25.05.2009 - 22:30 Uhr

1 0 Über Twitter weiterempfehlen

Gefühl wider Vernunft

Text: gynt

Meine viele freie Zeit, die ich eigentlich gar nicht habe, wenn ich es recht bedenke, mir aber ständig nehme, auch wenn das Studium dadurch den Bach runtergehen könnte, verbringe ich wiedereinmal an der Isar, denn sonst wäre Gott beleidigt, würde ich das gute Wetter drinnen verheizen. Ich suche mir und meinem Radl also ein etwas schattiges Plätzchen unweit der Menge, eben so, dass man nicht als Misanthrop deklariert wird, aber auch seinen eigenen Freiraum haben kann. Um mich letztlich ganz abzuschotten genieße ich normalerweise Musik oder gute, aber leider oft anstrengende, weil mich zu delektierende, Literatur. Und obwohl ich mich eincreme -allein-, meine Sitz- oder Liegeposition ohne Beachtung der anderen in aller Ruhe von Zeit zu Zeit wechsle -allein-, oder einfach die Augen für wenige Augenblicke schließe -allein- und mein Gesicht in die Sonne strecke, sodass trotz geschlossener Lider alle Rezeptoren auf Hochleistung arbeiten und eine Farbenpracht vor dem schwärzest vorstellbaren Hintergrund zum erglühen bringen fühle ich mich dabei normalerweise nie einsam. Doch Dinge ändern sich und Gefühle manchmal scheinbar noch schneller... In der Folge gedankenverliere ich mich sitzend einen Hund im Wasser beim Stöckchenholen beobachtend im Gedanken, dass ich selbst zwar nur wenig aber so gut wie gar nicht zweifle, wenn du nicht gerade danach fragst, aber vielleicht mittlerweile jemand anders -du- es tut. Meine Sorge ist, dass wiedereinmal viele Seiten unbeschrieben bleiben könnten, in einem Buch, das mehr Seiten hat, als ich mir ertäumen oder wir gemeinsam vollschreiben könnten - wir es aber versuchen sollten. Mit Seiten gepresst für schönere Geschichten als sie Ibsen schrieb und selbst schöner, schneller, verrückter und vor allem noch leidenschaftlicher als jene vom jungen Djian. Einhergehend mit dem Hirngespinnst an ein mögliches vorzeitiges Ende beginne ich mich einsam zu fühlen... "A thousand miles seem pretty far, but they've got plains and trains and cars, I'd walk to you if I'd no other way" Doch was nützen all die Möglichkeiten, wenn man sie verstreichen lässt, sie dich scheinbar nicht interessieren? Also versinke ich in Einsamkeit. Trotz der Halbstarken, Ganzschwachen, Sehrschönen und Vielbegabten um mich herum, die ich beobachte wie sie sich eincremen -manchmal allein-, die Liege- oder Sitzposition wechseln -manchmal allein- oder die Augen für einen Moment schließen, die Wärme Gottes oder wem auch immers zu genießen -manchmal allein-, jedoch ohne sich dabei einsam zu fühlen -wie ich es tue- erwarten sie doch vorfreudig einen Anruf oder eine frohe Botschaft im nächsten Augenblick, wenn sie die Äuglein wieder öffnen. Was mir leider verwehrt bleibt. Bei mir bleibt es heute dunkel. Die Rezeptoren arbeiten nicht, nicht weil sie defekt sind, sondern weil kein Licht fällt...


Neue Texte zum Label 'LebenLieben':
Textoptionen
Mehr Texte von
gynt
Mehr Texte zum Label
LebenLieben
Abonniere Kommentare oder Texte von gynt
Text Freunden empfehlen Text drucken Text melden
Der Text gefällt Dir?
Lesenswertpunkt schenken
Hier bei jetzt.de anmelden,
Texte schreiben und kommentieren.
0 Kommentare

speichern

Jetzt-Mitglied

gynt offline

gynt

ist jetzt-User und hat diesen Beitrag verfasst.