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01.07.2009 - 18:30 Uhr

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Warum Bologna sinnvolles Studieren unmöglich macht

Bild: ddp

Bologna will ein einheitliches europäisches Hochschulwesen schaffen. Robert Stockhammer, Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften an der LMU München, erklärt, warum das nicht funtioniert

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.


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noplacespecial
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Mag ich Mag ich nicht

0

01.07.2009 - 23:36 Uhr
noplacespecial

auf wessen seite man sich auch immer schlagen will, seibel ist in meinen augen der bessere rhetoriker. die argumentationsebene dieses textes von robert stockhammer ließ sich für mich nur schwer nachvollziehen.

Freiheitsliebe
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Mag ich Mag ich nicht

1

02.07.2009 - 07:57 Uhr
Freiheitsliebe

"Robert Stockhammer, Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften"

sinnvolles studieren ist in diesem fach - namentlich, per se, immer mal wieder - ohnehin unmöglich. dem überbezahlten besoldungsempfänger stockhammer gehört mal das gehalt um 99% gekürzt, das komparatistik-buch abgenommen und ein blaumann übergezogen. beim steinekloppen kann er dann ausgiebig über literatur, "eliten" und sozialdarwinismus philosophieren..

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Mag ich Mag ich nicht

-1

02.07.2009 - 07:58 Uhr
Freiheitsliebe

"für mein dafürhalten", nech, nech, nech..

TF09
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Mag ich Mag ich nicht

2

02.07.2009 - 09:39 Uhr
TF09

Nee, ist klar "Freiheitsliebe". Journalisten und so braucht man auch nicht. Sondern mehr Banker oder mehr Kurzarbeiter bei VW... :)

Hauptschulabbrecher_ohne_Studium
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Mag ich Mag ich nicht

0

02.07.2009 - 09:51 Uhr
Hauptschulabbrecher_o…

aus den "schulversagern" rekrutieren doch auch moderne industrienationen noch ihre arbeiterschaft. von daher ist das "bildung, bildung, bildung" geschreie der politischen kaste in sonntagsreden ohnehin nur verlogen und doppelmoral..bildung ja, aber bitte nur soviel um einen job ausfüllen zu können und steuern zu zahlen. aber bitte nicht so viel, dass man evtl. anfangen könnte, kritische fragen zu stellen.

und ein "literaturprofessor" IST definitiv überbezahlt, wenn nicht ganz und gar überflüssig.

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Mag ich Mag ich nicht

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02.07.2009 - 09:51 Uhr
Hauptschulabbrecher_o…

da hat F~ schon recht damit..

mamau
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Mag ich Mag ich nicht

1

02.07.2009 - 17:01 Uhr
mamau

Freiheitsliebe sagte:
sinnvolles studieren ist in diesem fach - namentlich, per se, immer mal wieder - ohnehin unmöglich. dem überbezahlten besoldungsempfänger stockhammer gehört mal das gehalt um 99% gekürzt, das komparatistik-buch abgenommen und ein blaumann übergezogen. beim steinekloppen kann er dann ausgiebig über literatur, "eliten" und sozialdarwinismus philosophieren..


Also sag mal, was hast du denn für Straflagerfantasien!

purplesmoke
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Mag ich Mag ich nicht

1

02.07.2009 - 17:28 Uhr
purplesmoke

puh diese satzkonstruktionen... wie kann man sich als literaturmensch denn nur so verschachtelt und unverständlich ausdrücken? frei nach dem motto: was kompliziert klingt muss auch intelligent sein.
inhaltlich gesehen muss ich dem guten herrn aber zustimmen. die modularisierung ist zwar gut gemeint, fördert allerdings nicht gerade eigenverantwortlichkeit und entwicklung eigener interessen.
und achja: hausarbeits-deadlines sind das letzte! ;)

valerie77
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Mag ich Mag ich nicht

0

03.07.2009 - 09:37 Uhr
valerie77

Was ich ja nicht verstehe bei dieser ganzen Bologna-Diskussion: es ist doch nicht so, als ob vorher alles in Butter war und die Unis glückliche Magister-Absolventen ausgespuckt haben. Ich hab vor einer Weile auch an der FU Berlin AVL studiert (wo Stockhammer auch gelehrt hat, wobei er definitiv einer der besseren Dozenten war) und ich fühlte mich komplett allein gelassen. Ich hab schließlich abgebrochen und einen Bachelor in England gemacht, wo ich einen Tutor hatte, mit dem ich mich regelmäßig treffen musste, alle paar Wochen einen Essay (im Umfang vergleichbar mit einer Hausarbeit hier) abgeben mit Deadlines, die in der Regel wirklich das waren - man musste sich schon eine gute Ausrede einfallen lassen und das ging auch nicht jedes Mal - , und am Ende des Semesters entweder eine Prüfung oder noch ein Abschlussprojekt fertigstellen. Ich hab dort mehr gelernt als an einer deutschen Uni und bin fertig geworden trotz Deadlines und Termindruck (oder wegen?). Und es geht nicht nur mir allein so. Ich habe mich mit einigen Studierenden unterhalten, die ebenfalls abbrechen mussten, weil sie sich nicht zurecht gefunden haben. Erstaunlicherweise kamen sie alle aus Nicht-Akademiker-Familien. Ob das Zufall ist? Das alte System ist ausgerichtet darauf, dass sich die bestehenden Eliten reproduzieren. Ohne humanistischen Hintergrund ist man jedenfalls in den Geisteswissenschaften aufgeschmissen. Nach langen Umwegen ist aus mir was geworden, aber manchmal komme ich nicht umhin zu denken, dass ich doch gerne auch den geraden Weg genommen hätte.

GUFSZ
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Mag ich Mag ich nicht

-1

03.07.2009 - 10:49 Uhr
GUFSZ

@valerie77 "Erstaunlicherweise kamen sie alle aus Nicht-Akademiker-Familien. Ob das Zufall ist? Das alte System ist ausgerichtet darauf, dass sich die bestehenden Eliten reproduzieren."

Das ist kein Zufall, aber das alte System ist nicht dazu ausgerichtet die bestehenden Eliten zu reproduzieren. Die Sache funktioniert ganz einfach. Begabung plus Wissen erzeugen ein Ergebnis.

Ich nehme mich als Beispiel. Ich habe zwei Mediziner als Eltern. Was vielen Leuten schon bei mir im Grundschulalter auffiel, mein Fremdwörterschatz. Später ging es einfach weiter, dass ich die Literatur mit 16 schon intus hatte, die andere erst mit 20 oder später lesen. Da Zeugs lag halt bei uns zu Hause rum.

Und dieses Klima eines Akademikerhaushaltes schärft die Instinkte, worauf es in einem geisteswissenschaftlichen Studium ankommen könnte.

Sie haben ein Tutorensystem gebraucht, also eine Art in anderen Worten Nachhilfe.

Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie diese Diskrepanz des Backgroundes noch öfter spüren werden.

Um in ihrer Logik zu bleiben, der Bolognaprozess macht klar, das man die Massen der Eliten aus den bestehenden Eliten nicht mehr gewinnen kann und diese durch Sozialmanagment produziert werden müssen.

Die interessante Frage ist, ist es Aufgabe einer Gesellschaft jedem den geraden Weg zu ermöglichen?

strikingback
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Mag ich Mag ich nicht

-1

03.07.2009 - 10:50 Uhr
strikingback

warum etwas akzeptieren, was von oben diktiert wird!?

naja um... eben seinen Abschluss zu machen, nich wahr?

Und dann hat mensch die Bildungsfabrik endlich hinter sich und darf sich glücklich schätzen, in den Arbeitsfabriken schlecht bezahlt zu werden.

valerie77
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Mag ich Mag ich nicht

0

03.07.2009 - 11:48 Uhr
valerie77

@GUFSZ
Es gibt ja Statistiken, die nachweisen, dass Leute aus "bildungsfernen" Schichten (was auch immer das sein soll) oder mit "Migrationshintergrund" (noch so ein Begriff), wenn sie es denn schaffen sollten, an die Uni zu kommen, in Deutschland ihr Studium überproportional oft abbrechen. Das heißt, es ist nicht nur meine persönliche Erfahrung. Im Ergebnis werden nämlich dann doch die Eliten reproduziert, egal ob absichtlich oder nicht. Ich frage mich, was ist das für ein System, das bestimmte Leute einfach so aussortiert. Begabt sind sie ja (und, behaupte ich mal ganz unbescheiden von mir selbst, bin ich auch), trotzdem schaffen sie es nicht, hier in D. einen Uni-Abschluss zu erwerben. Inzwischen weiß ich ja auch, dass es nicht weiter wild ist und dass ich es mir damals, als ich studiert habe (in den 90ern), viel zu schwer gemacht habe. Ich hab auch mit 16 Bücher gelesen, die andere mit 20 grad mal aufgeschlagen haben - das ist überhaupt nicht das Problem. Aber während ich (und viele andere) in der Schule keine Probleme hatten und sogar den Eindruck, sie hätten eine Begabung für das Fach, scheiterten wir dann an der Uni, weil diese überhaupt nicht drauf vorbereitet war (und ich behaupte mal immer noch ist), die notwendigen Fähigkeiten adäquat zu vermitteln und sich um die ihnen anvertrauten Studenten zu kümmern. Darin sehe ich eindeutig einen Systemfehler.

"Sie haben ein Tutorensystem gebraucht, also eine Art in anderen Worten Nachhilfe."

Dieses Tutorensystem ist für alle verbindlich, was es meiner Ansicht gerade nicht zur Nachhilfe macht. Nachhilfe ist etwas, was einzelne zusätzlich nehmen müssen, dort ist es aber im Studium mit integriert. Oxford oder Cambridge sind deshalb so angesehen, weil dort ein Tutor (ein Dozent, kein Student im höheren Semester) höchstens eine Handvoll Studenten betreut - in den normalen Unis ist das Verhältnis nicht ganz so gut (ca. 20), aber trotzdem noch um Längen besser als hier, wenn man in einem Massenseminar mit 100 anderen Leuten sitzt, bei einem Prof, den man einmal im Semester spricht und im nächsten Semester schon wieder vergessen hat, weil man schon wieder was anderes macht.

Ich weiß jedenfalls, was ich vorziehe und im Endeffekt habe ich es doch zu etwas gebracht, auch wenn die deutsche Uni mir den Eindruck vermittelt hat, dass ich nicht das Zeug dazu habe. Meinen Master werde ich auch wieder in England machen, auch wenn die Studiengebühren abschreckend sind. Aber die Betreuung und Offenheit der dort Arbeitenden sind es mir wert.

Freiheitsliebe
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Mag ich Mag ich nicht

0

08.07.2009 - 08:50 Uhr
Freiheitsliebe

GUFSZ sagte:
@valerie77 "Erstaunlicherweise kamen sie alle aus Nicht-Akademiker-Familien. Ob das Zufall ist? Das alte System ist ausgerichtet darauf, dass sich die bestehenden Eliten reproduzieren."

Das ist kein Zufall, aber das alte System ist nicht dazu ausgerichtet die bestehenden Eliten zu reproduzieren. Die Sache funktioniert ganz einfach. Begabung plus Wissen erzeugen ein Ergebnis.

Ich nehme mich als Beispiel. Ich habe zwei Mediziner als Eltern. Was vielen Leuten schon bei mir im Grundschulalter auffiel, mein Fremdwörterschatz. Später ging es einfach weiter, dass ich die Literatur mit 16 schon intus hatte, die andere erst mit 20 oder später lesen. Da Zeugs lag halt bei uns zu Hause rum.

Und dieses Klima eines Akademikerhaushaltes schärft die Instinkte, worauf es in einem geisteswissenschaftlichen Studium ankommen könnte.

Sie haben ein Tutorensystem gebraucht, also eine Art in anderen Worten Nachhilfe.

Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie diese Diskrepanz des Backgroundes noch öfter spüren werden.

Um in ihrer Logik zu bleiben, der Bolognaprozess macht klar, das man die Massen der Eliten aus den bestehenden Eliten nicht mehr gewinnen kann und diese durch Sozialmanagment produziert werden müssen.

Die interessante Frage ist, ist es Aufgabe einer Gesellschaft jedem den geraden Weg zu ermöglichen?


deine eltern bringen also leute um!? davon abgesehen, benutzt du das wort "eliten" in inkriminierender weise haeufig..


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