Netzsperre gegen Downloader - Kommentar zum Hadopi-Beschluss in Frankreich
In Paris ist in dieser Woche das so genannte Hadopi-Gesetz beschlossen worden. Es soll Rechteinhaber effektiver gegen Urheberrechtsverletzungen im Internet schützen. In Wahrheit ist die Entscheidung aus Frankreich aber keine gute Nachricht. Ein Kommentar
Um zu verstehen, was in dieser Woche im französischen Parlament beschlossen wurde, sollte man zunächst Denis Olivennes kennen lernen. Der 48-Jährige ist aus zwei Gründen über die französischen Grenzen hinaus bekannt. Zum einen soll der „Medien-Mogul“, so weiß die Gala zu berichten, die Sängerin Carla Bruni zu einer Unterredung mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy eingeladen und insofern den Grundstein für deren heutige Beziehung gelegt haben. Offizieller Anlass dieses Treffens damals im Élysée-Palast war die Bekämpfung der so genannten Internetpiraterie. Bei diesem Thema ist Oliviennes’ Bekanntheit noch größer als in Sachen Bruni. Als Olivennes noch Chef der französischen Multimedienkette Fnac war, beauftragte Präsident Sarkozy ihn damit, Wege zu finden, wie man auf die Herausforderungen der Digitalisierung reagieren könne. Was also kann man tun, um der wachsenden Zahl illegaler Downloads und damit einhergehender Urheberrechtsverletzungen Herr zu werden? Medien-Manager Oliviennes fand eine Antwort. Sie lautet: Man braucht strengere Strafen!

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ChrisJumper sagte:
umso eher befürchte ich die Auswirkung auf die Kunst.
Inwiefern? Das es schwer zu kontrollien ist was von wem runtergeladen wird und damit wie verteilt wird? oder wie meinst du das?
ich sehe eher das problem, daß man zwischen privaten und geschäfts/uni-internetanschluß unterscheiden müsste, oder?
1. Manipulation: Ich bin Künstler und will meinen Anteil steigern: Nichts einfacher als das, ein paar P2P-Clients aufgesetzt, die kontinuierlich meine Werke runterladen, voila...
2. Überwachung: damit die Anteile fair verteilt werden, müssen nicht nur "offizielle" Downloads sondern jeder Tauschvorgang überwacht werden. Da sind bisherige Maßnahmen eher Peanuts dagegen. Und was ist mit grenzüberschreitenden Downloads?
3. Warum soll ich für etwas zahlen, das ich vielleicht gar nicht oder im Vergleich zu anderen kaum nutze? Die GEZ macht sich mit der Methode auch nicht beliebt und das soll auf einmal die Lösung sein?
Tut mir Leid, das wird nichts. Blöd nur, dass ich auch keinen besseren Vorschlag habe.
15.05.2009 - 21:14 Uhr
MorbusBahlsen
yabadabaduuu sagte:
ChrisJumper sagte:
umso eher befürchte ich die Auswirkung auf die Kunst.
Inwiefern? Das es schwer zu kontrollien ist was von wem runtergeladen wird und damit wie verteilt wird? oder wie meinst du das?
ich sehe eher das problem, daß man zwischen privaten und geschäfts/uni-internetanschluß unterscheiden müsste, oder?
Naja... das nicht unbedingt. Wenn ein Taxler oder LKW-Fahrer privat mit seinem PKW Mist baut und dafür den Führerschein entzogen bekommt, darf er auch nicht weiterfahren. Muss sich also korrekt verhalten, dann passts schon.
Schlimm ist nur der Super-GAU was Privatdatenschutz angeht. Der Staat muss/darf jetzt alles kontrollieren, was der Nutzer im Netz macht. Und das wird auch nicht kostenlos sein, und das wiederum zahlen wird der Bürger, nicht die Musikindustrie, der Profiteur von der gazen Geschichte.
15.05.2009 - 21:15 Uhr
MorbusBahlsen
Zu Zeiten von Schellack, Vinyl und CD vielen noch echte Kosten bei der Produktion an, und wenn die Kopienersteller, die Labels und der Einzelhändler dran verdienen, dann muss natürlich auch der Künstler was dafür bekommen, aber was tut ein Rechteverwerter oder auch der Künstler beim Kopieren der MP3 auf der Internet-Plattform?
Der Gedanke der kostenlosen, digitalen Musikkopie fühlt sich bei Erstkontakt natürlich etwas fremd an, ohne die Tradition der Hardkopies würde er das aber nicht. Jeder Musiker, der noch nie Platten verkauft hat, weis, dass er spielen muss, wenn er Geld will.
Natürlich können weiterhin CDs und Platten verkauft werden, aber für digitale Musik Geld nehmen zu wollen, ist einfach schräg.
Zum Schluss noch ein Link für alle, die Sorgen haben, sie könnten ihre Giganto-Festplatte nicht voll bekommen (natürlich total legal:)
archive.org/details/audio
Tatsächlich ist es aber der Anschlussinhaber und nicht derjenige, der die Tat wirklich begangen hat. Wie bei der Störerhaftung wird direkt der zur Verantwortung gezogen, der die Infrastruktur zur Verfügung stellt. Z.b. Eltern, Anschlussinhaber in einer WG oder Betreiber eines privaten WLANs mit schlechter Kenntnis über die Sicherheitseinstellungen.
Das unfaire daran: Wie so oft ist der Bürger auch bei Unkenntnis mitverantwortlich und haftet, wer das Gleiche in gewerblichem Umfeld betreibt, ist fein raus und wird ersteinmal gefragt, wer die Tat begangen hat bevor Sanktionen ergriffen werden.
Stanlee sagte:
Es wird im Zusammenhang immer davon gesprochen, das der Raubkopierer verwarnt und bestraft wird.
Tatsächlich ist es aber der Anschlussinhaber und nicht derjenige, der die Tat wirklich begangen hat.
Genau das habe ich auch gerade gedacht - und das bedeutet dass Sippenhaft wieder eingeführt wird.
Wieso ist es nicht wie beim Auto? Da muss (zumindest bei uns) ja auch der Verursacher des Schadens bezahlen und nicht automatisch der Autoinhaber.
Stellen wir uns vor, jemand rempelt mit meinem Auto ein anderes Auto an (Parkplatzrempler) und fährt dann einfach davon. Die Polizei findet heraus dass mein Auto den Parkplatzrempler begangen hat (Lackreste, Sonderfarbe, was weiß ich). Wenn ich nun die Aussage verweigere wer den Parkrempler gemacht hat bin ich fein raus und derjenige der am Steuer saß auch. Da ich nicht wissen/sagen muss wem ich mein Auto ausgeliehen habe bleibt der Angerempelte auf seinem Schaden sitzen. Wieso ist das nicht auch online so?
16.05.2009 - 11:43 Uhr
soylentyellow
Ich meine, dass der Rechteinhaber nachweisen muss WER es war (und nicht nur wem der Anschluss gehört)?
Außerdem: Wäre ich ein ISP würde ich doch keine einzelnen Verbindungsdaten aufheben (bei einer Flatrate sowieso unnötig) und dann damit werben, dass man bei mir anonymer als bei der Konkurrenz surfen kann.
16.05.2009 - 11:45 Uhr
soylentyellow
ist das bei Internet/Computer genauso?
Denn mal ehrlich: Bevor ich mich nur mit RTL2 Nachrichten informiere informiere ich mich lieber überhaupt nicht...
wer verliert dadurch eigentlich am meisten geld? sind es die großen stars, oder die kleinen bands?
16.05.2009 - 22:56 Uhr
MorbusBahlsen
und: sind oper oder theater gefährdet, nur weil es aufzeichnungen (print oder audio) davon gibt?
(@soylent: Das ist beim Auto nicht so, wie du denkst: http://www.ratgeber-recht24.de/Verkehrsu...)
douchebag sagte:
Wer kann die Franzosen schon ernst nehmen ?
reichlich naiver und von ignoranz geprägter kommentar, der erste lobbyist aus deutschland hat sich doch schon zu wort gemeldet, die eu hat vorerst bedenken aber wie lange noch...
und wer das ganze mit dem kommentar abtut einfach nix illegales herunterladen hat sich fachlich eh disqualifiziert.
Die Medienkonzerne bleiben dagegen außen vor. Es sind aber die Medienkonzerne, die über ihre Lobbyisten in Berlin und Brüssel unsere Gesetze maßgeblich beeinflussen.
Deshalb, fürchte ich, hat die Kulturflatrate kaum chancen, so sehr ich sie mir wünschen würde.
yabadabaduuu sagte:
ChrisJumper sagte:
umso eher befürchte ich die Auswirkung auf die Kunst.
Inwiefern? Das es schwer zu kontrollien ist was von wem runtergeladen wird und damit wie verteilt wird? oder wie meinst du das?
Ein wenig so wie Querspieler das andeutete, das es schwer zu überwachen ist wer wie von diesen gewonnen Einnahmen profitiert. Aber eben auch das dann auch schwarze Schafe "wachsen".
Es ist unheimlich schwer sowas erfassen zu wollen, zu messen oder zu bewerten. Geschaffen wird dadurch eine Struktur die ein wenig steuert. Auf lange Sicht würde niemand mehr Platten kaufen wollen wenn er schon eine Kulturabgabe zahlte.
Es kommt aber drauf an wie man das macht. Ich empfinde das als ungerecht wenn man Geld zahlt und nichts dafür bekommt. Sollte eine Kulturabgabe erfolgen fände ich es gut wenn sie als Zwangsabgabe auf einem Virtuellen Konto landen und so für den einzelnen Kunden nicht verloren gehen. Die dann der Kunde wie Paypal-Punkte verteilen/Spenden kann. Das ganze würde ich auch nicht in die Hände der Provider legen, sonder in die der GEZ, oder Kreditinstitute.
Bei einer Pauschalen Abgabe an $MUSIK_KONZERNE habe ich das ungute Gefühl das von dem Geld zu wenig bei den Künstlern ankommt die ich wirklich mag. Und als Kunde, das letztlich noch mehr kulturellen Müll ertragen darf.
Grüße
17.05.2009 - 17:44 Uhr
ChrisJumper
@douchebag
Nur mal angenommen Cracker X benutze deinen PC um dort seine Pornos, Musik, Kreditkartennummern, Filme, Viren u. Co. und Warez zu speichern. Bezahlt mit deinem Namen und von deinem Konto (natürlich ohne dein Wissen), irgendwelche Dinge usw...
Aber eines Tages führen die Spuren _nur_ zu deinem Anschluss. Wie willst du dann beweisen, das du das nicht warst? Wenn es dir bis dahin vielleicht noch gar nicht aufgefallen ist, das dein Computer Dinge tat von denen du nichts wusstest...
Dabei sollte man allerdings berücksichtigen das so etwas ähnliches wie eine "Kulturflatrate" in Deutschland schon lange Realität ist. Die Pauschalabgaben auf Geräte und Speichermedien sind inzwischen so hoch, das viele Familien jedes Jahr mehr indirekt an die Gema zahlen, als sie für CDs jemals ausgegeben haben. Es braucht also niemand ein schlechtes Gewissen zu haben, der sich urheberrechtlich geschützte Medien herunterlädt, man hat ja schließlich selber für dieses "Recht" bezahlt. Auch wenn dies manche Juristen und die Gema gerne anders sehen mögen.








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15.05.2009 - 19:24 Uhr
ChrisJumper
Man sollte es kombinieren. Jeden Monat 5 Euro, den man beim Kauf einer CD angerechnet bekommt. PUNKT aus.