15.09.2009 - 09:00 Uhr

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Der Zivilcourage-Ticker: Wie reagierst du?

Text: andreas-glas

Einem 50-Jährigen hat sein mutiges Auftreten in einer Münchner S-Bahn das Leben gekostet. Beeinflusst dieser tragische Fall deine Einstellung zu Zivilcourage?

Er wollte helfen und musste sterben. Als der 50-jährige Dominik B. beobachtet, dass Schüler von zwei aggressiven Jugendlichen bedrängt werden, zögert er nicht. Er stellt sich dazwischen, bietet den Kindern sogar an, sie sicher nach hause zu bringen. Als Dominik B. dann die S-Bahn verlässt, folgen ihm die zwei Jugendlichen, schlagen und treten so heftig auf ihn ein, dass er später im Krankenhaus stirbt.
Kerzen und Blumen erinnern an den mutigen Helfer Dominik B., der am Sonntag am S-Bahnhof Solln in München zu Tode geprügelt wurde. Nahezu jeder hat schon einmal eine ähnliche, wenngleich wohl weniger dramatische Situation beobachtet und stand vor der Frage: Einschreiten oder kneifen? Jeder weiß, dass es eine Menge Mut erfordert, sich selbst in Gefahr zu bringen, um anderen zu helfen. Und viele kennen das hilflose Gefühl, wenn man letztlich doch wieder alle guten Vorsätze über Bord wirft und zurückzieht, weil die eigene Angst zu groß ist. Warst du auch schon einmal in einer solchen Situation und hast gekniffen? Oder hast du schon einmal Zivilcourage bewiesen? Und: Werden dich die Folgen des jüngsten Vorfalls in München in Zukunft beeinflussen, wenn es darum geht, zu helfen? Der Tagesticker stellt dich heute auf die Mutprobe.


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eisengrau
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Mag ich Mag ich nicht

-1

15.09.2009 - 09:01 Uhr
eisengrau

Ich hab Angst, hier was zu schreiben, so ganz allein...

Cios
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Mag ich Mag ich nicht

0

15.09.2009 - 09:03 Uhr
Cios

Es hängt davon ab, worum es geht. Übernehmen würde ich mich nicht - gegen zwei Riesen die jeweils 100 Kilo Muskeln rumschleppen würde ich nicht ankommen, aber ich würde die Polizei verständigen.

Ich helfe in jedem Fall, denn ich selbst war mal Opfer einer Prügelattacke in der Schule und mir hat niemand geholfen. Ich stelle mich nicht gleich mit denen.

Meine Meinung. (:

arunda
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Mag ich Mag ich nicht

4

15.09.2009 - 09:05 Uhr
arunda

als dünne, relativ kraftlose frau, habe ich angst vor großen prügelnden knaben. ich hoffe, ich werde die piolizei verständigen, wenn es zu so etwas kommt - oder wenigstens laut schreien, damit mehr leute aufmerksam werden, oder so... ich hoffe, ich kneife nicht. aber ich kann es nicht sicher sagen. :(

toll, jetzt fühle ich mich noch mieser. der tag fängt ja toll an!

Mellie78
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2

15.09.2009 - 09:06 Uhr
Mellie78

Ich wurde mal auf der Wies´n von einem besoffenen Weib angegriffen, da hat mir auch keiner geholfen. Ich glaub so allein gelassen wie damals hab ich mich noch nie gefühlt.
Von daher - helfen. Immer, überall. Wenn´s allein nicht geht jemanden dazuholen, aber nie nie nie niemals nur danebenstehen.

Joaosun
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0

15.09.2009 - 09:08 Uhr
Joaosun

nur mut arunda, schreien oder hilfe hohlen ist mehr als die meisten machen würden!

afrirali
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Mag ich Mag ich nicht

0

15.09.2009 - 09:09 Uhr
afrirali

ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich eine solche situation noch nie miterlebt habe, also eine situation, in der wirkliches eingreifen nötig gewesen wäre. es waren immer nur situationen, in denen leute nervig waren, aber nie gefährlich. oder leute etwa in der ubahn rauchten, wo aber niemand etwas gesagt hat. sollte man da schon eingreifen? kann man, muss man nicht; das ist etwas anderes, als wenn sie versuchen, jemanden auszurauben.

Mellie78
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0

15.09.2009 - 09:13 Uhr
Mellie78

Beim Rauchen in der SBahn isses schwierig. Prinzipiell verboten, aber prinzipiell ist es auch verboten seine Füße auf die gegenüberliegene Sitzbank zu stellen. Wenn keiner da ist den´s stört muss man meiner Meinung nach nicht auf dem Verbot bestehen. Wenn allerdings 90% der Leute vom Raucher genervt sind, kann man sich schon erlauben was zu sagen. 100 Leute müssen sich schließlich nicht von einem tyrannisieren lassen.
Allerdings würde ich mich nicht allein mit dem Typen anlegen, sondern mir Verstärkung holen.

eisengrau
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Mag ich Mag ich nicht

0

15.09.2009 - 09:13 Uhr
eisengrau

Ich gebe zu, ich bin kein totaler Draufgänger, was besonders in der Kindheit und frühen Adoleszenz auch meiner Körpergröße geschuldet war. Wenn ich irgendwie aktiv geworden bin, war das oft der Mut der Verzweiflung.

Auch heute warte ich eher taktisch ab. Das liegt auch daran, dass ich oft alles noch schlimmer gemacht habe, wenn ich dachte, den couragierten Kämpfer für das Gute markieren zu müssen.

Inzwischen war ich aber lange nicht mehr in der Situation Zivilcourage zeigen zu müssen. Viele Situationen sind schon entschieden, wenn ich dazu komme. Ob das Schicksal mir damit sagen will, dass ich mich gefälligst um meine eigenen Kram kümmern soll oder ob es mich einfach vor der Entscheidung bewahren will, keine Ahnung. :-/

octopussy
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Mag ich Mag ich nicht

1

15.09.2009 - 09:15 Uhr
octopussy

also eine richtig brenzlige Situation habe ich noch nicht erlebt. Ich habe mal erlebt, dass gleichzeitig 3 Leute was sagten, als so ein unnötiges Dissen stattfand. Das finde ich schon bemerkenswert.
Ansonsten hängt immer sehr davon ab, wie man auftritt. Und wer in der Nähe ist. Es gibt Leute, die schauen weg, nach dem Motto "ach da is ja schon jmd der was sagt" und es gibt Leute, die sich unterstützend dazustellen.
Ich finde es etwas daneben gegriffen, zu sagen: "Der Tagesticker stellt dich heute auf die Mutprobe." - denn so gut es gemeint sein soll, es erinnert mich doch eher an die Albernheiten aus Kindertagen, wie vom Baum runterspringen oder oder.

Also: Mut, bewusst und mit Zivilcourage aufzutreten. Wer traut sich das?

afrirali
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Mag ich Mag ich nicht

1

15.09.2009 - 09:16 Uhr
afrirali

dreist finde ich allerdings, dass (laut tagesschau.de) die csu den fall explizit zum wahlkampfthema machen will.

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andreas-glas offline

andreas-glas

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.