Mein Leben nach dem Polaroid. Heute mit Britta, William und Maxim
Text: evi-lemberger
Seit Jahren fotografiert unsere Autorin Menschen, denen sie begegnet. Jetzt nimmt sie Kontakt zu den alten Bekannten auf und fragt: Was geschah seit dem Bild? Folge sieben
Britta
Ich war 20 Jahre alt und begann gerade meine Schicht, als du das Foto gemacht hast. Es war im Frühjahr 2008, ein genaues Datum weiß ich nicht mehr. Ich weiß noch, dass ich ziemlich müde war. Du hast mich gefragt, ob du ein Bild von mir machen könntest. Ich saß auf dem Gang, vor dem Zimmer meines zu betreuenden Kindes, welches gerade schlief. Zu dieser Zeit machte ich gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr in England bei Kindern mit besonderen Bedürfnissen. Seitdem habe ich mein FSJ noch erfolgreich beendet und bin dann im Sommer 2008 zurück nach Deutschland. Dort musste ich mich erst mal wieder einleben, bevor im Herbst mein Studium losging. Mir haben aber die Arbeit, die Leute und auch Bristol sehr gefehlt. Außerdem wohne ich in einem kleinen Dorf und ich wünschte mir die Großstadt zurück. Nach zwei Monaten war dann aber alles wieder gut, ich hatte wieder einen Alltag und freute mich auf das Studium. Trotzdem denke ich aber immer noch sehr oft an England und die schöne Zeit. Momentan studiere ich an der Pädagogischen Hochschule Weingarten Elementarbildung (Bildung für Kinder von null bis zehn Jahren). Gefällt mir sehr gut. Momentan ist es ein bisschen stressig, da ich Klausuren schreibe, doch das geht vorbei und dann habe ich erst einmal Semesterferien und werde zurück nach England gehen, arbeiten. Privat wohne ich mittlerweile in einer WG. Wir sind zu fünft, drei Mädchen und zwei Jungs. Es ist total witzig und auch unser kleines Häuschen ist sehr cool. Mein Freund studiert in Stuttgart und wir treffen uns nur am Wochenende. Natürlich würde ich ihn gerne öfters sehen. Dennoch freue ich mich schon die ganze Woche darauf, ihn wieder in den Arm zu nehmen. Am Schlimmsten ist der Abschied. Ich denke, dass man die gemeinsame Zeit um so mehr genießt, wenn man sich nur am Wochenende sieht. Aber ich vermisse ihn.
Mein Leben ist gerade sehr locker und entspannt. Manchmal wäre ich gerne wieder in Bristol, da man dort sehr viel Freizeit hatte und immer viel Spaß. Die englische Art zu leben ist sehr schön, nicht so hektisch. Diesen Sommer werde ich auch wieder zurück nach England gehen, um dort vier Wochen in der Einrichtung zu arbeiten.