Mädchenfrage: Jungs, warum stöhnt ihr nie?
Text: penni-dreyer
Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen.
Die Jungsantwort:
Liebe Mädchen,
manche, vielleicht eher etwas altbackene Autoren, fangen ihre Texte mit der Nacherzählung einer griechischen Sage an. Ich bin in der griechischen Götterwelt nur so mittel bewandert, und soweit ich weiß, sind all diese Geschichten in einem ziemlich patriarchialem Kontext entstanden. Frauen hatten damals nicht so viel zu melden und Männer haben das aufgeschrieben. Ich komme jetzt aber nicht darum herum: Jedenfalls ging es um einen Streit zwischen dem Olymp-Chef Zeus und seiner Frau Hera. Die beiden zankten sich darum, wer jetzt eigentlich mehr Spaß am Sex hätte. Schließlich gingen sie dann zum impotenten Schmiedgott Hephaistos und fragten den. Der meinte dann, der Frau würde es zehnmal so viel Spaß machen wie dem Mann.
Wenn die damals Recht hatten, würde das so einiges erklären: Für euch ist Sex einfach viel krasser, intensiver, schöner. Ihr kriegt da schließlich was reingesteckt und wir stecken nur einen Wurmfortsatz von uns rein. Und weil das so ist, müsst ihr stöhnen und wir nur ab und zu ein bisschen grunzen.
Könnte sein. Lässt sich aber nicht nachprüfen. Deshalb sollten wir diese Hypothese erst einmal beiseite legen. Es gibt da nämlich noch etwas anderes, was gar nicht so viel mit dem Untenrum sondern eher mit dem Kopf zu tun hat. Jungs, die stöhnen, sind wie Jungs, die weinen. Ist kein Problem, wenn es mal passiert. Wir drücken auch mal einen guten Kumpel, wenn er gerade von einer von euch verlassen wurde und er vor lauter Elend heult. Kommen ihm aber jedes Mal die Tränen, wenn er nachts auf der Straße eine überfahrene Katze sieht, dann sagen wir: Stell’ dich mal nicht so an, ist nur eine Katze.
Wenn wir durch die Zimmerwand unseres Mitbewohners mal ein lang gezogenes „Ahhhhh“ hören, denken wir: Na ja, der hat halt gerade ziemlich guten Sex. Ist schon ok.
Klingt das drüben allerdings wie ein Wimbledon-Finale mit rhythmisch abwechselnden tief klingenden Ah-Ah-Ah und Oh-Oh-Ohhhhh, würden wir allerdings lieber den Sender wechseln. So ein Gestöhne kommt uns irgendwie lächerlich vor. Vielleicht haben wir schon zu viele Pornofilme geguckt, vielleicht sind wir von einer komischen Indianer-kennt-keinen-Schmerz-Erziehung geprägt, vielleicht trauen wir uns nicht so richtig. Aber wir kommen da aus unserer Haut nicht raus.
Und außerdem – würdet ihr denn wollen, dass wir uns im Bett anhören, wie ein Tennisspieler? Auslachen würdet ihr uns doch!
fabian-fuchs