Lina hat mit ihrer Mutter ein Buch über Drogen geschrieben - für Eltern
Als sie 13 ist, greift Lina zum ersten Mal zu einem Joint. Es folgen härtereDrogen und ein noch härterer Absturz. Heute ist die 28-Jährige clean und verarbeitet ihre Drogenerfahrungen in Büchern. Gerade ist "Ich rauche doch nur Joints" erschienen, in dem sie Eltern erläutert, was diese über Drogen wissen müssen.
Du hast mit 13 zum ersten Mal gekifft, dann kamen die härteren Drogen. Ist Kiffen nun eine Einstiegsdroge, ja oder nein?Gibt es wirklich eine Einstiegsdroge, dann ist das Alkohol. Schon Babys kriegen den als normal vorgelebt, in jedem guten Haushalt steht eine Flasche Wein herum, und wer nicht trinkt, ist entweder krank oder nicht normal.

Stimmt es also: Alkohol ist schlimmer als Kiffen?
Ich habe vom Kiffen acht Wochen einen Entzug gemacht, da war ich zwar unruhig, das ist aber Kopfsache. Alkohol hingegen ist harter körperlicher Entzug. Das kann man schon mit Heroin vergleichen. Aber: Ist man täglich bekifft, kriegt man sein Leben auch nicht mehr auf die Reihe. Man kann daher nicht sagen, die eine Droge ist besser als die andere. Scheiße ist Scheiße.
Du hast mit deiner Mutter gleich zwei Bücher über Drogen geschrieben: 2001 „Lieber high als stinknormal?“ und jetzt „Ich rauche doch nur Joints!“ ...
... das erste richtet sich an Jugendliche, es erzählt meine Geschichte, ich war damals 18 und steckte noch mitten in der Sucht. Das zweite Buch ist für Erwachsene. Damit die erfahren, was eigentlich in der Drogenwelt los ist.
Also gut: Warum nehmen wir Drogen? Oder: Warum hast du Drogen wie LSD und Pep genommen?
Sie waren das perfekte Mittel für mich: So wollte ich sein. Ich lernte neue Leute kennen, blieb nächtelang weg, spürte alles extremer, fühlte mich cool. Drogen, das war Freiheit, keine Probleme haben, sich von keinem was sagen lassen. Aber es war noch mehr: Ich habe mir meine eigene Welt aufgebaut, die für mich das Paradies war.
Fern ab von der Realität.
Genau. Man steht heute als Teenager noch mehr unter Druck, perfekt zu sein. Die Mädels müssen schön aussehen, gute Noten haben, treu sein. Die Jungs den perfekten Adoniskörper haben, gut in Mathe und ein toller Typ sein. Dann sind da noch die Eltern: Die nie zuhören, nur arbeiten, ständig Leistung erwarten.
Okay, aber warum nimmt der eine Drogen, der andere nicht?
Das ist eine schwierige Frage. Ich war der Typ dazu, habe irgendwie eine dunkle Seite in mir. Es ist aber meist wohl so: Wer damit zufrieden ist, was er hat, wie er ist, der will an diesem Zustand ja nichts verändern. Braucht dafür also auch keine Drogen.
Was machen Eltern falsch?
Sie kennen sich zu wenig mit Drogen aus: Welche es gibt, wie die wirken, wie die aussehen? So stehen sie schnell blöd da, wenn sie ihre Kinder darauf ansprechen. Viele haben außerdem Angst. Davor, dass ihr Kind wirklich kifft oder Pillen einwirft. Daher sagen sie: Mein Kind hat kein Drogenproblem. Und machen die Augen zu. Was den Jugendlichen nur in seiner Ansicht bestärkt: Erwachsene haben eh keinen Plan. Wenn sie aber doch Ahnung haben, ist das eine ganz andere Basis.
Wie fängt man als Elternteil so ein Gespräch an?
Beispielsweise mit: Was machst du so in deiner Freizeit? Ohne direkt auf Drogen anzuspielen. Und: Sie sollten sich wirklich dafür interessieren. Hören sie nicht das, was sie sich wünschen, dürfen sie nicht gleich sauer werden.
Womit kommen Eltern auf keinen Fall weiter?
Wenn sie Druck ausüben. Sie kein Verständnis dafür haben, dass ihr Kind, das den ganzen Tag in der Schule saß, auch mal keine Lust hat, Hausaufgaben zu machen. Blöd ist, diese Befehlshaltung einzu-nehmen und nervige Fragen zu stellen wie: Wie war es heute in der Schule? Hast du deine Hausaufgaben gemacht? So kriegt man als Jugendlicher das Gefühl, man wäre nicht in der Lage, das selbständig hin-zukriegen. Dabei sind Jugendliche in ihrer Welt den Erwachsenen überlegen. Und können ihnen noch was beibringen. Sie müssen das nur zulassen.
Was können umgekehrt Jugendliche tun?
Sich mehr öffnen. Gut ist, ruhig und sachlich vorzutragen, was einem Zuhause nicht passt, und Vorschläge zu machen, wie es besser laufen könnte. Ich bin überzeugt: 90 Prozent der Eltern sind so zu Kompromissen bereit.
Wie hat deine Mutter dich auf die Drogen angesprochen?
Sehr lange gar nicht. Sie hatte Angst davor, deshalb hat sie es verdrängt. Erst als es offensichtlich war, ich geklaut und die Schule geschmissen, mich an nichts mehr gehalten habe, ins geschlossene Heim kam. Aber da war mit mir schon nicht mehr zu reden, ich längst auf harten Drogen.
Wie bekamt ihr wieder Kontakt?
Als sie anbot, mit mir nach Holland zu fahren, wo Kiffen legal ist – und das mit mir mal auszuprobieren.
Da denkt jeder andere doch: Wie kann die da auch noch mitmachen?!
Es ging ja nur um einen einzigen Joint. Für mich hieß das aber: Sie ist einen Schritt auf mich zugegangen, hat sich meine Welt angeschaut. Dadurch habe ich wieder Vertrauen zu ihr aufgebaut.
Von da an ging’s aufwärts?
Klar gab es immer wieder Höhen und Tiefen, aber sie hat mich in meiner Wohnung besucht, als ich total drauf war, und ich habe ihr immer erzählt, was ich mache. Sie hat sich alles angehört, ohne auszuflippen und an mir rumzuzerren, hat mich so ak-zeptiert, wie ich war, auch mit meiner Sucht.
Können Eltern überhaupt verhindern, dass ihre Kinder Drogen nehmen?
Kaum. Daher ist Vertrauen so wichtig. Weiß der Jugendliche von Anfang an, er kann mit allem kommen, ohne den Kopf abgerissen zu kriegen oder Angstattacken zu verursachen, hört er von allein mehr auf seine Eltern.
Was ist das Schlimmste, das Drogen mit einem machen?
Natürliche Glücksgefühle, die natürliche Fähigkeit, sich zu entspannen, zu fühlen, das ist alles weg. Man kriegt es nur noch über Drogen. Als ich clean war, musste ich das erst wieder neu lernen.

Das Buch Ich rauche doch nur Joints! ist im Kösel-Verlag erschienen und kostet 14,95 Euro
- "Ich würde ihr keinen Rassismus bescheinigen" 24.05.2012
- "Seit Aristoteles wird geklagt, die Jugend sei nicht leistungsfähig" 22.05.2012
- „Ein bisschen geil“ 20.05.2012
- "Ich kann auch eine Bitch sein" 17.05.2012
- Neue Hürde für junge Selbstständige 14.05.2012
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DagnyTaggart sagte:
Ach, ziehen Drogengeschichten immer noch? Das ist doch sooooo 80er und 90er.
Hab ich auch grad gedacht *gähn*
An welche Eltern soll denn das Buch gerichtet sein? Die der 13-16jährigen haben doch ihre eigenen Erfahrungen mit Drogen?
Na ja und befehlende Alte und verschlossenen Junge hat wohl nix mit Drogen eher mit Pupertät und Schwierigkeiten beim Loslassen zu tun...
sonnigerdonnerstag sagte:
wenn ich richtig mit "drogen" umgehe, gibt es keine probleme und auch nichts zu erzählen.
Wie ich damals, Pfingsten '97, mit dem U. am Strand in Domburg... erzähle ich eigentlich ganz gerne ;)
Nelson_ sagte:
sonnigerdonnerstag sagte:
wenn ich richtig mit "drogen" umgehe, gibt es keine probleme und auch nichts zu erzählen.
Wie ich damals, Pfingsten '97, mit dem U. am Strand in Domburg... erzähle ich eigentlich ganz gerne ;)
katja, holger und der gartenteich. aber wir waren halt jung, mei.
DagnyTaggart sagte:
Ach, ziehen Drogengeschichten immer noch? Das ist doch sooooo 80er und 90er.
Das war peinlich!
Ob so ein Buch irgendjemand hilft ist die andere Frage. Ich habs allerdings nicht gelesen.
http://www.gegenstandpunkt.com/msz/html/...
"Die bürgerliche Gesellschaft hat ein interessantes Angebot auf Lager: Rauschgift wird als Ware angeboten. Kundschaft zu finden ist offenbar kein Problem. Es scheint genügend Mitglieder dieser Gesellschaft zu geben, die die Betäubung ihres Bewußseins attraktiv finden. Leute, die ihr subjektives Glück auf eine merkwürdige Art suchen. Wohlbefinden verschaffen sie sich nicht - oder nicht mehr - im Verhältnis zur Realität, sondern durch chemische Beeinflussung ihres Hirns. Drogenkonsumenten legen so viel Wert darauf, sich "gut zu fühlen"; daß sie alles daransetzen, a n sich einen Zustand der Zufriedenheit herzustellen, auch und gerade dann, wenn die Welt ihnen keinen Grund zur Zufriedenheit bietet. Sie brauchen sich noch nicht einmal einzureden, daß sie die Realität anders sehen, sie manipulieren lieber ihren Realitätssinn und versetzen sich so in einen körperlichen Zustand, daß sie sie anders bzw. überhaupt nicht mehr sehen. Rauschgifte verschaffen ihnen das psychologische Erlebnis einer Gefühlswelt, die sich auf nichts bezieht. "Drogenkarrieren" werden mit diesem Bedürfnis nach grundloser Zufriedenheit begonnen; ein Bedürfnis, das durch die physiologische Wirkung der Rauschgifte - mehr oder weniger schnell - in körperlicher Abhängigkeit endet. Ist der Zustand erreicht, diktiert die körperliche Befindlichkeit das Bedürfnis nach dem nächsten Trip, der Entschluß zum Drogenkonsum wird durch physiologische Not ergänzt. Das Verlangen nach der Drogenwirkung ist dann endgültig auf das reduziert, was auch schon sein Ausgangspunkt war, auf das Bedürfnis nach pharmakologischer Manipulation. Daß die Methode, sich mittels gewohnheitsmäßiger chemischer Beeinflussung des Nervensystems Glücksgefühle zu verschaffen, körperliche Folgen hat, liegt in der Natur der Sache. Deshalb stimmt es aber noch lange nicht, daß mit der körperlichen Abhängigkeit quasi naturgesetzmäßig über das Schicksal von Süchtigen entschieden wäre. Die Behauptung unterstellt nämlich, daß die Betroffenen gegen ihren Willen nicht vom Drogenkonsum lassen können. Auch eine körperliche Abhängigkeit zwingt zu nichts, außer zu der Entscheidung, ob man sich weiter die Suchtmittel verschaffen oder eine Entgiftung über sich ergehen lassen will. Der Wahrheitsgehalt von Sprüchen wie "Einmal süchtig, immer süchtig", mit denen Gesundheitspolitiker die "gefährdete Jugend" bearbeiten, wird auch dadurch nicht größer, daß die meisten Süchtigen selber das Argument beherrschen, ihre Sucht wäre der unwidersprechliche Beweis, daß sie nicht anders könnten.
Nicht ihr absurdes Bedürfnis nach einem grundlosen Glücksempfinden unterscheidet Drogenkonsumenten vom Rest der bürgerlichen Welt, sondern die Art und Weise, wie sie es an sich herstellen. Sie betäuben ihr Bewußtsein nicht mit Ideologien, sondern direkt. Dieser direkte chemische Weg wird von allen einschlägigen Drogentherapien als gefährlicher Selbstbetrug kritisiert - angeboten werden statt dessen alternative Techniken der Selbstmanipulation. Obwohl sie wahrscheinlich den alten Marx-Sprüch vom "Opium fürs Volk" noch nicht einmal kennen, ist aufrechten Sucht-Betreuern in USA die "Begegnung mit Jesus" als mindestens gleichwertiger Ersatz für Drogen-Trips eingefallen. Ob dieses Angebot bei Fixern und Koksern verfängt, hängt allerdings schon davon ab, ob die sich auf das Versprechen einlassen wollen, daß man sich bei einem "Leben mit Jesus" auch ziemlich besoffen fühlen kann, wenn sie ihren Trip auch durch einen einfachen "Schuß" haben können. Dafür hält ein nicht unerheblicher Teil der rauschgiftfreien Bevölkerung ein Leben ohne "Ersatzdroge Jesus" für ganz und gar nicht lebenswert. Zigtausend körperlich völlig gesunde Jugendliche behaupten auf Kirchentagen und ähnlichen tiefschürfenden Gemeinschaftserlebnissen: "Ich fühl'mich gut, seit ich Jesus kenne."
Religiöse Spinnerei ist nur eines der vielen Angebote, die die bürgerliche Gesellschaft Leuten bietet, die in jeder Lebenslage die Frage stellen: "Wie fühle ich mich?" - und es darauf abgesehen haben, ihre Launen ins Positive zu manipulieren. Eine ganze Abteilung der bürgerlichen Geisteswissenschaft - die Psychologie - beschäftigt sich mit der Pflege des Ideals eines Individuums mit "ausgeglichenem Seelenhaushalt", das sein "Gleichgewicht" ganz unabhängig von, also unter allen äußeren Lebensbedingungen zu finden hat. Und wenn sich Psychofans in ihr Verhaltens-, Entspannungs- und sonstiges Selbstbewußtseins-Training nur lange genug hineingesteigert haben, verkünden sie regelmäßig, daß sich zwar sonst nichts geändert hat, aber sie schon, und daß sie ganz persönlich den Königsweg zur Zufriedenheit gefunden hätten.
Im Vergleich mit den gängigen, höchst ehrenwerten bürgerlichen Psycho-Touren, sich grundlos zufrieden zu fühlen, sind Drogen-Trips eine ziemlich radikale Variante, aber der Unterschied ist eben gar kein prinzipieller. Drogen sind wie Religion, Psychologie oder wie die ganz schlichten Lebensweisheiten des Normalbürgers, der "arm, aber gesund und anständig" ist, ein Angebot für Leute, die die Grunddogmen der bürgerlichen Gesellschaft begriffen haben. Sie haben die Lebensphilosophie unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung beherzigt, nach der der ganze marktwirtschaftliche Konkurrenzbetrieb eine einzige Veranstaltung für das individuelle Glücksstreben sein soll, eine Ansammlung von Chancen und Angeboten, aus denen jeder einzelne nur das für ihn Passende herauszugreifen braucht, um das Beste für sich daraus zu machen. Die Praxis der marktwirtschaftlichen Konkurrenz sieht bekanntlich ein bißchen anders aus. Die Erfahrung, daß die Sache mit dem Glück objektiv nicht aufgeht, bleibt kaum einem erspart. Aus dieser Erfahrung lernen freie Bürger allerdings in den seltensten Fällen, daß ihr Materialismus mit Notwendigkeit - nämlich an den wirklichen Sachzwängen des Kapitalismus - scheitert. Ihre Erfahrungen bewältigen bürgerliche Menschen statt dessen mit den Ideologien, die ihre Gesellschaft ihnen bietet. Bevor sie auf ihre individuelle Glückssuche verzichten - und sich damit gemäß der gültigen Weltsicht, nach der jeder sein Glück selber in der Hand hat, zum Versager erklären -, verlegen sie ihr ganz persönliches Lebensglück eben in den Bereich der Einbildungen, die durch keine mißlichen "Lebenserfahrungen" mehr zu blamieren sind.
Insofern sind Drogen-Trips ein durchaus klassenübergreifendes Angebot der Klassengesellschaft an ihre Insassen - auch in diesem Punkt unterscheiden sie sich nicht von Religion, Psychologie oder Irrenhaus. Daß der einzelne immer und überall im Mittelpunkt steht und darin seine Bewährungsprobe zu bestehen hat, dieses verrückte Grunddogma der bürgerlichen Gesellschaft teilen selbstverständlich auch Leute, die in gutsituierten bis luxuriösen Lebensverhältnissen leben. Die Abwesenheit von materiellen Sorgen schafft auf dieser Seite der Klassengesellschaft Raum für eine um so freiere Suche nach einem angeblich ganz eigenen Lebens- und Glücksgefühl. Die Antwort auf ihre höchst persönliche Lebens-Sinnfrage suchen sich auch kultivierte Wohlstandsbürger aus dem vorhandenen Angebot aus - "Bewußtseinserweiterung" durch Koks ist da eben auch eine Möglichkeit.
In einer Hinsicht unterscheidet sich die Vernebelung des Bewußtseins durch Rauschgifte allerdings schon von den üblichen psychologischen Techniken, mit denen bürgerliche Individuen ihr Leben "bewältigen". Sie funktioniert von selbst, ohne geistige Umstände und Einbildungen, wie sie der Glaube an Ideologien verlangt. Drogenkonsumenten haben sämtliche Lebenslügen der freiheitlichen Gesellschaft verstanden, sie sehen bloß weit und breit kein zu ihrer Geschmacksrichtung passendes ideologisches Hilfsmittel, um daran glauben zu können. Sie pflegen nicht das falsche Bewußtsein, das an Chancen glaubt, wo es keine gibt. Sie können sich nicht an der Vorstellung berauschen, gelungene Typen zu sein, indem sie über ein vorzügliches Familienleben mit eigenen unvergleichlichen Kindern verfügen. Sie kriegen auch den Wahn nicht hin, an ein Jenseits voller Chancen zu glauben, weil es im Diesseits keine gibt. Also wählen sie den direkten chemischen Weg zum "individuellen Glück". Es ist deshalb kein Wunder, daß die "Anfälligkeit" für Drogen an den Randbezirken der Klassengesellschaft besonders verbreitet ist: bei den Underdogs der Marktwirtschaft, die im normalen bürgerlichen Getriebe von vornherein keine Lebenschance entdecken können, und in den oberen Schickeria-Kreisen, in denen man, nachdem man sowieso schon jeden sinnstiftenden Mist ausprobiert hat, gelegentlich von den gutbürgerlichen Durchschitts-Glücksprogrammen angeödet ist.
Daneben gibt es noch Leute, die Koks schnupfen oder Amphetamine einwerfen, um ihren Beruf auszuhalten - in den USA ist Kokain ein unter LKW-Fahrern weitverbreitetes "Weckmittel", und auf manchem Fabrikparkplatz wird es aus dem Kofferraum verkauft. Das Glück, das durch diesen zweckmäßigen Einsatz von Drogen winkt, besteht darin, nicht auszuflippen, seinen Mann zu stehen und beim zügigen Verschleiß der eigenen Gesundheit ein bißchen high zu sein. Auch das ehrt die hervorragende westliche "Leistungsgesellschaft".
Die Staatsgewalten des freien Westens, die das Rauschgiftproblem so bejammern, schaffen mit der von ihnen garantierten Wirtschaftsordnung nicht nur die materiellen Lebensumstände, die ihren Untertanen zu schaffen und sie für alle kompensatorischen Sinn-Angebote empfänglich machen. Ihre Gesellschaftsordnung legt auch die geistige Lage des freien Bürgers fest, der unter allen Bedingungen und gegen alle Erfahrungen daran festhält, daß das Individuum in dieser besten aUer Welten im Mittelpunkt zu stehen hat. Daß dieser erbitterte pursuit of happiness irgendwann auch mal beim Rauschgift landet, ist wirklich kein Wunder.
[...]"
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19.08.2009 - 19:14 Uhr
DagnyTaggart