12.06.2009 - 18:30 Uhr

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Kämpfen für die Bildung

Text: petra-ebenschwanger - Foto: ddp

„Bundesweiter Bildungsstreik 2009“: Ab Montag protestieren Schüler und Studenten in mehr als 50 deutschen Städten fünf Tage lang für eine Bildungsreform. Geplant sind auch "Banküberfälle"

Seit jeher klagen Lernende an Schule und Uni gleichermaßen ihr Leid: Über die vielen Hausaufgaben, den blöden Lehrer, die Bürokratie, schwere Klausuren und überhaupt das Lernen an sich. Doch seit längerem geht die Unzufriedenheit der deutschen Schüler über Alltagswehwehchen hinaus. Ihr Frust über unliebsame Änderungen im Bildungssystem der vergangenen Jahre treibt die Jugendlichen immer öfter wortwörtlich auf die Barrikaden. Den bisher größten Aufstand im Bildungskampf soll nun die Kampagne „Bundesweiter Bildungsstreik 2009“ einläuten. Vom 15. bis 19. Juni protestieren Azubis, Schüler, Studenten, Lehrer und Gewerkschaften in ganz Deutschland geschlossen gegen das deutsche Bildungssystem. Dazu haben sich im Vorfeld in mehr als 50 deutschen Städten lokale Schüler- und Studentengruppen zusammengeschlossen und in mehreren Treffen ihre Aktionen geplant. Ziel ist es, den öffentlichen Diskurs über Alternativen in der Bildungspolitik anzuregen.
Wie der Protest ausfällt, bleibt den einzelnen lokalen Vereinigungen selbst überlassen. In München organisieren die "Schülerinitiative München" und das Bündnis "Studieren ohne Studiengebühren" ein fünftägiges Bildungscamp, bei dem sie über ihre Anliegen informieren. Am Montag ist in der ganzen Stadt Street Art zu sehen, während am Dienstag ein Gymnasium (welches, wird noch geheimgehalten) von den Protestierenden in Quarantäne versetzt werden soll. Die Großdemo am Mittwoch verläuft dann vom Geschwister-Scholl-Platz zum Wittelsbacher Platz. Den Abschluss bildet eine Party am Freitag. Gemeinsam haben alle Gruppen, Schulen und Universitäten den Höhepunkt der bundesweiten Initiative: Am 17. Juni gehen die Jugendlichen zu Großdemonstrationen für ihre Belange auf die Straße. Am Tag danach findet dann ein symbolischer „Banküberfall“ statt. Auslöser sind finanzielle Staatshilfen für Banken, die laut Kampagne dem Bildungswesen ebenso zustünden. Nach dem Motto „Geld für Bildung statt für Banken!“ soll in möglichst vielen Bankfilialen das Geschäft lahmgelegt und von Studenten belagert werden – zum Beispiel, indem sich eine Horde aufdringlicher Hochschüler über einen Kredit beraten lassen will. Auch in seinen Forderungen ist man sich bundesweit einig: Mehr Selbstbestimmung und Freiheit stehen im Fokus. Bildung sei zu marktorientiert und müsse sich wieder mehr dem Gemeinwohl verpflichten, findet die Projektgruppe. Das Hauptaugenmerk der Schülerdemonstranten liegt auf dem G8. Überlastet und unter Druck gesetzt fühlen sich die meisten, deshalb müssten unter anderem kleinere Klassen und mehr Lehrer her. Dazu brauche man mehr Raum für Diskussionen in der Klasse und eine stärkere Vertiefung des Lernstoffs, wofür im Moment die Zeit fehlt. Zudem steht das mehrgliedrige Schulsystem an sich in der Kritik, und auch für mehr Mitspracherecht soll eingestanden werden. Den Studenten liegt in erster Linie das Bachelor-Problem am Herzen. Neben dessen Abschaffung belaufen sich ihre Anliegen auf eine gewichtigere Mitbestimmung in Hochschulgremien, mehr Lehrpersonal und kleinere Kurse. Für einen freien Zugang zu Bildung setzen sie sich für mehr Studienplätze und natürlich auch die Abschaffung der Studiengebühren ein. Während dieser Einsatz in manchen Bundesländern bereits erfolgreich war, hinkt man in Bayern noch hinterher. Vor allem in München scheint sich eine breite Masse mit dem finanziellen Einschnitt so gut wie abgefunden zu haben. In der Vergangenheit zumindest war die Bereitschaft zum Protest gegen Studiengebühren in der Landeshauptstadt erschreckend klein. Mehrere Boykotts konnten die rebellionsmüde Studentenschaft nur in überschaubaren Massen auf die Straße locken; eine gleichgültige Grundstimmung herrscht vor. Bei der letzten Demo an der LMU im Mai beteiligten sich immerhin 6500 Hochschüler. Mal sehen also, wie sehr sich die Münchner für die anstehende Großinitiative begeistern werden. Mehr Infos zum Streik gibt es auf bildungsstreik2009.de


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aeioula
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13.06.2009 - 08:21 Uhr
aeioula

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electrolux
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Mag ich Mag ich nicht

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13.06.2009 - 09:28 Uhr
electrolux

"Bildungsstreik 2009: Wie aus einem Bildungsstreik ein Einsatz für veredelte Konkurrenz in der Schule wird"

http://bremen.argudiss.de/?q=node/41


"Argumente gegen Schule und Hochschule

Anlässlich des Bildungsstreiks 2009 gibt es zahlreiche Demoaufrufe, Blogs und FlashMob-Aktionen, die darauf aufmerksam machen, dass, wer heute eine Schule oder Hochschule besucht, konfrontiert wird mit ständig steigendem Leistungsdruck, der Verschärfung der Konkurrenz, eben mit dem ganzen Stress, den Schule und Studium mittlerweile mit sich bringen. Über die Gründe dafür, warum es so zugeht, gibt es zwei besonders prominente Auffassungen: die, welche den Grund in mangelnden Mitbestimmungsrechten ausmacht und die, welche ihn darin sieht, dass die Bildungspolitik auf dem falschen, weil von ökonomischen Interessen geleiteten Weg sei.
Was das Bildungswesen mit wirtschaftlichen Interessen zu tun hat und warum wir es für einen Fehler halten, über dieses Bildungswesen mitbestimmen zu wollen – dazu im Folgenden einige Argumente."

http://www.gsp-hamburg.de/menu/Gegenargu...

http://www.contradictio.de/blog/archives...


"Über die Zwecke der Hochschulreform lassen die verantwortlichen Politiker keine Zweifel aufkommen: Es geht um nichts Geringeres als die Konkurrenzfähigkeit des nationalen Standorts in einer globalisierten Weltwirtschaft. Wissensvorsprünge sind hier gefragt, um mit neuen Produkten und verbesserten Produktionsmethoden Marktanteile zu gewinnen und sie anderen wegzunehmen.
Die schäbige Rolle des Wissens hierfür wird sowohl daran deutlich, dass es explizit darum geht, andere davon auszuschließen (Patent), als auch daran, dass der Zweck keineswegs ist, den Menschen das Produzieren und Konsumieren zu erleichtern. Im Gegenteil: Es geht nicht zuletzt um die Entwicklung von Verfahren zur Einsparung bezahlter Arbeit. [...]"

http://bremen.argudiss.de/sites/default/...

http://www.contradictio.de/blog/archives...

taylorthelatteboy
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13.06.2009 - 18:16 Uhr
taylorthelatteboy

Mir reicht's jetzt dann mit dem Schmarrn.

io_
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14.06.2009 - 00:37 Uhr
io_

ich wünsch einen schönen schulfreien tag den buben und mädels!

der_ingenieur
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14.06.2009 - 01:08 Uhr
der_ingenieur

>> Die schäbige Rolle des Wissens hierfür wird sowohl daran deutlich, dass es
>> explizit darum geht, andere davon auszuschließen (Patent),
ironischerweise muss alles, was geschuetzt werden soll in einem Pateent niedergeschrieben sein. Daher kann vom Ausschliessen von wissen keine rede sein.

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14.06.2009 - 01:16 Uhr
der_ingenieur

ich glaub der Bildungsstreik ist sowas wie ein Praktikum fuer den Gesellschaftskundeunterricht. jede schuelergeneration muss das Demokratie- und Meinungsfreiheitdingens kennenlernen, deshalb werden ab und an mal Demos organisiert. Wir haben auch alle 5 Jahre mal gedemot, unter den selben Motten.

Die lektion die es dort zu lernen gibt ist allerdings die, dass es sich nur lohnt, fuer Sachen auf die Strasse zu gehen, die fuer viele Menschen relevant sind, so dass viele Menschen mobilisert werden (Bildung gehoert nicht dazu). Ich denke da an die Montagsdemos, und auch die in Burma letztes Jahr.

electrolux
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-1

14.06.2009 - 02:32 Uhr
electrolux

der_ingenieur sagte:
>> Die schäbige Rolle des Wissens hierfür wird sowohl daran deutlich, dass es
>> explizit darum geht, andere davon auszuschließen (Patent),
ironischerweise muss alles, was geschuetzt werden soll in einem Pateent niedergeschrieben sein. Daher kann vom Ausschliessen von wissen keine rede sein.

der_ingenieur sagte:
>> Die schäbige Rolle des Wissens hierfür wird sowohl daran deutlich, dass es
>> explizit darum geht, andere davon auszuschließen (Patent),
ironischerweise muss alles, was geschuetzt werden soll in einem Pateent niedergeschrieben sein. Daher kann vom Ausschliessen von wissen keine rede sein.



Wissen, dessen Nutzung (z.B. für die Herstellung nützlicher Dinge) staatlicherseits VERBOTEN ist , ist hierzulande nun mal etwas mit dem niemand ausser dem Pateteninhaber (zum Zweck der Profitmacherei) etwas anfangen kann.

der_ingenieur
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14.06.2009 - 12:53 Uhr
der_ingenieur

Electrolux: Das steht so nicht in dem von mir zitierten Satz drin.

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14.06.2009 - 13:12 Uhr
der_ingenieur

Uebrigens: Wieso geht es in den Demos ploetzlich um Patente? Den Schuelern und Studenten wird erzaehlt, es geht um bessere Bildungsbedingungen. Nachher stellt sich dann heraus, dass es noch um Patente geht. Um was geht's noch?

Das waere dann noch eine zweite LEktion zu lernen: Ihr werdet nciht nur von den Politikern beschissen, die euch Loesungen versprechen, sondern auch den Organisatoren der Demos.

electrolux
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14.06.2009 - 13:32 Uhr
electrolux

der_ingenieur sagte:
Uebrigens: Wieso geht es in den Demos ploetzlich um Patente? Den Schuelern und Studenten wird erzaehlt, es geht um bessere Bildungsbedingungen. Nachher stellt sich dann heraus, dass es noch um Patente geht. Um was geht's noch?

Das waere dann noch eine zweite LEktion zu lernen: Ihr werdet nciht nur von den Politikern beschissen, die euch Loesungen versprechen, sondern auch den Organisatoren der Demos.



Du verwechselst da was: Die von mir verlinkten Texte kritisieren die Argumente der Organisatoren des Bildungsstreiks.

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