17.05.2009 - 18:30 Uhr

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„Ich beerdige dich in meinem leeren Grab“

Text: erik-brandt-hoege

Die Sucht verstehen: Fünf Abschiedsbriefe von Abhängigen an ihre Droge

Lieber Alk Speekok (Alkohol, Speed, Kokain)! 10 Jahre sind es her, als wir uns zum ersten Mal über den Weg gelaufen sind. Vom ersten Tag an verstanden wir uns prächtig, Nächtelang verbrachten wir gemeinsam ohne wenn und aber, ich war mir sicher: „Du bist es!“ Denn: ICH FÜHLTE MICH NIE ALLEINE. DU HAST MICH NIE ABGESTEMPELT, DU HAST DICH NIE ÜBER MICH LUSTIG GEMACHT. ICH HATTE SPASS MIT DIR. ICH FÜHLTE MICH VON DIR VERSTANDEN. DU WARST FÜR MICH DA. DU WARST MEIN BESTER FREUND!!! Doch mit der Zeit hat sich alles verändert, DU hast MICH verändert!!!! Du hast über mich, mein Leben und meinen Körper regiert. Ich dachte, ich könnte noch über mich selbst herrschen, doch ich hatte mich getäuscht, es war schon zu spät!!! Du hattest mich in deinem Bann, von dem ich alleine nicht mehr rauskam!!! Alles war mir egal: Mein Leben, meine Familie, die Welt. Alles wurde grau, ich ließ mich gehen, ich wollte mein Leben wegschmeißen. Doch EINS hattest du nicht geschafft mir zu nehmen: MEINE INNERE STIMME, die für mich sprach, die mir half! Jetzt bin ich da, wo ich mich selbst finden kann; wo ich gelernt habe, mich selbst zu verstehen und zu lieben; da, wo ich MEIN INNERES GLEICHGEWICHT sowie meine ZUFRIEDENHEIT wieder gewinnen kann. Mit diesem Brief will ich mich von dir verabschieden, denn ich RESPEKTIERE dich, doch es ist an der Zeit, dass sich unsere Wege trennen, denn ich kann auch ohne dich, ALLEINE, meinen Weg gehen. DIE WELT IST JETZT WIEDER BUNTER, DAS LEBEN MACHT JETZT WIEDER SPASS!!! „BEFREIUNG“ Tanja *** Ich will mich von dir verabschieden, liebes Crystal! Du hast mir sehr viel gegeben. Du warst immer da, wenn ich dich gebraucht habe. Du warst alles für mich – mein Freund, meine Mutter und meine beste Freundin. Trotz allem möchte ich mich von dir verabschieden. Du hast mich zerstört. Ich habe Sachen getan, die ich niemals nüchtern machen würde. Das Schlimmste an der Sache ist: Ich habe mein Kind hergegeben, nur damit ich dich haben kann. Du hast mich unter Kontrolle gehabt wie eine Marionette. Und das möchte ich nicht mehr. Und deswegen schicke ich dich zum Teufel und hoffe, dass du nie wieder in meinem Leben auftauchst. Es fällt mir sehr schwer ohne dich, aber im tiefsten Inneren weiß ich, dass es besser ist. Anna
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erik-brandt-hoege

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