03.05.2009 - 18:30 Uhr

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Das Prinzip Käse-Igel

Text: felix-ekardt

Unser Planet wird immer wärmer – mit kleinen Schritten kriegen wir ihn leider nicht mehr gerettet. Ein Gastbeitrag von Prof. Felix Ekardt

"Schwätzer im Treibhaus“ nennt uns Europäer ein kürzlich erschienener Buchtitel von Marcel Hänggi. Stimmt. Wir sind große „Klima-Talker“, unser reales Klima-Handeln ist aber unverändert lau. Wir Europäer stoßen immer noch mehr als das Zwanzigfache dessen an Treibhausgasen aus, was Afrikaner in die Luft pusten.

Aber wie könnte eine echte Klimawende gelingen?

Zu diesem Thema bin ich seit einigen Jahren auf Reisen durch Deutschland, Europa und China, mit Vorträgen vor Wissenschaftlern, Politikern oder Laien, auch in Talkshows und Radiosendungen.



Eigentlich ist Klimaschutz einfach. Es geht schlicht darum, viel weniger Treibhausgase auszustoßen. Also viel weniger Öl, Kohle und Gas zu verbrauchen. Diese fossilen Brennstoffe stecken überall drin. Fleischkonsum, Autofahren, Fernurlaube, überheizte Wohnungen und auch Unterhaltungselektronik gehören also auf den Prüfstand. Die Lösung: verbindliche globale Reduktionsziele für Treibhausgase und Ressourcenverbrauch plus Ausgleichszahlungen für die Entwicklungsländer, denen wir die von uns gemachten Klimaschäden zumuten. Dann würde fossile, klimaschädliche Energie teurer. Und wir bemühen uns stattdessen massiv um Energieeffizienz, greifen auf erneuerbare Energien zu und verzichten vielleicht auf manchen Schnickschnack. Und nebenbei wird noch das globale Armutsproblem angegangen.

Der Typus „nüchterner Wirtschaftsfachmann“ unter meinen Zuhörern sagt dann aber: ein Öko-Lebensstil sei zu teuer und koste außerdem Arbeitsplätze. Stimmt nicht. Richtiger Klimaschutz wäre ein gigantischer Jobmotor, gerade die erneuerbaren Energien sind es schon heute. Wie viele Arbeitsplätze dagegen die hoch gelobte deutsche Autoindustrie „sichert“ mit immer mehr Rationalisierung und Auslandsproduktion, danach fragt keiner. Und dass ein Kohle-Großkraftwerk für Investoren irgendwie spannender und handfester aussieht als ein Windpark (und die von ihren Aktionären abhängigen Unternehmen deshalb gern mit der überholten Technologie weitermachen), ist schlicht irrational. Übrigens: Selbst laut ADAC ist Autofahren schon lange viel teurer als Bahnfahren.

Was Klimaschutz mit dem Prinzip Käse-Igel zu tun hat: auf der nächsten Seite.

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