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28.08.2009 - 18:30 Uhr

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Revolution des Schreibens

Foto: ddp

Eine Studie belegt unsere heimliche Literarisierung durch das Internet

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.


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MasterFowl
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Mag ich Mag ich nicht

1

28.08.2009 - 19:16 Uhr
MasterFowl

Guter Artikel...ich glaube es ist echt so und ich finde auch den Trend mit dem Bloggen gut (wahrscheinlich weil ich es selbst mache^^)

Aber twittern...naja

ruebezahl
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Mag ich Mag ich nicht

7

28.08.2009 - 19:50 Uhr
ruebezahl

da gäbs einiges anzumerken, das nicht einmal kulturpessimistisch ist. zunächst: ja, das web ist mehrheitlich ein schriftbasierter ort. ebenso richtig: es entstehen neue literarische formen und -sprachen.
jedoch: insbesondere der letztgenannte punkt, ästhetisierung der selbstdarstellung. wie sich an allen webseiten ablesen (!) lässt, ist das web kein ort für zeit, sondern ein ort der zeitreduktion. vom blog zum micro-blog. texte werden kurz und kürzer, seriell und micro-seriell. bedeutet: das web ist kein ort für eine breit gefächerte textproduktion verschiedener stile und gattungen (wo sind der dramen- oder der lyrik-blog?), sondern recht konzentrierte reduktion auf wenige ästhetische kriterien, zumeist anekdotischer, prosaischer art. welcher blogschreiber veröffentlicht narrative texte, die gedruckt mehr als 5 seiten, geschweige denn 40 oder 400 abgäben? aus aufmerksamkeit entsteht die hegemonie der anekdote, der pointe.
punkt zwei: die quantität des geschriebenen sagt nichts und nochmal nichts über dessen qualität aus, weder orthographisch, noch stilistisch noch inhaltlich. literatur in buchform, wie gepresste silberlinge aus myspace-bands, entstehen auch da nur höchst selten. (wobei festzustellen bliebe, dass gedruckte veröffentlichungen nach wie vor den nicht zufällig besseren ruf genießen)
punkt drei: aus der menge des geschriebenen entsteht nicht zwangsläufig ein höheres wissen über das geschriebene, kein besseres wissen über aufbau und konstruktionen von (narrativen) texten. zumal die fokussierung auf das ICH (selbstdarstellung) das fiktive hin zum authentischen (das selbst fiktiv ist) verschiebt.

meint: veränderung des schreibens ja, literarisierung nein. aus bloggern wird kein joyce, böll oder tolstoi. sondern blogger.

noplacespecial
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0

28.08.2009 - 20:15 Uhr
noplacespecial

danke @ ruebezahl.

Terpsichore
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Mag ich Mag ich nicht

2

28.08.2009 - 20:26 Uhr
Terpsichore

@ruebezahl: ich denke, es geht nicht so sehr um das schriftstellertum, sondern um eine literarisierung des alltags. der begriff "literarisierung" bedeutet ja nicht unbedingt eine zunahme an drama, prosa oder lyrik, sondern eine generelle tendenz, in der das geschriebene wort eine größere bedeutung gewinnt. und eben dies passiert durch das internet. durch die erfindung des telefons ging zb das interesse daran, briefe zu schreiben, zurück. inzwischen wird wieder vermehrt über das geschriebene wort kommuniziert. bei mir gibt es zum beispiel ab und an tage, an denen ich mehr schreibe als spreche.
berufsschriftsteller wird es wohl auch weiterhin relativ unabhängig vom internet geben.

noplacespecial
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28.08.2009 - 20:32 Uhr
noplacespecial

@terpsichore:
ich verweise auf das fazit des textes, die letzten drei zeilen, auf die die passende antwort wiederum ruebezahl geliefert hat.
man kann den artikel sicher auch anders enden lassen, aber SO wie es hier geschrieben steht, wird der gedanke nicht rund, und die appellative schlussfolgerung ist einfach die falsche.

Aporia
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2

28.08.2009 - 20:33 Uhr
Aporia

Wenn man überlegt, dass diese Studie aus den USA kommt, wo seit Jahren das Gespenst der »Illiteracy« umhergeht, dann dürfte Terpsichore mit ihrer Definition des Begriffs Literarisierung recht haben (und das Wort ist schlecht übersetzt). Es geht also eher um grundlegende Lese- und Schreibfähigkeiten und nicht um die Fähigkeit, literarisch zu schreiben.

ruebezahl
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28.08.2009 - 20:38 Uhr
ruebezahl

@ terpsichore: sorry, der begriff literarisierung wird in diesem artikel aber doch als begriff für zunahme von literatur verwendet, nicht umsonst wird auf die griechische antike verwiesen. schon klar, da steht "bedeutet durchsetzung der schriftsprache" - aufgerufen wird aber ein doppelter kontext: begründung europäischer kultur. damit erzählt der artikel etwas weit heroischeres als nur mal eben nicht anzurufen sondern zu mailen oder smsen.
abgesehen davon: spätestens seit der kanonisierten bibel ist das geschriebene wort in europa sowieso bedeutender als das gesprochene. insofern ist die untersuchung - prosaisch.

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0

28.08.2009 - 20:41 Uhr
ruebezahl

@aporia: lese- und schreibfähigkeiten lernt man nicht im internet. auch die illiteracy wird im web nicht abgebaut. zumal sich die studie ganz eindeutig auf studenten bezieht. die wenigsten von denen können NICHT lesen und schreiben.

Terpsichore
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28.08.2009 - 20:48 Uhr
Terpsichore

ruebezahl sagte:
@ terpsichore: sorry, der begriff literarisierung wird in diesem artikel aber doch als begriff für zunahme von literatur verwendet.


das habe ich nciht so gelesen. es geht eindeutig nicht um die zunahme von literarischer hoch-kultur. es wird ja sogar ganz deutlich auf "E-Mails, Botschaften auf Twitter, Blogs und Chats" verwiesen, und eben nicht auf drama, prosa oder lyrik. der text sagt: es wird mehr geschrieben denn je. und erklärt danach genau, wo und in welcher form dies passiert.

ruebezahl
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0

28.08.2009 - 20:52 Uhr
ruebezahl

und warum dann der rückgriff auf die griechische antike?
zufall?
zufällig hingeschrieben?
schriftfehler im protokoll?

Terpsichore
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28.08.2009 - 20:54 Uhr
Terpsichore

ruebezahl sagte:
und warum dann der rückgriff auf die griechische antike?
zufall?
zufällig hingeschrieben?
schriftfehler im protokoll?


na aber das steht doch da: "Mit der antiken Referenz ist die Durchsetzung der Schriftsprache in der Antike gemeint."

Aporia
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1

28.08.2009 - 20:54 Uhr
Aporia

ruebezahl sagte:
@aporia: lese- und schreibfähigkeiten lernt man nicht im internet. auch die illiteracy wird im web nicht abgebaut. zumal sich die studie ganz eindeutig auf studenten bezieht. die wenigsten von denen können NICHT lesen und schreiben.

Ich würde behaupten, es gibt sehr, sehr viele junge Menschen, denen Bücherlesen zu »anstrengend« ist, die sich aber viel online herumtreiben und dabei sicherlich mehr schreiben, als wenn sie sich im JuZe die Birne wegsaufen.
Zweitens ging es in den letzten Jahren sehr wohl immer wieder darum, dass Studenten eklatante Lesefaulheit und Rechtschreibschwächen aufwiesen. Hamburger Abitur etc. ;-)

noplacespecial
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1

28.08.2009 - 20:55 Uhr
noplacespecial

terpsichore, das ist zwar zunächst(!) richtig, aber im fazit wird der focus doch auf dinge geworfen, die nicht-triviale schreibergüsse behandeln.

(wieso wird mein vorhergehendes posting eigentlich nicht beachtet? ich geh jetzt schmollen)

ruebezahl
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Mag ich Mag ich nicht

1

28.08.2009 - 20:55 Uhr
ruebezahl

der text sagt: die leute (studenten) schreiben im internet wie die wilden. und leitet daraus eine allgemeine revolution des kommunikativen ab.
ich halte das für reichlich euphemistisch.

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28.08.2009 - 20:56 Uhr
ruebezahl

@noplace: ich bin doch ganz auf deiner seite

Aporia
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2

28.08.2009 - 20:57 Uhr
Aporia

Einigen wir uns darauf: der Autor dieses Textes war sich selbst nicht so ganz sicher, worüber er schrieb.

Terpsichore
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28.08.2009 - 20:57 Uhr
Terpsichore

ruebezahl sagte:
der text sagt: die leute (studenten) schreiben im internet wie die wilden. und leitet daraus eine allgemeine revolution des kommunikativen ab.
ich halte das für reichlich euphemistisch.


wenn, dann eine allgemeine revolution der schriftlichen kommunikation. und das finde ich durchaus nachvollziehbar.

ruebezahl
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28.08.2009 - 20:58 Uhr
ruebezahl

@terpsichore: ruebezahl schrieb: "aufgerufen wird [mit der griechischen antike] aber ein doppelter kontext: begründung europäischer kultur. damit erzählt der artikel etwas weit heroischeres als nur mal eben nicht anzurufen sondern zu mailen oder smsen.
abgesehen davon: spätestens seit der kanonisierten bibel ist das geschriebene wort in europa sowieso bedeutender als das gesprochene. insofern ist die untersuchung - prosaisch."

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28.08.2009 - 21:02 Uhr
ruebezahl

der text spricht aber nicht von kommunikation, sondern von schriftlichkeit insgesamt. da steckt ein unterschied, von der studie und th.steinfeld euphorisch ignoriert.
warum ich da so gegen bin: weils diesen revolutionär-mythologischen literatur-scheiß einfach nicht braucht um zu sagen: dir schriftliche kommunikation ändert sich. statt dessen wird ein kulturgedöns draus gemacht, von revolutionen und antiker tragweite geschwafelt. jebem ti sunce.

Aporia
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28.08.2009 - 21:06 Uhr
Aporia

Naja, die Studie kennen wir ja nicht -- nur das, was Steinfeld darüber geschrieben hat. Ich vermute stark, das war ursprünglich eine Agenturmeldung und der Mann kann nicht so gut englisch und hat deshalb einiges durcheinander gekriegt... ;-)

Terpsichore
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28.08.2009 - 21:07 Uhr
Terpsichore

ruebezahl sagte:
der text spricht aber nicht von kommunikation, sondern von schriftlichkeit insgesamt.


du hast doch mit der "revolution des kommunikativen" angefangen.

MorbusBahlsen
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1

28.08.2009 - 21:07 Uhr
MorbusBahlsen

Das Telefon hat auch den Diskurs der Leute untereinander beeinflusst, die Ich-Bezogenheit gestärkt. Trotzdem wurden wir durch die Einführung des Telefons nicht mehrheitlich großartige Redner, wie es sie seit der Antike schon gibt.

Ich habe aus den wenigen Ansätzen, die von der Studie genannt werden, auch nur das folgern können, was ruebezahl so trefflich umkreist. Dass die Veränderung der Kommunikationsmöglichkeiten nicht zur Verschlechterung der Kommunikation beitragen, ist in der Geschichte oft bewiesen. Aber die ursächliche Fortsetzung dessen, was wir unter "Primärliteratur" in den Bibliotheken stehen haben, würde ich darin nicht sehen. In vielen dieser Bücher ist Lebensessenz zu einem Satz zusammengepresst, es wurde gefeilt und gewerkelt, dass auch das letzte Wort noch in die Folge passt. In Blogs muss man oft froh sein, dass über den Satzbau wenigstens einmal nachgedacht wurde.

Betrachtung eines kürzeren kulturellen Zeitraums der Schriftlichkeit: Zeitungen und Magazine. Es gibt von ihnen mehr als je zuvor, doch die Masse hebt sich nach wie vor nicht durch herausragende Qualität hervor. Ja, ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass Blogs und Internetdarstellung eher die Onlinisierung in eine Ich-Magazinwelt ist. Statt von Glanz und Glamour handelt (oh wie ich solch gewachsene Wörter liebe) ein Blog oder das eigene Portal vom eigenen Leben, von einem Thema. Ist bei mir und meiner jetzt-Page ja nicht anders. Eine Sammlung, ein Band bunter Kuriositäten und des ganz normalen Wahnsinns.

Terpsichore
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28.08.2009 - 21:08 Uhr
Terpsichore

ruebezahl sagte:
warum ich da so gegen bin: weils diesen revolutionär-mythologischen literatur-scheiß einfach nicht braucht um zu sagen: dir schriftliche kommunikation ändert sich. statt dessen wird ein kulturgedöns draus gemacht, von revolutionen und antiker tragweite geschwafelt. jebem ti sunce.


da hast du sicher recht.
worauf ich mich in meinem ersten kommentar bezog war ja lediglich deine aussage über die literarische hoch-kultur, wenn ich mich recht erinnere.

ruebezahl
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Mag ich Mag ich nicht

1

28.08.2009 - 21:09 Uhr
ruebezahl

@aporia: nehmen wir steinfeld als maßstab, hat sich die lese-schreib-kultur doch eher mäßig revolutioniert... ;-)

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28.08.2009 - 21:11 Uhr
ruebezahl

@terpsichore: der artikel selbst gibt die vorgabe zur revolution und literarischen hochkultur. das ist nicht meine erfindung.

Aporia
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28.08.2009 - 21:12 Uhr
Aporia

ruebezahl sagte:
@aporia: nehmen wir steinfeld als maßstab, hat sich die lese-schreib-kultur doch eher mäßig revolutioniert... ;-)

Das ist allerdings wahr, hehe...

Terpsichore
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28.08.2009 - 21:13 Uhr
Terpsichore

MorbusBahlsen sagte:
Aber die ursächliche Fortsetzung dessen, was wir unter "Primärliteratur" in den Bibliotheken stehen haben, würde ich darin nicht sehen. In vielen dieser Bücher ist Lebensessenz zu einem Satz zusammengepresst, es wurde gefeilt und gewerkelt, dass auch das letzte Wort noch in die Folge passt. In Blogs muss man oft froh sein, dass über den Satzbau wenigstens einmal nachgedacht wurde.


das ist das, was ich meine: meiner meinung nach geht es in dem text nicht um eine fortsetzung von "primärliteratur", sondern lediglich um die zunahme von schriftlicher kommunikation. und darum, daß diese auch nicht ohne ästhetische mittel auskommt, sie aber deshalb noch lange nicht den anspruch erhebt, besonders literarisch wertvoll zu sein.

ruebezahl
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28.08.2009 - 21:21 Uhr
ruebezahl

@terpsichore: "Es findet hier also durchaus eine Literarisierung statt, ohne dass es dafür außerhalb des Internets eine öffentliche Wahrnehmung gäbe. Das wird ein Versäumnis sein." u.a. jene sätze widersprechen dir. steinfeld behauptet literatur und nicht kommunikation.
kommunikation ist immer versäumnis. twitter wird nur wahrgenommen als schlagzeile für weltbewegende ereignisse. was sollte darüber hinaus wahrzunehmen und zu versäumen sein? steinfeld will kunst. antike tragweite. keine kommunikation.

MorbusBahlsen
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28.08.2009 - 21:22 Uhr
MorbusBahlsen

terpsi, dann verstehe ich allerdings den Gedankengang des Artikels nicht:
Abgesehen davon, dass die Kürzelsprache, wie Andrea Lunsford beobachtet hat, auf gewisse Textsorten begrenzt ist und in andere nicht eindringt, ist sie auch nicht der Maßstab für Texte im Internet schlechthin. Denn ein großer Teil dieser Texte trägt werblichen Charakter.

Das ist also die Schriftlichkeit des Internets, die
bedeutet, dass die Texte nach rhetorischen, wenn nicht sogar ästhetischen Kriterien gestaltet werden

Das ist also die lange Begrüdung für diesen Satz?
Die Ergebnisse der "Stanford Study of Writing" der "Stanford Study of Writing" widersprechen allen kulturkritischen Befunden.

Der als Antwort auf die vorhergehende Auflistung eben dieser zu verstehen ist:
Den kulturkritischen Befund gibt es in zahlreichen Varianten, [...]

(das [...] spar ich mir zu zitieren, um nicht den Rahmen des Kommentars zu sprengen)

ruebezahl
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28.08.2009 - 21:27 Uhr
ruebezahl

nee nee, steinfeld (mindestens) sieht schon büchnerpreise für die heraufdämmernden literaten, wo terpsichore nur chat-nasen und sms-daumen erkennen kann.
wer hat recht?

Terpsichore
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1

28.08.2009 - 21:35 Uhr
Terpsichore

ich glaube, steinfeld widerspricht sich da selber. zu beginn gehts um kommunikation und am ende um ein baldiges literarisches erbe. und bloß, weil er nicht weiß, worauf er eigentlich hinaus will, kriegen wir uns hier in die haare.

MorbusBahlsen
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28.08.2009 - 21:39 Uhr
MorbusBahlsen

Wir kriegen uns in die Haare? Nicht doch. Dazu ist das Banale doch nicht da :) Wir sind uns doch einig. Jeder auf seine Weise ;)

Nein ehrlich, ich sage ja selbst, dass die Schriftlichkeit kein Kommunikationsnachteil wird. Aber den Widerspruch im Artikel wollte ich eben auch nicht unkommentiert oder nur bei ruebezahl bedaumt stehen lassen.

ruebezahl
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28.08.2009 - 21:42 Uhr
ruebezahl

wie denn, das bisschen dissenz ist schon in-die-haare-kriegen?
was soll denn werden, wenn einer von uns mal wirklich sauer wird?

wegen missratener journaille macht man sich doch nicht kaputt.
HA!

_pulque_
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0

28.08.2009 - 21:44 Uhr
_pulque_

"Er [der Text] wird nicht nur für den Dozenten und damit letztlich für den Papierkorb geschrieben, sondern für eine potentiell unendlich große Leserschaft [...]"

nun ja, das würden alle hier gern glauben. Tatsache ist aber, dass zwar immer mehr geschrieben wird, jedoch nicht mehr gelesen. Es wird für den Leser sogar immer schwieriger, in der Flut an digitalen Inhalten irgendetwas Substantielles oder auch nur Interessantes zu finden.

"Es findet hier also durchaus eine Literarisierung statt, ohne dass es dafür außerhalb des Internets eine öffentliche Wahrnehmung gäbe. Das wird ein Versäumnis sein."

Ich nehme an, mit dem Begriff "Literarisierung" soll die Wortflut im Internet geadelt werden. Masse war aber noch nie ein Kriterium für Qualität. Vielleicht ist aber nur gemeint, dass die sprachliche Inflation im Web es schwieriger macht, gute Sprachkunst zu finden. Das ist, wie gesagt, sicher richtig.

Im übrigen: Qualität allein hat noch nie gereicht, um aus Kunst eine gefragte oder bezahlte Kunst zu machen. Das ist in der Blogosphäre auch nicht anders. Wer da bekannt ist, weiß um die Mechanismen.

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1

28.08.2009 - 21:49 Uhr
_pulque_

zudem vermisse ich in dem artikel einen link auf die stanford studie, das ist inzwischen einfach standard, vor allem wenn man einen so hingeschluderten text auf einer verlagsseite veröffentlicht

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Mag ich Mag ich nicht

1

28.08.2009 - 21:50 Uhr
_pulque_

und ich betone: dies ist keine kulturkritik. nur eine kritik dieses artikels hier

soylentyellow
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Mag ich Mag ich nicht

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29.08.2009 - 11:55 Uhr
soylentyellow

_pulque_ sagte:
zudem vermisse ich in dem artikel einen link auf die stanford studie, das ist inzwischen einfach standard, vor allem wenn man einen so hingeschluderten text auf einer verlagsseite veröffentlicht



Ein Link - im Internet - wo kämen wir denn da hin, das ist doch viel zu kompliziert.

Jetzt.de schafft es ja noch nicht einmal den Link zum Originalartikel in der großen Schwester SZ anzugeben ("Dieser Text stammt aus der Süddeutschen Zeitung.")

ruebezahl
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30.08.2009 - 18:00 Uhr
ruebezahl

worauf im übrigen noch keiner reagiert hat:
"Unter dem Druck, wahrgenommen werden zu müssen, haben junge Leute - und auch viele ältere - längst angefangen, sich selbst wie ein Unternehmen, als eine Art Privatsender ihrer selbst zu behandeln. Es findet hier also durchaus eine Literarisierung statt [...]"
nach steinfelds betrachtungen trägt das internet vorrangig zur voranschreitenden vermarktung des egos bei, scheint gerade ein wesentlicher sinn des ganzen zu sein: im web bin ich mein eigenes unternehmen, trage mich zu markte etc - interessant wird dies erst durch die verquere volte, dem kapitalistischen habitus qualität, nämlich "literarisierung" zu attestieren.
wenn dem so wäre, dann wäre erstens das web ein becken um aufmerksamkeit buhlender schreiberlinge gleich monaden und social-network eine chimäre. und zweitens erwüchse aus solcherart ego-zentriertem konkurrenzverhalten wertvolles, was eine neoliberale pointe ist: der markt regelt den kram ganz prima.
glücklicherweise aber ist die internet-lebendigkeit, auch die der schriftlichkeit, nicht mit marktliberalen kategorien beschreibbar: welchen ego-marktwert haben die schriftlichkeit von chat und twitter? oder gb-einträge und kommentare in diesen foren?


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