Von unvernünftigen Entscheidungen, schlechtem Wetter und der Qual des Gehens
27.06.2009: Die Wolken hingen tief. Viel zu tief, um darüber nachzudenken, den Gleitschirm mitzunehmen, weshalb ich ihn, ohne auch nur einen Gedanken an ihn zu verschwenden, im Keller stehen ließ. Stattdessen rüstete ich mich mit Regenklamotten aus, nem Wechsel-T-Shirt, Brotzeit und fuhr zum Treffpunkt „Talstation-Grainbach“. Der Gleitschirmwettkampf „Crossalps-Wendepunkt am Limit“ wurde nicht abgesagt, obwohl der Wetterbericht für beide Tage, Samstag und Sonntag, mehr als nur bescheidene Bedingungen angesagt hatte. Warum die Veranstalter keinen Ausweichtermin festgelegt haben, obwohl sie ja wissen müssten, dass Gleitschirmfliegen kein All-Wetter-Sport, sondern nun mal Schön-Wetter-Sport ist, konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Aber man vertraute wohl auf die Vernunft der Teilnehmer. Ziel dieses Wettkampfes ist es, soweit vom Anfangspunkt wegzukommen wie möglich – bestenfalls fliegend, ansonsten zu Fuß – jedoch nur soweit, um schließlich am nächsten Tag wieder mehr oder weniger problemlos zurück zu kommen – natürlich auch wieder nur fliegend und/oder zu Fuß. Da meine Fluglaune zurzeit eh nicht besonders hoch ist und eben das Wetter auch wirklich nicht zum Fliegen eingeladen hat, ich mich aber bewegen wollte, hab ich eine gute Freundin begleitet, die sich der Herausforderung auf jeden Fall stellen wollte. Zusammen mit ihr und ca. 65 weiteren Teilnehmern fiel um 8.00 Uhr der Startschuss. Allerdings sind Gleitschirmflieger zum Teil ein sehr gemütliches Volk, weshalb sich erklären lies, dass nach dem Startschuss noch immer gut die Hälfte am Start herumlungerten, Sachen packten und es einfach gemütlich angingen ließen. Auf Thermik war ja eh nicht zu hoffen und somit konnte man sich auch etwas mehr Zeit lassen. Nachdem wir schließlich losgegangen waren, Nina, Dani, Sepp und ich, fing es auch endlich an zu Regnen. Es war eh verwunderlich, dass er sich so lange zurückgehalten hatte. Auf dem Weg von Grainbach über die Kräuterwies’n zur Hofalm tröpfelte es mehr oder weniger gemütlich vor sich hin, was unser aller Laune allerdings keinen Abbruch tat. Im Gegenteil...es entwickelten sich schöne Gespräch, ein netter Typ aus dem Allgäu gesellte sich nach einer Zeit zu uns und nach gut 2,5 Stunden waren wir schließlich in Aschau, wo uns der Allgäuer auch wieder verließ, da wir eine kleine Pause einlegten, er jedoch weiter wollte. Es hatte tatsächlich aufgehört zu regnen und die nassen Klamotten, die uns am Leib klebten, fingen langsam an, wieder trocken zu werden – dank Funktionswäsche. Bei meinen drei Flugbegleitern keimte sogar schon etwas Hoffnung auf, doch noch in die Luft zu kommen, aber schon eine viertel Stunde später, nachdem wir Aschau Richtung Maisalm verlassen hatten, ergoss sich wieder ein kühles Nass von oben über uns und schwemmte die aufkeimende Euphorie mit sich. Der Regen, manchmal stärker, manchmal schwächer, wurde je näher wir der Hochplatte kamen, dem vielleicht ersten Abflugspunkt, immer weniger und schließlich hörte er tatsächlich auf. Die Wolken hoben sich, gaben den Blick auf Marquartstein und den Hochgern frei und danach war für Nina, Dani und Sepp kein halten mehr. Rauf zum Startplatz und wenigstens ein Abgleiter ins Tal. Für mich hieß es deshalb wieder ab nach Hause und zwar zu Fuß. Eine Horrorvorstellung, denn die einfache Strecke bis zur Hochplatte waren schon gut 20 Kilometer. Die hieß es jetzt wieder zurück zu laufen. Allerdings hatte ich vor, den größten Teil zu trampen. Ich bin jedoch auf einen schönen Höhenweg gekreuzt, der wunderbar am Hang entlang bis fast nach Bernau führte. Kurz nach Bernau konnte ich mich aber fast nicht mehr auf den Beinen halten, da meine Fußsohlen unglaublich brannten. Das Wetter hatte sich sehr gebessert und die Straßen waren schon wieder trocken, deshalb legte ich mich kurz nach Bernau auf den Radlweg, machte die Augen zu und hatte fast das Gefühl, kurz weggetreten zu sein, denn ein älteres Ehepaar fragte mich aus dem nichts, ob sie den Rettungswagen holen sollten. Ich hatte diese beiden sehr netten Herrschaften überhaupt nicht bemerkt, obwohl sie mit dem Auto direkt neben mir geparkt hatten. Konnte sie aber schnell beruhigen, dass es mir eigentlich ganz gut ginge, ich aber irgendwie nach Aschau kommen müsste, um schließlich über Frasdorf wieder nach Grainbach zu kommen, da dort mein Auto stünde.
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dominik, i like you and your passion!
29.06.2009 - 14:35 Uhr
virginja








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29.06.2009 - 12:53 Uhr
coolfire
Du hast einfach immer noch zu viele Hemmungen zu deinen Daumen zu benutzen - trampen ist grad in Oberbayern echt kein Thema, wenn man nicht zu abgerissen aussieht. Naja einfach auf die Strasse legen scheint auch große Erfolgsaussichten zu haben. :)