15.09.2009 - 18:30 Uhr

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Die SPD – Partei der gebrochenen Herzen?

Text: andreas-glas - Foto: dpa

In der Kritik steht heute eine Partei, die im jetzt.de-Kosmos noch schlechter da steht als in den offiziellen Wahlprognosen: Ist die SPD etwa nicht mehr liebenswert? Ein Textmarker zu den Sozialdemokraten

(…) 1968. Die Journalisten, die damals am Anfang ihrer Karrieren standen, gehen demnächst in Rente. Und viele der Journalisten, die heute über die Fülle der Möglichkeiten ihres Berufs verfügen, sind von ihnen geprägt worden, was (…) nicht ohne Leiden abgegangen sein wird. Und jetzt (…) bestimmt enttäuschte Liebe die Abrechnung mit der SPD. Wo steht das denn? Diese Selbsterkenntnis stammt von Journalist Jürgen Busche, der sich für die Zeit unlängst der Frage widmete, weshalb die Presse im Wahljahr 2009 heftiger auf die SPD einprügelt als je zuvor. Sein Fazit lässt sich dem obigen Zitat entnehmen: Busche vergleicht die Wut vieler Journalisten mit der Rache eines tief enttäuschten Ehemannes, der schmerzhaft erfahren muss, dass ihn die einst so geliebte Gattin nach vielen Jahren ehelicher Treue betrogen hat. Diese Enttäuschung teilen die Journalisten derzeit mit vielen anderen Ex-SPD-Wählern. Kriegseinsatz, Agenda 2010, Rente mit 67 – all das klingt eben so ganz und gar nicht mehr nach jener unschuldigen Partei, in die sich der junge Sozi einst verliebt hatte.
Die SPD im Jahr 2009: Ein hässliches Entlein, das keiner mehr lieb hat? Jahrelanges Studium der Klatschpresse lehrt, dass es in solchen Fällen zwei mögliche Konsequenzen gibt: Entweder es wird friedlich verkündet, dass man sich „in verschiedene Richtungen entwickelt hat“ und fortan getrennte Wege geht – vorerst freilich ohne neuen Partner. Oder es kommt zu einer bitterbösen Scheidungsschlacht, wie wir es gerade in den Medien erleben; zu eben jener journalistischen Hetzkampagne, die Zeit-Autor Jürgen Busche mit der enttäuschten Liebe zur SPD begründet. Auch im jetzt.de-Kosmos scheint die SPD einige Herzen gebrochen zu haben. Nach der dritten jetzt.de-Sonntagsfrage ist das Ergebnis der Sozialdemokraten jedenfalls deutlich schlechter als die offiziellen Wahlprognosen der Forschungsinstitute ohnehin voraussagen. Nur knapp 14 Prozent der jetzt.de-Nutzer halten der SPD in schlechten Zeiten die Treue. Wie lässt sich das Imagetief der SPD erklären? Ist die Partei etwa nicht mehr liebenswert? Und: Ist es gerechtfertigt, dass sich selbst parteinahe Medien von der SPD abwenden? Neben Abgesängen dürfen in den Kommentaren auch Liebeserklärungen an die SPD verewigt werden. Alles zur Bundestagswahl gibt es unter jetzt.de/wahl09


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Karamelleis
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Mag ich Mag ich nicht

2

15.09.2009 - 18:32 Uhr
Karamelleis

das foto habt ihr aber gut hingekriegt. :)

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Mag ich Mag ich nicht

2

15.09.2009 - 18:33 Uhr
Karamelleis

ich mag meine spd.

synthie_und_roma
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Mag ich Mag ich nicht

1

15.09.2009 - 18:33 Uhr
synthie_und_roma

münte ist schlimmer als twitter! er hat das ergebnis der bundestagswahl schon vorweg genommen: bruchlandung für die spd!

Karamelleis
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Mag ich Mag ich nicht

4

15.09.2009 - 18:37 Uhr
Karamelleis

die jetzt.de umfrage sagt ja auch nicht wirklich was aus. wieviel leute haben mitgemacht?wie oft wurde abgestimmt?
und das hier piraten,grüne und linke stark vertreten sind,das war mir auch vorher klar. liegt evtl. am durchschnittsalter.

synthie_und_roma
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Mag ich Mag ich nicht

5

15.09.2009 - 18:43 Uhr
synthie_und_roma

die spd ist programmatisch und personell am ende. steinmeier ist doch nur kandidat geworden, weil sonst keiner da war. da konnte auch kaum ein auswahlprozess stattfinden. in den 90ern hatte man wenigstens die troika mit scharping, lafo und schrödi.

wer kommt eigentlich nach steini? nahles? scholz? wowereit? auch alles keine bringer. die müssen nach 11 regierungsjahren einfach mal von vorn anfangen.

und auch mal definieren was sie eigentlich wollen. die sind weder fisch noch fleisch. ein unpartei, die für nichts mehr steht außer für sich selbst.

Shorebilly
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Mag ich Mag ich nicht

0

15.09.2009 - 18:47 Uhr
Shorebilly

sp- wer?

MasterFowl
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Mag ich Mag ich nicht

3

15.09.2009 - 19:28 Uhr
MasterFowl

Ich kannte den Zeit Artikel...ist ziemlich gut!!

Für mich ist die SPD von der Einstellung her die beste Partei...ich sehe mich absolut als Sozialdemokrat, aber die aktuelle Besetzung ist für mich unwählbar. Ich würde die Grünen wählen...

riesenherz
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2

15.09.2009 - 19:29 Uhr
riesenherz

Das wundert mich sowieso, Synthie: meine langfristige Wahlstrategie (egal, welcher Partei) wäre es, den charismatischen "Obama" zu suchen und dann vorsichtig aufzubauen. Man konnte doch sehen, welchen Hunger die Menschen nach echten Menschen haben.
Aber die Strukturen der Partei (der SPD ganz besonders) schreiben die Ochsentour vor, dabei kommen dann entsprechende habituelle Typen heraus.

Ich finde aber auch das Foto mit dem niedlichen roten Entchen allein in der Gosse eher unpassend. Was, bitte schön, ist an der SPD noch "niedlich", liebenswert?
Es gibt kaum eine Partei, die mit so viel normativen Pathos über ihre Gegner herzieht, aber selbst im Dienstwagen davonrauscht, Deutsche im Gefängnis vergißt, Kriegseinsätze rechtfertigt, demokratische Gesinnung nicht mal bei wikipedia nachschlägt, wenn es der Machterhalt gebietet.

alcofribas
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Mag ich Mag ich nicht

3

15.09.2009 - 19:51 Uhr
alcofribas

es ist durchaus richtig, dass die partei grade nicht im besten zustand ist. die grund dafür ist nicht in erster linie, wie oft behauptet wird, agenda 2010 oder hartz IV, sondern für mich im wesentlichen:

- die seit der wende ungeklärte haltung zur PDS/linkspartei
- der taktische fehler von schröder, hinzuschmeißen
- und natürlich vor allem die tatsache, merkel zur macht verholfen zu haben.

die große koalition und die wahl dieser person zur kanzlerin haben mehr zuspruch und glaubwürdigkeit gekostet, als afghanistan und hartz IV.

Urigeller
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Mag ich Mag ich nicht

0

15.09.2009 - 19:56 Uhr
Urigeller

Eine Partei, die für das Zugangserschwerungsgesetz der Frau von der Leyen gestimmt hat, hat es meiner Meinung nach auch nicht besser verdient.

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andreas-glas

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.