Revolution des Schreibens
Eine Studie belegt unsere heimliche Literarisierung durch das Internet
Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.- Null Punkte für die Meinungsfreiheit 25.05.2012
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Ich habe aus den wenigen Ansätzen, die von der Studie genannt werden, auch nur das folgern können, was ruebezahl so trefflich umkreist. Dass die Veränderung der Kommunikationsmöglichkeiten nicht zur Verschlechterung der Kommunikation beitragen, ist in der Geschichte oft bewiesen. Aber die ursächliche Fortsetzung dessen, was wir unter "Primärliteratur" in den Bibliotheken stehen haben, würde ich darin nicht sehen. In vielen dieser Bücher ist Lebensessenz zu einem Satz zusammengepresst, es wurde gefeilt und gewerkelt, dass auch das letzte Wort noch in die Folge passt. In Blogs muss man oft froh sein, dass über den Satzbau wenigstens einmal nachgedacht wurde.
Betrachtung eines kürzeren kulturellen Zeitraums der Schriftlichkeit: Zeitungen und Magazine. Es gibt von ihnen mehr als je zuvor, doch die Masse hebt sich nach wie vor nicht durch herausragende Qualität hervor. Ja, ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass Blogs und Internetdarstellung eher die Onlinisierung in eine Ich-Magazinwelt ist. Statt von Glanz und Glamour handelt (oh wie ich solch gewachsene Wörter liebe) ein Blog oder das eigene Portal vom eigenen Leben, von einem Thema. Ist bei mir und meiner jetzt-Page ja nicht anders. Eine Sammlung, ein Band bunter Kuriositäten und des ganz normalen Wahnsinns.
ruebezahl sagte:
warum ich da so gegen bin: weils diesen revolutionär-mythologischen literatur-scheiß einfach nicht braucht um zu sagen: dir schriftliche kommunikation ändert sich. statt dessen wird ein kulturgedöns draus gemacht, von revolutionen und antiker tragweite geschwafelt. jebem ti sunce.
da hast du sicher recht.
worauf ich mich in meinem ersten kommentar bezog war ja lediglich deine aussage über die literarische hoch-kultur, wenn ich mich recht erinnere.
28.08.2009 - 21:11 Uhr
ruebezahl
ruebezahl sagte:
@aporia: nehmen wir steinfeld als maßstab, hat sich die lese-schreib-kultur doch eher mäßig revolutioniert... ;-)
Das ist allerdings wahr, hehe...
MorbusBahlsen sagte:
Aber die ursächliche Fortsetzung dessen, was wir unter "Primärliteratur" in den Bibliotheken stehen haben, würde ich darin nicht sehen. In vielen dieser Bücher ist Lebensessenz zu einem Satz zusammengepresst, es wurde gefeilt und gewerkelt, dass auch das letzte Wort noch in die Folge passt. In Blogs muss man oft froh sein, dass über den Satzbau wenigstens einmal nachgedacht wurde.
das ist das, was ich meine: meiner meinung nach geht es in dem text nicht um eine fortsetzung von "primärliteratur", sondern lediglich um die zunahme von schriftlicher kommunikation. und darum, daß diese auch nicht ohne ästhetische mittel auskommt, sie aber deshalb noch lange nicht den anspruch erhebt, besonders literarisch wertvoll zu sein.
kommunikation ist immer versäumnis. twitter wird nur wahrgenommen als schlagzeile für weltbewegende ereignisse. was sollte darüber hinaus wahrzunehmen und zu versäumen sein? steinfeld will kunst. antike tragweite. keine kommunikation.
Abgesehen davon, dass die Kürzelsprache, wie Andrea Lunsford beobachtet hat, auf gewisse Textsorten begrenzt ist und in andere nicht eindringt, ist sie auch nicht der Maßstab für Texte im Internet schlechthin. Denn ein großer Teil dieser Texte trägt werblichen Charakter.
Das ist also die Schriftlichkeit des Internets, die
bedeutet, dass die Texte nach rhetorischen, wenn nicht sogar ästhetischen Kriterien gestaltet werden
Das ist also die lange Begrüdung für diesen Satz?
Die Ergebnisse der "Stanford Study of Writing" der "Stanford Study of Writing" widersprechen allen kulturkritischen Befunden.
Der als Antwort auf die vorhergehende Auflistung eben dieser zu verstehen ist:
Den kulturkritischen Befund gibt es in zahlreichen Varianten, [...]
(das [...] spar ich mir zu zitieren, um nicht den Rahmen des Kommentars zu sprengen)
wer hat recht?
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28.08.2009 - 21:07 Uhr
Terpsichore
du hast doch mit der "revolution des kommunikativen" angefangen.