43 Uhr
alcofribas
Ich frag mich: gehen diese Leute auch her und hassen ihr "reales" Umfeld auch entsprechend? Wird da auch "grad total dummen Typen names Hans-Martin auf Party kennengelernt, voll die Flachpfeife" getwittert?
oder gefacebookupdated?
wird da ne gruppe "ich hasse hans-martin von der party gestern abend" gegründet?
Wohl kaum.
Man kann sich ja wirklich über alles auch berechtigt mal kurz aufregen, aber echt, SO nen Aufwand zu betreiben?
Und diese Hass-T-Shirts bestellen sich sowieso nur Hohlbrote die auch andere, äh, T-Shirts mit Sprüchen bestellen. Bravo. Dann erkennt man Deppen wenigstens gleich auch am Äußeren.
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15.09.2009 - 21:09 Uhr
MorbusBahlsen
Schlägt zu.
Und keiner wars nachher.