Vom Gestalten und designenlassen - welche Portale, Vermittlungen und Aufträge für Designer nie zum Erfolg führen können.
Für selbstständig tätige Kreative und Designer stellt sich - wie für jeden Unternehmer - stets die Frage, wo und wie sie an Aufträge kommen und wie sie von ihrer kreativen Tätigkeit finanziell existieren können. Nun gibt es Portale wie http://www.designenlassen.de und http://www.12designer.de , die vorgeben, Auftraggeber und Kreative unter für beide Seiten zufrieden stellenden Bedingungen zusammen bringen. Tatsächlich verdingen sich diese Vermittlungsportale nur als Helfershelfer für eine professionell durchgeführte Diskreditierung geistigen Eigentums und schöpferischer Leistung. Eine genaue Kalkulation der regelmäßig anfallenden Ausgaben und Gebühren macht deutlich, dass es für das Ausüben einer Designertätigkeit unvermeidbare Kosten gibt und sich daraus zwingend erforderliche Mindesteinnahmen herleiten lassen. Sobald sich die zu erwartenden Stundensätze unter diesen Mindesteinnahmen bewegen, fällt die dafür zu tätigende Aufgabe zwangsläufig unter Liebhaberei, die definitiv nichts mit professionellem Arbeiten zu tun hat. Dennoch gibt es bedauerlicherweise immer wieder Designer, die für Hungerlöhne arbeiten und zudem die Nutzungsrechte an ihrem Design zu Niedrigpreisen verschleudern. Die Internetseite http://www.designenlassen.de ist dafür ein geeignetes Abschreckungsbeispiel. Dort bieten Gestalter Logos, Geschäftsausstattungen und komplexe Designkonzepte zu Billigpreisen an, indem sie sich für Aufträge bewerben, die Auftraggeber auf diesem Portal publiziert haben. Vom Prinzip her klingt dies nach einem üblichen Austausch von Auftrag und Dienstleistung. Der sich aus diesem Portal ergebene Wettbewerb um Aufträge lässt aber Stundensätze resultieren, die bereits weit unter 5,- Euro liegen. Die Betreiber von designenlassen.de Herr Michael Kubens und Herr Eugen Sobolewski halten z. B. 200 - 300 Euro für ein Logo und 250 - 450 Euro für eine Internetseite für eine angemessene Entlohnung, selbstverständlich inklusive der uneingeschränkten Freigabe der Nutzungsrechte. Unter Berücksichtigung aller Kosten (Miete (Wohnung, Büro, Gebühren (GEZ, Kabelanschluss, Provider, Internetanschluss etc.), Telefon (mobil/privat/Büro), Mitgliedschaftsgebühren, Versicherungen (Berufsunfähigkeit, Rente, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rechtsschutzversicherung, Vermögensschadenhaftpflicht etc.), Computer, Software, etc., Auto (Leasingraten, Kfz-Steuer/Versicherung, Benzin), Kleidung, Fortbildung (Seminare, Kongresse), Kosten für Zulieferer, Gehälter) ist selbst für Einpersonendesignbüros, die zudem über keine gesonderten Büroräume verfügen, sondern ihre Entwürfe im Wohnzimmerheimbüro umsetzen, ein Mindeststundensatz von 50,- Euro erforderlich, nur um die Kosten für die nackte Existenz zu decken. Dies bedeutet bei den Einnahmen, die von den Betreibern von designenlassen.de für angemessen angesehen werden, dass ein Logo in vier Stunden und eine Internetseite in 5 - 9 Stunden fertig konzeptioniert und gestaltet sein müsste. Selbstverständlich inklusive des Zeitaufwand für das Erstellen der Vorentwürfe, die bei designenlassen.de zu publiziert wären und inklusive der Diskussionen mit den potenziellen Auftraggebern, das Schreiben der Emails zur Klärung der Details eines Briefings und die Beratung des Auftraggebers. Das Portal designenlassen.de dient lediglich dazu, einen Einblick in die Gedankenwelt von Herrn Michael Kubens und Herrn Eugen Sobolewski zu erhalten, die ausschließlich von Unkenntnis und Ignoranz geprägt zu sein scheint. Mal davon abgesehen degradiert dieses Portal Designertätigkeiten zu Gefälligkeitsdienstleistungen und konterkariert jahrzehntelange Bestrebungen, ein Verständnis für die Notwendigkeit von Design als Leistung und kulturellen Wert zu etablieren und deutlich zu machen, das Design nicht der Dekoration dient, sondern eine komplexe schöpferische Leistung darstellt. Schließlich ist es der Designer, der sowohl die relevanten Beratungen tätigt, wie sich ein Unternehmen von seiner Konkurrenz unterscheiden lassen könnte, als auch die Ideen einbringt und die Realisierung der aus der Beratung resultierenden Erfordernisse ermöglicht. Unternehmensberater sind Kalkulationsprofis und für Statistiken und Kostenpläne zuständig, bringen aber sonst nur Exceltabellen, Powerpointfolien, große Worte und hohe Honorare hervor, um dann doch Designer mit der eigentlichen Aufgabe, der Gestaltung bzw. Neuerfindung der Identität eines Unternehmens, eines Produktes oder einer Dienstleistung zu beauftragen. Anschließend sind es auch die Designer, die die Werbung entwickeln und so ein Image erst möglich machen und auch für die Zukunft prägen. Der Designer ist von der Analyse, über die Gestaltung und Umsetzung bis hin zur Übermittlung der Produktvorzüge entscheidend am Erfolg eines Produktes oder einer Dienstleistung beteiligt, weshalb sich seine umfassende und folgenschwere Tätigkeit auch nicht mit Dienstleistung, sondern ausschließlich mit den Begriffen Unternehmensberatung, Konzeption und Kreation bezeichnen lässt. Es geht nicht darum, einfach nur per Knopfdruck ein Abbild zu schaffen, um auf diese Weise etwas bereits Vorhandenes ein bisschen anders wiederzugeben. Ein Designer entwickelt etwas von Grund auf neu und dies erwarten auch selbst jene Auftraggeber, die zwar um die Notwendigkeit und Bedeutung von Design für die eigene Umsatzsteigerungsmöglichkeit wissen, diese Wertmaximierung durch Design aber den Designern nicht honorieren möchten. Sie selber wollen ernst genommen werden, erwarten, dass ihr Unternehmen durch das Design an Seriosität und Ernsthaftigkeit zunimmt und wollen mit dem Design ihren Erfolg und Umsatz mehren. Nur die Designer, die ihnen das neue Image erst verschafft haben, die wollen sie nicht ernst nehmen, sondern sie verachten und – bildhaft gesprochen – mit Füssen treten. Anders ist diese Haltung gegenüber den Designern nicht zu erklären. Diese Art von Auftraggeber will sich von Designern zwar ein gutes Image gestalten lassen und sie haben Design auch als Steigerung der eigenen Wertschätzung identifiziert, aber eine Wertschätzung gegenüber den Designern haben sie nicht. Den Betreibern von designenlassen.de ist es offensichtlich egal, was sie mit ihrem Portal an Geringschätzung gegenüber den Leistungen von Designern auslösen. Der Designverband Allianz Deutscher Designer (AGD) bezeichnete die Preisgelder als Taschengeld, wohingegen die Betreiber von designenlassen.de nur darauf verwiesen, dass sie diesbezüglich eine andere Sichtweise haben. Siehe: http://blog.designenlassen.de/2009/03/17... Dies ist nur verständlich, da sie selber – zum Nachteil der teilnehmenden Designer – von den Taschengeldtarifen profitieren wollen und dennoch die Dreistigkeit besitzen zu behaupten, ihr Portal sei auch für Designer von Vorteil. Dem AGD gegenüber, der die Machenschaften von designenlassen.de zu Recht stark kritisierte (siehe: http://www.agd.de/schwer-verdaulich.html ), baten die Portalbetreiber um Verständnis. Schließlich seien die Auftraggeber maßgeblich Existenzgründer, die eben noch kein Geld für Design übrig hätten und außerdem würde allen Beteiligten der Prozess der Auftragsvergabe und der Auftragsumsetzung viel Spaß bereiten. Übersetzt heißt dies wohl, dass alle Beteiligten dafür Verständnis aufbringen sollen, dass sich zwar die Auftraggeber um ihre Existenz bemühen dürfen, den Auftragnehmern diese Bemühung aber nicht zusteht. Des Weiteren gehen die Betreiber von designenlassen.de offensichtlich davon aus, dass Designunternehmen immer fett etabliert und niemals Existenzgründer sind und dass Designer bereits durch den Spaß am kreativen Schaffen hinreichend entlohnt würden und sonst ja nichts zu tun hätten, wenn nicht endlich mal ein Existenzgründer vorbei käme, der zwar mit seinem Unternehmen und durch Design Umsatz machen möchte, aber kein Verständnis von Qualität und Wertigkeit für Designleistungen entwickeln will. Die Existenz des Portals designenlassen.de lohnt sich definitiv nur für die Betreiber von designenlassen.de und für die Auftraggeber, die zwangsläufig den Interessen der Designer vollkommen gleichgültig gegenüber stehen. Jedem kreativen Menschen ist von diesem Portal und von einer Zusammenarbeit mit den Geschäftsführern von designenlassen.de Herrn Michael Kubens und Herrn Eugen Sobolewski abzuraten. Die häufig erwähnte Chance auf Folgeaufträge ist nur ein weiterer Beweis für die Geringschätzung, die die Betreiber von designenlassen.de den Designern entgegenbringen. Schließlich wird ein Auftraggeber, der bereits zuvor nicht bereit war, Design angemessen zu bezahlen, auch im Folgeauftrag wieder nur an seine Interessen denken. Ein weiteres, ähnlich ruinös arbeitendes Portal – zumindest aus Sicht von Designern – ist 12designer ( http://www.12designer.de ) von Eva Missling und Lars Bamberg. Bereits mit dem Einstellen der Entwürfe behält sich 12designer ein einfaches Nutzungsrecht selbst nach Projektende vor, um die Entwürfe der Designer für eigene Vermarktungsaktionen – quasi auf Ewig – als Referenz einsetzen zu können. Gebühren fallen bisher weder für Designer, noch für Auftraggeber an. Die Betreiber von 12designer.de behalten sich aber laut Allgemeine Nutzungsbedingen vor, zu einem späteren Zeitpunkt ein Nutzungsentgeld zu erheben. Anstatt ihre Zeit mit designenlassen.de oder mit 12designer.de zu vergeuden, ist Designern zu empfehlen, Akquise zu betreiben und die seriösen Auftraggeber auf sich aufmerksam zu machen. Dieser Zeitaufwand ist natürlich in der Gesamtkalkulation mit zu berücksichtigen. Bei Designertätigkeiten sollte der zusätzliche administrative Aufwand für Projektkostenkalkulation, Buchhaltung und organisatorischen Aufgaben nicht unterschätzt werden. Es ist daher sinnvoll, davon auszugehen, eher mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten zu müssen. Der administrative Aufwand beträgt bei Designagenturen mit 1-3 Mitarbeitern oft bis zu 60% der gesamten Arbeitszeit. Einige dieser Aufgaben ließen sich zwar delegieren, der zusätzliche Aufwand für das Ansteuern weiterer Mitarbeiter und der Lohn für eine zusätzliche Arbeitskraft müsste aber entsprechend in der Kalkulation berücksichtigt werden. Designer, die erfolgreich tätig sein wollen, sollten an seriösen Wettbewerben teilnehmen, um im geeigneten Rahmen auf sich aufmerksam zu machen. Im Internet sind zahlreiche Auflistungen von seriösen Wettbewerben zu finden. Hier exemplarisch eine vom AGD: http://www.agd.de/wettbewerbe.html#c355 Zudem können Designer z. B. auf Fachmessen gezielt Akquise betreiben und potenzielle Kunden ansprechen. Wer als Designer eine eigene Internetseite aktiv betreibt, anerkannte Designpreise gewinnt, Vorträge hält, publiziert oder auf andere qualifizierte Weise auf sich aufmerksam macht, wird sich eine entsprechende Erscheinungshäufigkeit im Internet und in anderen Publikationen erarbeiten und auf diese Weise zusätzlich die Besucherzahlen der eigenen Internetseite steigern. Diese Strategie, die tatsächlich auf Qualität beruht und sich nicht, wie bei den genannten Portalen, nur auf die bescheidene Beurteilungskompetenz designfachfremder Auftraggeber stützt, wird längerfristig zum Erfolg führen. Die genannten Portale sind für langfristige Perspektiven nicht geeignet, fördern aber längerfristig einen ruinösen Gebührenkrieg unter Gestaltern. Von Honoraren kann bei diesen Taschengeldern nun wirklich nicht die Rede sein.- Die Gewinner des Elan-Design-Wettbewerbs 07.03.2006
- Einsendeschluss 16.02.2006
- Bretter die die Welt bedeuten 14.02.2006
- Darkside 31.01.2006
- Disco 31.01.2006
Ich bin freibruflicher Grafiker und habe studiert und mein Diplom auch nicht einfach "so" bekommen. Was würdest Du denn sagen, wenn dein Beruf solch eine Konkurrenz hätte? Die Zeit von Geiz ist Geil scheint wohl noch nicht vorbei zu sein.
Und zu Herrn Kubens: Ihre Geschäftsidee ähnelt einem Laufhaus für Designer die es für billig Geld Jedem bedienen! Ohne Leidenschaft und menschlicher Nähe!
Solche Portale und Firmen wie Euroweb sind Gibt für die kreativen Menschen da draussen, die nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Familie davon ernähren müssen.
Absehen davon, muss Arbeit auch anständig bezahlt werden. Das ist bei 12designer nicht gegeben. Man sollte hier darüber nachdenken, den Mindestpreis bei 500 Euro anzulegen.
am deutlichsten kann man das an "piktogrammen" sehen.
guter text.
Mein Artikel hat in gewissem Maße tatsächlich etwas mit Frust zu tun.
Der Frust darüber, dass es Kreative gibt, die diesen Blödsinn bei designenlassen.de mitmachen und den Ärger, dass es Schmarotzer gibt, die die an sich positive Lust, sich einem vermeintlich kreativen Wettbewerb zu stellen, schamlos ausnutzen.
Die kreativen Teilnehmer machen sich leider keine Gedanken darüber, dass ihre Arbeiten nur von jemanden begutachtet wird, der Entwürfe geschenkt haben möchte, aber in der Regel nicht von jemanden, der über die erforderliche Kompetenz verfügt, die Qualität der einzelnen Entwürfe tatsächlich begutachten zu können, wie es eine Jury eines seriösen Designwettbewerbs vermag.
Eine entsprechend verwertbare Auswahl oder gar Auszeichnung findet nicht statt.
Die Teilnehmer verlieren nur Zeit, Geld und ihr noch aufzubauendes Renommé.
Die Teilnehmer von Portalen wie designenlassen.de sind vierfache Verlierer:
1) sie haben sich über den Tisch ziehen lassen
2) sie machen keinen Gewinn, sondern nur finanziellen Verlust
3) sie können den Umstand, ausgewählt worden zu sein, nicht als Erfolg verbuchen, da bereits die Teilnahme bei solchen Portalen ein Indiz für unternehmerische Inkompetenz ist. Ein Designer muss aber stets unternehmerisch denken können, egal ob er freiberuflich oder angestellt arbeitet.
4) sie sind mitverantwortlich dafür, dass ein volkswirtschaftlicher Schaden von ca. 83000,- Euro entsteht.
Durchschnittliche Teilnehmerzahl pro Projekt: 119
Durchschnittlicher Umsatz pro Projekt: 347,- Euro
Gewinn nach Abzug aller Kosten: 0,- Euro
Verlust pro Teilnahme: 700,- Euro
Anzahl derer mit Totalverlust: 118 Teilnehmer
Anzahl der ausgewählten Teilnehmer: 1 Teilnehmer
Verlust pro ausgewähltem Projekt: 353,- (10x70 - 347,-) Euro
Bei mehr als 10h entsprechend höher
Aufwand für jeden der 119 beteiligten Kreativen: mind. 10 h
Erforderlicher Stundensatz zur Deckung aller Kosten: 70,- Euro
10 x 70 x 119 = 83300,- Euro
Volkswirtschaftlicher Schaden: ca. 83000,- Euro !!!
Um volkswirtschaftlich korrekt zu kalkulieren und um tatsächlich volkswirtschaftlich den gesamten Schaden zu beziffern, ist zu den 83000,- Euro Schaden noch der Energieverbrauch (Computer, Fahrzeuge, Büroheizung etc.) zu berücksichtigen.
Fazit:
Durch Portale wie designenlassen.de werden pro Projekt 119 Personen aktiviert, um Zeit, Energie und Ideenpotenzial für einen einzigen "fiesen Möb" zu vergeuden, der sich ein Logo, ein Corporate oder einen Internetseitenentwurf für durchschnittlich 347,- Euro erschnorren möchte.
Dabei entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden von ca. 83000,- Euro, zuzüglich der Energieverschwendung von 119 Personen/Computern/Fahrzeugen/Büros.
Welcher Kunde möchte Kunde von solch einem "fiesen Möb" sein?
Jeder wird sich nun wohl fragen, wo er/sie in Zukunft nicht mehr einkaufen oder von wem man keine Dienstleistung mehr in Anspruch nehmen möchte. Dies erfährt man z. B. bei designenlassen.de. Die Schaden verursachenden Auftraggeber müssen sich ja spätestens im Dialog mit den Kreativen mit Namen und Adresse outen.
----
Siehe auch:
http://www.fontblog.de/volkssport-design...
http://www.volkssport-design.de (Kongress zum Thema am 26. Oktober 2009)
Erklärung zu "fieser Möb":
http://www.koelsch-woerterbuch.de/fiese-...
----
Mit freundlichen Grüßen
Torsten Stapelkamp
15.11.2009 - 12:14 Uhr
interfacedesign
Hier hat sich eine interessante Diskussion zum Thema entwickelt:
http://www.fontblog.de/design-crowdsourc...
Tolles Konzept, lasst uns das überall einführen, bei allen Jobs. Das wäre sicher lustig.....
Das Portal/Konzept bietet nur eine optimale Anlaufstelle für Ausbeutung/Ausnutzung. Sklavenmarkt 2.0.
Wobei ich sagen muss das Leute die daran Teilnehmen auch selten dämlich sein müssen (oder alles geklaut haben und als 15 jähriger in ihrem Kinderzimmer zusammenschrauben) und ich diese nicht als Professionell bezeichnen kann (Kostendeckung usw.)
Vielen Dank an den Autor. Nichts als die WAHRHEIT.
Ein Portal wie designenlassen.de übt selbstverständlich Druck aus. ABer wann habt ihr etwas zu befürchten ? Doch nur dann, wenn jemand eure Leistung zu einem weit aus günstigerem Preis bringt.
Entschuldigt bitte, aber wenn dies der Fall ist, solltet ihr ein wenig euer Marktposition überdenken.
Wahrlich gute Designer sollten solche Portale belächeln, da sie wissen was ihre Arbeit wert ist und befähigt sind ihren Kunden dies zu verdeutlichen.
Von wegen Existenzgründer, es wurde kürzlich z.B. ein Projekt von Immowelt publiziert (Postkartenlayout Weihnachten, 200 Euro Preisgeld, am 03.11.2010 beendet). Bis Heute, 20.12.2010, steht kein Gewinner fest. Es wurden 37 Designs eingereicht und auch zum Teil sehr gut bewertet. Für die Teilnehmer Totalverlust. Für Immowelt günstige Ideenquelle. Designer können den Auftraggeber nicht direkt kontaktieren. Deren Telefonnummer oder Adresse können aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht übermittelt werden. Ich könnte eine ganze Liste solcher Beispiele erwähnen, nicht von Existenzgründer, sondern von namhafte Firmen in In- und Ausland (auch aus der reiche Schweiz) auf Ideensuche die sich auf Ihrer Plattform tummeln, nach dem Motto GEIZ IST GEIL.
Die globale Wirtschaft ist nun mal global und natürlich werden heute Logos in anderen Ländern günstiger hergestellt als in Deutschland.
Es wäre doch wirklich vermessen zu behaupten, dass wir in Deutschland gegenüber anderen Ländern nicht selbst Crowdsourcing Plattformen betreiben dürfen. Wenn Sie als Autor wirklich meinen, dass deutsche Crowdsourcing Firmen ihre Portale schließen sollten um der kreativen Gesellschaft nicht zu schaden sollten sie bedenken: Zwischen Ihrer Behauptung und der digitalen Weißheit liegt das Internet. Dann holen wir uns gerne unsere Logos für einen günstigen Preis von größeren Plattformen wie 99designs.com.
Wir müssen doch eher lernen, wie wir NÜTZLICH mit solchen Plattformen umgehen können. Ich könnte Ihnen aus dem Stehgreif 10 gute Ideen präsentieren.
Ihr
Ibrahim Evsan
Es ist auch eine Frage der Selbstachtung: Denn wenn man immer für Hungerlöhne arbeitet, wird man auf der Sklavengaleere sehr schnell sehr unzufrieden mit seinem Leben sein.
Es gibt auch für Texter solche Portale - eines hat mir mal eine tolle Tätigkeit für € 12,50 Stundenlohn angeboten. Ich habe dem Herrn die Meinung gesagt und das Ganze in meinem Netzwerk publik gemacht.
Dafür hab ich also studiert und arbeite jeden Tag an mir selbst, um noch besser zu werden, um mich dann für 12,50 abspeisen zu lassen? Nein, danke!
Jeder, der vernünftig denkt, sollte solchen asozialen Ausbeutern den Kampf ansagen, statt sich das Ganze auch noch als tolles Geschäftsmodell verkaufen zu lassen. Wie blöd kann man eigentlich sein?
19.04.2011 - 22:06 Uhr
Gargoyle
Wir selber haben eine kleine Gäste Pension und wollten ein Logo sowie einen Flyer, Visitenkarten etc von einem Designer gestalten lassen.
Jedoch waren die Preise einfach utopisch und die arroganz von vielen Grafikern ( welche man auch hier sehr gut in vielen Bereichen herauslesen kann ) waren für mich der beste Grund mal so einen Service zu testen, man hat ja nichts zu verlieren bis auf die kleine Einstellgebühr.
Der ganze Kontakt etc war sehr viel angenehmer und es wurde sehr schnell auf unsere Wünsche eingegangen, wir haben dann auch ein tolles Logo bekommen und haben dann diesen Grafiker auch direkt für den Flyer sowie die Visitenkarten herangezogen ( ohne designenlassen.de ) und wenn wir wieder was brauchen melden wir uns auch direkt wieder bei ihm.
Zumindest von unserer Seite aus gibt es Folgeaufträge und machen direkt nun alles mit "unserem" Grafiker, welcher aber immer noch günstiger ist wie ein Studio bei uns ( und sehr viel angenehmer ist )
Ich möchte noch was zum Thema Druckereien beitragen, da ich selber in einer kleinen tätig bin.
Wir haben keine Existenzprobleme und die Konkurenz ist sehr stark ( Digitaldruck.at und Konsorten ) aber wir sind freundlich, schnell und, zumindest laut Feedback, auch sehr kompetent.
Wir schauen uns das ganze an und sind sehr persönlich und auch direkt bei den Kunden.
Natürlich sind wir ein kleiner Betrieb und haben nicht mit sehr vielen Design Studios zu tun, jedoch glänzten alle bisher mit einer Arroganz welche einfach nicht mehr erträglich ist. Eventuell sollten sich doch manche selber an der Nase packen und sich nicht über den Kunden stellen.
Das ganze ist auch im Einzelhandel ziemlich auffällig, wo man oft denkt das gerade der kleine Handel damit Punkten sollte ( Service und Freundlichkeit ) doch gerade der Diskonter Hofer ( Aldi Süd glaube ich nennt er sich in DE ) hat den bisher besten und schnellsten Service geliefert, was für mich damals schon eine riesige Überraschung war.
Natürlich kann man das ganze nicht 1:1 auf jeden Übertragen aber meine Erfahrungen gingen halt in diese Richtung








-2
20.05.2009 - 18:05 Uhr
designenlassen
Ich kann die Sichtweise des Verfassers verstehen, das Konzept unseres Marktplatzes ist für alle Beteiligten (Auftraggeber und Designer) neu und bietet sowohl Chancen als auch Risiken. Auftraggeber schreiben bei uns Ihre Projekte aus und bestimmen im Vorfeld, was sie bereit sind zu bezahlen. Designer können dann auf freiwilliger Basis ihre Vorschläge einreichen. Derjenige, der die Designaufgabe aus Auftraggebersicht am besten löst, gewinnt. Alle anderen Designer gehen leer aus. Das Neue an diesem Konzept ist, dass man als Dienstleister nicht versucht über den günstigsten Preis konkurriert, sondern über die eigene Leistung.
Es herrscht Wettbewerb, der je nach Attraktivität der Aufgabenstellung und des Preisgeldes unterschiedlich hart ausfällt.
Die Hauptkritik des Verfassers bezieht sich offensichtlich auf unsere Empfehlungen bezüglich des Preisgeldes - hier sind wir lern- und gesprächsbereit. Warum wird der Verfasser hier nicht konkret? Was soll Design seiner Meinung nach kosten?
Aber es muss natürlich auch klar sein, dass unsere Kernzielgruppe der Existenzgründer und kleinen Unternehmen nur ein sehr begrenztes Budget hat - entweder der Existenzgründer bekommt ein Logo für 300-400 EUR, oder er lässt es bleiben und macht sich sein Logo selbst.
Wir sehen es so: Durch unsere Seite wird der Designprozess vereinfacht und eine ganz neue Zielgruppe bekommt Zugang zu professionellen Designdienstleistungen und zu einer vorher nicht gekannten Auswahl an Designvorschlägen. Dass nicht jedermann die Meinung des Verfassers teilt beweisen 2 gewonnene Gründerpreise, fast 400 abgeschlossene Designprojekte, mehr als 2000 registrierte User - und das in einem knappen halben Jahr!
Wir sind offen für den Dialog...
Michael Kubens