Was bleibt
Text: freiwild
Wir hatten 7 Stunden - keine Zeit. Von Anfang an war das uns beiden klar. Sieben Stunden, das sind viele Worte. Aber sagen lange Sätze mehr, als es kurze Phrasen tun? Sind alle Worte gleich im Sein, wie man es von den Menschen sagt? Und wie viel ist das Lachen wert, das du so kindlich unbeschwert und voller frohsinn herrlich lachst... Ich kann es nicht in Worte fassen, und keiner wird, und jeder will, und wer's versucht ist schon gescheitert, weißt du das ?
Du weißt so wenig, sagst du gerne. Aber ach, die Leute reden. Lass sie sagen was sie wollen, ändern wird die Welt sie nicht. Da standen wir, mit dir die Schöne, mir dem Biest, am Rhein der ruhige Wellen zeigt. Wir sehen zu, dem Fluss, dem Stillen, der wie das Leben weitertreibt. So monoton und schongesehn, so unerträglich wiederholt, wie sich das Dasein meistens gibt, nur jetzt nicht, weil du bei mir bist.
Und jede Form, die ich schon kannte, scheint mir so unendlich falsch, um dir zu sagen, was ich denke. Bis von Sieben Stunden nurnoch drei, und schließlich eine nur verbleibt. Bis der Zug in 10 Minuten uns im Leben weitertreibt... Am Ende stehn wir zwei bereit - für unsern letzten Ehrengruß. Und da umarmt, es tut mir leid, gab ich dir doch den kleinen Kuss, der ungeplant und unerwartet, manches ändert, manches nicht.
Bis Bald hast du gesagt, bis bald, als sich die Türen schließlich schlossen, um uns bis heute unvereint den Lebenswegen überlassen in die Weite Welt zu ziehn. Was tun zwei Lippen aufeinander, im Angesicht der Ewigkeit ? Noch weniger, wenn man bedenkt, dass nur Mund und Hals sich trafen. Und trotzdem, mitten zwischen Gleisen, hier warn es Nummer 2 und 3, sind wir die Freunde geblieben, die wir auch so schon waren, und die Liebenden geworden, die es vorher noch nicht gab. Vielleicht nicht diese eine Liebe, wenn man das so sagen kann, doch trotzdem über alle Freundschaft sehr erhaben.
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14.09.2009 - 16:41 Uhr
Sisyphe