1998
Text: melan
Freilich, zu behaupten, der Waldboden sei mittlerweile nicht mehr so weich und duftig, wäre ein Romantizismus, den wir uns nicht leisten können, dennoch bemerkte ich damals ein deutlich stärkeres Einsinken in den Waldboden. Es kann aber auch sein, wie die Fucik vermutet, dass meine Knie damals stärker nachgelassen haben wegen der intensiveren Gefühle. Der Romantizismus, meint die Fucik listig, garantiere so seine eigene Wahrheit!
Es ist natürlich komplizierter!
An den Würmufern entlanggehend (da hat es Ihre Visage, Fr. Fucik, in meinem Leben noch gar nicht gegeben!) gab es den Punkt in der Nähe Mühltals, wo ich als Kind gespielt hatte, in den Steinen – was aber verboten war.
Wir haben es doch getan und es ist nie etwas passiert. Ich war an diesem Punkt angekommen und sah mit meinen dunkelgelesenen Augen durch die Blätter die schwarzen Wolken am Himmel ziehen und es war bemerkbar kühl geword. Es war kühl geworden – wer ›es‹.
Ich sage der Fucik: Ihre Romantik, ist auf ein expletives Es geschrumpft, das dort an den Würmauen, wo es verboten war zu spielen, mich schauderte, ich sagte, in diesem Moment, an den verbotenen Steinen und dem Wasserrauschen kam ungerufen und plötzlich der Eindruck einer Erinnerung an die Eiszeit hoch, in der ›es schneite und schneite‹, und ich erfuhr an einem einzigen Moment die drohende Avalenz aller Verben, die Unheimlichkeit der Sprache selbst, und ich fügte lauter hinzu, da die Fucik spöttisch die Lippe krauste: Es ist mir so langweilig. Denn ich erkannte den großen Pseudaktanten hinter den Himmeln.
Was war nun mit den Waldböden, fragt die Fucik.
Die waren warm, weich und duftend!
Und heute?
Heute ist es mir egal.
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27.05.2009 - 13:47 Uhr
mamau