06.05.2009 - 18:30 Uhr

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Robin Horst und der kleine Kampf gegen ahnungslose Politiker

Text: petra-ebenschwanger

Horst Klier will mit der Website politiker-stopp.de das Internet vor ahnungslosen Politikern schützen. Wie? Mit einem HTML-Code.

jetzt.de: Herr Klier, was ist das Konzept von politiker-stopp.de? Horst Klier: Auf der Internetseite befindet sich ein kleiner HTML-Code, den man auf seine eigene Website übernehmen kann. Wenn ein Besucher diese Seite dann ausdrucken will, erhält er nur noch einen Hinweis, dass die Seite sich nicht drucken lässt. Dieser Hinweis ist eine Anspielung auf Politiker, die selbst nicht im Internet surfen, sondern sich von ihren Angestellten Seiten ausdrucken lassen. Im Netz werden die auch gerne mal „Internet-Ausdrucker“ genannt. Man könnte meinen, Sie haben selbst schlechte Erfahrungen mit Politikern gemacht. Nein, das nicht, ich habe auch prinzipiell nichts gegen Politiker. Auch wenn man mit einzelnen Gesetzen nicht einverstanden ist, muss man in einer Demokratie damit leben können.
Screenshot der Website Sie spielen mit der Aktion auf die Zensurpläne von Familienministerin Ursula von der Leyen an, die den Zugang zu kinderpornografischen Websites erschweren will, oder? Genau. Mit meiner Seite möchte ich den Politikern, die diese Internetzensur fördern, einen kleinen Streich spielen. Mich stört vor allem, dass Frau von der Leyen technisch versierte Nutzer generell als „zum Teil schwer Pädokriminelle“ bezeichnet. Ich habe selbst vier Kinder und stehe vor dem Problem, wie ich ihnen den richtigen Umgang mit dem Netz beibringe. Es würde mir das Leben bestimmt leichter machen, wenn eine Reihe von Internetseiten gesperrt würde. Und bei Kinderpornos gibt es da sowieso keine Diskussion. Aber wo hört man dann auf? Mal abgesehen von den technischen Schwächen sehe ich die fehlende Rechtsstaatlichkeit als größtes Problem. Eine geheime Liste, die das BKA verwaltet, macht mir Angst. Wenn die Mehrheit der Bürger das will, muss man sich in einer Demokratie danach richten. Doch die jetzige Umsetzung ist ein Witz.
So sieht er aus, der Ausdruck für jene, die das "Internet ausdrucken" möchten. Hat die Seite einen Nutzen für die Diskussion um die Internetzensur? Es ist schon spannend, wenn eine solche Seite von einem technisch eher nicht so versierten Besucher gedruckt wird. Seien wir mal ehrlich: Die Diskussion um die Netzsperren ist zwar sehr hitzig bei den Leuten, die etwas davon verstehen, aber die normale Bevölkerung denkt sich nur: „Kinderpornos sperren, das ist doch prima“. Mit technischen Beschreibungen, wo hier das Problem liegt, kommt man kaum weiter. Wenn aber so jemand plötzlich eine Seite nicht mehr drucken kann, versteht er es vielleicht. Noch besser dann, wenn ihm jemand auch noch zeigt, wie das dann wieder zu umgehen ist. Das ist ähnlich schwer (oder eben leicht) wie die geplanten DNS-Sperren. Selbst wenn viele das Internet mittlerweile nutzen, haben sie es oft noch nicht verstanden. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit notwendig.
Selbsternannter Internet-Flüsterer und Bio-Evangelist: Horst Klier. Wie reagieren die Leute auf Ihre Seite? Die Rückmeldungen sind fast ausschließlich positiv, das hat mich sehr überrascht. Über 100 Mails haben mich in den letzten drei Tagen erreicht. Viele waren begeistert und wollten sofort selber mitmachen, andere hatten Vorschläge zur Verbesserung. Ich hätte ehrlich gesagt mit mehr negativen Reaktionen gerechnet. Wie kamen Sie auf die Idee, das Thema auf diese Art zu verarbeiten? Die Idee zu politiker-stopp.de entstand während einer Radiosendung zum Thema Internetsperren. Dort fiel mehrmals der Begriff „Internet-Ausdrucker“. Nachdem ich mich schon lange dafür einsetze, druckfreundlichere Internetseiten zu machen, lag es dann ganz nahe, das entsprechend umzusetzen. Ein paar Stunden später war die Seite online.


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10 Kommentare

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afrirali
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Mag ich Mag ich nicht

1

06.05.2009 - 19:40 Uhr
afrirali

was für ein blödsinn.

101
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Mag ich Mag ich nicht

0

06.05.2009 - 20:38 Uhr
101

robin horst, bahahahaha... ich dachte erst, der hieße wirklich so.

keos
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Mag ich Mag ich nicht

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06.05.2009 - 21:10 Uhr
keos

oookay. offenbar gibt es immernoch zu viele menschen, die sonst nix zu tun haben. er könnte ja vielleicht politiker werden?

MasterFowl
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Mag ich Mag ich nicht

0

06.05.2009 - 21:40 Uhr
MasterFowl

absolut lächerlich...ich habs auf spreeblick.com auch schon so kommentiert, aber da findens alle toll?!

Naja ich glaube/hoffe es wird sich NICHT durchsetzen.

m0n0
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06.05.2009 - 21:46 Uhr
m0n0

Engagement ist mir leider peinlich, ich hoffe, ich bereue es nicht eines Tages...

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Mag ich Mag ich nicht

0

06.05.2009 - 21:47 Uhr
m0n0

Und die Pädo-Pornozensur setzt natürlich an dem einfacheren, aber letztlich wirkungsloseren Ende an... könnte ich auch ohne leben.

stevieboy
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Mag ich Mag ich nicht

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07.05.2009 - 11:49 Uhr
stevieboy

Ich finde diese Idee als stillen Protest, quasi als Satire, sehr gelungen.

soylentyellow
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07.05.2009 - 12:01 Uhr
soylentyellow

Browser - was ist nochmal ein Browser?

Kinderreporter interviewen Politiker:

kleinerheiner
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Mag ich Mag ich nicht

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07.05.2009 - 16:32 Uhr
kleinerheiner

Mein Gott. Das ist ein kleiner, aber ziemlich aufwändig umgesetzter Witz.
Was ist bitte daran so schlimm?
Ich finds nett.

studio77
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08.05.2009 - 13:42 Uhr
studio77

So blöd ist die Idee gar nicht, höchstens die Webseiten, die beim Horst als "Teilnehmer" gelistet sind. Kein Politiker und kein Mensch (beide müssen nicht identisch sein) wird das Verlinkte ausdrucken wollen.

Nebenbei: Außer Wikipedia-Einträgen als Info für den Wochenendausflug habe ich schon seit sehr langer Zeit keine HTML-Seite aus dem Internet ausgedruckt. Diese Option ist irgendwie durchgereicht und iPhone-Nutzer nehmen das alles angeblich online in Burgruinen mit auf die Reise.


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