Liebe Freunde, ich bin jetzt tot!
Die Schwedin Lisa Granberg entwickelt einen Internetdienst fürs würdevolle Sterben im Web 2.0. Ein Interview über Online-Testamente und Spuren, die wir bewahren möchten.
Viele haben inzwischen zwei Leben: eins in der analogen Welt und eins im Internet. Lisa Granberg, 28, aus Schweden lässt die Frage nicht mehr los, was mit unseren Web-Profilen geschieht, wenn wir mal tot sind. Sie hat einen Dienst entwickelt, der künftig unseren Online-Nachlass verwalten soll. Jetzt sucht sie Investoren für ihr Examensprojekt Webwill. jetzt.de: Lisa, wie genau wird der Webdienst funktionieren, wenn er einmal online ist? Lisa Granberg: Zuerst muss man sich als Mitglied registrieren. Dazu braucht man hier in Schweden einen elektronischen Ausweis und die Sozialversicherungsnummer. Wenn man sich angemeldet hat, gibt man an, welche Konten und Profile man online hat und hinterlässt die Login-Daten. Und das Wichtigste: Man bestimmt, was nach dem Tod mit allen Profilen passieren soll. Man macht sozusagen sein Online-Testament. Was könnte ich zum Beispiel verfügen? Manche wollen einfach sofort alle Konten löschen. Aber es gibt noch viel mehr Möglichkeiten: Wenn man einen Blog hat, könnte man beispielsweise einen Abschiedseintrag vorformulieren. Oder man stellt nach dem Tod ein Album mit den schönsten Erinnerungsfotos online. Einige wollen eine Rundmail oder eine Twitternachricht an ihre Freunde schicken. Wer bei Facebook ist, kann eine Statuszeile festlegen, die erscheint, wenn man gestorben ist.
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Der Tod ist das Größte Erlebnis Deiner Existenz,
wir werden sein wie Engel. Mt 22,30 Denn in der
Auferstehung freien sie nicht, noch lassen sie sich freien,
sondern sie sind wie die Engel Gottes im Himmel.
http://heilsweg.homepage.t-online.de/hom...
für world of warcraft bieten sie das auch an. und jetzt muss ich an second life denken, und frage mich, ob das nicht irgendwie extrem seltsam wäre dann ...
wenn ich mir rororotfuchs' gästebuch anschaue, finde ich es eher schön, dass was bleibt (auch wenn der oberste kommentar zeigt, was auch passieren kann...)
kikuju sagte:
ich habe mir das ehrlich gesagt auch schonmal überlegt, was dann passiert. oder mir vorgestellt, dass vielleicht leute, von denen man hier immer wieder las oder mit denen man schrieb auf einmal weg sind, sich nicht mehr einloggen und man irgendwie keine ahnung hat, ob demjenigen nicht vielleicht doch was passiert sein könnte. klar ist das extrem dramatisch gedacht, aber jetzt auch nicht super unrealistisch. finde ich.
ich auch!!
Und ja, die Logindaten sind sehr sehr heikel... solange ich noch lebe, wenn ich tot bin, und wenn ich lange tot bin und sonst kein Bekannter mehr schaut (und vorher ja auch nicht weiß wo) was in "meinem Namen" getrieben wird...
Außerdem studiert die gute Dame ja nicht umsonst Werbung und Grafikdesign - das ist das ideale Marketing-Tool um Cross-Platform Referenzen zu erzeugen und die Online-Aktivitäten von heute zu durchleuchten. Fraglich bleibt für mich nur, ob da genügend Geld dabei/damit rausspringt, die ganze Sache am Laufen zu halten...
aber es gibt kontakte, die man wirklich nur im web hat. und wenn diese niemals mitbekommen, dass man den löffel abgegeben hat, find ich das schon schade. ebenso finde ich die möglichkeit, im todesfall profile automatisch löschen lassen zu können, sehr sinnvoll.
M.a.W.: mir ist bei dem ganzen Projekt (auch bei der Idee) viel zu viel "Ich" dabei. Vom "Augensternprojekt" seiner Eltern mutiert so ein moderner Zeitgenosse bald schon zu seinem eigenen Projekt...
Dabei ist die Vorstellung doch nicht unangenehm, wenn ein paar der vielen Hundert "Freunde" diverser Portale jahrelang nicht mitbekommen, wer da reallife gestorben ist. Und plötzlich feststellen: "Du antwortest gar nicht mehr. Zum Glück bist Du nur tot. Ich dachte schon, ich hätte deine letzte Nachricht nicht beantwortet (in 2002) und Du wärest sauer auf mich."
Nebbich.
Alternativ könnte man seine ganzen Daten an eine Vertrauensperson weitergeben. ich ahb kürzlich mal versucht zu zählen, wieviele
Passwörter ich mir merken muss, wieviel verschiedene Profile ich hab etc pp. Weil ich das alles nirgendwo aufgeschrieben habe.
Der beste Freund meines Ex ist grad verstorben. Und ich bekomme immernoch regelmässig Freundschaftsvorschläge von ihm auf facebook. Das ist ziemlich seltsam. Ich hab auch über facebook erfahren, dass dieser Freund verstorben ist. Das hatte niemand erwartet. Insofern, zumindest vielleicht mal Zeit alles aufzuschreiben und irgendjemand in die Hand zu drücken, dem man vertraut. Weil es eben auch anders kommen kann, als man denkt.
So brandneu ist die Idee der Schwedin nicht, sie hat es nur etwas webzweinulliger aufgestylt. Siehe z.B.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,151...
Virtuelle Gedenkstätten/Friedhöfe gibt es mittlerweile schon fast 20 Jahre. Der Tod ist immer ein Teil des Lebens, auch in der virtuellen Ausprägung. Der Bedarf zu Gedenken, z.B. durch Weiterführung eines Accounts oder durch einen Abschiedsgruß ist immens und wird immer bleiben.
coolfire sagte:
Naja warum nicht! ...aber eigentlich ist mir ziemlich wurscht was nach meinem Tod mit meinen Daten passiert.
einerseits ja, aber dann bräuchte man auch keine testamente und den ganzen kram ("mir ja egal was nach meinem tod mit meinem geld/haus/auto passiert"). andererseits macht man so ein testament ja ein bisschen aus rücksicht und im sinne der menschen, die eben nach dem eigenen tod weiterleben und sorgt damit eher für andere als für sich selbst. genauso seh ich das auch bei dieser online-geschichte. vielleicht möchte man einfach seinen "freunden" (ja, auch den virtuellen) mitteilen was passiert ist bzw. will sie nicht im ungewissen lassen und einfach so verschwinden. ich kann das jedenfalls gut verstehen und fänd es schade, wenn z.b. meine freunde hier nie erführen warum ich vielleicht eines tages nicht mehr hier bin. immerhin hab ich ja viel zeit mit ihnen verbracht und sie sind irgendwie teil meines lebens geworden. und wenn nunmal die einzige kommunikationsform "online" ist, dann muss das auch über den tod hinaus so weitergeführt werden.
ich finde die idee zwar nicht neu, dafür aber gut und vor allem wichtig.
03.07.2009 - 11:10 Uhr
Make_war
Und: Mir ist auch irgendwie nicht egal, was nach meinem Tod passiert. Es ist ja nicht so, dass mit einem die ganze Welt verschwindet.
Das genannte Portal in Schweden kann man nicht lesen.
Schade.
Aber ein Trend für die Zukunft,auch für ähnliches.
Wenn ich tot bin oder jemanden verloren habe, interessiert es mich einen Scheißdreck was mit sämtlichen Accounts passiert.
Wo soll sowas noch hinführen?
Irgendwann nehmen die Leute das virtuelle Leben wichtiger als das reale. Dieser Blödsinn trägt dazu bei.
Deshalb: keine schlechte Idee
Make_war sagte:
ich habe keine online-only freunde und hoffe dass das auch so bleibt bis zum ende meines kurzen lebens...
es geht ja nicht nur um online only freunde.
aber es ist eine einfache möglichkeit in kontakt zu treten, mit anderen gemeinsamen freunden, fotos und geschichten auszutauschen etc. Auch wenn man mit all seinen Freunden IRL (in real life) auch Kontakt hat, sind die sich untereinander vielleicht nie begegnet unf leben auf anderen Kontinenten etc.
paleika sagte:
hab das mal miterlebt vor vielen jahren im uboot. war irgendwie berührend. aber schon komisch...
was meinst du mit uboot?
03.07.2009 - 23:17 Uhr
john_doa
kikuju sagte:
ich habe mir das ehrlich gesagt auch schonmal überlegt, was dann passiert. oder mir vorgestellt, dass vielleicht leute, von denen man hier immer wieder las oder mit denen man schrieb auf einmal weg sind, sich nicht mehr einloggen und man irgendwie keine ahnung hat, ob demjenigen nicht vielleicht doch was passiert sein könnte. klar ist das extrem dramatisch gedacht, aber jetzt auch nicht super unrealistisch. finde ich.
gab es hier leider schon
john_doa sagte:
kikuju sagte:
ich habe mir das ehrlich gesagt auch schonmal überlegt, was dann passiert. oder mir vorgestellt, dass vielleicht leute, von denen man hier immer wieder las oder mit denen man schrieb auf einmal weg sind, sich nicht mehr einloggen und man irgendwie keine ahnung hat, ob demjenigen nicht vielleicht doch was passiert sein könnte. klar ist das extrem dramatisch gedacht, aber jetzt auch nicht super unrealistisch. finde ich.
gab es hier leider schon
ich weiß.
uboot
p.s. ist sie ein berliner?
ich habe bei dem Interview auch gleich an Ro gedacht, den jetzt-user, der vor einigen Jahren gestorben ist.
Als er starb, fiel mir erstmalig auf, wie Tod im Webraum wirkt.
munli sagte:]http://jetzt.sueddeutsche.de/jetztpage/r...
[link=http://jetzt.sueddeutsche.de/jetztpage/r...
Dieser Anbieter beantwortet viele der hier gestellten Fragen, nach Datensicherheit, Fehlalarm etc.
Finde die Idee geil ^^








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02.07.2009 - 18:41 Uhr
cougarten