SZ

23.06.2009 - 18:30 Uhr

0 29 Über Twitter weiterempfehlen

Gesichter hinter Gittern

In den Pariser Vierteln mit hohem muslimischem Anteil sind sie besonders gegenwärtig: In tiefschwarze Gewänder verhüllte Frauen. Präsident Sarkozy prangert sie als unfranzösisch an - einige Politiker fordern sogar ein Verschleierungsverbot für Frauen

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.


Neue Magazin-Texte:
Textoptionen
Mehr Texte zum Label
SZ
Text Freunden empfehlen Text drucken Text melden
Der Text gefällt Dir?
Lesenswertpunkt schenken
Fehler gefunden?
Report an Error
Hier bei jetzt.de anmelden,
Texte schreiben und kommentieren.
29 Kommentare

speichern
diedrossel
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

23.06.2009 - 19:39 Uhr
diedrossel

Da wurde das Fahren in der Burka dort verboten ist.

me talk pretty one day...

okkasionalsozialist
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

-1

23.06.2009 - 19:47 Uhr
okkasionalsozialist

ich finde das auch immer ziemlich gruselig, diesen look. aber solange sie niemand dazu zwingt - und das ist wahrscheinlich meist nicht so unmittelbar der fall - ist es privatsache, wie sie rumlaufen. und dann ist es an uns, sich dran zu gewöhnen.

kleidervorschriften. soweit kommts noch.

Bernsteinhexe
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

-1

23.06.2009 - 21:22 Uhr
Bernsteinhexe

Oh nein, natuerlich sind die Frauen nicht gezwungen, sich zu verschleiern. Wenn die Alternative darin besteht, dass deine Familie nicht mehr mit dir spricht - von Umbringen reden wir jetzt mal nicht - dann duerften die meisten Frauen sich mit zusaetzlichen Kleidunggstuecken abfinden. Lieber Himmel!

okkasionalsozialist
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

23.06.2009 - 22:25 Uhr
okkasionalsozialist

Bernsteinhexe sagte:
Oh nein, natuerlich sind die Frauen nicht gezwungen, sich zu verschleiern. Wenn die Alternative darin besteht, dass deine Familie nicht mehr mit dir spricht - von Umbringen reden wir jetzt mal nicht - dann duerften die meisten Frauen sich mit zusaetzlichen Kleidunggstuecken abfinden. Lieber Himmel!


dass das eine art von mittelbarem zwang ist bestreite ich nicht, darum habe ich ja von unmittelbarem zwang geschrieben.

nur kann dieser mittelbare zwang durch ächtung in der familie nicht dazu führen, dass der staat kleidungsvorschriften erlässt - in was für einem denkuniversum lebst du eigentlich? soll sich der staat auch einmischen wenn deine mutter nicht mehr mit dir spricht, weil du nicht heiraten willst oder lesbisch bist?

afrirali
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 04:04 Uhr
afrirali

für den öffentlichen raum kann der staat verhaltensregeln vorgeben, an die sich alle zu halten haben. was die leute bei sich zu hause machen, sei ihnen überlassen. aber genauso wenig wie es toleriert werden muss, dann leute nackt durch die gegend laufen, genauso wenig muss so etwas toleriert werden.

(ganz formalistisch könnte man ja sagen, dass die straßen dem staat -- in einer demokratie dem volke -- gehören, und er bestimmen kann, was auf ihnen passiert; oder nicht passiert.)

Bernsteinhexe
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 09:00 Uhr
Bernsteinhexe

@okka
Hab ich was von Kleidungsvorschriften geschrieben? Nein hab ich nicht.
Ehrlich gesagt, ist mir auch das Stück bzw. der Ballen Stoff egal, den die Frauen mit sich herumschleppen. Solange wie sie sich frei bewegen können, Schulbildung und eigenes Geld haben.
Und da darf der Staat sehr wohl mit Propaganda und z.T. Gesetzen (die praktische Belange wie die Identifizierung der Person über das Gesicht regeln) eingreifen.

okkasionalsozialist
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 09:28 Uhr
okkasionalsozialist

afri: können kann der staat fast alles. er kann männern auch schnurrbärte vorschreiben oder den besitz von personalausweisen oder die zwangsregistrierung eines wohnsitzes.

ob das in einem höheren sinne richtig ist, das ist die frage. und ich halte es zb auch für falsch, dass es faktisch verboten ist, nackt herumzulaufen. die meisten würden es ja auch dann nicht machen, wenn es nicht verfolgt würde - und wenn viele doch damit anfangen täten, dann geht das auch keinen was an.

Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

-1

24.06.2009 - 09:32 Uhr
okkasionalsozialist

bernsteinhexe: auch schulbildung und eigenes geld sollte man nicht vorschreiben. ich bin ein erbitterter gegner der schulpflicht und einer staatlichen alimentierung oder vorschriften, wie finanzen innerfamiliär geregelt sind.

euer vertrauen in den staat und seine guten absichten bei der identifizierung unschuldiger bürger ehrt euch ja. wir dürfen aber nicht vergessen, dass der staat die furchtbarste erfindung des menschen ist und seine positiven aspekte nur mit gutem gewissen genossen werden können, wenn wir seine vollmachten so knapp wie möglich halten und ihm stets mit viel größerem misstrauen begegnen als unseren mitmenschen.

Henriettesbimmelbahn
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 10:17 Uhr
Henriettesbimmelbahn

@okka: Kleidungsvorschriften gibts doch schon, man darf beispielsweise keine Hakenkreuz-T-shirts tragen.
Und Deine Begründung für die Abschaffung der Schulbildung ist die Tatsache das DU strikt dagegen bist????
Alter, es gibt gute Argumente gegen die Schulpflicht, aber erstens ist das offtopic, und zweitens ist "ich bin strikt dagegen" keine Art einen Diskurs zu führen.

okkasionalsozialist
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

-1

24.06.2009 - 10:35 Uhr
okkasionalsozialist

Henriettesbimmelbahn sagte:
@okka: Kleidungsvorschriften gibts doch schon, man darf beispielsweise keine Hakenkreuz-T-shirts tragen.
Und Deine Begründung für die Abschaffung der Schulbildung ist die Tatsache das DU strikt dagegen bist????
Alter, es gibt gute Argumente gegen die Schulpflicht, aber erstens ist das offtopic, und zweitens ist "ich bin strikt dagegen" keine Art einen Diskurs zu führen.


zur schulpflicht verweise ich auf das forum, dort habe ich dazu gerade ausführlich stellung genommen. wie schon früher sehr oft, auch mit längeren beiträgen, die aber teilweise mit alten nicks untergegangen sind.

und dass es regeln schon gibt heisst nicht, dass sie gut sind. aus dem sein kann man nicht auf das sollen schließen. darum habe ich ja das mit der registrierung eines wohnsitzes geschrieben. muss man in deutschland tatsächlich auch.

__xxx__
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

1

24.06.2009 - 10:39 Uhr
__xxx__

Frauen hin ioder her, aber was machen die Ninjas wenn es so weit kommen sollte? Auweia...

afrirali
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 10:52 Uhr
afrirali

natürlich ist es eine frage, welche regeln gut sind. aber der erste schritt ist ja, sich darauf zu einigen, dass für den öffentlichen raum regeln festgelegt werden können (eben vom staat, als repräsentanten der öffentlichkeit), die über regeln für den privaten raum hinaus gehen. wie diese dann aussehen, darüber ist schlicht demokratisch zu entscheiden.

ich fände es durchaus gut, wenn es (außer medizinischen gründen) nicht gestattet wäre, in der öffentlichkeit mit unkenntlich gemachtem gesicht aufzutreten (außer bei speziellen anlässen, karneval etc.)

soylentyellow
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 10:56 Uhr
soylentyellow

Rechtschreibung?

1. Satzfragment: "Da wurde das Fahren in der Burka dort verboten ist."

2. Groß/Kleinschreibung: "Nur beim besuch einer Bank müssten die Frauen [...]

Da müsste "Besuch" doch ein großes B bekommen - oder?

----

Zum Thema: In einigen Ländern ist eine Kopfbedeckung für Frauen gesetzlich vorgeschrieben (Iran, Saudi Arabien). Wenn ich genau dies jetzt gesetzlich verbiete, wo liegt da der qualitative Unterschied?

okkasionalsozialist
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 11:04 Uhr
okkasionalsozialist

afrirali sagte:
natürlich ist es eine frage, welche regeln gut sind. aber der erste schritt ist ja, sich darauf zu einigen, dass für den öffentlichen raum regeln festgelegt werden können (eben vom staat, als repräsentanten der öffentlichkeit), die über regeln für den privaten raum hinaus gehen. wie diese dann aussehen, darüber ist schlicht demokratisch zu entscheiden.

ich fände es durchaus gut, wenn es (außer medizinischen gründen) nicht gestattet wäre, in der öffentlichkeit mit unkenntlich gemachtem gesicht aufzutreten (außer bei speziellen anlässen, karneval etc.)


regeln für den öffentlichen raum dürfen aus meiner sicht nicht die sphäre des eigenen körpers erfassen. und das recht auf die unkenntnlichmachung der eigenen person halte ich sogar für eines der wichtigsten menschenrechte überhaupt.

afrirali
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 14:02 Uhr
afrirali

und die kleidung ist schon der eigene körper?

unkenntlichmachen: ja gerne, aber nicht in der öffentlichkeit.

jurette_
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 15:23 Uhr
jurette_

afri, findest Du wirklich, dass die Mehrheit einer Minderheit vorschreiben können soll, wie sie sich auf der Straße zu kleiden hat?

afrirali
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 15:41 Uhr
afrirali

jurette: die mehrheit schreibt dann ja *allen* vor, wie sie sich zu kleiden hat. und aus prinzipiellen erwägungen finde ich, dass gewisse verhaltensweisen im öffentlichen raum verboten sein sollten. (zB auch sich gar nicht zu kleiden; ich gehe ja so weit wie puster, der männern am liebsten die kurzen hosen verbieten würde... )

in diesem konkreten fall: ja, ich meine wirklich, dass die mehrheit einer minderheit vorschreiben kann, dass sie keine solche vollverschleierung anlegen darf; dass man im öffentlichen raum sein gesicht zeigen muss.

man kann natürlich einwenden, dass damit auch noch viel schärferen kleidungsvorschriften tür und tor geöffnet wird. aber hier vertraue ich darauf, dass die mehrheit die grenzen für intoleranz und toleranz achtet.

Ioana
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 17:29 Uhr
Ioana

ach wieder so ein polemisches nichtsnutzgesetz. was soll es denn bewirken? wenn die burka mal verboten ist wird der afghanische familientyrann sich sicherlich automatisch in einen freidenkenden humanisten verwandeln, der seine töchter unverschleiert studieren lässt. ums mal überspitzt auszudrücken. denn schlussendlich kann man es als muslimische frau auch als zeichen der eigenen identität betrachten. gegen die erzwungene oder anerzogene verschleierung wirkt sicherlich nicht ein gesetzlicher zwang dagegen. wie wärs denn mit bildung, besserer integration, zukunftsperspektiven? ach nee, das ist ja aufwändig, dann lieber ein gesetz rausgerotzt, dass zeigt dass wir nicht alles tolerieren. nach dem motto: bis jetzt gabs zuckerbrot, ab heute peitsche. kann man aber verstehen: die aufregung um die heirat mit der bruni hat sich gelegt, jetzt entsteht die gefahr aus dem spektrum der aufmerksamkeit zu rutschen.
wenn man schon gegen verschleierung auf der strasse ist, dann sollte man ein gesetz formulieren, dass es generell allen verbietet sein gesicht in der öffentlichkeit zu verhüllen. ob burkas, strumpfmasken oder clownsnasen. aber das gesetz ist ein typischer fall der bemühung einer polarisierung der bevölkerung, damit sich der rechtere flügel als begrenzer der toleranz fühlen kann.

afrirali
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 17:46 Uhr
afrirali

ist es denn erlaubt, mit sturmmasken die straße entlang zu spazieren? ich sprach ja dezidiert von ausnahmen (straßenkunst, karneval -- das mag dazugehören). ansonsten möge man das gesetz bitte in der tat allgemein formulieren.

diedrossel
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 17:53 Uhr
diedrossel

das ist son fall, wo ich mich frage, warum "respekt vor kulturen" nicht die westliche einschließt. die burka ist die absolute absage an die westliche kultur und ihre freiheiten. deutlicher kann man nicht sagen, dass man uns für gottlosen, zuchtlosen, unmoralischen abschaum hält. das ist, als ob ich im bikini durch abu dhabi marschieren würde.

afrirali
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 18:15 Uhr
afrirali

@drossel: schön formuliert. :)

Ioana
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 18:30 Uhr
Ioana

die burka ist erstmal an sich keine absage an die westliche kultur, sondern ein aus pakistan und afghanistan stammendes traditionelles kleidungsstück. dass es von unserer westlichen zivilisation als absage an unsere kultur oder als mittel zur unterdrückung von frauen gedeutet wird ist die andere sache. inwiefern diese deutung berechtigt ist eine diskussionssache, die sicher nicht mit einem aufgezwungenen gesetz gegen die burka gelöst werden kann.
abgesehen davon hält dich sicherlich niemand davon am mit ner maske auf der straße rumzurennen. deine sache ob du dich zum affen machst. solange du nicht in eine demo, bank oder radarfalle gerätst versteht sich. vermummungsverbot zieht nur bei demonstrationen. und nacktheit in der öffentlichkeit ist bei so ziemlich allen kulturen nicht toleriert.

diedrossel
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 19:49 Uhr
diedrossel

die burka definiert eine frau als das eigentum ihres mannes/ihrer familie, welches vor den blicken anderer geschützt werden muss. für mich als frau ist das ein angriff auf das allgemeine selbstbestimmungsrecht und das gleichheitsprinzip. punkt. wer die burka verteidigt, kann auch gleich weibliche beschneidungen verteidigen. es als eine freiwillige kleiderwahl gleich der frage, grüne schuhe ja nein darzuellt, die uns nichts angeht ist meiner ansicht nach blauäugig. solange die burka in der öffentlichkeit im westen akzeptiert wird, unterstützt man das system dahinter. man sagt dann, es ist nicht unser bier, was ihr mit euren frauen macht, es ist uns egal, was für eine parallelwelt ihr euch aufbaut. die burka zu verbieten ist meiner ansicht nach das signal, dass es nicht ok ist, frauen personen definieren, die kein selbstbestimmungsrecht haben und den männern gegenüber rechtfertigungspflichtig sind.
was wäre denn die folge? die hier angeführten argumente, dass man frauen dann gar nicht mehr aus dem haus lassen würde? wohl kaum, oder sollen auf einmal die männer die kinder zum kindergarten bringen? die alten zum arzt? das gemüse kaufen? I don't think so. wer meint, dass die ehre der familie beschmutzt wird, wenn die frau nicht vermummt rumläuft, dann viel spaß bei den alltagspflichten der frauen.

Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 19:52 Uhr
diedrossel

Ioana sagte:
und nacktheit in der öffentlichkeit ist bei so ziemlich allen kulturen nicht toleriert.


tja, es wird auch in nahezu allen kulturen nicht toleriert, sein gesicht zu verdecken - es gilt als aggressiv und bedrohend.

afrirali
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

24.06.2009 - 20:03 Uhr
afrirali

diedrossel sagte:
Ioana sagte:
und nacktheit in der öffentlichkeit ist bei so ziemlich allen kulturen nicht toleriert.


tja, es wird auch in nahezu allen kulturen nicht toleriert, sein gesicht zu verdecken - es gilt als aggressiv und bedrohend.


und in *unserer* kultur wird es nicht toleriert. und dabei mag es bitte bleiben.

Ioana
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

25.06.2009 - 00:22 Uhr
Ioana

ich glaube ihr versteht nicht ganz: es geht an keiner stelle um die burka. das ist eine klamotte, die berechtigter oder unberechtigterweise mit ablehnung von menschenrechten assoziiert wird. ich persönlich würde es nicht mit beschneidung gleichsetzen, weil dass diese scheussliche praktik verharmlosen würde und weil die burka auch ein zugehörigkeitszeichen sein kann, aber gut, geschmackssache.
und darum geht es ja auch nicht. es geht um die art, wie zweitklassige politiker mit nutzlosen gesetzen die gesellschaft zu polarisieren, in eine minderheit, die immer noch dem toleranzideal hinterherschwelgt und der mehrheit, der alles genug ist und die jetzt hämisch grinsend zusieht wies den ganzen islamistischen machos mitsamt ablehnung der westlichen kultur an den kragen geht. ganz abgesehen davon, dass sarkozy mir nicht vorzuschreiben hat wie *unsere* kultur auszusehen hat, ist so ein "verbietet die burka!"-gesetz sicherlich auch ein toller weg die versäumnisse der integritätspolitik der letzten jahre zu kaschieren. denn so eine neue integrierung ist komplex und sensibel und in erster linie auf begriffen basierend, die ausgelutscht klingen. wie bildung. arbeit. dialog und diskussion. denn um die "armen frauen" gehts ja eh nie in der debatte. bis jetzt bekamen die ja von ihrer familie die burka aufs auge gedrückt, jetzt reisst sie ihnen halt der staat vom leib. was solls, die werden ja eh nie was zu sagen haben.

Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

25.06.2009 - 00:25 Uhr
Ioana

integrationspolitik, i´m sorry, zu spät, zu müde :)

Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

25.06.2009 - 00:33 Uhr
Ioana

afrirali sagte:
diedrossel sagte:
Ioana sagte:
und nacktheit in der öffentlichkeit ist bei so ziemlich allen kulturen nicht toleriert.


tja, es wird auch in nahezu allen kulturen nicht toleriert, sein gesicht zu verdecken - es gilt als aggressiv und bedrohend.


und in *unserer* kultur wird es nicht toleriert. und dabei mag es bitte bleiben.


unsere kultur ist um einiges komplexer als die meisten sich das ausmalen. beispielsweise kannst du heute mit verdecktem gesicht in der öffentlichkeit rumrennen und für den letzten irren gehalten werden, weil das verdecken von gesichtern in unseren kultur nicht gern betrachtet wird, aber du wirst dafür nicht öffentlich bestraft oder kurzerhand niedergeschlagen. wer irre sein will soll irre sein. das ist mittlerweile auch eine errungenschaft unserer kultur. um die frage ob diese vorteile oder nachteile bringt und in welchem masse gehts eigentlich im kern der ganzen diskussion und nicht in erster linie um dein verdecktes gesicht.

okkasionalsozialist
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

25.06.2009 - 02:07 Uhr
okkasionalsozialist

Ich bin baff erstaunt, dass hier erwachsene Menschen sind, die anderen erwachsenen Menschen tatsächlich verbieten wollen, ihre Körper nach Lust und Laune zu verhüllen in der Öffentlichkeit – ich möchte mich auch verhüllen können. Was ich übrigens auch im Rahmen von Demonstrationen gestatten würde. Bis zu dem Zeitpunkt, ab dem von irgendwem Gewalt angewendet wird, muss Verhüllung erlaubt sein – ohne Wenn und Aber. Nichts ist eine größere Bedrohung für die Freiheit als ein Übermaß an Prävention.

Und dies mit kulturellen Usancen begründen, von denen in einer dynamischen Epoche wie der unseren keiner weiß, wie beständig sie sind, wäre sogar dann Unsinn, wenn kulturelle Usancen in einer aufgeklärten Gesellschaft überhaupt eine solche Rolle spielen dürften. Meiner Meinung gehört zu einer freien Gesellschaft aber keinesfalls eine Pflicht zur aktiven Anpassung oder gar Integration, sondern nur eine Pflicht zur Unterlassung von besonders unerwünschtem Verhalten. Aber sicher niemals in Hinsicht auf die Bekleidung von Personen, die sich bisher nichts zu schulden haben kommen lassen.

Netterweise ist man da derzeit in Deutschland offenbar liberaler als ihr, und selbst im gelegentlich eigensinnig gestrengen München gibt es noch keine ernsthaften Anzeichen dafür, den schwarzen Frauen ihr Gwand verbieten zu wollen.

Den Verdacht, dass es sich bei solchen Verhüllungen um Symbole der Unterdrückung handelt teile ich übrigens. Aber solange der Zwang dazu ein selbst gewählter oder sehr subtiler ist und physische Gewalt nicht nachgewiesen werden kann sehe ich hier keinerlei gerechte Eingriffsmöglichkeiten, die sich mit einem freiheitlichen Rechtsstaat vereinbaren lassen. Nur solche, die sich mit einem Rechtsstaat vereinbaren lassen, der in einem höheren Sinne auch sehr ungerecht sein kann. Ich fordere keine Toleranz – ich bin selbst nicht sehr tolerant. Aber Menschen müssen das Recht haben, sich zu kleiden, wie sie mutmaßlich wollen, ganz gleich ob wir tolerant sind oder nicht. Das Recht darauf muss so klar sein, dass sie erst gar nicht auf Toleranz angewiesen sind.

In diversen Hotels und Restaurants begegnen mir ja oft Gruppen mit einigen schwarzen Frauen, meist mindestens ein Dutzend Leute. Das Erstaunliche ist, dass einige (mutmaßlich jüngere, der Figur nach zu urteilen) Frauen (auch schon zum Teil Ehefrauen, das ist offensichtlich) in diesen Gruppen sich oft nicht mehr verhüllt zeigen und sie für meinen Geschmack sogar etwas zu betont sexy rumlaufen (aber das ist eine rein stilistische Kritik, von mir aus könnten sie auch nackert sein, geht mich einfach nichts an). Ob man das als Hinweis auf eine schleichende Liberalisierung interpretieren kann weiss ich nicht.


Speichern

Süddeutsche Zeitung

Dieser Text stammt aus der Süddeutschen Zeitung. Teste Deutschlands große Tageszeitung jetzt zwei Wochen kostenlos und unverbindlich: hier klicken!