"Ich habe mittlerweile Angst vor der Polizei"
Malte März war am 4. Juli auf dem Hamburger Schanzenfest. Beinahe hätte er sein rechtes Auge verloren.
Am Samstag, den 4. Juli, fand in Hamburg das Schanzenfest statt. Das Datum ist dafür bekannt, dass es dort immer wieder zu Ausschreitungen kommt und sich Autonome mit der Polizei heftige Straßenschlachten liefern. Das Fest aber begann dieses Mal zunächst friedlich. Gegen 19 Uhr tauchten Einsatzgruppen der Polizei auf, um "Präsenz zu zeigen, bevor es zu Ausschreitungen kommt", wie ein Polizeibeamter sagte. In den darauf folgenden Stunden eskalierte das Schanzenfest. Insgesamt waren 1800 Beamte im Einsatz, 67 vermeintliche Randalierer wurden festgenommen. Die Einsatzkräfte gingen mit Wasserwerfen und Schlagstöcken gegen Vermummte vor, die wiederum brennende Barrikaden errichteten und die Polizisten mit Flaschen und Feuerwerkskörpern bewarfen. Später wurde die Polizei wegen ihres harten Vorgehens kritisiert. Malte Lärz, 24, studiert Umweltwissenschaften und verlor in dieser Nacht fast sein rechtes Auge.
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jo...das glaub ich auch so nicht. was hat jetzt.de immer nur mit echten oder angeblichen "polizeiopfern"!? sitzen beim sz-verlag nur vollgefressene, intolerante alt-68-er im vorstand?
Wir haben hier Menschen, die schimpfen, und das auf persönliche Erfahrungen begründen. Und wir haben Menschen, die sagen sinngemäss: Stell dich nicht so an, linker Aufwiegler. Da muss ich sagen, dass ersteres deutlich konstruktiver ist, als letzteres.
Jetzt gehen wir doch einfach mal davon aus, dass die Polizei für den Schutz, für das Wohl der dt. Bevölkerung da ist. Ich weiss, es klingt absurd, aber lasst euch mal drauf ein.
Ist es dann nicht anklagenswert oder zumindest erwähnenswert, wenn Menschen immer wieder die Erfahrung machen, dass die Polizei sich gerne auch gegelteilig verhält?
Ja, ich bin mit der Anti-AKW-Bewegung groß geworden und seitdem ich 15 bin Mitglied in der SPD und habe unterschiedlichste Ämter und Funktionen ausgeübt. Vor einem Jahr war ich noch AStA-Sprecher der Universität Lüneburg. Zudem gehe ich oft auf Demonstrationen. Aber ich lehne Gewalt komplett ab.
Dass der Wasserwerfer absichtlich auf sein Auge zielte, das glaube ich auch nicht. So genau lassen sich diese Dinger nicht steuern. Dass das jedoch ohne Ankündigung geschehen kann, das habe ich selbst schon beobachtet.
jurette, es gibt wirklich tolle Bürgernahe Beamte, keine Frage. Das Dilemma der Polizei ist aber auch, dass kein Linker (und auch kein gemäßigter Linker) sich ihr anschließen mag -- gleiches trifft für die Bundeswehr zu. Infolgedessen wird die Polizei durch einen eher konservativen, sicherheitsorientierten, autoritätsgläubigen, gerne auch mal sich selbst als unpolitisch bezeichnenden Menschenschlag repräsentiert. Und dieser trifft bei linken Demos auf eine mehr oder weniger entgegengesetzte Geisteshaltung...
Ich will es mal hierbei belassen und hoffe, der ein- oder andere hier hält mich nicht für komplett geistesgestört... :-)
Aber abgesehen davon glaube ich auch, dass man als Polizist eher konservativ und sicherheitsorientiert wird - schließlich hat man da selber ein starkes Interesse daran, dass man in seinem Job ausreichend geschützt, mit den notwendigen Mitteln ausgestattet wirdusw. Außerdem bekommt man - anders als in vielen anderen Berufen - verstärkt einen Ausschnitt der Gesellschaft zu sehen, der einen vielleicht etwas "law and ordiger" werden lässt.
Wie oben von GuentherSchweig angesprochen, ist dieser Artikel wohl ein Schnellschuss und es fehlt ihm der korrekte Rahmen.
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27.07.2009 - 01:46 Uhr
Aporia
Nö, aber ich habe schon so viel merkwürdiges Verhalten bei Polizisten beobachtet und erlebt (fast immer als Unbeteiligter), dass diese Anekdote so einiges hat klarer erscheinen lassen... :-)
Mir geht es auch nicht darum den Polizeistand an sich zu diskreditieren. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass in vielen Zusammenhängen sehr wohl eine Menge Scheiße passiert, die nicht einfach mit Stresssituation erklärt werden kann.
Und ich verbitte mir dieses über den Kamm scheren so genannter »Chaoten«...