17.07.2009 - 18:30 Uhr

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Sascha Lobo macht Werbung. Zehn Meinungen zum Auswählen

Text: dirk-vongehlen

Wir müssen uns Sascha Lobo als glücklichen Menschen vorstellen. Der Werber, Internet-Berater und Blogger war in der vergangenen Woche präsent wie selten: In nie gekannter Eintracht bezeichneten Zeitungen und Blogs den Auftritt des Berliners im neuen Werbespot eines Telefonanbieters als gescheitert - und machten damit die Werbung und den Werbenden überhaupt erst zum Thema. Eine Meinungsübersicht

Sascha Lobo macht Werbung. Seit kurzem auch für die Firma Vodafone. Die Redaktion von Focus-Online hält das für einen ausreichenden Anlass, Sascha Lobo ausführlich zu der aktuellen Kampagne zu befragen. Ein vergleichbares Interview mit beispielsweise Thomas Gottschalk über den Geschmack von Gummibärchen findet man aus guten Gründen nicht auf der Website. Dass Lobo für seine werblichen Botschaften dennoch soviel Platz im redaktionellen Bereich bekommt, liegt ... ... am Ärger in der vermeintlichen Zielgruppe (Focus). ... an der nicht nachlassenden Aufregung (Meedia) und ... an heftigen Reaktionen (Tagesspiegel). Gemeint damit sind unter anderem Einträge in bekannten deutschen Weblogs, die die Werbekampagne als "grandioses Desaster" (Blogbar) und "eine Unverschämtheit" (Indiskretion Ehrensache) beschreiben. Sie waren der Beginn einer wortreich geführten Auseinandersetzung in dieser Woche, an deren Ende sich Sascha Lobo selber interviewte und die Erkenntnis verbreitete: "Werbung muss an Orte gehen, die für die Menschen – früher nannte man sie Zielgruppe – wichtig sind."
Ein Bild aus einer anderen Jahreszeit: Im Frühjahr präsentierte Sascha Lobo vor der Internet-Messe CeBIT sein Weblog über die Aktivitäten der Messe. Foto: ddp
Im Kern lässt sich die Kritik an der Kampagne auf zwei Argumente runter brechen: Die einen zeigen sich genervt von der Person Sascha Lobo. Die anderen, die zum Beispiel auf Twitter ihre Kritik unter dem Schlagwort zensurfone zusammenfassen, werfen Lobo vor, sich zwar einerseits gegen die Zensursula genannten Netzsperren zu engagieren, andererseits aber mit Vodafone zusammenzuarbeiten, wo man sehr viel positiver auf die Pläne der Ministerin von der Leyen reagiert hat. Die so genannten klassischen Medien griffen die Aufregung in der Blogosphäre auf und trugen Lobo und seine Werbekampagne weiter: Jetzt wissen auch die Leser der Frankfurter Rundschau dass Sascha Lobo "ein Urgestein des Internets" ist. Patrick Beuth sammelt für seinen Text über den "unangepassten Internet-Irokesen" Zitate aus dessen Twitter-Feed und lässt einen namenlosen "Ex-Kommilitonen" des Werbers zu Wort kommen, der ihn vor Raffgier-Vorwürfen in Schutz nimmt: "Ich sehe bei Sascha einen viel größeren Willen zur Bühne als Willen zum Geld." In der FAZ beschreibt Don Alphonso in einem für FAZ-Leser angepassten Ton, warum er die Kampagne schon auf Blogbar.de nicht gemocht hat. Und der Tagesspiegel lässt Lobos TV-Streitpartner Mario Sixtus zu Wort kommen, der sagt, die Kritik an der Werbung habe viel mit Mißgunst zu tun. Wir enthalten uns hier einer Einschätzung und lassen stattdessen einmal wirklich das Netz sprechen: die zehn Antworten (zum Selberauswählen) auf die Frage, wer Sascha Lobo eigentlich ist: 10. Sascha Lobo ist mittlerweile selbst eine Riesenmaschine. Westfälische Nachrichten 9. Sascha Lobo ist der unumstrittene Star der deutschen Web-Szene. Meedia 8. Sascha Lobo ist im Fernsehen. Kommentar auf Spreeblick 7. Sascha Lobo ist seit anderthalb Jahren im Onlinebeirat der SPD. Berliner Zeitung 6. Sascha Lobo ist noch nicht da, hat aber eine gute Ausrede. Tagesspiegel 5. Sascha Lobo ist Teil dieser digitalen Bohème. ZDF 4. Sascha Lobo ist der Berlusconi der deutschen Blogosphäre! h_rich 3. Sascha Lobo ist die Uschi Glas des Mittlemaßgeschwaders. Commodore Schmidtlepp 2. Sascha Lobo ist die Heidi Klum des Internets. Schule 2.0 1. Sascha Lobo ist jetzt schon nicht mehr derselbe wie vorher. the boy in the bubble


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BananenBill
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Mag ich Mag ich nicht

0

19.07.2009 - 11:58 Uhr
BananenBill

@mono: Framing ist im Endeffekt der erweiterte News-Factor. Als nicht zwangsläufig was Interpretatives.

Hauptschulabbrecher_ohne_Studium
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Mag ich Mag ich nicht

4

20.07.2009 - 09:01 Uhr
Hauptschulabbrecher_o…

Oho. Schmidtlepp wird hier zitiert. Sascha Lobo ist einer von Millionen "harzern" in der ALGII-Hauptstadt Berlin. Und wie viele von diesen macht er aus seinem Versagen auf ganzer Linie eine Lebensphilosophie. Um vor sich selbst besser dazustehen. Digitale boheme, Cyber Punk!? Nunja...eher einer in der langen Schlange vor der ARGE Neukölln.

Shorebilly
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.07.2009 - 10:15 Uhr
Shorebilly

kenn ich nicht.

shafty
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Mag ich Mag ich nicht

4

20.07.2009 - 10:31 Uhr
shafty

ein berthold brecht gedicht, drückt ganz gut aus, was ich von herrn lobo und seinen zahlreichen schaumschlägerkumpels halte.

Es war einmal ein FISCH mit Namen Fasch
Der hatte einen weißen Asch
Er hatte keine Hände zum Arbeiten nicht
Und er hatte keine Augen zum Sehen im Gesicht
In seinem Kopf war gar nichts drin
Und er hatte auch für nichts einen Sinn
Er kannte nicht das Einmaleins
Und von allen Ländern kannte er keins
Er war nur der Fisch Fasch
Und er hatte eben seinen weißen Asch.

Und wenn die Menschen ein Haus bauten
Und wenn die Menschen Holz hauten
Und wenn die Menschen einen dicken Berg durchlochten
Und wenn die Menschen Suppe kochten
Dann sah der Fisch Fasch ihnen stumpfsinnig zu
Und wenn sie ihn fragten: und was machst du?
Dann sagte er: ich bin doch der Fisch Fasch
Und dies hier ist mein weißer Asch.

Gingen sie aber am Abend in die Häuser hinein
Dann ging der Fisch Fasch hinter ihnen drein
Und wenn sie sich setzten zum Ofen, nanu
Dann setzte sich der Fisch Fasch auch dazu
Und wenn die Suppe kam auf den Tisch
Dann saß da gleich auch mit einem großen Löffel
ein Fisch und rief ganz laut, jetzt esset rasch
Dann zeige ich euch meinen weißen Asch

Da lachten die Leute und ließen ihn mitessen
Und hätten wohl auch seine Faulheit vergessen
Wenn nicht eine Hungersnot gekommen wäre
Und zwar keine leichte, sondern eine schwere
Und jetzt mußte jeder etwas bringen für die Hungersnot
Der eine brachte ein Stück Käse, der andere eine Wurst, der dritte ein Brot
Nur der Fisch Fasch brachte nichts als den Löffel mit
Das sahen einige Leute, sie waren grad zu dritt
Und da fragten sie mal den Fisch Fasch, na und du
Was gibst uns jetzt eigentlich du dazu?
Und da sagte der Fisch Fasch
Ja, wenn ich vielleicht meinen weißen Asch …

Aber da wurden die Leute zum erstenmal sehr bitter zu dem Fisch Fasch
Und redeten mit ihm plötzlich ganz barsch
Und warfen ihn mal ganz rasch durch die Eichentür und verhauten ihm draußen
seinen weißen Asch.

okkasionalsozialist
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.07.2009 - 12:07 Uhr
okkasionalsozialist

also den spot selbst finde ich eigentlich recht gut...lobos auftritt ist irgendwie über-pc (im öpnv-bus), aber andere elemente sind nicht schlecht. der bowie-titel gehört zu meinen lieblingen...und die cover version ist nicht gar so schlecht gelungen wie sonst die meisten

st_pauline
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.07.2009 - 18:21 Uhr
st_pauline

"Wir müssen uns Sascha Lobo als glücklichen Menschen vorstellen."
Das ist einer der dümmsten Sätze, die ich hier je gelesen habe.

101
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.07.2009 - 18:22 Uhr
101

Nelson_
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Mag ich Mag ich nicht

1

20.07.2009 - 18:31 Uhr
Nelson_

Das hat noch niemand bemerkt, oder? Damit so'n Sascha Lobo 'n Sascha Lobo wird, über den bspw. hier dieser Beitrag geschrieben wird, braucht es mehr als nur einen Sascha Lobo.

yeahrightfuckyou
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Mag ich Mag ich nicht

1

22.07.2009 - 23:16 Uhr
yeahrightfuckyou

yeahrightfuckyou sagte:
schwul.


krass. was ich manchmal für sachen schreibe hier.

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dirk-vongehlen

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.