Innovatives Fernsehen kommt heute aus den USA und Großbritannien: Der Skandal um die NDR-Redakteurin Doris Heinze erzählt viel über Kartelle, die sich in erster Linie selbst mit Aufträgen und das deutsche TV dafür mit den immer gleichen öden Formaten versorgen. Ein neuer Helmut Dietl entsteht so nicht.
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Hahhhaaa, Dietl kennt die Frau Heinze nicht ... und die Frau Sperl wohl auch nicht mehr, was? Ob der Joke im neuen Werk dann auch auftaucht. Köstlich.
Und die Furtwängler. Schade, wirklich schade. Aber Sugardaddy Burda wird schon für sie sorgen. Wie er ja auch für die gute Quote mitgesorgt hat. Oder einfach zurück zu Ärzte ohne Grenzen. War doch auch nicht schlecht.
Wann ist das ZDF dran, die degeto usw. Schade, dass man darüber nicht mal ne schöne Doku im Fernsehen sehen wird.
Mit allen Wiederholungshonoraren geht es bei den Heinzes um zirka ne 1.000.000 Euro, dafür sollte sie ins Gefängnis, wenn man bedenkt, wie man in der Branche mit freien Drehbuchautoren umgeht.
Ein Drehbuchautor
Die Branche schweigt noch immer aus Angst. um das WENIGE was für die
freien Produzenten,Autoren und Filmschaffende an Aufträgen bleibt, nicht auch noch zu verlieren. Den Löwenanteil bekommen die “Töchter und Söhne” der Sender.
Wettbewerb “Zivilcourage” für die freien Filmschaffenden ist gefragt und aufgerufen!!!!
Einer der besten Artikel zum Systemfehler Heintze. Besten Dank dafür. Was sich in Deutschlands Fernseh- und Filmlandschaft abspielt, hat mit freier Marktwirtchaft in einer demokratischen Gesellschaft nichts zu tun. "Veblödung mit System" nannte es die FAZ in einem weiteren sehr lesenswerten Artikel. Aber es ist nicht nur die Verblödung, die zu Denken gibt. Es ist ist skrupellose Ausblidung mafiöser Strukturen, die jeder Beteiligte kennt und weit über die Bereicherung einer Einzelperson hinausgehen. Die Querverbindungen über Filmförderungsanstalten und sendereigener Produktionsfirmen erzeugt einen durchdacht abgeschlossenen Geldkreislauf, zu dem die wenigsten und fast immer gleichen Leute Zugang haben. Das wird auch hinter vorgehaltener Hand und zu vorgerückter Stunde eingeräumt. Auch in diesem Bereich müsste die Presse dringend recherchieren. Die meisten Produzenten steht die Existenzangst ins Gesicht geschrieben, wenn sie über ihrer Erfahrungen berichten. Was sollen sie auch tun, wenn Geldmittel vom Sender an die eigenen Produktionsgesellschaften gegeben werden und am besten noch weiteres öffentliches Geld über die Filmförderungsanstalten von den teilweise gleichen Leuten ihren "Wettbewerbern" zur Verfügung gestellt werden? Wenn sie dann doch was produzieren dürfen, wird mit fast schon erpresserischen Mitteln gedroht, wie hier bereits erwähnt worden ist. Wir haben es mit einem markbeherrschenden Kartell zu tun. Die immer wieder angesprochene Furcht, die Dinge beim Namen zu nennen, ist ein weiterer Beleg dafür. Wer es sich mit dem Kartell verscherzt, bekommt kein Bein mehr auf den Boden. Gerne wird die Verantwortung der politischen Parteien übersehen, die für die Schaffung dieser Strukturen die Verantwortung trägt.
Was macht das Bundeskartellamt eigentlich? Wären solche Zustände in einer anderen Branche haltbar oder machbar oder schlicht illegal?
Einer der besten Artikel zum Systemfehler Heintze. Besten Dank dafür. Was sich in Deutschlands Fernseh- und Filmlandschaft abspielt, hat mit freier Marktwirtchaft in einer demokratischen Gesellschaft nichts zu tun. "Veblödung mit System" nannte es die FAZ in einem weiteren sehr lesenswerten Artikel. Aber es ist nicht nur die Verblödung, die zu Denken gibt. Es ist ist skrupellose Ausblidung mafiöser Strukturen, die jeder Beteiligte kennt und weit über die Bereicherung einer Person hinausgehen.
Die Querverbindungen über Filmförderungsanstalten und sendereigener Produktionsfirmen erzeugt einen durchdacht abgeschlossenen Geldkreislauf, zu dem die wenigsten und fast immer gleichen Leute Zugang haben. Das wird auch hinter vorgehaltener Hand und zu vorgerückter Stunde eingeräumt. Auch in diesem Bereich müsste die Presse dringend recherchieren. Den meisten Produzenten steht die Existenzangst ins Gesicht geschrieben, wenn sie über ihrer Erfahrungen berichten. Was sollen sie auch tun, wenn Geldmittel vom Sender an die eigenen Produktionsgesellschaften gegeben werden und am besten noch weiteres öffentliches Geld über die Filmförderungsanstalten von den teilweise gleichen Leuten ihren "Wettbewerbern" zur Verfügung gestellt werden?
Ein Bespiel:
Studio Hamburg GmbH ist eine 100% des NDR.
Nordmedia vergibt bis zu 250000 Euro Fördergeld für die Produktion eines NDR-Tatorts.
Titel: TATORT: BAUERNOPFER
Genre: Fernsehspiel
Länge: 90 Min.
Antragsteller: Studio Hamburg Produktion Hannover GmbH, Lüneburg
Buch /Regie: Dirk Salomon, Thomas Wesskamp / Christiane Balthasar
Kurzinhalt: Charlotte Lindholm erwacht im Krankenhaus, nachdem sie in der Nacht, kurz bevor sie mit dem Auto gegen einen Baum prallt, einen Jungen auf der Straße gesehen hat. Hirngespinste? Eine Verschwörung? Ein vielteiliges Puzzle tut sich auf, das sie vor Ort zusammensetzen muss …
Förderung bis zu: 250.000,00 €
Erklär mir mal bitte jemand, wieso eine gebührenfinanzierte Sendeanstalt Föderung für einen "Tatort" benötigt? Schön ist natürlich, dass der NDR als Gesellschafter der Nordmedia sich selber fördern kann. Woher stammen die Mittel der Nordmedia? Werden hier eventuell über die Haushalte der Länder Bremen und Niedersachsen die Mittel der Sender aufgestockt?
Wenn unabhängige Produzenten dann doch was produzieren dürfen, wird mit fast schon erpresserischen Mitteln gedroht, wie hier bereits erwähnt worden ist. Wir haben es mit einem markbeherrschenden Kartell zu tun. Die immer wieder angesprochene Furcht, die Dinge beim Namen zu nennen, ist ein weiterer Beleg dafür. Wer es sich mit dem Kartell verscherzt, bekommt kein Bein mehr auf den Boden. Gerne wird die Verantwortung der politischen Parteien übersehen, die für die Schaffung dieser Strukturen die Verantwortung tragen.
Was macht das Bundeskartellamt eigentlich? Wären solche Zustände in einer anderen Branche haltbar oder machbar oder schlicht illegal?
Ich hoffe sehr, dass die investigativen Journalisten am Drücker bleiben, dass sie weiter bohren und die Misstände in ihrer Gesamtheit offen legen.
Das jahrelange Schweigen von Autoren, Regisseuren und Produzenten, gerade bei ARD und ZDF, versteht man nur zu gut, denn im Gegensatz zu den privaten Sendern, die inzwischen durchaus aufs Geld schauen (müssen!), herrschen bei den öff-rech. Anstalten immer noch paradiesische Zustände.
Ich kenne Kalkulationen beim ZDF, da lebt, überspitzt gesagt, eine 4 Mann Firma von einer 45min Doku ein ganzes Jahr recht bequem. Die Kalkulationen sind derart künstlich aufgebläht, dass ein "privater" Produktionsleiter wohl vermuten würde, die Firma wolle alle verwendeten Geräte und Drehorte kaufen statt mieten.
Einerseits verständlich, denn wenn das Budget nicht voll ausgeschöpft wird, fehlt es im nächsten Jahr im Redaktionsetat, andererseits wird hier ein Vasallenstaat gefördert, in dem Widerspruch oder Kritik existenzgefährdend wäre. Und natürlich werden dem König häufig Gefallen erwiesen, die die hausinterne Prüfung nicht finden will oder kann.
Und doch erscheint alles allzu menschlich. Wenn man psychologisch noch ein wenig deuteln will, siehts irgendwie nach ausgleichender Gerechtigkeit für die öff-rech. Verantwortlichen und Redakteure aus: die Privaten haben die junge Zielgruppe, die tollen Quoten und marktgerechte Gehälter, die öff-rech. Anstalten dagegen haben die (All-) Macht, gebührenunterfütterte, unkontrollierte Freiräume und die Lizenz zum Alles besser wissen im Auftrag des Herrn. So ist die TV-Waage doch wieder im Gleichgewicht...
Heinze? 1 Million Schaden?
Erinnert sich noch jemand an den ursprünglichen Zweck der Filmförderungen? Ging es dabei vielleicht um irgend etwas mit "künstlerisch" oder "unabhängig" oder...
Die "Fernsehtöpfe" gibt es seit etwa 10 Jahren. Damals waren alle froh, weil es mehr Geld versprach, nachdem weitreichende Kürzungen im Bereich der Kultur den Film fast zum erliegen brachten. Ach ja, und dann waren da Projekte wie "Der Unhold" der fast das gesamte Förderbudget eines Landes verschlang. Mit anderen Worten, man hatte nichts und gönnte sich was und war dann froh, dass das Fernsehen das (Über)Leben noch irgendwie möglich machte, um es etwas zugespitzt zu beschreiben.
In den Filmförderanstalten experimentierte man derweil mit dem Intendanten-Prinzip, um auch hier die Qualität und Gerechtigkeit zu steigern. Und natürlich war ein bekanntes Vergabe-Schema für Fördersumme die Voraussetzung entweder einen Verleih für das geplante Projekt im Boot zu haben oder einen Sender.
Na wie praktisch, denn mit der Förderung aus einem Sendertopf hatte man den Sender ja schon im Boot. ...und natürlich alles, was dazugehört. Andererseits ist es so gut wie unmöglich eine Verleihzusage aufgrund eines Drehbuchs zu bekommen.
Also entweder die Sender beteiligen sich mit ihrem Geld an künstlerisch hochwertigen Kino-Produktionen via Filmförderungen und sichern sich schon mal die Senderechte oder die Filmförderungen fördern maßgeblich TV-Produktionen Hauptsache ein Sender sitzt im Boot.
Sitzt der Sender im Boot, so nimmt er natürlich Einfluß vom Exposé bis zu Besetzung und Musik ("gefördert mit Mitteln der..." steht dann im Abspann, der ja branchenüblich im Fernsehen selten gezeigt wird.)
Infolge dieser Überlebensstruktur hat sich dann auch ein weitreichendes Grundschema durchgesetzt, von welchem vornehmlich junge Produzenten glauben, dass es "den Redakteuren" gefällt bzw. gefallen wird, falls es zur "Einreichung" des jeweiligen Stoffes überhaupt kommen sollte, denn eingereicht wird erst, wenn man sich Erfolgschancen in diesem Rahmen einräumt. ...und natürlich braucht man zuerst einen Sender oder einen Verleih, schon gar als junger Produzent. So jagt der Hund den eigenen Schwanz.
Zu den unumstößlichen "redakteursgerechten" Regeln gehört es, dass man als Autor Rückblenden tunlichst vermeiden sollte, weil "der Fernsehzuschauer" sowas nicht versteht. Man muß einkalkulieren, dass der Zuschauer sich ein Bier holt und hinterher dem Film nicht mehr folgen kann. (Wir reden von einem Publikum, das mit und ohne Bier sogar "Pulp Fiction" verstanden hat.)
Regel #2: Es darf nur einen Held geben und dieser muß binnen 3 Minuten wissen, was er die nächsten 90 Minuten zu erledigen hat. (Filme wie "Babel" oder "Rocky 1" fallen damit durchs Schema.)
Das branchenüblich Schipfwort für alle Filme, die angeblich vom Publikum nicht verstanden oder akzeptiert werden, heißt "Arthouse".
Aus Sicht des Autors reduziert sich der Film damit auf zwei Kathegorien: die förderungswürdigen redakteursgerechten TV Filme und "Arthouse", für das niemand einen Pfifferling gibt.
Ein viel gebrauchter Redakteurs-Einwand: Dieses oder jenes würde zum "Genre verkommen" und deswegen will man einen Stoff nicht. Wer etwas über Genres weiß, der weiß natürlich, dass nichts auf dieser Welt zu einem "Genre" verkommen kann, solange das Publikum es nicht wieder und wieder sehen will, wie Krimis oder Western.
So verkündete einst der BR, man werde keinen Stoff mehr produzieren, der im 3. Reich angesiedelt ist, weil das 3. Reich droht zu einem "Genre" zu verkommen. Das war nur Monate vor dem Erfolg von "Schindlers Liste", in welchen dann die Schulklassen geschickt wurden.
Seither war man sich zwischenzeitlich ganz sicher, dass "investigative" Geschichten "beim Publikum" nicht mehr funktionieren. Und in jüngster Zeit mag man keine jugendlichen Helden mehr, weil die "Jugend-Tragödie" zu einem Genre verkommt. (Damit fällt nun auch Hamlet durch das Raster.)
Wer sich als Autor dem Regelwerk nicht fügt, der schreibt schnell mal 14 Fassungen eines (geförderten) Drehbuchs, bis dem - via Fördertopf - involvierten Sender auffällt, dass er das gesamte Thema des Buches auf die innewohnende Liebesgeschichte reduzieren möchte. Für den Autor ist das der Moment, der über Erfolg und Misserfolg der Arbeit mehrerer Jahre entscheidet, und natürlich wurden bis hier her nur die "Änderungen" per kalkulierter Förder-Pauschale bezahlt.
Beim nächsten Mal kann man Produzenten und Förderungen getrost überspringen und wendet sich mit einem Stoff direkt an den Sender, denn wenn es soweit ist, findet sich der Rest ohne jeden Zweifel.
Aber auch dieser Weg hat seine Tücken. So kann man mit Redakteur und Produzent (beide sehr erfahren) ein Jahr lang einen Stoff entwickeln und dieser landet - nachdem alle Beteiligten glücklich sind - auf dem Tisch des Chefredakteurs. Dieser mag sich nicht entscheiden, weil er noch einen "ähnlichen" Stoff im Sender hat. (Unter der Hand erfährt man, dass dieser ähnliche Stoff gerade eben erst als Exposé niedergeschrieben wurde, also noch ganz am Anfang steht.) Dann wartet man ein Jahr auf die Entscheidung, denn man will im Hinblick auf spätere Projekte auch keinen Druck machen. Verliert man nach einem Jahr die Geduld und fragt mal nach, so erfährt man, dass sich der (ör) Chefredakteur nun doch für eine "Autorin mit langer emotionaler Bindung zum Sender" entschieden hat, sprich, für das Exposé von damals. Doch wie baut man unter diesen Bedingungen eine lange emotionale Bindung überhaupt auf?
Man setzt sich frustriert vor den Fernseher und studiert das Programm. So zum Beispiel einen als TV-Film des Jahres angekündigten Streifen, der einem irgendwie bekannt vorkommt. Ach ja, ein amerikanischer Kino Klassiker aus dem Jahr 1962. Da wurde bis hin zur Kamera Einstellung beim Original abgeguckt und nur die Ballerina von damals hat jetzt bunte Haare und spielt E-Gitarre. Weder im Vorfeld noch danach irgendein Wort über die weitreichende "Anleihe" beim verschwiegenen Original.
Vor einigen Jahren gründeten Regisseure noch Produktionsfirmen, um ihre Stoffe irgendwie voran zu bringen. Heute schreiben Produzenten ihre Stoffe selbst, weil sie viel besser wissen, was die Sender wünschen.
Und während der "redakteursfreundliche" Film quer durch die Sender zum "Genre" verkommt, ist Doris Heinze doch bestenfalls die gefallene Schutzpatronin all jener, die - überspitzt gesagt - Rocky 1 für Arthouse halten.
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