04.09.2009 - 18:30 Uhr

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Mädchen, warum telefoniert ihr soviel?

Text: peter-wagner

Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches versteht man einfach nicht bei denen.



Die Jungsfrage

In meiner Schulklasse lieferten sich die Mädchen morgens regelrechte Telefon-Battles. Es ging darum, wer am Vortag, am Vorabend oder in der vorhergehenden Nacht am längsten telefoniert hatte. Während ich schon 30-minütige Telefonate in die Kategorie Vielzulangvielzulang stufte, war für die Mädchen nach dieser Zeit gerade mal das Intro beendet. Bis zu sechs Stunden dauerten angeblich die Verhöre, die sie untereinander führten – sie vertelefonierten also beinah ganze Arbeitstage. Dass sie dabei manchmal nur drei Häuser voneinander entfernt wohnten oder in Mathe sowieso nebeneinander saßen – geschenkt. An dieser Einheit von Weiblichkeit und Telefon hat sich aus meiner Sicht nichts geändert. Ich habe insgesamt drei Wohngemeinschaften mit allerlei Mädchen erlebt. In jeder dieser Wohngemeinschaften habe ich mehrere Male an Mädchentüren geklopft und um das Telefon gefleht, das manmchmal an einer sechsmetrigen Schnur ins Zimmer gezogen werden musste, das manchmal aber auch ein Siemens Gigaset war, also Funk und so. So wartete ich geduldig wie ein kleiner Bub, der dringend auf Toilette muss, auf’s einzige Telefon im Haus. Mein Anliegen war dabei nie groß: Ich wollte nur meiner Mutter nach sechs Wochen Funkstille sagen, dass es mir im Studium gut gehe, dass ich Fleisch UND Gemüse zu mir nähme, dass ich den Vorlesungen vollinhaltlich folgen könne. Aber: ging nicht. Telefon besetzt.
Jungs oder Männer sehe ich nie viel telefonieren. Jedenfalls nicht zum Spaß. Männer regeln am Telefon die Dinge, Frauen erörtern am Telefon Dinge. Privat legen Männer zudem gerne schnell auf oder geben den Hörer gerne weiter. Zumindest ist es bei mir so. Ich nehme auch viele Telefonate gar nicht an. Manchmal ist mein Mund klebrig, manchmal bin ich mit den Gedanken woanders, manchmal fällt mir nichts zum Reden ein. Ich umgehe Telefone, wo ich kann und schreibe Mails. So muss ich die Menschen nicht in ihren täglichen Verrichtungen stören und sie können sich selber aussuchen, wann sie sich mit mir befassen.

Bei euch kommt mir das schon sehr anders vor. Ich halte das Telefon sogar für ein sehr weibliches Gerät. Würde man sich an eine Studie wagen, in der man untersucht, welchen Geschlechts die Menschen sind, die zwischen 19 Uhr und 24 Uhr in Deutschland am Festnetz telefonieren – zu 70 Prozent, behaupte ich, würde man auf Frauen treffen.

Mädchen, warum telefoniert ihr so gern und soviel?

Die Antwort liest du auf der nächsten Seite.

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peter-wagner

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.


München