09.09.2009 - 18:30 Uhr

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Juli Zeh: "Ich habe das Preußen-Gen"

Text: andreas-glas - Foto: dpa

Welche Schlüsselqualifikationen sind im Beruf wirklich wichtig? Heute: Schriftstellerin Juli Zeh über Zuverlässigkeit

In Stellenanzeigen wird von Bewerbern einiges verlangt: Teamfähig sollen sie sein, flexibel und zuverlässig. Doch wie wichtig sind Schlüsselqualifikationen im Job wirklich? Wir fragen bekannte Persönlichkeiten. Folge 19: Juli Zeh über Zuverlässigkeit. jetzt.de: Nachdem ein Schriftsteller den ersten Erfolgsroman veröffentlicht hat, fordert der Verlag möglichst schnell und zuverlässig ein Nachfolgewerk, das mindestens genauso gut sein soll. Ist die oft beschriebene, hemmende Panik des Autors vor der Deadline nur ein Klischee oder die Wahrheit? Juli Zeh: Das ist nicht mal ein Klischee, sondern einfach nur Schwachsinn. Es kommt zwar vor, dass man sich selbst unter Druck setzt, aber ich kenne keinen Verlag, der solche allgemeinen Fristen setzt. Das ist ein Mythos. Die Verlage, für die ich schreibe, wissen, dass man Kunst nicht erzwingen kann. Irgendwelche Fristen muss es doch geben. Natürlich muss auch der Verlag planen, aber er übt keinen erpresserischen Druck aus. Es ist eher so, dass man selbst einen groben Zeitplan vorschlägt. Da heißt es dann: Wenn es gut läuft, bin ich möglicherweise nächstes Jahr im Sommer fertig. Kann eine selbst gesetzte Deadline nicht auch Angst machen? Je näher die Deadline rückt, desto stärker wird in mir das Gefühl, dass alles grauenhaft ist und komplett neu geschrieben werden muss. Dann muss man mir das Manuskript schon aus der Hand reißen, damit ich endlich loslasse. Wie früher an der Uni, oder? Es ist vom Grundsatz her nicht unähnlich, ja. Trotzdem gibt es Unterschiede. Ich habe im Studium zwar massenweise Diplom- und Hausarbeiten geschrieben, aber die waren mir nie so wichtig wie ein Roman. Bei den Hausarbeiten kommt irgendwann die Abgabefrist, man versucht den Text kurzfristig noch mit Kosmetik rund zu machen und betet dann, dass es geklappt hat. Das ist bei einem Roman natürlich viel schwieriger, weil es nicht darum geht, Punkte zu kriegen. Ein Roman muss einfach gut sein.
Die Schriftstellerin Juli Zeh, 35, hat Rechtswissenschaften in Passau, Krakau, New York und Leipzig studiert und absolvierte gleichzeitig ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Auf ihren erfolgreichen Debütroman "Adler und Engel", der im Jahr 2001 erschien, folgten weitere Romane und literarische Projekte. Seit einigen Jahren unterstützt sie aktiv die SPD, zuletzt erschien die CD "Corpus delicti – Eine Schallnovelle", die Juli Zeh zusammen mit der Band Slut aufgenommen hat. Wenn man sich deine Vita so ansieht, hat es den Anschein, dass du deine Aufgaben immer zuverlässig erledigt hast. Zuverlässig schon, aber immer auf den letzten Drücker. Warum ist es eigentlich häufig so, dass man konzentrierter, besser und schneller arbeitet, je größer der Zeitdruck wird? Das muss wohl eine menschliche Eigenschaft sein, die man vielleicht sogar chemisch begründen kann. Wenn man unter Zeitdruck gerät, setzt eine Aufgeregtheit ein, man schwitzt und man fühlt sich nicht wirklich gut - aber dieses Gefühl treibt an. Es ist ähnlich wie bei den Tieren: Die laufen auch erst dann wirklich schnell, wenn der Wolf hinter ihnen her ist. Wie gehst du mit Zeit- und Erwartungsdruck um? Die Ansprüche, die ich an mich selbst habe, sind dermaßen übertrieben und größenwahnsinnig, dass mich Druck von außen eher kalt lässt. Aber ein paar Strategien habe ich schon: Ich lese zum Beispiel keine Rezensionen, wenn mir vorher schon jemand gesagt hat, dass sie fies sind. Denn wenn man lange vor sich hin gearbeitet hat und hofft, dass das Resultat der Menschheit gefällt, kann sich bei schlechter Kritik schnell ein depressives Gefühl der Sinnlosigkeit einstellen. Dann beginnt die berühmte Schreibblockade, die auch pathologisch werden kann. Hast du eine eigene Definition von Zuverlässigkeit? Mir ist Zuverlässigkeit im Sinne preußischer Tugend unglaublich wichtig. Meine Definition von Zuverlässigkeit ist einfach: Wenn ich mich mit Leuten verabrede oder etwas verspreche, dann halte ich mich daran. Da bin ich übertrieben sorgfältig, ich habe sozusagen das Preußen-Gen. Allerdings würde ich den Begriff der Zuverlässigkeit niemals auf Kunst oder Kreativität übertragen. Trotzdem denkt man doch beim Schreiben automatisch darüber nach, wie die eigene Kreativität beim Leser ankommt, oder? Wenn ich diese Gedanken nicht ausblenden würde, müsste ich sofort aufhören. Früher musste ich richtige Selbstbetrugstechniken anwenden, um das Schreiben nicht als Dienstleistung zu begreifen. Wie hat dieser Selbstbetrug ausgesehen? Ich habe Jura studiert und konnte diese Ausbildung nutzen, um mir einzureden, dass ich nicht in erster Linie Schriftstellerin bin und das Schreiben nur als Hobby neben dem Studium mache. Ich habe mir quasi ein Iglu gebaut, um den Druck fernzuhalten. Das hat ganz gut geklappt, aber wenn der Text erstmal hundert Seiten hat und klar wird, dass der entstehende Roman tatsächlich veröffentlicht wird, dann wird es schwierig, sich das einzureden. Du gehst also völlig unstrategisch an ein neues Buch heran? Ja, denn alles andere wäre für mich ein Hemmnis. Für meinen Roman "Schilf" hatte ich vorher tatsächlich mal einen Plan gemacht, eine Art Gliederung. Ich habe darin den Verlauf der Handlung und sogar eine erste Kapitelanordnung festgelegt. Damit habe ich mir selbst so viel Erwartungsdruck gemacht, dass ich in eine Schreibkrise geraten bin, wie ich sie noch nie hatte. Heißt Zuverlässigkeit für dich, immer und überall erreichbar zu sein, jede E-Mail zu beantworten und jeden Anruf anzunehmen? Nein, ich kann schon mal ein paar Tage ohne E-Mails und Telefon leben, ich bin da kein Junkie. Außerdem habe ich zuhause gar keinen Handyempfang. Aber wenn ich dann sehe, dass Anrufe auf der Mailbox oder Mails im Postfach sind, versuche ich das so schnell wie möglich zu erledigen, damit ich es nicht ständig im Hinterkopf habe. Ich versuche eben zu vermeiden, dass sich viele E-Mails ansammeln, die ich dann auf einmal beantworten muss. Wenn die Dinge erst anschwellen, fühle ich mich bedroht. Wenn in Stellenanzeigen ein zuverlässiger Bewerber gefordert wird, klingt das oft so, als solle er vor allem gehorsam sein und alle Anweisungen widerspruchslos befolgen. Stimmst du zu? Ich würde das nicht so zynisch sehen, sondern glaube, dass Zuverlässigkeit hier im guten Sinne des Wortes gemeint ist. Kein Arbeitgeber hat Interesse daran, dass jemand nur Anweisungen erfüllt. Jeder Vorgesetzte möchte doch entlastet werden und braucht dafür jemanden, der eigenverantwortlich arbeitet. Du unterstützt auch in diesem Jahr wieder den Wahlkampf der SPD. Da drängt sich natürlich eine Frage nach der Zuverlässigkeit der Sozialdemokraten auf: Kann sich der Wähler auf die SPD verlassen? Ich finde, dass eine Partei ebenso wenig zuverlässig sein kann wie das Wetter. Denn eine Partei ist ja ein enorm multikomplexes Gebilde aus vielen Personen. Man könnte höchstens nach der Zuverlässigkeit einzelner Parteimitglieder fragen. Na gut: Kann ich mich auf Frank-Walter Steinmeier verlassen? Wer glaubt, dass Wahlversprechen - auch die eines Kanzlerkandidaten - eingehalten werden, der ist naiv. Man muss als Wähler durch die Oberfläche des Wahlkampfs blicken. Es gibt also keine Zuverlässigkeit in der Politik? Es gibt zumindest den Superpolitiker nicht, der alle Wahlversprechen hält. Ich habe damals mit Gerhard Schröder und auch jetzt wieder mit SPD-Politikern über dieses Thema gesprochen. Ich habe ihnen vorgeschlagen, doch mal die Wahrheit zu sagen. Sozusagen Ehrlichkeit als Alleinstellungsmerkmal gegenüber allen anderen Politikern. Es kann doch sein, dass die Leute einen Politiker genau deshalb gut finden, weil er der einzige ist, der die Wahrheit sagt. Interessanter Gedanke. Was haben die Politiker dazu gesagt? Dass es nicht möglich sei. Wenn man immer ehrlich sei, lasse der Wähler einen Politiker erst recht fallen wie eine heiße Kartoffel, das haben sie gesagt. Und dass es der Medienbetrieb so verlange, sonst heißt es: Wenn du nichts großartiges versprichst, bist du ein fauler Sack, hast keine Muckis und willst nichts ändern. Hast du nicht Verständnis dafür, dass die Wähler frustriert sind und sich nach mehr Zuverlässigkeit in der Politik sehnen? Ich persönlich spüre keinen Frust und verstehe auch die Leute nicht, die frustriert sind. Viele erwarten im Wahlkampf eine Art Krieg der Sterne, ein Gut gegen Böse, wie das bei Obama der Fall war. Aber so ist es nun mal nicht. Im Gegenteil: Die große Koalition ist langweilig und bestimmt kein Krieg der Sterne, aber wenn man die Politik nur unter diesem Unterhaltungsaspekt sieht, dann ist das ein großes Missverständnis. Wer frustriert zuhause sitzt und wartet, dass etwas passiert, ist selbst schuld. Denn jeder kann mitmachen. Und wenn es wirklich einen Grund dazu gäbe, dann würden die Leute auch mitmachen. Diese Art von Frust ist ein Dekadenzphänomen. Die obligatorische Frage am Ende: Welche Schlüsselqualifikation ist nötig, um im Job erfolgreich zu sein? Keine, denn man wird nur dann Erfolg haben, wenn man tut, was man wirklich tun will. Das ist zwar eine Binsenwahrheit, gerät aber bei den heutigen Schülern und Studenten in Vergessenheit. Stattdessen überlegen sie, ob sie ihren Beruf zyklisch oder antizyklisch wählen sollen. Aber, ich denke, wer keine Freude an seinem Beruf hat, wird immer nur Durchschnitt sein. *** Alle bisher veröffentlichten Folgen der Jobkolumne findest du hier.

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tricia_81
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Mag ich Mag ich nicht

3

09.09.2009 - 21:17 Uhr
tricia_81

Loonloon sagte:
[link=http://wwwold.titanic-magazin.de/archiv/...
]http://wwwold.titanic-magazin.de/archiv/...

word

taylorthelatteboy
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Mag ich Mag ich nicht

7

09.09.2009 - 22:04 Uhr
taylorthelatteboy

Ich kann die nicht ab.

point88
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Mag ich Mag ich nicht

1

09.09.2009 - 22:24 Uhr
point88

ich kann die ab.

marksu_
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0

09.09.2009 - 23:42 Uhr
marksu_

ich habe „Spieltrieb“ gehasst, weil sie bei jedem zwischentitel gleich den inhalt des kommenden kapitels verraten hat – hätte gereicht, wenn ich das inhaltsverzeichnis gelesen hätte

guilianna
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09.09.2009 - 23:55 Uhr
guilianna

ich fand schilf z.b. super.

heavenly-jason
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0

10.09.2009 - 08:32 Uhr
heavenly-jason

sie macht einen unsympathischen eindruck. ich habe nie ein wort (bis auf kurze worte, wie zb hier) von ihr gelesen. ich habe das gefühl, dadurch nichts verpasst zu haben.

schöner titanic-artikel, loonloon..

fyra
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1

10.09.2009 - 09:07 Uhr
fyra

Loonloon sagte:
[link=http://wwwold.titanic-magazin.de/archiv/...
]http://wwwold.titanic-magazin.de/archiv/...
"quatschnuss", hahahahahaha.

aber nein, jedem das seine, besonders interessant finde ich ja frau zehs ansatz, dass die wahrheit in diesem land doch endlich mal als alleinstellungsmerkmal geltend gemacht werden könne. dass sie nach der antwort ihrer partei nicht sofort aus dem verein ausgestiegen ist, verstehe ich nicht. wer ganz offen nicht mal die eier in der hose hat, es auf machtverlust ankommen zu lassen, einfach nur aus moralischen gründen und weil es dann endlich mal nicht mehr ganz so arg zum kotzen wär in diesem land, mit denen lässt sich doch kein umgang rechtfertigen.

shafty
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10.09.2009 - 09:09 Uhr
shafty

Loonloon sagte:
[link=http://wwwold.titanic-magazin.de/archiv/...
]http://wwwold.titanic-magazin.de/archiv/...
sehr schön.
ich finde die ganz,ganz furchtbar!

majia
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10.09.2009 - 11:23 Uhr
majia

juli zeh ist eine außergewöhnliche und vielseitige schriftstellerin. ihre wortwahl in den romanen ist teilweise so treffend und poetisch, da gibt es sätze, die ich mehrmals lesen muss. so schön sind sie.

außerdem halte ich sie für eine unheimlich intelligente frau. was sie sagt, hat hand uns fuß.

sie hat meinen vollsten respekt!

jushi
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3

10.09.2009 - 11:31 Uhr
jushi

hand und fuß und zeh (sorry)

riesenherz
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0

10.09.2009 - 12:10 Uhr
riesenherz

fyra sagte:
Loonloon sagte:
[link=http://wwwold.titanic-magazin.de/archiv/...
]http://wwwold.titanic-magazin.de/archiv/...
"quatschnuss", hahahahahaha.

aber nein, jedem das seine, besonders interessant finde ich ja frau zehs ansatz, dass die wahrheit in diesem land doch endlich mal als alleinstellungsmerkmal geltend gemacht werden könne. dass sie nach der antwort ihrer partei nicht sofort aus dem verein ausgestiegen ist, verstehe ich nicht. wer ganz offen nicht mal die eier in der hose hat, es auf machtverlust ankommen zu lassen, einfach nur aus moralischen gründen und weil es dann endlich mal nicht mehr ganz so arg zum kotzen wär in diesem land, mit denen lässt sich doch kein umgang rechtfertigen.



Dass ich sowas noch mal hier auf jetzt.de zu lesen bekomme: ein ganz großes Dankeschön, fyra. Du machst deinem Namen (fyra= einheizen, abfeuern) alle Ehre.

point88
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Mag ich Mag ich nicht

1

10.09.2009 - 14:51 Uhr
point88

fyra sagte:


aber nein, jedem das seine, besonders interessant finde ich ja frau zehs ansatz, dass die wahrheit in diesem land doch endlich mal als alleinstellungsmerkmal geltend gemacht werden könne. dass sie nach der antwort ihrer partei nicht sofort aus dem verein ausgestiegen ist, verstehe ich nicht. wer ganz offen nicht mal die eier in der hose hat, es auf machtverlust ankommen zu lassen, einfach nur aus moralischen gründen und weil es dann endlich mal nicht mehr ganz so arg zum kotzen wär in diesem land, mit denen lässt sich doch kein umgang rechtfertigen.


Dann geh doch selbst in die Politik, sag immer schoen das, was du fuer Wahrheit haeltst, und stell fest, dass Politik so einfach nicht funktioniert.

Zumindest vom utilitaristischen Standpunkt kann es ja geboten sein, nicht die Wahrheit zu sagen, wenn damit groesseres Uebel verhindert werden kann.

cathie
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Mag ich Mag ich nicht

0

10.09.2009 - 15:03 Uhr
cathie

adler und engel war genial. was anderes habe ich nicht gelesen, aber sie mal bei einer lesung gesehen. was stört auch an ihr?

guilianna
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10.09.2009 - 15:06 Uhr
guilianna

cathie sagte:
adler und engel war genial. was anderes habe ich nicht gelesen, aber sie mal bei einer lesung gesehen. was stört auch an ihr?


hast du von diesem projekt gehört, juli zeh mit slut (corpus delicti - eine schachnovelle)? das stelle ich mir interessant vor. das buch (corpus delicti) gefiel mir auch.

majia
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10.09.2009 - 16:05 Uhr
majia

jushi sagte:
hand und fuß und zeh (sorry)



hahahaha!

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1

10.09.2009 - 16:07 Uhr
majia

"die stille ist ein geräusch"!

das ist ein hammer buch! nur zu empfehlen! eine reise durch exjugoslawien kurz nach dem krieg.

guilianna
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0

10.09.2009 - 16:11 Uhr
guilianna

majia sagte:
"die stille ist ein geräusch"!

das ist ein hammer buch! nur zu empfehlen! eine reise durch exjugoslawien kurz nach dem krieg.


yep, mochte ich auch gern.

shafty
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Mag ich Mag ich nicht

2

10.09.2009 - 16:19 Uhr
shafty

cathie sagte:
. was stört auch an ihr?


ich finde, dass sie eine extrem verschwurbelte sprache hat, die sich in irgendwelchen hanebüchenen metaphern verliert, immer sehr überbetont intellektuell aber leider auch sehr humorlos daherkommt (die sprache).
an ihrer person nervt mich, dass sie zu allen nur erdenklichen themen ständig ihren senf dazugibt, ob sie dazu die kompetenz hat oder nicht.
das liegt natürlich auch an den leuten, die sie zu allem nach ihrer meinung fragen, aber man kann ja auch mal ablehnen...

fyra
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0

10.09.2009 - 16:46 Uhr
fyra

point88 sagte:

Dann geh doch selbst in die Politik, sag immer schoen das, was du fuer Wahrheit haeltst, und stell fest, dass Politik so einfach nicht funktioniert.

Zumindest vom utilitaristischen Standpunkt kann es ja geboten sein, nicht die Wahrheit zu sagen, wenn damit groesseres Uebel verhindert werden kann.

zu lügen oder informationen zu gegebener zeit zu lancieren sind zwei unterschiedliche paar schuhe. ich finde eine demokratie absurd, in der es praxis ist, in gewissen abständen mit ernstem gesicht lügen zu erzählen (bei denen jeder weiß, dass es lügen sind) und nach dem wahlsieg genau das gegenteil in die wege zu leiten und dann zu sagen "der medienbetrieb verlangt das so, die menschen wollen das nicht anders" das ist ne glatte frechheit. und dann diesen usus auch noch mit den "gegebenheiten" zu entschuldigen...

bluemerant
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10.09.2009 - 23:41 Uhr
bluemerant

ich schließe mich in allem majia an.

die stille ist ein geräusch hab ich glaube ich fünf mal gelesen.
so großartig.

kikuju
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11.09.2009 - 11:13 Uhr
kikuju

riesenherz sagte:
Du machst deinem Namen (fyra= einheizen, abfeuern) alle Ehre.


ich dachte immer, da sei die schwedische vier gemeint?!

fyra, bitte lösen!

fyra
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Mag ich Mag ich nicht

0

11.09.2009 - 12:40 Uhr
fyra

kikuju sagte:
riesenherz sagte:
Du machst deinem Namen (fyra= einheizen, abfeuern) alle Ehre.


ich dachte immer, da sei die schwedische vier gemeint?!

fyra, bitte lösen!

"fyrar" ist ein verb und heißt einheizen. oder als substantiv "en fyr" - kerl. yeah.

kikuju
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Mag ich Mag ich nicht

0

11.09.2009 - 12:52 Uhr
kikuju

danke, hamwawiederwasgelernt.
und ist gleich mal netter in der bedeutung als "vier" :)

fyra
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Mag ich Mag ich nicht

0

11.09.2009 - 14:58 Uhr
fyra

jau, ich kerlige einheizerin.

ein_oxymoron
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Mag ich Mag ich nicht

0

11.09.2009 - 18:43 Uhr
ein_oxymoron

ich kenn die frau ja nur vom hoerensagen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie diesen titanic-artikel verdient hat.

tango_
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1

11.09.2009 - 22:55 Uhr
tango_

juli zeh ist berechenbar wie ein logarhythmus. die frau hat nichts im blut, nichts.

schwarzfeder
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Mag ich Mag ich nicht

2

12.09.2009 - 02:27 Uhr
schwarzfeder

Haha, Du bist ja ein ganz Abgeklärter. Logarithmus heißt das übrigens und hat mit Rhythmus nix zu tun, sondern mit αριθμός . Und für seine eindeutige Berechnung muss man immerhin noch zwei Unbekannte kennen...

fyra
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Mag ich Mag ich nicht

-2

12.09.2009 - 12:57 Uhr
fyra

schwarzfeder sagte:
Haha, Du bist ja ein ganz Abgeklärter. Logarithmus heißt das übrigens und hat mit Rhythmus nix zu tun, sondern mit αριθμός . Und für seine eindeutige Berechnung muss man immerhin noch zwei Unbekannte kennen...

uah, gähn.

Ioana
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Mag ich Mag ich nicht

0

13.09.2009 - 10:21 Uhr
Ioana

joa. ich hab "spieltrieb" gelesen. kurz gesagt: es hat mir nicht gefallen. was sie sonst noch so schreibt weiß ich nicht. bin der typ, der schriftsteller auch nach einem buch beurteilen, dafür ist der markt groß genug. spieltrieb war zu hochgelobt, zu dick und zu ambitioniert um sich am ende als heiße luft zu entpuppen.

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0

13.09.2009 - 10:23 Uhr
Ioana

ein_oxymoron sagte:
ich kenn die frau ja nur vom hoerensagen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie diesen titanic-artikel verdient hat.


ach, es ist eben titanic. satire ist zuweilen boshaft. ich weiß nicht ob nicht weniger juli zehs person als der begeisterte aufschrei der deutschen medien angesichts einer fähigen (!), jungen (!!), deutschen (!!!) schriftstellerIN karikiert werden sollte.

zem
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13.09.2009 - 23:05 Uhr
zem

Ein Autor mit einem anderen Verhaeltnis zum Zeitdruck als die Zeh schrieb einst:

I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by.

Ioana
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Mag ich Mag ich nicht

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14.09.2009 - 15:10 Uhr
Ioana

ich glaube ihr ehrgeiz ist für die meisten ihr sympathieminus. vielleicht ist sie auch nur ehrlich. :)


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