"Mit virtuellen Waffen ist noch nie ein Mensch getötet worden"
Niemand lernt einen Amoklauf, weil er Computer spielt, sagt der Baumaschinentechniker Peter Schleußer. Der 38-Jährige ist Hauptpetent der Online-Petition gegen ein Verbot von Action-Spielen. Ein Interview über den Erfolg seiner Eingabe und verständnislose Politiker
jetzt.de: Du hast eine Petition für Computerspiele eingereicht. Vermutlich spielst du ziemlich viel? Peter Schleußer: Wenn du einen der Innenminister - gegen deren Beschluss sich meine Petition in erster Linie richtet - fragst, ab wann man viel spielt, wird der wahrscheinlich sagen: ab einer Stunde täglich. Wenn du jetzt einen richtigen Computerfreak fragst, kommt der vermutlich zu einer ganz anderen Einschätzung. Und du? Sagen wir mal so: Ich spiele häufiger. Und zwar genreübergreifend. Sehr gerne Rollenspiele. Ich spiele auch Guild Wars und immer mal wieder Egoshooter und gerne auch Militärsimulationen. Hast du das Gefühl, dass die dich aggressiver machen? Im Gegenteil. Ich geb dir ein Beispiel: Der Film "Der Soldat James Ryan" wird doch auch als Anti-Kriegsfilm geführt, obwohl die erste halbe Stunde nichts anderes als reines Gemetzel ist. Und gerade bei Militärsimulationen habe ich noch mehr das Gefühl, dass da eine Anti-Kriegswirkung erzielt wird. Man denkt sich: ein gutes Spiel, aber im realen Leben bin ich froh, dass ich nie bei einem echten Kampfeinsatz dabei sein mußte. Solche Spiele sind nicht so verherrlichend wie so mancher Spielfilm.
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gewalthaltigen Spielen gleichzusetzen ist.
In erster Linie werden damit Computerspiele, insbesondere Ego-shooter bezeichnet, die das
Ausüben von Gewalt an Menschen, Tieren oder anderen Wesen beinhalten.
Das Wort Killerspiele ist aufgrund der Medien seit dem Amoklauf in den USA im Jahre 1999 im
Umlauf.
Eine juristische Definition des Wortes ist nicht vorhanden.
Das Thema „Killerspiele“ ist sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft ein stark
umstrittenes Thema.
Der Auslöser für den Gedanken eines Killerspielverbotes hat 3 Gründe:
Das stärkste Argument für ein Verbot von Ballerspielen ist in den Augen der Politiker, dass sich in
den letzten Jahren viele Amokläufe ereigneten.
Alles begann im Jahre 1999 in den USA, als ein amerikanischer Schüler seine ehemalige Schule mit
einer Waffe stürmte und wahllos Menschen erschoss.
Dieser Amoklauf wurde in der Presse breitgetreten und imponierte dem deutschen Robert
Steinhäuser so sehr, dass er ein ähnliches Szenario im Jahre 2002 an einem Gymnasiums in Erfurt
verrichtete. Im Laufe der nächsten Jahre fand der „Trend“ Amoklauf immer mehr Freunde und die
Anzahl der Amokläufe in Deutschland stieg drastisch an.
Alle Täter hatten ein gemeinsames Hobby: Sie spielten Killerspiele.
Ein Killerspielverbot ist laut der Bundesregierung die einzige Möglichkeit um Amokläufe in
Zukunft effektiv zu unterbinden. Die Amokläufe werden als „Trend des 21 Jahrhunderts“ angesehen
und nun wird versucht, mit einem Killerspielverbot den Amokläufen entgegen zu wirken.
Des weiteren belegt eine neue Studie, dass Jugendliche im Alter von 14-18 Jahren, welche gerne
Killerspiele spielen, schneller aggressiv werden und bereit sind Straftaten zu begehen, als
Jugendliche die Abstand von solchen Machenschaften halten.
Als dritten und letzten Aspekt führen sowohl Jugendschützer als auch die Bundesregierung an, dass
rund 69% aller Jugendliche gewalttätige Spiele spielen, welche meist von volljährigen Personen wie
Eltern oder Geschwister beschafft werden. Aufgrund der Verantwortungslosigkeit der volljährigen
Personen und die Gefahr der negativen Psychischen Entwicklung der „jungen Spieler“ wird ein
Killerspielverbot für jede Altersgruppe als gerechtfertigt betrachtet.
Die Meinung des Autors: Ist ein Killerspielverbot gerechtfertigt ?
Über die Sinnhaftigkeit der gewalthaltigen Spiele kann im Grundsatz natürlich diskutiert werden.
Dennoch ist es fraglich, ob die Maßnahme „Killerspielverbot“ das schreckliche Handeln der
potentiellen Amokläufer unterbindet und das eigentliche Problem bekämpft.
Ist der Aspekt „Killerspiele“ das eigentliche Problem oder spielen vielleicht andere Aspekte wie
das soziale Umfeld eine viel größere Rolle ?
Je mehr ich über das Thema nachdenke, höre und lese, desto mehr manifestiert sich der Gedanke,
dass die Bundesregierung das eigentliche Problem falsch angeht.
Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass die Killerspiele Teilschuld an den schrecklichen
Ereignissen haben, aber dennoch werden wichtige Aspekte bei der Begründung, wieso Jugendliche
Amok laufen nicht berücksichtigt. Die Komplette Verantwortung wird auf die Killerspiele
geschoben.
Ich frage mich wieso sich der erste Amoklauf in Deutschland „erst“ im Jahre 2002 ereignete.
1999 fand in den USA der erste Amoklauf statt der in den Medien breitgetreten wurde.
Drei Jahre später passierte dies dann in Deutschland.
Seit jeher finden Amokläufe in fast regelmäßigen Abständen statt. Und genau dieser Grund, die
Nachrichten in den Medien, ist meines Erachtens der Hauptgrund, gegen den angegangen werden
muss. Darüber hinaus sind Killerspiele in den Asiatischen Ländern wie China oder Japan weitaus
beliebter als in Deutschland. Dort wurde aber noch nie ein Amoklauf ausgeübt. Dort wurde in den
Medien aber auch nie über vorangegangene Amokläufe berichtet.
Wenn man diesbezüglich nun bedenkt, dass alle bisherigen Amokläufer von der Gesellschaft
ausgeschlossen wurden, keine oder nur wenige Freunde hatten, ihr Leben als „nicht Lebenswert“
betrachteten und nie im Mittelpunkt standen, bat sich ein Amoklauf mit anschließendem Suizid
regelrecht an um die Aufmerksamkeit der Nation auf sich zu ziehen.
Darüber hinaus stammten die Täter meist aus sozial schwachen Familien. Sie hatten keine Personen
mit der sie über ihre Probleme reden konnten;Weder Freunde noch Familienmitglieder. Der Stress
zu Hause oder in der Schule wurden verdrängt und mit der Zeit in Wut und Hass umgewandelt.
Es ist außerdem bekannt, dass jeder bisherige Amokläufer psychisch krank und in psychologischer
Betreuung war. Wenn die Killerspiele das einzige und eigentliche Problem ist, hätten das
Psychologen schon seit langem gemerkt und Alarm geschlagen.
Zudem ist es nicht zu missachten, dass alle Täter von klein auf im Schützenverein waren und Ihre
Erfahrungen nicht nur mit virtuellen, sondern auch mit realen Waffen sammelten. Daher wurde die
Hemmschwelle gesenkt, sodass es kein Problem mehr war auf andere Lebewesen wie Menschen zu
schießen.
Wie man sieht, hatten die Amokläufer nicht nur alle Ballerspiele gespielt – Sie hatten noch viel
mehr gemeinsam.
Sind also alle Leute die Killerspiele spielen potentielle Amokläufer?
Man Bedenke, dass alle Täter Auch Brot aßen und Wasser tranken, genau wie Sie.
Sind Sie deshalb auch ein potentieller „Killer“ ?
Diese Frage soll nicht als Satire verstanden werden, sie ist durchaus ernst gemeint.
Wenn die Aussage der Politiker, dass jeder der Ballerspiele spielt ein potentieller Amokläufer ist
genauer betrachtet wird, kann schlussfolgernd gesagt werden, dass jeder der Rennspiele spielt ein
potentieller Raser ist oder dass jeder der Tetris spielt auch Steine von Brücken wirft.
In Bezug auf die oben genannte Studie ist zu sagen, dass diese nicht als repräsentativ zu betrachten
ist, da nur 120 jugendliche getestet wurden die alle aus dem Bundesland Rheinland-Pfalz stammen.
Die Resultate die man aus 120 getesteten Personen ziehen kann, die zudem alle noch aus dem
selben Bundesland stammen, sind im Vergleich zu 80 Millionen deutschen Einwohnern alles
andere als repräsentativ.
Des weiteren ist nirgendwo zu ersehen, ob die Messungen der Aggressionen während oder nach
der Ausübung von gewalttätigen Spielen statt fand. Nach meiner Auffassung muss nicht darüber
diskutieren werden, ob die Aggressionen während des Spielens von gewalthaltigen Spielen höher
sind als danach.
Ferner ist ein Killerspielverbot aufgrund dessen, dass Jugendliche Spiele spielen die nicht für ihr
Alter geeignet sind eben so Sinnvoll, wie das Verbot von Killerspielen wegen einer, nicht
repräsentativen Studie. Die Beschaffungsmaßnahmen von gewalthaltigen Spielen im 21.
Jahrhundert liegen in weitaus größeren Dimensionen als bei einem legalen Erwerb. Jugendliche die
solche Spiele spielen möchten, haben durchaus andere Möglichkeiten an solche heran zu kommen.
Auch ohne Eltern oder volljährige Geschwister.
Anstatt sich den Kopf zu zerbrechen ob es Sinnvoll sei gewalttätige Spiele zu verbieten, wäre es
meines Erachtens Sinnvoller sich Gedanken über die Moral sowie die guten Werte, die jeder von zu
Hause mitbekommen sollte, zu machen.
Ein Killerspielverbot um den Amokläufen entgegen zu wirken ist meiner Meinung nach der
falsche Ansatz.
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17.07.2009 - 12:14 Uhr
okkasionalsozialist
ja, kann man. weil bildung immer irgendeinen bias hat - auch staatliche bildung ist nicht neutral, im gegenteil, da nur sie aufgezwungen und über eine ganze nation gleichgeschaltet werden kann potenziert sich durch sie der geringste bias zu einer totalitären bedrohung.
der bias von eltern, bildungskonzernen und religionen geht ja gleichzeitig in die unterschiedlichsten richtungen - und bildet damit die vielfalt einer pluralistischen gesellschaft viel besser ab als es der staat je kann, der mit seinem heuchlerischen neutralitätsanspruch sich aber einer besonderen hybris schuldig macht, denn nur eine überirdische instanz - wenn es sie denn gäbe - wäre in der lage, neutral zu sein.