Mädchenfrage: Jungs, haben wir euch abgehängt?
Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen.

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Also Jungs, wie sollen wir das sagen. Erstmal die gute Nachricht: Wir haben euch gern. Doch da ist etwas, das uns in sentimentalen Stunden bedrückt. Weil wir als gute Mädchen so unheimlich emotional, verständnisvoll und einfühlsam sind, denken wir manchmal darüber nach, ob wir uns um euch eigentlich Sorgen machen müssen, dass wir gar ein schlechtes Gewissen haben sollten. Denn seit einigen Jahren lesen wir in schöner Regelmäßigkeit von armen kleinen Jungs, die in der Schule nicht mehr mitkommen, weil wir Mädchen so fleißig, schlau und sozial kompetent sind. Wir hören, dass ihr viel öfter auf der Hauptschule Probleme habt, während wir scharenweise ans Gymnasium strömen und das Abitur astrein ablegen. Auch an der Uni sieht man uns, von Maschinenbau-Vorlesungen mal abgesehen, öfter als euch.
Noch vor zwanzig Jahren schrieb die Zeitschrift „Emma“: „Wenn wir wollen, dass es unsere Töchter einmal leichter haben, müssen wir es unseren Söhnen schwerer machen.“ Heute dagegen sprechen besorgt dreinschauende Erziehungwissenschaflter davon, dass unter dem Druck weiblicher Emanzipation, der männliche Nachwuchs vergessen worden sei. Ursula von der Leyen fordert mehr männliche Vorbilder für euch, weil die Grundschullehrerinnen offenbar uns brave Mädchen immer bevorzugen und erst kürzlich belegte wieder eine Studie euer dramatisch schlechtes Abschneiden in der Schule.
Dazu kommt: Niemand hat mehr Bock auf Machos. Was einst als männlich galt, ist heute als primitiv verpönt, mit euren dicken Schlitten könnt ihr uns seit dem Einsetzen des Klimawandels auch nicht mehr beeindrucken und nun lassen wir euch auch noch unsere Babys windeln. Dass seit einigen Jahren selbst unsere Fußballerinnen euch abgehängt haben, will ich euch nun nicht auch noch unter die Nase reiben. Ach ja und ihr wisst schon: die Kanzlerin!
Nun sagt mal Jungs: wurmt euch das alles eigentlich gar nicht? Haben wir euch tatsächlich abgehängt, unterdrückt, an die Lehrer verpetzt? Hätten wir euch häufiger mitspielen lassen oder euch bei den Hausaufgaben helfen sollen? Blenden wir mal kurz aus, dass ihr Faulsäcke am Ende trotzdem mehr verdient und häufiger Chef-Visitenkarten verteilt als wir und bilden uns ein, der Weg sei das Ziel: Fühlt ihr euch da unterwegs eigentlich benachteiligt? Und wenn ja: sind wir da irgendwie dran Schuld?
Auf der nächsten Seite die Antwort der Jungs.
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