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28.08.2009 - 18:30 Uhr

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Revolution des Schreibens

Foto: ddp

Eine Studie belegt unsere heimliche Literarisierung durch das Internet

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.


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Terpsichore
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Mag ich Mag ich nicht

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28.08.2009 - 21:07 Uhr
Terpsichore

ruebezahl sagte:
der text spricht aber nicht von kommunikation, sondern von schriftlichkeit insgesamt.


du hast doch mit der "revolution des kommunikativen" angefangen.

MorbusBahlsen
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Mag ich Mag ich nicht

1

28.08.2009 - 21:07 Uhr
MorbusBahlsen

Das Telefon hat auch den Diskurs der Leute untereinander beeinflusst, die Ich-Bezogenheit gestärkt. Trotzdem wurden wir durch die Einführung des Telefons nicht mehrheitlich großartige Redner, wie es sie seit der Antike schon gibt.

Ich habe aus den wenigen Ansätzen, die von der Studie genannt werden, auch nur das folgern können, was ruebezahl so trefflich umkreist. Dass die Veränderung der Kommunikationsmöglichkeiten nicht zur Verschlechterung der Kommunikation beitragen, ist in der Geschichte oft bewiesen. Aber die ursächliche Fortsetzung dessen, was wir unter "Primärliteratur" in den Bibliotheken stehen haben, würde ich darin nicht sehen. In vielen dieser Bücher ist Lebensessenz zu einem Satz zusammengepresst, es wurde gefeilt und gewerkelt, dass auch das letzte Wort noch in die Folge passt. In Blogs muss man oft froh sein, dass über den Satzbau wenigstens einmal nachgedacht wurde.

Betrachtung eines kürzeren kulturellen Zeitraums der Schriftlichkeit: Zeitungen und Magazine. Es gibt von ihnen mehr als je zuvor, doch die Masse hebt sich nach wie vor nicht durch herausragende Qualität hervor. Ja, ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass Blogs und Internetdarstellung eher die Onlinisierung in eine Ich-Magazinwelt ist. Statt von Glanz und Glamour handelt (oh wie ich solch gewachsene Wörter liebe) ein Blog oder das eigene Portal vom eigenen Leben, von einem Thema. Ist bei mir und meiner jetzt-Page ja nicht anders. Eine Sammlung, ein Band bunter Kuriositäten und des ganz normalen Wahnsinns.

Terpsichore
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28.08.2009 - 21:08 Uhr
Terpsichore

ruebezahl sagte:
warum ich da so gegen bin: weils diesen revolutionär-mythologischen literatur-scheiß einfach nicht braucht um zu sagen: dir schriftliche kommunikation ändert sich. statt dessen wird ein kulturgedöns draus gemacht, von revolutionen und antiker tragweite geschwafelt. jebem ti sunce.


da hast du sicher recht.
worauf ich mich in meinem ersten kommentar bezog war ja lediglich deine aussage über die literarische hoch-kultur, wenn ich mich recht erinnere.

ruebezahl
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Mag ich Mag ich nicht

1

28.08.2009 - 21:09 Uhr
ruebezahl

@aporia: nehmen wir steinfeld als maßstab, hat sich die lese-schreib-kultur doch eher mäßig revolutioniert... ;-)

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28.08.2009 - 21:11 Uhr
ruebezahl

@terpsichore: der artikel selbst gibt die vorgabe zur revolution und literarischen hochkultur. das ist nicht meine erfindung.

Aporia
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28.08.2009 - 21:12 Uhr
Aporia

ruebezahl sagte:
@aporia: nehmen wir steinfeld als maßstab, hat sich die lese-schreib-kultur doch eher mäßig revolutioniert... ;-)

Das ist allerdings wahr, hehe...

Terpsichore
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Mag ich Mag ich nicht

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28.08.2009 - 21:13 Uhr
Terpsichore

MorbusBahlsen sagte:
Aber die ursächliche Fortsetzung dessen, was wir unter "Primärliteratur" in den Bibliotheken stehen haben, würde ich darin nicht sehen. In vielen dieser Bücher ist Lebensessenz zu einem Satz zusammengepresst, es wurde gefeilt und gewerkelt, dass auch das letzte Wort noch in die Folge passt. In Blogs muss man oft froh sein, dass über den Satzbau wenigstens einmal nachgedacht wurde.


das ist das, was ich meine: meiner meinung nach geht es in dem text nicht um eine fortsetzung von "primärliteratur", sondern lediglich um die zunahme von schriftlicher kommunikation. und darum, daß diese auch nicht ohne ästhetische mittel auskommt, sie aber deshalb noch lange nicht den anspruch erhebt, besonders literarisch wertvoll zu sein.

ruebezahl
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Mag ich Mag ich nicht

0

28.08.2009 - 21:21 Uhr
ruebezahl

@terpsichore: "Es findet hier also durchaus eine Literarisierung statt, ohne dass es dafür außerhalb des Internets eine öffentliche Wahrnehmung gäbe. Das wird ein Versäumnis sein." u.a. jene sätze widersprechen dir. steinfeld behauptet literatur und nicht kommunikation.
kommunikation ist immer versäumnis. twitter wird nur wahrgenommen als schlagzeile für weltbewegende ereignisse. was sollte darüber hinaus wahrzunehmen und zu versäumen sein? steinfeld will kunst. antike tragweite. keine kommunikation.

MorbusBahlsen
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28.08.2009 - 21:22 Uhr
MorbusBahlsen

terpsi, dann verstehe ich allerdings den Gedankengang des Artikels nicht:
Abgesehen davon, dass die Kürzelsprache, wie Andrea Lunsford beobachtet hat, auf gewisse Textsorten begrenzt ist und in andere nicht eindringt, ist sie auch nicht der Maßstab für Texte im Internet schlechthin. Denn ein großer Teil dieser Texte trägt werblichen Charakter.

Das ist also die Schriftlichkeit des Internets, die
bedeutet, dass die Texte nach rhetorischen, wenn nicht sogar ästhetischen Kriterien gestaltet werden

Das ist also die lange Begrüdung für diesen Satz?
Die Ergebnisse der "Stanford Study of Writing" der "Stanford Study of Writing" widersprechen allen kulturkritischen Befunden.

Der als Antwort auf die vorhergehende Auflistung eben dieser zu verstehen ist:
Den kulturkritischen Befund gibt es in zahlreichen Varianten, [...]

(das [...] spar ich mir zu zitieren, um nicht den Rahmen des Kommentars zu sprengen)

ruebezahl
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Mag ich Mag ich nicht

0

28.08.2009 - 21:27 Uhr
ruebezahl

nee nee, steinfeld (mindestens) sieht schon büchnerpreise für die heraufdämmernden literaten, wo terpsichore nur chat-nasen und sms-daumen erkennen kann.
wer hat recht?

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