27.04.2009 - 18:30 Uhr

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„Am liebsten hätte ich beide Pässe“

Text: sascha-chaimowicz

Fünf türkischstämmige Münchner erzählen, wie es ist, sich für eine Staatsbürgerschaft entscheiden zu müssen

Manchmal liegt die Frage nach der eigenen Identität im Briefkasten. Die in Deutschland geborenen Kinder ausländischer Eltern müssen seit 2008 entscheiden, ob sie Deutsche oder Ausländer sein wollen. Fünf Jahre gibt ihnen der Staat Zeit für diese Entscheidung; mit 18 kommt der Brief, mit 23 spätestens muss der Entschluss feststehen: Haben sie bis dahin nicht reagiert, bürgert Deutschland sie automatisch aus. Das rot-grüne Gesetz stammt aus dem Jahr 2000. Es war zugeschnitten auf unter Zehnjährige und beginnt nun zu greifen: Die Kinder von damals werden jetzt 18. Kritiker nannten das Gesetz von Anfang an einen schlechten Kompromiss. Die Schröder-Regierung wollte es Kindern möglich machen, auch ohne deutsche Eltern zusätzlich zum ausländischen einen deutschen Pass zu bekommen. Den konservativen Parteien ging die doppelte Staatsbürgerschaft zu weit, der Kompromiss hieß „Optionspflicht“, der Zwang, sich bis zur Volljährigkeit zu entscheiden: Bist du Deutscher oder Ausländer? „In den nächsten Jahren kommt eine riesige Klagewelle auf uns zu“, sagt der Hamburger Anwalt für Ausländerrecht Arne Städe. 50 000 Menschen werden die Frage bis zum Jahr 2018 beantworten müssen, schätzt die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer. Auf der nächsten Seite erzählen fünf türkischstämmige Jugendliche aus München, ob sie Deutsche oder Türken sein wollen:
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ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.