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19.05.2009 - 18:30 Uhr

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Schocktherapie für Online-Junkies

Foto: ap

Fragwürdige Heilmethode: In China werden internetsüchtige Jugendliche mit Stromschlägen behandelt und gegen ihren Willen in einer Klinik festgehalten

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.


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muschikaetzchen
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Mag ich Mag ich nicht

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19.05.2009 - 20:31 Uhr
muschikaetzchen

ähh...falscher film??
muss man diesen satz immer wieder sagn?!...."die chinesen haben ne macke!"

keos
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Mag ich Mag ich nicht

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19.05.2009 - 21:09 Uhr
keos

noch wenn man davon ausgeht, dass die jugendlichen keine bleibenden schäden davontragen (was keinesfalls sicher scheint) - wo zum teufel bleibt der beweis dafür, dass elektroschockbehandlungen internetsucht heilen?!
die sind ja nicht ganz dicht.

FranziFerdinand
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Mag ich Mag ich nicht

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19.05.2009 - 21:13 Uhr
FranziFerdinand

vielleicht haben sie das Prinzip der Homöopathie, Gleiches mit Gleichem zu heilen, etwas missverstanden.

MorbusBahlsen
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Mag ich Mag ich nicht

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19.05.2009 - 21:27 Uhr
MorbusBahlsen

Komischer Bericht. Mal wieder! Ihr zitiert Blogger und zelebriert einen Fall durch. Die Vorstellung von solchen Methoden ist krass... müsste sich doch eine neutrale, westliche Stimme finden lassen, die solche Methoden bewerten kann?

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Mag ich Mag ich nicht

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19.05.2009 - 21:27 Uhr
MorbusBahlsen

Ich mein, Foltermethodenforschung ist doch seit Guantanamo täglich Brot für Journalisten, oder?

ThomasEdison
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Mag ich Mag ich nicht

1

20.05.2009 - 14:42 Uhr
ThomasEdison

Stromschläge helfen bestimmt auch gegen die unter Jugendlichen weit verbreitete Onanie! Und ab einer bestimmten stärke ist die Wirkung auch totsicher!

Meander
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Mag ich Mag ich nicht

-1

21.05.2009 - 12:44 Uhr
Meander

Schön, ein weiterer Hetzartikel gegen das Reich der Mitte. Wirklich großartig.

1. "Ort Linyi" - Naja, der Begriff "Ort" ist im Deutschen ja durchaus recht beliebig verwendbar. Aber sagen wir es doch einfach mal, wie es ist: Linyi ist eine Millionenmetropole mit rund 11-12 Millionen Einwohnern.

2. "Wie der Reporter herausfand, werden die meisten der derzeit rund hundert Patienten gegen ihren Willen in der Klinik festgehalten." Und insgesamt hat der Arzt 3000 Kinder so behandelt. Nichts für ungut: Ich habe große Zweifel, dass es eine solche Geschichte in Deutschland überhaupt zum überregionalen Aufmacher schaffen würde, wenn es von den Größendimensionen runtergerechnet wird. Vielleicht nochmal zur Erinnerung: Allein in Linyi leben über zehn Millionen Menschen. Das heißt wohlgemerkt nicht, dass es deswegen gut sei, was da passiert. Es wirft aber die Frage auf, warum überhaupt darüber berichtet wird - wegen der Relevanz? Mit Blick auf die Zahlen doch eher unwahrscheinlich. politische Hetze, Sinophobie, etc. scheinen da wohl eher die treibenden Kriterien gewesen zu sein.

3. "Die Überforderung vieler Eltern könnte ein Grund für solche Exzesse sein. Manche Kinder beißen oder schlagen um sich, wenn sie von ihren Computerspielen weggezerrt werden sollen." Tja, stimmt. Die Kinder in Deutschland sind vermutlich viel friedlicher. Und die deutschen Eltern sind natürlich auch überhaupt nicht überfordert. Gut, dass das der Supernanny noch keiner gesagt hat. Bei uns werden Kinder in die Wüste geschickt, in sonderbaren Fernsehformaten therapiert oder eben gleich in ein Heim gebracht. Wenn sich überhaupt jemand um sie kümmert. Aber da in Deutschland alle Eltern Superpädagogen sind, müssen wir uns um unseren Nachwuchs ja vermutlich überhaupt keine Sorgen machen.

4. "...schreibt der Blogger Hu Yong über Yangs Methoden." Es lebe die Internetgeneration, wo jeder ein Fachmann für alles ist. Hauptsache Wikipedia kann es bestätigen.

5. Wenn man hier zwei Dinge auseinander halten kann, wäre schon vielen geholfen. Auf der einen Seite jener Fall, dass die Kinder mit Elektroschocks zum Unterschreiben gezwungen worden sind. Auf der anderen Seite die "Behandlung" der Kinder.

6. Therapieverfahren mit Strom sind auch im Westen üblich. Die Frage ist halt, was da konkret abgelaufen ist. Wenn es sich hier nämlich nur um die elektrische Stimulation von bestimmten Gehirnregionen handelt, dann ist das ein Verfahren, das bei anderen Erkrankungen auch hier zum Einsatz kommt - unter anderem übrigens bei Alkoholsüchtigen.

7. keos schrieb: "wo zum teufel bleibt der beweis dafür, dass elektroschockbehandlungen internetsucht heilen?!"
Wo zum Teufel wird mal genau erklärt, wie diese Behandlung abläuft? Strom zur Stimulation von Gehirnregionen bei Internetsucht einzusetzen, ist keineswegs vollkommen abwegig. Zumal z.B. auch Alkoholiker mit Hilfe von Elektroimpulsen behandelt werden.

Mal wieder fragt man sich am Ende, was eigentlich von dieser Geschichte bleibt:
Ein Therapieverfahren, das keineswegs total abwegig ist, von dem aber wiederum zu wenig beschrieben wird, als dass es noch konkreter bewertet werden kann. Ein Therapieansatz, der auch in Deutschland durchaus Anwendung findet - eventuell technisch allerdings anders durchgeführt, was sich aber eben aufgrund der Darstellung gar nicht verifizieren lässt. Ein Internet-Blogger der kein Mediziner, Arzt oder sonstiges ist, jedoch so präsentiert wird, als sei er ein Fachmann für Strom- und Impulstherapien. Ein einziger Journalist, der als Quelle her hält. Eine Zahl der Betroffenen, die im relativen Kontext verschwindend gering ist.

fraeuleiningeborg
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Mag ich Mag ich nicht

0

21.05.2009 - 13:06 Uhr
fraeuleiningeborg

Meander, wie bitte? Weil es nicht so viele im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung sind, ist es nicht relevant? Sorry, aber es gibt Dinge, da ist jedes Opfer relevant, und da würde sehr wohl auch bei uns drüber berichtet.
Mir scheinen die Behauptungen in dem Artikel auch noch nicht hinreichend belegt, aber allein die geschilderten Schmerzen, die ja auch der Arzt selber einräumt, sprechen doch wohl stark gegen eine reine "Elektroimpulsbehandlung".

Meander
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Mag ich Mag ich nicht

-2

21.05.2009 - 14:06 Uhr
Meander

@fraeuleiningeborg: Was glaubst Du, warum nicht über jeden Mord etwas in der Zeitung steht? Warum nicht sämtliche Fälle von Kindesmissbrauch in den Medien erwähnt werden? Warum nicht alle Fälle, in denen jemand zusammengeschlagen, verbrannt, vergewaltigt, verletzt, verkauft wird, medial aufbereitet werden? Weil ihre Bedeutung im Verhältnis zu gering ist. Es ist einfach falsch, dass es Fälle geben soll, in denen die Verhältnisse keine Rolle mehr spielen. Wenn bei 1,3 Milliarden Chinesen 100 gegen ihren Willen in einer Klinik eingesperrt werden und dort (eventuell) in obskurer Weise behandelt werden, so entspricht dies 1 Person auf 130.000.000 gerechnet. Das ist nicht einmal eine Person auf deutsche Maßstäbe übertragen. Und worin liegt nun der Wert dieser Information, das darüber berichtet wird? Wohlgemerkt: Ich habe auch nicht behauptet, dass über einen vergleichbaren Fall nicht auch in Deutschland berichtet werden würde. Das wäre dann der eine Patient, der gegen seinen Willen in einer Klinik sitzt. Aber die Frage ist halt, ob es dieser Patient auch tatsächlich - vor allem vor dem Hintergrund der hier nicht gebotenen Informationen - zu einem größeren Artikel im überregionalen Teil einer großen, deutschen Tageszeitung schaffen würde. Und daran habe ich durchaus meine Zweifel. Daher muss man doch fragen, welche Bedeutung dieser Fall aus China für uns hat, dass er es auf eine solche Position schafft - und der Umstand, dass wir nur die Angaben haben, die wir haben, macht den Wert der Geschichte ganz direkt mit aus. Es ist doch nicht so, dass diese Zahl ungeheuer groß ist (Verhältnis einzelner in der Gesellschaft, Gesamtbevölkerung). Es ist auch nicht so, dass dieses Therapieverfahren systematisch in sämtlichen Internet-Klinik angewendet wird - sondern eben nur bei diesem einen Arzt (zwar wird auf die steigende Zahl von Internetkliniken hingewiesen, aber das ist nur billiges Suggerieren). Es ist auch zudem nicht so, dass dieses Therapieverfahren per se vollkommen hirnrissig ist - ganz gleich, ob es sich um eine Impulstherapie oder auch um eine Form von Elektrokrampftherapie handelt, beides findet in Deutschland Anwendung (der Artikel setzt wohl aber trotzdem auf das schlechte Image von Elektroschock/Elektrokrampftherapien). Es ist auch nicht so, dass ein Vertreter präsentiert worden ist, der ganz klar sagt, dass hier Menschen geschädigt werden - übrigens erst ab 10 mA wird es für den Menschen kritisch (wäre leicht für den Autor des Textes zu recherchieren gewesen). EKT-Verfahren werden in Deutschland mit 9 mA durchgeführt. Es ist auch nicht so, dass bei der EKT in Deutschland unbedingt der "freie Wille" des Patienten zählt - da hat der Vormund nämlich auch noch ein wenig mitzureden (andere Rechtslage in China wäre hier übrigens auch zu beachten gewesen).

Woraus also ergibt sich für Dich die Relevanz dieser Geschichte? Was macht diese Geschichte so wichtig, dass man außerhalb Chinas über den Fall von hundert Patienten in einer Klinik in einer 10-Millionen-Metropole berichtet? Oder mache den Umkehrtest: Würde sich diese Geschichte mit dem rechnerisch einen Patienten in Deutschland ereignen, wäre dies so relevant, dass es auch in ausländischen Medien groß aufbereitet werden muss?

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Mag ich Mag ich nicht

-1

21.05.2009 - 14:10 Uhr
Meander

Und eben immer vor dem Hintergrund - wo wir uns ja einig sind -, dass da vieles behauptet und nichts ausreichend belegt wird.

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