Zum Beispiel Rinderzucht: Kühe, die subventionierten Klimakiller
Er hat das "Schwarzbuch Markenfirmen" geschrieben, in "Uns gehört die Welt!" erklärt er Macht und Machenschaften von Konzernen - für jetzt.de macht Klaus Werner-Lobo Globalisierung plastisch. Heute: Was unser Fleischkonsum mit dem Hunger der Armen zu tun hat
Was haben Adidas, Aldi, BMW, Carrefour, Clarks, Gucci, Honda, IKEA, Lidl, Makro, Nike, Reebok und Timberland mit Kühen zu tun? Und was mit dem Klimawandel? Sie alle wurden diese Woche von Greenpeace beschuldigt, zu einem erheblichen Teil mitschuld an der Abholzung brasilianischer Regenwälder zu sein. Der Grund: Sie alle profitieren in der einen oder anderen Form von der Viehzucht im Amazonasgebiet. Und die ist, so Greenpeace, einer der größten Klimakiller der Welt. Vor allem, weil dafür – meist illegal – Tropenwälder für Weideflächen gerodet werden. Bis vor kurzem war es vor allem McDonald’s, der als weltgrößter Fleischverbraucher zuerst wegen der Rinderzucht und später wegen der Futtermittelgewinnung für Rinder in Form von Sojaplantagen für die Abholzungen verantwortlich gemacht wurde. Durch öffentlichen Druck konnte Greenpeace die Fastfoodkette dazu zwingen, wenigstens in den ökologisch sensibelsten Gebieten auf Rodungen zu verzichten. Aldi, Lidl und Makro hingegen verkaufen laut Greenpeace noch immer Fleisch von illegalen Farmen im Amazonasgebiet. Und der Rest der genannten Firmen profitiere vom Leder der dort gezüchteten Tiere, so die Umwelschützer in ihrem aktuellen Bericht Slaughtering the Amazon. Das werde nämlich zum Großteil nach China, Italien und Vietnam. Und dort lassen die großen Marken dann auch für den europäischen Markt produzieren. Brasilien ist nach China, den USA und Indonesien der viertgrößte Treibhausgas-Emittent der Welt. Drei Viertel der brasilianischen Emissionen sind auf die Zerstörung des Amazonas-Urwaldes zurückzuführen. Bis zum vergangenen Sommer wurden 74 Millionen Hektar komplett vernichtet - fast ein Fünftel der ursprünglichen Fläche. 80 Prozent davon werden für die Viehzucht genutzt. Auf vielen Farmen herrschen sklavereiähnliche Arbeitsverhältnisse. Allein 2008 wurden in Brasilien 1.600 SklavInnen befreit. Im Vorjahr exportierte Brasilien Rindfleisch im Wert von 5,1 Milliarden und Leder im Wert von 1,9 Milliarden Dollar – Tendenz steigend. Die Rinderzucht – und damit auch der Fleischkonsum bei uns – ist aber nicht nur wegen der Waldvernichtung problematisch. Ein Fünftel der brasilianischen Ackerfläche wird bereits für den Anbau von Tierfutter für die EU-Länder verwendet. „Die Rinder der Reichen essen das Brot der Armen“, lautet deshalb ein Spruch, der die Situation realistisch beschreibt. 1,3 Milliarden Rinder werden auf der ganzen Welt für die Fleischgewinnung gemästet. Rund die Hälfte des weltweiten Getreideanbaus ist der Viehfutterproduktion vorbehalten - das sind jährlich 600 Millionen Tonnen. Würde man dieses Getreide nicht für die Fleischgewinnung, sondern als Lebensmittel nutzen, könnten damit zehnmal soviele Menschen ernährt werden. Man bräuchte also lediglich ein Zehntel der landwirtschaftlichen Fläche, um genauso viele Menschen täglich satt zu machen. Der Fleischkonsum in den reichen Industrieländern ist also die Hauptursache für den Hunger der Armen. Außerdem tragen die Viecher auch selbst zum Klimawandel bei. Der Grund: Rinderfurze. Also das Methangas, das den Mägen der Wiederkäuer während der Verdauung entweicht. Man schätzt, dass das von Nutztieren ausgeschiedene Methan gemeinsam mit überdüngten Feldern für 18 Prozent der Treibhausemissionen verantwortlich ist. Rechnet man die Umwandlung von Wäldern in landwirtschaftliche Nutzflächen hinzu, steigt der Anteil sogar auf über 30 Prozent. Etwa 85 Prozent der Klimabelastung durch die Landwirtschaft entfallen auf die Fleischproduktion. Jedes Tier stößt pro Tag rund 100 bis 200 Liter Methan aus, was über 4.000 Gramm Kohlendioxid entspricht. Das wiederum ist ungefähr so viel, wie ein durchschnittlicher Geländewagen auf einer Strecke von 70 Kilometern verursacht. Die EU fördert diese Entwicklung noch mit hohen Subventionen: zwei Euro werden täglich für jede Kuh ausgegeben, also mehr Geld, als der Hälfte der Weltbevölkerung zum Leben zur Verfügung steht. ***
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auf den allermeisten gebieten bin ich auch blöd, einfach weil ich mich nie mit ihnen tiefergehend befasst habe. es geht nicht darum ob die masse nun blöder oder klüger ist als ich, das ist mir schlichtweg unbekannt. im allgemeinen halte ich die leute für viel klüger als unsere eliten annehmen.
fuerTiere sagte:
Ein Deutscher isst ungefähr 200 Gramm Fleisch pro Tag. Macht jährlich etwa 80 Kilo Fleisch pro Kopf und rund 6,5 Milliarden Kilo Fleisch für das ganze Land. Eine solche Masse an Fleisch kann man aber nur bereit stellen, wenn man die Tiere in Massen züchtet und im Akkord tötet. Diese Massentierhaltung ist nicht nur furchtbar für die Tiere, sie ist auch schlimm für unsere Umwelt, für das Klima und für die Gerechtigkeit auf der Welt. Es gibt viele gute Gründe, nie mehr Fleisch zu essen. Aber eigentlich reicht schon einer...!
Nein.
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08.06.2009 - 01:26 Uhr
MorbusBahlsen