Alles Gute lieber Systemadministrator!
Text: sebastian-sittner
Man trifft sie nur, wenn es Probleme gibt. Das Outlook zickt rum oder der Drucker funktioniert nicht. Warum sich lange damit herumschlagen, wenn der IT-Fachmann im Haus ist. Der wird das wie immer richten. Das große Problem ist dann meist eine Lappalie und der PC-Retter ist schnell wieder verschwunden. Ein kurzer Dank. Mehr nicht. Doch an diesem Freitag jährt sich zum zehnten Mal der „System Administrator Appreciation Day“. Eine gute Gelegenheit, um den Königen des Serverraums einen Dank auszusprechen. Jetzt.de gratulierte Michael Tandler, einem der drei IT-Backoffice-Mitarbeitern für jetzt.de und des SZ-Magazins.
Jetzt.de: Erstmal alles Gute zum System Administrator Appreciation Day!
Michael Tandler: Das kommt jetzt aber überraschend. Ich wusste bis heute gar nicht, dass es diesen Tag überhaupt gibt. Bei eurer Interviewanfrage hatte ich gedacht, dass ihr euch das in der jetzt-Redaktion einfach ausgedacht habt. Gegen einen solchen Feiertag habe ich natürlich nichts einzuwenden. Eine sehr schöne Sache, wenn uns ein ganzer Tag gewidmet wird.
Beim Vatertag wird getrunken, am Muttertag werden Blumen geschenkt. Was könnte der Systemadministrator an seinem eigenen Feiertag tun?
All die Jahre hat uns ja niemand im Verlag auf diesen Tag aufmerksam gemacht. Aber jetzt wo ich es weiß, könnte man uns ja zukünftig an diesem Feiertag frei geben. Darüber würde sich jeder Systemadministrator schon mal sehr freuen.
Wie sieht denn eure tägliche Arbeit aus?
Das Tagesgeschäft besteht aus einem großen Teil daraus, dass wir uns um die Server hier kümmern. Die müssen aktualisiert und am Laufen gehalten werden. Wir schauen auch darauf, dass die Bedienung vereinfacht wird. Der zweite Teil ist der Benutzer-Support hier im Haus. Wenn also Probleme mit den Rechnern hier auftauchen, ruft man bei uns an.
Gibt es bei diesem Benutzer-Support auch besonders außergewöhnliche Probleme?
Oh ja! Die gibt es reichlich. Ein Klassiker ist natürlich die Geschichte mit „Caps-Lock“-Taste (Feststelltaste). Da bin ich auch schon mal um 22 Uhr in den Verlag gerufen worden, um dann dort zu merken, dass diese Taste gedrückt ist und somit das Kennwort nicht richtig eingegeben wurde. Oder wenn Leute anrufen und sagen ihr Monitor würde nicht mehr funktionieren. Da kommt man dann vorbei, drückt einfach auf die „On-Taste“ des Monitors und er funktioniert wieder. Ein Mitarbeiter hat sich gemeldet und sagte: „Michi! Ich kann meinen Mauszeiger nicht mehr finden!“ Man stellt dann schnell fest, dass sich der Zeiger auf dem anderen, ausgeschalteten Bildschirm befindet.
Wie verarbeitet man solche Situationen psychologisch?
Bei diesen „Highlights“ muss man dann schon schmunzeln. Aber im Grunde erwarte ich ja nicht von jedem, dass er sich so gut auskennt. Es gibt immer wieder sogenannte Probleme, bei denen man eigentlich nur den Kopf schütteln könnte. Aber es kann ja nicht jeder alles wissen. Wenn es keine Probleme geben würde, hätte ich ja heute keinen Job.
Was schenkt man denn einem Systemadministrator an so einem Tag?
Ach ich werde ja für meine Arbeit schon bezahlt. Eine schöne Sache wäre aber, wenn man meine Rundmails akzeptieren und lesen würde. Ansonsten lassen wir uns hier gerne überraschen. Für Geschenke steht unsere Tür immer offen.
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30.07.2009 - 18:52 Uhr
MorbusBahlsen