02.07.2009 - 18:30 Uhr

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Liebe Freunde, ich bin jetzt tot!

Text: sonja-leister - Foto: Carola Grahn

Die Schwedin Lisa Granberg entwickelt einen Internetdienst fürs würdevolle Sterben im Web 2.0. Ein Interview über Online-Testamente und Spuren, die wir bewahren möchten.

Viele haben inzwischen zwei Leben: eins in der analogen Welt und eins im Internet. Lisa Granberg, 28, aus Schweden lässt die Frage nicht mehr los, was mit unseren Web-Profilen geschieht, wenn wir mal tot sind. Sie hat einen Dienst entwickelt, der künftig unseren Online-Nachlass verwalten soll. Jetzt sucht sie Investoren für ihr Examensprojekt Webwill. jetzt.de: Lisa, wie genau wird der Webdienst funktionieren, wenn er einmal online ist? Lisa Granberg: Zuerst muss man sich als Mitglied registrieren. Dazu braucht man hier in Schweden einen elektronischen Ausweis und die Sozialversicherungsnummer. Wenn man sich angemeldet hat, gibt man an, welche Konten und Profile man online hat und hinterlässt die Login-Daten. Und das Wichtigste: Man bestimmt, was nach dem Tod mit allen Profilen passieren soll. Man macht sozusagen sein Online-Testament. Was könnte ich zum Beispiel verfügen? Manche wollen einfach sofort alle Konten löschen. Aber es gibt noch viel mehr Möglichkeiten: Wenn man einen Blog hat, könnte man beispielsweise einen Abschiedseintrag vorformulieren. Oder man stellt nach dem Tod ein Album mit den schönsten Erinnerungsfotos online. Einige wollen eine Rundmail oder eine Twitternachricht an ihre Freunde schicken. Wer bei Facebook ist, kann eine Statuszeile festlegen, die erscheint, wenn man gestorben ist.
Lisa studiert Werbung und Grafikdesign an „Beckmanns Designhögskola“ in Stockholm. Was soll man denn da schreiben? „Liebe Freunde, ich bin tot“? Ich mache da keine Vorschläge, das muss ja wirklich jeder selbst wissen. Aber ich persönlich könnte mir ein Zitat aus „Die Brüder Löwenherz“ vorstellen: „Wir sehen uns in Nangijala.“ Das sagt Jonathan zu seinem kleinen Bruder als er stirbt. Dein Dienst ist noch nicht online. Wie kann ich zurzeit regeln, was nach dem Tod mit meinen Online-Konten passiert? Man könnte natürlich einem guten Freund alle Logins hinterlassen. Aber das will man vielleicht nicht unbedingt. Derjenige kann ja dann alles durchstöbern und lesen, was man so im Internet hinterlassen hat. Außerdem ist es ja auch sehr schmerzhaft für diese Person, alle Accounts zu löschen oder zu ändern. Meistens ist es allerdings so, dass gar nichts geregelt ist und keiner die Passwörter kennt. Ich habe mit einer Frau gesprochen, die wochenlang versucht hat, das Facebook-Profil ihres Partners löschen zu lassen. Sie hat die Betreiber in den USA einfach nicht erreicht. Erst als sie die Geschichte groß in den Medien verbreitet hatte, ist was passiert. Eine andere Frau wollte unbedingt, dass das Myspace-Profil ihres Freundes online bleibt, als Erinnerung an ihn. Doch das Konto wurde nach ein paar Wochen wegen Inaktivität gelöscht – da hat man keine Chance. Aber will man denn tatsächlich so ein Online-Testament machen? Als quietschfideler Web-2.0-Nutzer findet man das doch eher erschreckend. Ich habe fast nur positive Resonanz auf meine Idee bekommen. Auch von jungen Leuten. Denn viele kennen selber eine Person, die gestorben ist, aber trotzdem zum Beispiel noch bei Facebook auftaucht. Das Problem ist vielen bewusst. Außerdem geht es ja nicht nur darum, dass man an den eigenen Tod denkt, sondern auch daran, was man hinterlassen will, welche Andenken und Spuren man im Netz bewahren möchte - eigene Musik, Fotos, Texte. jetzt.de: Ist das nicht irgendwie seltsam, dass wir uns sogar noch nach unserem Tod übers Internet präsentieren wollen? Ich glaube, dass wir unsere Leben immer mehr in der Netz-Öffentlichkeit leben. Deswegen sterben wir auch öffentlicher. Wo Leben ist, da ist auch Tod – das gilt auch für Flickr und Twitter. Der Tod ist in unserer Gesellschaft fast gar nicht mehr sichtbar. Das war früher ganz anders, da ist man nicht so abgeschirmt gestorben wie heute. Vielleicht ändert sich das jetzt wieder durch das Internet, vielleicht ist der Tod dadurch bald auch nicht mehr so tabuisiert.


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cougarten
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Mag ich Mag ich nicht

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02.07.2009 - 18:41 Uhr
cougarten

gute Idee

fyra
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Mag ich Mag ich nicht

0

02.07.2009 - 18:51 Uhr
fyra

warum bin ich da nicht selbst schon draufgekommen...?

der_neue_orhe
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Mag ich Mag ich nicht

0

02.07.2009 - 18:54 Uhr
der_neue_orhe

naja, das tabu tod wird das nicht gerade brechen koennen. eher den tod virtualisieren.

kikuju
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Mag ich Mag ich nicht

3

02.07.2009 - 19:01 Uhr
kikuju

ich habe mir das ehrlich gesagt auch schonmal überlegt, was dann passiert. oder mir vorgestellt, dass vielleicht leute, von denen man hier immer wieder las oder mit denen man schrieb auf einmal weg sind, sich nicht mehr einloggen und man irgendwie keine ahnung hat, ob demjenigen nicht vielleicht doch was passiert sein könnte. klar ist das extrem dramatisch gedacht, aber jetzt auch nicht super unrealistisch. finde ich.

heiner70
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Mag ich Mag ich nicht

-16

02.07.2009 - 19:18 Uhr
heiner70

Schau gleich mal da nach : http://www.der-todestest.com/?de
Der Tod ist das Größte Erlebnis Deiner Existenz,
wir werden sein wie Engel. Mt 22,30 Denn in der
Auferstehung freien sie nicht, noch lassen sie sich freien,
sondern sie sind wie die Engel Gottes im Himmel.
http://heilsweg.homepage.t-online.de/hom...

Anna897
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0

02.07.2009 - 19:24 Uhr
Anna897

ich finde die idee super. sollte umgesetzt werden, aber dann weltweit un in der jeweiligen sprache. zumindest in englisch. auf schwedisch bringt mir das nix.

kikuju
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Mag ich Mag ich nicht

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02.07.2009 - 19:35 Uhr
kikuju

wie bekommen die eigentlich mit, dass man tot ist? über die personennummer (also diese sozialversicherungsnummer)?

für world of warcraft bieten sie das auch an. und jetzt muss ich an second life denken, und frage mich, ob das nicht irgendwie extrem seltsam wäre dann ...

-wolkenkatze-
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Mag ich Mag ich nicht

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02.07.2009 - 19:47 Uhr
-wolkenkatze-

eine gute idee...die mich überlegen lässt, was mir lieber wäre. hier noch weiterleben oder lieber weg vom fenster sein? auf jetzt.de zu bleiben könnte ich mir vorstellen, aber alle anderen accounts würde ich lieber löschen lassen.

wenn ich mir rororotfuchs' gästebuch anschaue, finde ich es eher schön, dass was bleibt (auch wenn der oberste kommentar zeigt, was auch passieren kann...)

idealist
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3

02.07.2009 - 20:10 Uhr
idealist

wie erfährt denn dieser dienst von dem tod? und wie ist der zugriff auf die zugangsdaten gereglt? die dame wirkt ja äußerst seriös aber ich sehe da gerade bei nachahmern viel fishingpotenzial

felina
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Mag ich Mag ich nicht

0

02.07.2009 - 20:41 Uhr
felina

kikuju sagte:
ich habe mir das ehrlich gesagt auch schonmal überlegt, was dann passiert. oder mir vorgestellt, dass vielleicht leute, von denen man hier immer wieder las oder mit denen man schrieb auf einmal weg sind, sich nicht mehr einloggen und man irgendwie keine ahnung hat, ob demjenigen nicht vielleicht doch was passiert sein könnte. klar ist das extrem dramatisch gedacht, aber jetzt auch nicht super unrealistisch. finde ich.




ich auch!!

MadMaxTheOnly
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1

02.07.2009 - 20:59 Uhr
MadMaxTheOnly

Dieses Problem (von Idealist) ließe sich mit einer Verschlüsselung lösen: Die Logindaten sind verschlüsselt hinterlegt. Ein angehöriger (oder Nachlassverwalter) bekommt den Entschlüsselungscode und muss diesen im Falle des Todes an den Dienst schicken, der erst dann die Daten entschlüsseln kann, um seine Arbeit aufzunehmen.

looqpool
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0

02.07.2009 - 21:24 Uhr
looqpool

das ist samenklaus....

MorbusBahlsen
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0

02.07.2009 - 21:33 Uhr
MorbusBahlsen

Geht das eigentlich nur für vordefinierte große Seiten (facebook, wordpress usw.) oder wird da wirklich geplant individuelle Homepages auch zu "pflegen"? Und wie finanziert sich der Dienst dann bei dem zu erwartenden hohen Personalaufwand?

Und ja, die Logindaten sind sehr sehr heikel... solange ich noch lebe, wenn ich tot bin, und wenn ich lange tot bin und sonst kein Bekannter mehr schaut (und vorher ja auch nicht weiß wo) was in "meinem Namen" getrieben wird...

Außerdem studiert die gute Dame ja nicht umsonst Werbung und Grafikdesign - das ist das ideale Marketing-Tool um Cross-Platform Referenzen zu erzeugen und die Online-Aktivitäten von heute zu durchleuchten. Fraglich bleibt für mich nur, ob da genügend Geld dabei/damit rausspringt, die ganze Sache am Laufen zu halten...

noplacespecial
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Mag ich Mag ich nicht

0

02.07.2009 - 21:34 Uhr
noplacespecial

endlich wird dieses problem mal thematisiert. wobei dieses "welche spuren möchte ich hinterlassen" bzw. virtuelles grab ziemlich egozentrische kacke ist.
aber es gibt kontakte, die man wirklich nur im web hat. und wenn diese niemals mitbekommen, dass man den löffel abgegeben hat, find ich das schon schade. ebenso finde ich die möglichkeit, im todesfall profile automatisch löschen lassen zu können, sehr sinnvoll.

Marcologne
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2

02.07.2009 - 21:50 Uhr
Marcologne

Eine Bilderbuch-Schwedin. Schön.

Marlene1901
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0

02.07.2009 - 23:05 Uhr
Marlene1901

Die Idee einen Internetdienst fürs würdevolle Sterben und Online-Testamente enwickelt von Lisa finde ich eine sehr gut Idee. Schließlich führen sehr viele Menschen am meisten ihr Leben im Internet als auf dem Planeten Erde. Diese enwickeln in der Visuelen Welt ihre neue Identität und knüpfen Freunde wenn nicht auch Familie. Allerdings sollte dieser Onlinedienst auch geschütz werden vor Missbrauch: Stellt euch vor jemand mag euch nicht und verkündigt in Namen euren Tod!!! Wie Furchtbar, aber leider leben wir in sollch einer Geselschaft.

riesenherz
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3

02.07.2009 - 23:24 Uhr
riesenherz

"Was kümmert mich der Tod, solange ich lebe? Und warum sollte ich mich um das Leben kümmern, wenn ich tot bin?"

M.a.W.: mir ist bei dem ganzen Projekt (auch bei der Idee) viel zu viel "Ich" dabei. Vom "Augensternprojekt" seiner Eltern mutiert so ein moderner Zeitgenosse bald schon zu seinem eigenen Projekt...

Dabei ist die Vorstellung doch nicht unangenehm, wenn ein paar der vielen Hundert "Freunde" diverser Portale jahrelang nicht mitbekommen, wer da reallife gestorben ist. Und plötzlich feststellen: "Du antwortest gar nicht mehr. Zum Glück bist Du nur tot. Ich dachte schon, ich hätte deine letzte Nachricht nicht beantwortet (in 2002) und Du wärest sauer auf mich."

Nebbich.

Janura
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Mag ich Mag ich nicht

0

03.07.2009 - 03:53 Uhr
Janura

da hatte ich selber schon drüber nachgedacht.. wann wird es sonen Dienst denn für Deutschland geben? Und Datensicherheit ist eben auch ein Thema.. gibt genügend Hacker.

Make_war
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Mag ich Mag ich nicht

2

03.07.2009 - 09:08 Uhr
Make_war

das ist das mit abstand lächerlichste was ich seit langem hier gelesen habe. So eine hübsche frau, und so eine dumme Idee...

coolfire
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Mag ich Mag ich nicht

0

03.07.2009 - 09:21 Uhr
coolfire

Naja warum nicht! ...aber eigentlich ist mir ziemlich wurscht was nach meinem Tod mit meinen Daten passiert.

MorbusBahlsen
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Mag ich Mag ich nicht

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03.07.2009 - 09:21 Uhr
MorbusBahlsen

Leider zu spät für Jacko ;)

derwodaso
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0

03.07.2009 - 10:04 Uhr
derwodaso

mit was man alles so geld machen kann...

lara_star
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0

03.07.2009 - 10:15 Uhr
lara_star

ich finde das keine völlig blöde Idee.
Alternativ könnte man seine ganzen Daten an eine Vertrauensperson weitergeben. ich ahb kürzlich mal versucht zu zählen, wieviele
Passwörter ich mir merken muss, wieviel verschiedene Profile ich hab etc pp. Weil ich das alles nirgendwo aufgeschrieben habe.

Der beste Freund meines Ex ist grad verstorben. Und ich bekomme immernoch regelmässig Freundschaftsvorschläge von ihm auf facebook. Das ist ziemlich seltsam. Ich hab auch über facebook erfahren, dass dieser Freund verstorben ist. Das hatte niemand erwartet. Insofern, zumindest vielleicht mal Zeit alles aufzuschreiben und irgendjemand in die Hand zu drücken, dem man vertraut. Weil es eben auch anders kommen kann, als man denkt.

paleika
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03.07.2009 - 10:16 Uhr
paleika

hab das mal miterlebt vor vielen jahren im uboot. war irgendwie berührend. aber schon komisch...

kallisto
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0

03.07.2009 - 10:28 Uhr
kallisto

Ich finde es total wichtig, sich um dieses Dinge zu kümmern. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es für Angehöroge seltsam bis schmerzhaft ist, Newsletter abzubestellen, über Passwörter herum zu rätseln und accounts zu löschen.
So brandneu ist die Idee der Schwedin nicht, sie hat es nur etwas webzweinulliger aufgestylt. Siehe z.B.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,151...

Virtuelle Gedenkstätten/Friedhöfe gibt es mittlerweile schon fast 20 Jahre. Der Tod ist immer ein Teil des Lebens, auch in der virtuellen Ausprägung. Der Bedarf zu Gedenken, z.B. durch Weiterführung eines Accounts oder durch einen Abschiedsgruß ist immens und wird immer bleiben.

Make_war
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Mag ich Mag ich nicht

3

03.07.2009 - 10:30 Uhr
Make_war

kann man seine profile dann auch vererben ala "und meinen über ein vierteljahrhundert stets gepflegten und treuen facebook-account überlasse ich meinem guten virtuellen freund twinky72". und dann aufregung im erbschaftsforum bei den reallife-freunden, die nur mit reallife-gegenständen bedacht werden. gibt es dann auch einen online-notar?

jushi
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Mag ich Mag ich nicht

0

03.07.2009 - 10:54 Uhr
jushi

coolfire sagte:
Naja warum nicht! ...aber eigentlich ist mir ziemlich wurscht was nach meinem Tod mit meinen Daten passiert.


einerseits ja, aber dann bräuchte man auch keine testamente und den ganzen kram ("mir ja egal was nach meinem tod mit meinem geld/haus/auto passiert"). andererseits macht man so ein testament ja ein bisschen aus rücksicht und im sinne der menschen, die eben nach dem eigenen tod weiterleben und sorgt damit eher für andere als für sich selbst. genauso seh ich das auch bei dieser online-geschichte. vielleicht möchte man einfach seinen "freunden" (ja, auch den virtuellen) mitteilen was passiert ist bzw. will sie nicht im ungewissen lassen und einfach so verschwinden. ich kann das jedenfalls gut verstehen und fänd es schade, wenn z.b. meine freunde hier nie erführen warum ich vielleicht eines tages nicht mehr hier bin. immerhin hab ich ja viel zeit mit ihnen verbracht und sie sind irgendwie teil meines lebens geworden. und wenn nunmal die einzige kommunikationsform "online" ist, dann muss das auch über den tod hinaus so weitergeführt werden.

ich finde die idee zwar nicht neu, dafür aber gut und vor allem wichtig.

Make_war
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1

03.07.2009 - 11:03 Uhr
Make_war

ich habe keine online-only freunde und hoffe dass das auch so bleibt bis zum ende meines kurzen lebens...

jushi
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Mag ich Mag ich nicht

1

03.07.2009 - 11:06 Uhr
jushi

viele haben das aber und für die ist so ne sache gar nicht mal so unsinnig.

Make_war
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Mag ich Mag ich nicht

0

03.07.2009 - 11:08 Uhr
Make_war

ok, da magst du recht haben. ich find die sache irgendwie unangenehm, aber ich finde auch reallife-testamente unangenehm. das einzig wichtige daran ist in der tat der von dir aufgeführte punkt mit den hinterbliebenen. um die geht's halt. da ich aber selbst keine virtuellen hinterbliebenen hätte, mir also latte...

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Mag ich Mag ich nicht

1

03.07.2009 - 11:10 Uhr
Make_war

aber ich bleibe dabei: durch diese virtuelle last will and testament-diskussion wird dem ganzen virtuellen leben meiner meinung nach zu viel bedeutung beigemessen. mehr jedenfalls, als vielen leuten gut tut. viele haben dann womöglich ein eins a-online-vermächtnis, aber keines im wahren leben. und das wäre falsch...

gardenofmymind
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03.07.2009 - 11:14 Uhr
gardenofmymind

ja gute Idee. auf jeden Fall auch ein guter Denkanstoss, da kann man sich auch gleich mal ueber Organspendeausweis und sowas Gedanken machen ...

Und: Mir ist auch irgendwie nicht egal, was nach meinem Tod passiert. Es ist ja nicht so, dass mit einem die ganze Welt verschwindet.

kikuju
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03.07.2009 - 11:15 Uhr
kikuju

naja, ich hab aber freunde, die ich durchaus inzwischen in echt kenne, mit denen ich aber quasi nur über jetzt.de kontakt habe. außer man ist mal zufällig in der gleichen stadt und trifft sich dann eben.

GMG
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03.07.2009 - 12:49 Uhr
GMG

luftveränderung hat am 29.05.2009 einen guten Text geschrieben (sicher nicht auf grund dieses artikels )

lolita
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1

03.07.2009 - 14:03 Uhr
lolita

Ist das nicht noch ein weiterer Weg sein Sterben öffentlich zu inszenieren. Ich musste bei der Überschrift zunächst an einen Artikel denken, der vor zwei oder drei Wochen im Zeit-Magazin stand, über diesen jungen Amerikaner, der sich das Leben genommen hat und sämtliche ihm bekannte und unbekannte Leute über das Internet zuschauen konnten. Wenn so etwas normal wird, dann ist, glaube ich, irgendetwas nicht mehr in Ordnung.

Gockeline
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03.07.2009 - 15:27 Uhr
Gockeline

Der Gedanke ist gut.
Das genannte Portal in Schweden kann man nicht lesen.
Schade.
Aber ein Trend für die Zukunft,auch für ähnliches.

_HeartBeat
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-1

03.07.2009 - 15:43 Uhr
_HeartBeat

Gefällt mir nicht.
Wenn ich tot bin oder jemanden verloren habe, interessiert es mich einen Scheißdreck was mit sämtlichen Accounts passiert.
Wo soll sowas noch hinführen?
Irgendwann nehmen die Leute das virtuelle Leben wichtiger als das reale. Dieser Blödsinn trägt dazu bei.

CORA76
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0

03.07.2009 - 16:51 Uhr
CORA76

Ich habe letztes einen Geburtstagshinweis bei stayfriends von einer Bekannten bekommen, die vor ca. 5 Monaten gestorben ist. Fühlt sich schon komisch an.
Deshalb: keine schlechte Idee

lara_star
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03.07.2009 - 18:08 Uhr
lara_star

Make_war sagte:
ich habe keine online-only freunde und hoffe dass das auch so bleibt bis zum ende meines kurzen lebens...


es geht ja nicht nur um online only freunde.
aber es ist eine einfache möglichkeit in kontakt zu treten, mit anderen gemeinsamen freunden, fotos und geschichten auszutauschen etc. Auch wenn man mit all seinen Freunden IRL (in real life) auch Kontakt hat, sind die sich untereinander vielleicht nie begegnet unf leben auf anderen Kontinenten etc.

MorbusBahlsen
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0

03.07.2009 - 18:18 Uhr
MorbusBahlsen

Man hat doch mit *Menschen* online heutzutage manchmal öfter Kontakt als mit manchen Real-Life-Bekannten. Die letzteren kriegen aber immer was vom Tod mit irgendwie, aber mit den Leuten, mit denen ich mich lieber unterhalten habe, sollen im Ungewissen bleiben? Ich finde die Idee zumindest nachdenkenswert!

john_doa
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0

03.07.2009 - 23:17 Uhr
john_doa

paleika sagte:
hab das mal miterlebt vor vielen jahren im uboot. war irgendwie berührend. aber schon komisch...


was meinst du mit uboot?

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0

03.07.2009 - 23:17 Uhr
john_doa

kikuju sagte:
ich habe mir das ehrlich gesagt auch schonmal überlegt, was dann passiert. oder mir vorgestellt, dass vielleicht leute, von denen man hier immer wieder las oder mit denen man schrieb auf einmal weg sind, sich nicht mehr einloggen und man irgendwie keine ahnung hat, ob demjenigen nicht vielleicht doch was passiert sein könnte. klar ist das extrem dramatisch gedacht, aber jetzt auch nicht super unrealistisch. finde ich.


gab es hier leider schon

kikuju
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03.07.2009 - 23:50 Uhr
kikuju

john_doa sagte:
kikuju sagte:
ich habe mir das ehrlich gesagt auch schonmal überlegt, was dann passiert. oder mir vorgestellt, dass vielleicht leute, von denen man hier immer wieder las oder mit denen man schrieb auf einmal weg sind, sich nicht mehr einloggen und man irgendwie keine ahnung hat, ob demjenigen nicht vielleicht doch was passiert sein könnte. klar ist das extrem dramatisch gedacht, aber jetzt auch nicht super unrealistisch. finde ich.


gab es hier leider schon


ich weiß.

uboot

doctorsnowred
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0

04.07.2009 - 13:09 Uhr
doctorsnowred

vielleicht erfindet sie die antiplatz werbung und 1000e von wurstgesichtern hoffen dürfen!

p.s. ist sie ein berliner?

phili
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0

06.07.2009 - 15:35 Uhr
phili

Danke Munli,
ich habe bei dem Interview auch gleich an Ro gedacht, den jetzt-user, der vor einigen Jahren gestorben ist.

Als er starb, fiel mir erstmalig auf, wie Tod im Webraum wirkt.

munli sagte:
[link=http://jetzt.sueddeutsche.de/jetztpage/r...
]http://jetzt.sueddeutsche.de/jetztpage/r...

rafaelus
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0

08.07.2009 - 22:18 Uhr
rafaelus

Seit 23.06. online ist www.datainherit.com
Dieser Anbieter beantwortet viele der hier gestellten Fragen, nach Datensicherheit, Fehlalarm etc.

LeSumma
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1

10.07.2009 - 06:31 Uhr
LeSumma

Sehr spannend: Habe in Brighton, UK einen ähnlichen Vortrag gehalten zum Thema "Re-dying & the end(lessness) of virtual eternity". Die Slides sind hier veröffentlicht für Leute, dies ich interessieren: http://blog.leilasumma.info/wp-content/u...

Fahad
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11.07.2009 - 17:51 Uhr
Fahad

Zum hinterlassen für schöne dinge an die Internetfreunde ist das ziemlich cool. Stell dir vor du kennst nur jemanden aus dem I-net und dann stirbt er bevor er dir eine Nachricht zuschicken konntest und du wartest ewig und bist sauer auf ihn weil du denskt die Kackbratze meldet sich nicht mehr. So aber wird alles geregelt.

Finde die Idee geil ^^

rafaelus
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30.05.2010 - 10:32 Uhr
rafaelus

Der letzte Kommentar ist schon eine Weile her, trotzdem hat das Thema eine bleibende und wachsende Aktualität. Inzwischen gibt es einige Angebote, für den eigenen Tod vorzusorgen und auch ein Angebot für Angehörige nach dem Tod eines Menschen das digitale Erbe zu regeln: http://www.semno.de


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