„Wir handeln menschlich“
Im April wurde ein Regensburger Student von der Polizei erschossen. Noch ist unklar, ob die Beamten richtig handelten. Falls nicht, wäre dies menschlich. Das sollte auch die Politik verstehen.
Wenn ein Wirtschaftsunternehmen sein Leitbild vorstellt, hat das vor allem Imagegründe. Von sozialer Verantwortung ist dann die Rede, von Vertrauen und Gewissenhaftigkeit. Dann „menschelt“ es plötzlich in einer Welt, die eher für Profitdenken und Gewinnmaximierung bekannt ist, denn für ethisches Moralbewusstsein. Leitbilder in der Wirtschaft sind meist Wunschbilder: Sie zeigen einen Entwurf dessen, wie man gerne sein würde, nicht zwingend davon, wie man tatsächlich ist. Auch die bayerische Polizei hat seit geraumer Zeit ein eigenes Leitbild. „Wir handeln menschlich“, heißt es darin explizit. Natürlich wäre es ungerecht, zu behaupten, auch dies sei ein Wunschbild. Und doch müssen sich acht Regensburger Polizeibeamte derzeit Zweifel an der Menschlichkeit ihres Handelns gefallen lassen. Anfeindungen durch die Bevölkerung gehören seit dem 30. April zu ihrem Dienstalltag. An jenem Tag wurde Tennessee Eisenberg bei einem Polizeieinsatz getötet (jetzt.de berichtete). 16 Mal schossen die Polizisten, zwölf Kugeln trafen den 24-Jährigen. Auch wenn als sicher gilt, dass der Musikstudent den Polizisten mit einem Messer gegenübertrat, bleibt weiterhin die Frage bestehen, warum acht ausgebildete Beamte die Situation nur mit tödlichen Schüssen lösen konnten.
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Das können nur die Angehörigen und Freunde entscheiden, wie sie sich gegenüber den Tätern verhalten.
@ Beitrag.
Ich erwarte von ausgebildeten Polizisten angemessenes und professionelles Handeln. Dafür werden Steuergelder der Allgemeinheit gegeben. Wenn so lax unter dem euphemistischen Gequatsche von "menschlich" Straftaten von Beamten mit mörderischen Waffen vertuscht und weichgespült werden sollen, dann adieu Rechtsstaat. Das bedeutet doch, dass ich mir eine Waffe zulegen muss um mich vor staatlich legitimierten Waffenträgern schützen zu können. Egal ob sie "menschlich" oder "unangemessen" handeln.
Tödliche Instrumente haben sie in den Händen.
So geht Rechtsstaat nicht!!!!
andreas-glas sagte: Doch deutet zumindest zum jetzigen Zeitpunkt allein die hohe Anzahl der Schüsse nicht darauf hin, dass der Einsatz reibungslos verlaufen ist.
Großartige Feststellung! Bravo dazu. Ich glaube das man sich hier tatsächlich kein konkretes Urteil erlauben darf, wir stecken weder in den Polizisten drin, noch waren wir live dabei. Bei der aktuellen Faktenlage sind alle Ansprüche der Art "professionelles Handeln" oder Fehlerfreiheit einfach nicht zu stellen.
"Bei der aktuellen Faktenlage sind alle Ansprüche der Art "professionelles Handeln" oder Fehlerfreiheit einfach nicht zu stellen."
Was haben Ansprüche auf "professionelles Handeln ausgebildeter Beamter" mit der aktuellen (dürftigen) Faktenlage (verursacht durch die Vorenthaltung der Ermittlungsbehörden) zu tun?
06.08.2009 - 21:05 Uhr
unsinni
"Bei der aktuellen Faktenlage sind alle Ansprüche der Art "professionelles Handeln" oder Fehlerfreiheit einfach nicht zu stellen."
Was haben Ansprüche auf "professionelles Handeln ausgebildeter Beamter" mit der aktuellen (dürftigen) Faktenlage (verursacht durch die Vorenthaltung der Ermittlungsbehörden) zu tun?
06.08.2009 - 21:09 Uhr
unsinni
Bis all diese Fragen geklärt sind, gilt nur zu hoffen, dass sich die bayerische Polizei wieder auf ihr Leitbild besinnt und aus Fairnessgründen zumindest in Erwägung zieht, dass zu menschlichem Handeln auch Fehler gehören können, die man eingestehen kann.
d.h. auch mal "Sorry, dumm gelaufen" sagt, wenn sie jemanden wie diesen Studenten, dessen Gefährlichkeit man durchaus anzweifeln darf, über den Haufen schießt?
Tut mir Leid, aber dieser windelweiche Appell ist dem Vorfall nicht angemessen. Mir wird niemand erklären können, warum jemand mit 7 Schüssen in den Rücken getötet werden muss, der nicht gerade mit einem Sprenggürtel auf dem Weg in die U-Bahn ist.
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06.08.2009 - 19:29 Uhr
Met
Ja, aber manche Fehler töten anscheinend, und das ist unentschuldbar.