Die Piraten - eine bürgerliche Protestpartei?
Die Umfragen der Online-Communities sehen die Piraten schon im Bundestag, die Wahlforscher scheinen die Partei dagegen gar nicht erst auf dem Zettel zu haben. Ein Textmarker zur Piratenpartei
Die Piratenpartei ist die Protestwahl des jungen, gebildeten Bürgertums. Gerade wer in den 90er Jahren politisch sozialisiert wurde und daher die Zeit der ideologischen Konfrontation verpasst hat, gibt viel weniger auf die Bindung zu den etablierten Parteien. Da Nichtwählen die Ultima Ratio für jeden politischen Menschen ist und die radikalen Parteien stinken, könnte die Piratenpartei mit ihrem an freiheitlichen und bürgerrechtlichen Idealen (orientierten) Programm eine Ventilfunktion einnehmen. Wo steht das denn? Diese Einschätzung stammt von Journalist Sebastian Christ, der sich derzeit im Blog von stern.de seine Gedanken zur Bundestagswahl macht. Er hält die Piratenpartei für ein reines Phänomen jüngerer Generationen, die das Zeitalter des Ost-West-Konflikts nicht miterlebt haben. Wie in vielen Online-Umfragen steht die Piratenpartei derzeit auch im jetzt.de-Kosmos hoch im Kurs. Die jüngste jetzt.de-Sonntagsfrage sieht die Piraten bei stolzen 23 Prozent, nur die Grünen erreichen einen besseren Wert. Spiegelt dieses Ergebnis Sebastian Christs Einschätzung wider? Stimmen viele jetzt.de-Nutzer nur deshalb für die Piraten, weil sie sich als bildungsbürgerliche Protestwähler verstehen und in der Partei die einzige Alternative zum Nichtwählen sehen?
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Für die CDU-Wähler gab es diesen Platz nicht. Die FDP, als einziger sinnvoller Zufluchtsort, hat bereits alle eingesammelt, die auch nur einigermaßen mit diesem Wechsel leben konnten. Die Piraten könnten dieses Ventiel tatsächlich sein, das nötig ist, um den lange ersehnten Wechsel weg von dieser Partei zu vollziehen.
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Viele dort hätten sogar die Linksextremen gewählt, was beispielsweise für mich niemals in Frage kommen würde!
Jemand hat im Forum mal treffend geschrieben, dass die alten Lager dieser Partei völlig fremd sind. Ich würde im Ganzen schon sagen, dass ich Liberal bin, finde aber einen Mindestlohn oder Gesundheitszentren (eher linke Forderungen) sehr unterstützenswert.
Wenn die Partei tatsächlich an Einfluss gewinnt, wie das in bestimmten Gemeinderäten der Fall ist, wird alles so basisdemokratisch wie möglich entschieden. Der Abgeordnete entscheidet also so, wie zuvor auf einem Parteitag beschlossen oder wie er meint, dass es beschlossen würde, sofern er kurzfristig nicht fragen kann.
Auch das war mal ein Grundprinzip der Grünen.
Die FDP und die SPD rechnen schon Szenarien durch, wie es möglich wäre, eine Koalition zu bilden, wenn die Piraten den Einzug schaffen. Ein bisschen Orange würde dem Parlament sicher auch gut tun! :-)
Prinzipiell ist der Vorsatz mit der Basisdemokratie schon sehr löblich. Ich hoffe nur, das er auch den Alltag im Bundestag überlebt! Und ob er am bisherigen (eingefahrenen) System was ändern kann.
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09.09.2009 - 14:02 Uhr
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