Vom leben.
Text: Eithne
Leben ist grausam. Sie steht vor mir im Nachthemd und erzählt. Die Jahre gehen vorüber sagt sie, das tun sie, immer schneller. Aber nichts geht je vorbei. Zeit verstreicht, sagt sie. Aber sie heilt nicht.
Komm, wir fahren Kettenkarrussel! Spürst du, wie die Luft pfeift? Hörst du, wie der Wind kühlt? Schau, wir leben!
Das Kaffeewasser kocht; sie erzählt weiter. Sie war 13, sagt sie. Ein Mädchen wie jedes andere, fröhlich, stark, frei, lebendig. Normal. Unschuldig. Bis der Drache Sie zum ersten mal biss.
Auf, wir organisieren ein Straßenfest! Tanzen! Lachen! Leben!
Sie zittert. Wir hatten soviel Spaß, sagt sie. Auch wenn Sie ausgezehrt und müde war. Wenn Sie nur eine kleine Verschnaufpause genießen durfte, bevor der Drache erneut angriff. Ein bisschen Normalität blieb, im Zeichen des Kampfes.
Silvester! Alles Gute für's neue Jahr und viele weitere.
Schau, alles wird gut!
Der Kaffee ist kalt. Sie war fast 17, als der Drache Sie verschlang, sagt sie. Auf Ihrem Sarg lagen weiße Rosen.
Sie hat Ihr Grab noch nie besucht, sagt sie.
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25.05.2010 - 21:06 Uhr
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