"Mit virtuellen Waffen ist noch nie ein Mensch getötet worden"
Niemand lernt einen Amoklauf, weil er Computer spielt, sagt der Baumaschinentechniker Peter Schleußer. Der 38-Jährige ist Hauptpetent der Online-Petition gegen ein Verbot von Action-Spielen. Ein Interview über den Erfolg seiner Eingabe und verständnislose Politiker
jetzt.de: Du hast eine Petition für Computerspiele eingereicht. Vermutlich spielst du ziemlich viel? Peter Schleußer: Wenn du einen der Innenminister - gegen deren Beschluss sich meine Petition in erster Linie richtet - fragst, ab wann man viel spielt, wird der wahrscheinlich sagen: ab einer Stunde täglich. Wenn du jetzt einen richtigen Computerfreak fragst, kommt der vermutlich zu einer ganz anderen Einschätzung. Und du? Sagen wir mal so: Ich spiele häufiger. Und zwar genreübergreifend. Sehr gerne Rollenspiele. Ich spiele auch Guild Wars und immer mal wieder Egoshooter und gerne auch Militärsimulationen. Hast du das Gefühl, dass die dich aggressiver machen? Im Gegenteil. Ich geb dir ein Beispiel: Der Film "Der Soldat James Ryan" wird doch auch als Anti-Kriegsfilm geführt, obwohl die erste halbe Stunde nichts anderes als reines Gemetzel ist. Und gerade bei Militärsimulationen habe ich noch mehr das Gefühl, dass da eine Anti-Kriegswirkung erzielt wird. Man denkt sich: ein gutes Spiel, aber im realen Leben bin ich froh, dass ich nie bei einem echten Kampfeinsatz dabei sein mußte. Solche Spiele sind nicht so verherrlichend wie so mancher Spielfilm.
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MorbusBahlsen sagte:]http://www.computerbase.de/news/software...
Übrigens, @Artikelüberschrift:
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hahaha.
toller plan. anstatt mal rauszufinden WARUM sie süchtig sind, lieber mal strafen einführen, wie man es mit kleinen kindern tut. super lösung!
Zählt das?
In der heutigen "Wissenschaft" wird man sowieso jede Behauptung aufstellen und mit irgendwelchen Statistiken belegen, können, die einem für die eigene Meinung passen.
Wenn man keinen Begriff und Blick mehr von/für seelische(r) Gesundheit hat, wird man ihren Verlußt und eintreten von Verrohung auch garnicht mehr bemerken. Oder es lustig finden. Wenn Leute, deren kulturelles Niveau es ihnen erlaubt maßvoll mit den Spielen umzugehen, das dann meinen da allgemeine Aussagen über Auswirkungen machen zu können, finde ich das denjenigen gegenüber, die das nicht können zynisch gegenüber.
Bei diesem Thema, wie auch bei anderen pädagogischen Fragen ist es besonders krass wie sehr eine Blindheit gegenüber den Folgen der extreme Konsum von Computerspielen hat. Die Suchtgefahr spricht doch schon für sich. Wenn man das akzeptiert, dann kann man vielleicht auch Wege finden, einen freiwilligen maßvollen Umgang zu üben. Dann braucht man auch keine Verbote.
Gibt es einen kultursoziologischen Zusammenhang zwischen der Vorliebe für bestimmte Computerspiele, bestimmter Musik und der abgrenzenden Kleidung/dem Aussehen? Logo, aber meist reagieren Menschen darauf mit Schubladendenken, anstatt zu fragen, was sich an Weltbildern und -aussagen da äußert.
Ich sehe da sehr oft die wesentliche Abgrenzung zwischen gesellschaftlich affirmativen Haltungen und den daraus sich ergebenden Erwartungen an den einzelnen Menschen auf der einen Seite, und der Ablehnung und Verweigerung von als verlogen und menschenverachtendengesellschaftlichen Rollenerwartungen andererseits. Bloß daß diese lost generation eben keine Blumen in Gewehrläufe steckt, sondern ihre Verweigerungshaltung mit anderen Formen ausdrückt.
Ich habe jedenfalls weniger Angst davor, von den Teilnehmern eines reallife-Treffens einer wow-Gilde zusammengeschlagen zu werden, als von der (gesellschaftlich und wirtschaftlich marginalisierten) Anhängerschaft eines Fußballvereins. Und jene Hooligans werden mitunter auch die PC-"Baller- und Killer"-Spiele mögen, sie aber sicher nicht in der Form beherrschen.
15.07.2009 - 08:31 Uhr
riesenherz
Du musst das ein bißchen anders sehen. Die Frage ist eigentlich, hätte es mehr Amokläufe gegeben, wenn das Waffenrecht nicht so streng wäre wie es heute ist ? Denn genau da liegt der Kern dieser Problematik - keine Waffe, kein Amoklauf -
Und wenn es ein Gesellschaftverstörter dennoch durchzieht, ist dessen "Effizienz" mit einem Messer bei weitem nicht so hoch.
der Amokläufer ist erst mal durch die Szene durchgehetzt, und hat alles totgemacht, noch bevor sich irgendwelche Gegenwehr regen konnte. Dann stand er ganz oben, und wußte nicht, wie's weitergeht. Als nächstes kam dieser Lehrer und hat mit ihm geredet. Im Spiel hätte er ihm jetzt gesagt, wie's weitergeht und was er als nächstes tun muss. Aber der Lehrer hat ihn ja eingesperrt, und im echten Leben kann man ja zum Glück verschlossene Türen doch nicht so einfach aufschiessen. Anschliessen saß er alleine in dem Raum und war praktisch am Ende. Im Computerspiel würde er dann einen alten Spielstand neu laden und es nochmal versuchen...
Also ich glaube schon, dass Computerspiele da was ausmachen. Es kommen wahrscheinlich 90% der Leute, oder 99% der Leute damit klar. Vielleicht kommt Herr Peter Schleußer auch damit klar, obwohl er für meinen Geschack in seinem Aussehen schon etwas Gewaltpotential ausstrahlt. Aber es reicht ja schon, wenn 10% oder 1% der Leute nicht damit klar kommen. Es reicht ja schon eine sehr kleine Zahl von Amokläufern, damit es für die anderen Leute extrem unangenehm und lebensgefährlich wird.
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15.07.2009 - 00:20 Uhr
MorbusBahlsen
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